Notfallplan: Studierende brauchen Gas | Der Mann auf dem Kran – einige Antworten | Faire Frauenmode von Clara Himmel

Müns­ter, 2. August 2022

Guten Tag,

für vie­le jun­ge Men­schen in Müns­ter war ges­tern ein auf­re­gen­der Tag. Sie haben ihre Aus­bil­dung begon­nen. Ende Juli zähl­te die Hand­werks­kam­mer Müns­ter 3.658 Aus­bil­dungs­ver­trä­ge, die IHK Nord­west­fa­len 6.870. Das ist nach dem coro­nabe­ding­ten Ein­bruch am Aus­bil­dungs­markt eine gute Nachricht.

Aber die­se Nach­richt hat auch eine Kehr­sei­te: Rund 1.400 Jugend­li­che fin­den im Müns­ter­land kei­nen Aus­bil­dungs­platz, obwohl fast 5.000 Stel­len frei sind. Mit dem viel­zi­tier­ten Hang zur Aka­de­mi­sie­rung oder angeb­li­chen Bil­dungs­man­gel hat das aber wenig zu tun. Im aktu­el­len Berufs­bil­dungs­be­richt wer­den hin­ge­gen meh­re­re Punk­te genannt, die die Suche nach einem Aus­bil­dungs­platz erschwe­ren: Wer älter als 20 Jah­re alt ist, kei­nen deut­schen Pass hat, von der Haupt­schu­le kommt und/oder schon eine Aus­bil­dung abge­bro­chen hat, hat es deut­lich schwe­rer am Ausbildungsmarkt.

Man könn­te es aber auch plat­ter for­mu­lie­ren: Die Aus­bil­dungs­be­trie­be betrei­ben eine Bes­ten­aus­le­se. Denen, die durch die­ses Ras­ter fal­len, will die Bun­des­re­gie­rung mit einer Aus­bil­dungs­ga­ran­tie hel­fen. Das wür­de bedeu­ten, dass eine dua­le Aus­bil­dung in jedem Fall mög­lich ist, zur Not mit über­be­trieb­li­chen Ange­bo­ten. Einen sol­chen Rechts­an­spruch auf Berufs­aus­bil­dung gibt es seit 2017 in Öster­reich für Jugend­li­che und jun­ge Erwach­se­ne bis 25 Jahre.

Das Pro­blem ist nur: Die deut­sche Wirt­schaft will die­se Aus­bil­dungs­ga­ran­tie nicht. Sie fin­det, es gebe schon genug Lehr­stel­len – was ja die Sta­tis­tik auch belegt. Sie sieht eher einen Bewer­ber­man­gel – was aber am demo­gra­fi­schen Wan­del liegt. Aber ob die­se Aus­bil­dungs­ga­ran­tie über­haupt ein­ge­führt wird, ist sowie­so frag­lich: Die Gro­ße Koali­ti­on hat­te sie 2013 auch schon im Koali­ti­ons­ver­trag. (sfo)

Heute lesen Sie im RUMS-Brief:

  • Super­bio­markt eröff­net Insolvenzverfahren
  • CDU-Poli­ti­ke­rin Sybil­le Ben­ning verstorben
  • Es gibt Geld von der LVM-Krankenversicherung
  • Gas­man­gel: Not­fall­plan ohne Studierende
  • Der Mann auf dem Kran – eini­ge Antworten
  • Wie es wei­ter­ging: die Rollstuhlrampenposse
  • Nach der Flucht: Nach­rich­ten aus Kropyvnytskyi
  • Coro­na-Update: Impf­stel­le im Jovel wie­der offen
  • Unbe­zahl­te Wer­bung: Cla­ra Himmel
  • Drin­nen und Drau­ßen: Fil­me, Vor­trä­ge, Frohmarkt

