Tim Schatto-Eckrodt

Das Fleisch-Paradoxon | Schuld und Vergebung | Haltestelle für Café-Bus

Guten Tag,

wäh­rend ich die­sen Brief schrei­be, ste­hen zwei Ent­schei­dun­gen aus. Auf die ers­te habe ich kei­nen Ein­fluss. Auf die zwei­te schon. Bei bei­den geht es um Fleisch.

Begin­nen wir mit der ers­ten. Frü­hes­tens Don­ners­tag wird sich ent­schei­den, ob und wann das Fleisch­un­ter­neh­men Tön­nies zumin­dest in Tei­len wie­der öff­net. Eine Dele­ga­ti­on aus Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­tern der Bezirks­re­gie­rung, des Krei­ses Güters­loh und der Stadt Rhe­da-Wie­den­brück neh­men des­halb das Werk seit heu­te in Augen­schein, um her­aus­zu­fin­den, ob die Fir­ma Tön­nies über­haupt in der Lage ist, künf­tig die Coro­na-Schutz­ver­ord­nun­gen ein­zu­hal­ten. Es geht dabei auch um Abstän­de und um eine neue Lüf­tungs­an­la­ge, die nicht wie­der die Coro­na-Viren so mas­siv von Mensch zu Mensch ver­tei­len soll, wie es wohl vor weni­gen Wochen pas­siert ist.

Marina Weisbands Kolumne | Männer müssen mitdenken

Lie­be Leser*innen,
auf dem Spiel­platz im Hafen­vier­tel sehe ich nach­mit­tags wie­der enorm vie­le Väter mit ihren Kin­dern. Das ist schön. Das war in den ver­gan­ge­nen Mona­ten nicht immer so. Wenn ich mit mei­ner Toch­ter wäh­rend der Zeit, die sie eigent­lich in der Kita ver­bracht hät­te, am Hafen, im Park oder im Wald unter­wegs war, traf ich vor allem ande­re Müt­ter. In der Coro­na-Zeit haben vie­le von uns in hete­ro­se­xu­el­len Part­ner­schaf­ten unfrei­wil­lig wie­der alte Rol­len ein­ge­nom­men.

Razzia im Missbrauchsfall | Uniklinik mit Rekordminus | Polizist sieht keine Fehler

am frü­hen Diens­tag­mor­gen haben 180 Poli­zis­tin­nen und Poli­zis­ten in Nor­d­rhein-Wes­t­­fa­­len und drei wei­te­ren Bun­des­län­dern Woh­nun­gen durch­sucht, um Bewei­se für wei­te­re Miss­brauchs­fäl­le zu fin­den. Das Ergeb­nis ist: Es gibt drei neue Tat­ver­däch­ti­ge aus Aachen und Han­no­ver, und es gibt Hin­wei­se auf ein sieb­tes Opfer. Die Zahl der mut­maß­li­chen Täter steigt damit auf 21, zehn davon sind in Haft. Die Fest­nah­me war die gute Nach­richt,

Ruprecht Polenz‘ Kolumne | Was Denkmäler mit Rassismus zu tun haben

Einen schö­nen Sonn­tag wün­sche ich Ihnen. #Black­Live­s­Mat­ter. Auch in Müns­ter gab es nach der Ermor­dung von Floyd Geor­ge eine  Demons­tra­ti­on gegen ras­sis­tisch moti­vier­te Poli­zei­ge­walt. Welt­weit sind dage­gen vie­le hun­dert­tau­send Men­schen auf die Stra­ße gegan­gen. Es ist nicht nur das Ent­set­zen über den bru­ta­len Mord, zu des­sen Zeu­gen wir alle durch das Video gewor­den sind. Ein Fass

Der Musik-Campus: Welche Kultur wollen wir?

