Im Herbst 1980 steht Joachim Speck am Bahnhof, er war gerade Rudern, und wartet auf seine Mutter. Wie so oft ist sie zu spät. Er ist damals 16 Jahre alt, gelangweilt geht er in ein Zeitschriftengeschäft und guckt sich die Magazine mit den nackten Männern an. Plötzlich stellt sich ein Fremder neben ihn und schenkt ihm einen Kaugummi. Dann zieht der Mann ihn raus, in eine Häuserecke, wo sie niemand sieht. Joachim Speck könnte davonrennen, aber er lässt es zu. Danach weiß er, was er schon länger geahnt hat: Er ist schwul.
In den kommenden Tagen überlegt er, was ihm da passiert ist. Eigentlich war das eine Vergewaltigung, denkt er, nur, warum fühlte es sich dann so gut an? Er ist verwirrt.
„Ich war jemand, der sich gerne in Phantasiewelten bewegt hat“: Joachim Speck studiert erst Jura in Freiburg, später kommt er zur Kirche, noch später zu sich selbst.