Kurz und Klein

+++ Für den Super­bio­markt läuft’s im Moment nicht so super. Erst vor weni­gen Tagen schloss die Filia­le in Ham­burg. Jetzt ist klar: Das ist nicht das ein­zi­ge Pro­blem. Laut einer Pres­se­mel­dung hat das Unter­neh­men ein soge­nann­tes Schutz­schirm­ver­fah­ren bean­tragt – ein spe­zi­el­les Insol­venz­ver­fah­ren, das es der Ket­te ermög­li­chen soll, aus eige­ner Kraft wie­der auf die Bei­ne zu kom­men. Laut der Mit­tei­lung haben „mas­si­ve Kos­ten­ex­plo­sio­nen“ bei Ener­gie, Mie­ten und Pro­duk­ten das Unter­neh­men in die roten Zah­len gebracht. Die guten Nach­rich­ten: Die Filia­len blie­ben geöff­net, Gehäl­ter sei­en gesi­chert, schreibt die Ket­te in ihrer Mit­tei­lung. (rhe)

+++ Um das Flug­ha­fen­jahr jour­na­lis­tisch zu beglei­ten, genü­gen im Grun­de zwei Mel­dun­gen. Streicht eine Flug­ge­sell­schaft, wie vor einer Woche gesche­hen, sechs Ver­bin­dun­gen, lau­tet die eine davon: FMO im Sink­flug. Nach Ada­na, Anka­ra, Faro und Fun­chall kommt man aus Gre­ven bald gar nicht mehr direkt, auf die Insel Kos nur noch ein­mal pro Woche, was der Flug­ha­fen aber nach eige­nen Anga­ben kom­pen­sie­ren kann, und das führt zur zwei­ten Mel­dung. Ansons­ten läuft es zur­zeit offen­bar präch­tig. Der FMO mel­det eine „Rekord­sai­son“ mit bes­se­ren Buchungs­zah­len im April, Mai und Juni als vor der Kri­se. Und wie könn­te man das jetzt zusam­men­fas­sen? Damit sind wir bei der zwei­ten Mel­dung aus dem Werk­zeug­kas­ten. Sie haben sie natür­lich längst erra­ten: FMO im Auf­wind. Herz­li­chen Glück­wunsch zum Flug­ha­fen-Fach­jour­na­lis­mus-Diplom. (rhe)

+++ Eine in die­sen Zei­ten unge­wöhn­li­che Mel­dung: Die LVM-Kran­ken­ver­si­che­rung zahlt Bei­trä­ge zurück. Zur Sicher­heit noch ein­mal: Die LVM-Kran­ken­ver­si­che­rung zahlt Bei­trä­ge in Höhe von fast 17 Mil­lio­nen Euro zurück. Im Schnitt gehe es um mehr als 600 Euro pro Ver­trag, schreibt das Unter­neh­men. Es geht hier aller­dings – das ist der klei­ne Haken – um Pri­vat­ver­si­cher­te. Für alle ande­ren geht es wie gewohnt wei­ter mit schlech­ten Nach­rich­ten: Gesetz­lich Ver­si­cher­te müs­sen im nächs­ten Jahr vor­aus­sicht­lich mehr zah­len. (rhe)

+++ Nach dem Tod der CDU-Poli­ti­ke­rin Sybil­le Ben­ning am Frei­tag schreibt die Grü­nen-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Maria Klein-Schmeink, Ben­ning sei es nie um Pro­fi­lie­rung gegan­gen. Sie habe immer ver­sucht, die Men­schen zusam­men­zu­füh­ren und Gutes zu bewe­gen. Sybil­le Ben­ning trat erst mit 40 Jah­ren in die CDU ein. Bis 2013 saß sie im Rat der Stadt. Danach hol­te sie zwei Mal das Direkt­man­dat für den Bun­des­tag. Dort enga­gier­te sie sich vor allem in der For­schungs- und Wis­sen­schafts­po­li­tik. Die Natur lag ihr am Her­zen: Vor ihrer Wahl in den Bun­des­tag lei­te­te Sybil­le Ben­ning ein Gar­ten­bau­un­ter­neh­men. Sie züch­te­te Bie­nen, im Wahl­kampf ver­schenk­te sie klei­ne Gläs­chen mit selbst­ge­mach­tem Honig. Als sie sich aus der Poli­tik zurück­zog, nann­te sie gesund­heit­li­che Grün­de. Zuletzt war sie Prä­si­den­tin des Deut­schen Roten Kreu­zes in Müns­ter. Die CDU-Kreis­vor­sit­zen­de Simo­ne Wend­land schreibt in ihrem Nach­ruf, Sybil­le Ben­ning sei ein biss­chen wie Müns­ter gewe­sen: boden­stän­dig und welt­of­fen. (rhe/sfo)