Seit 80 Jah­ren dis­ku­tiert die Stadt über ein neu­es Kon­zert­haus. Die letz­te gro­ße Debat­te vor 13 Jah­ren schei­ter­te an einem Bür­ger­ent­scheid. 70 Pro­zent der Münsteraner:innen woll­te kei­ne Musik-Hal­le fürs Bil­dungs­bür­ger­tum. Die neue Idee ist in Deutsch­land ein­zig­ar­tig: Die Musik­hoch­schu­le, die städ­ti­sche Musik­schu­le und das Sin­fo­nie­or­ches­ter sol­len auf einen gemein­sa­men Cam­pus zie­hen. Das Pro­jekt ist beschlos­sen. Aber vie­le Fra­gen sind offen: Wo soll der Musik-Cam­pus ste­hen? Wer soll das alles bezah­len? Und kann Müns­ter von ande­ren Städ­ten etwas ler­nen?

Frauen in Führung: Wie weiblich ist Münster?

Auf dem Papier sind Män­ner und Frau­en gleich­be­rech­tigt. Doch die Rea­li­tät sieht noch immer anders aus. An der Spit­ze von Unter­neh­men sind Frau­en wei­ter­hin eher die Aus­nah­me. In poli­ti­schen Ämtern stel­len sie eine Min­der­heit. Und als wäh­rend der Coro­na-Kri­se die Kin­der zu Hau­se unter­rich­tet wer­den muss­ten, küm­mer­ten sich vor allem Frau­en dar­um. Dabei gibt es Unter­schie­de. Auf dem Land prä­gen die alten Rol­len­bil­der das Leben noch immer stär­ker. Aber wo steht Müns­ter eigent­lich, wenn es um die Gleich­stel­lung der Geschlech­ter geht? Ist es eine klei­ne Groß­stadt? Oder doch eher eine gro­ße Klein­stadt?

Carla Reemtsmas Kolumne | Die Europäische Union als Krisenlöserin?

Lie­be Lese­rin, lie­ber Leser,
eine Etap­pe ist geschafft: Die Gro­ße Koali­ti­on in Ber­lin hat sich ver­gan­ge­ne Woche auf ein Kon­junk­tur­pa­ket geei­nigt, das grö­ßer als gedacht aus­fällt. Dank des Ver­zichts auf eine Kauf­prä­mie für Ben­zin- und Die­sel-Pkw über­rascht es inhalt­lich sogar. Auch wenn die Mil­li­ar­den wohl nicht immer dort ankom­men wer­den, wo sie am nötigs­ten sind, und wir mit dem Paket der Lösung der Kli­ma­kri­se kei­nen Schritt näher kom­men, rich­tet sich der Blick damit erst ein­mal auf Brüs­sel. Dort stel­len sich längst alle wei­te­ren Fra­gen des – meist öko­no­mi­schen – „Wie geht es wei­ter?“ Seit Wochen wird in den Büros der natio­na­len Regie­rungs­chefin­nen und Minis­ter­prä­si­den­ten über ein mög­li­ches euro­päi­sches Kon­junk­tur­pa­ket dis­ku­tiert.

Klaus Brinkbäumers Kolumne | Die fünf Krisen der USA

Als ich vor­ges­tern mit mei­nem Sohn einen Gum­mi­ball durch den Madi­son Squa­re Park von New York kick­te, blick­te der klei­ne Mann hoch, und dann hör­te und sah ich sie auch: Über Man­hat­tan schweb­ten sie­ben Poli­zei- und Mili­tär-Hub­schrau­ber. Mein Sohn liebt Hub­schrau­ber (so viel zu geschlechts­neu­tra­ler Erzie­hung …), und sel­ten bringt er so viel Geduld auf wie beim stau­nen­den Blick in den Him­mel über New York.
Wenig spä­ter kamen die Sire­nen, dann der Zug der Demons­tran­tin­nen und Demons­tran­ten, die Hun­dert­schaf­ten. Es wur­de unüber­sicht­lich, und wir gin­gen nach Hau­se.