Zahlen, bitte. 

Die Zah­len kom­men etwas ver­al­tet daher, doch tat­säch­lich sind es die neu­es­ten Anga­ben: Im Jahr 2018 leb­ten 158 Einkommensmillionär:innen in Müns­ter, ein Jahr zuvor waren es noch zwölf weni­ger. Ihre Zahl lässt sich ein­deu­tig bestim­men, weil sie sich an der Ein­kom­men­steu­er able­sen lässt. Anders ist es bei Men­schen, deren Ver­mö­gen eine Mil­li­on Euro über­steigt. Wie vie­le in Müns­ter, geschwei­ge denn in Deutsch­land leben, lässt sich nur schät­zen: Da es kei­ne Ver­mö­gens­steu­er gibt, fehlt auch die Datenerhebung.
Quel­le: IT NRW

Notfall ohne Studierende

Manch­mal erschei­nen Stu­di­en, bei denen man sich fragt: Hät­te man sich das nicht gleich den­ken kön­nen? Das Deut­sche Insti­tut für Wirt­schafts­for­schung hat vor Kur­zem so eine Stu­die ver­öf­fent­licht. Die vier an der Stu­die betei­lig­ten Volkswirt:innen bewei­sen dar­in: Wer wenig ver­dient, spürt die Infla­ti­on beson­ders stark. Und wenn die Prei­se wei­ter stei­gen, soll­ten Haus­hal­te mit gerin­gem Ein­kom­men stär­ker ent­las­tet wer­den. Aha.

Für Ein­kom­mens­schwa­che hat die Bun­des­re­gie­rung bereits ein Ent­las­tungs­pa­ket geschnürt. Nur ver­gisst das eine Grup­pe, die die Infla­ti­on beson­ders emp­find­lich trifft: Stu­die­ren­de. Sie pro­fi­tie­ren nur vom 9-Euro-Ticket, weil sie noch bis Ende August den bun­des­wei­ten öffent­li­chen Nah­ver­kehr mit ihrem Semes­ter­ti­cket nut­zen kön­nen und auch die Kos­ten fürs Semes­ter­ti­cket erstat­tet bekom­men. Spe­zi­el­le Maß­nah­men für Stu­die­ren­de hat die Bun­des­re­gie­rung bis­her nicht geplant. Die übri­gen Ent­las­tun­gen rich­ten sich an Auto­fah­ren­de (Tan­kra­batt), Eltern (Kin­der­bo­nus), Ein­kom­men­steu­er­pflich­ti­ge (Ener­gie­preis­pau­scha­le) und Sozi­al­leis­tungs­emp­fan­gen­de (Ein­mal­zah­lung).

Und auch die ges­tern in Kraft getre­te­ne Bafög-Reform fängt die Infla­ti­on nur unzu­rei­chend ab. Ab dem Win­ter­se­mes­ter soll der Grund­be­darf beim Bafög von 427 auf 452 Euro stei­gen. Das sind 5,75 Pro­zent mehr – aller­dings liegt die Infla­ti­ons­ra­te laut Sta­tis­ti­schem Bun­des­amt mit 7,5 Pro­zent deut­lich darüber.

Das ärgert die Hoch­schul­rek­to­ren­kon­fe­renz und das Deut­sche Stu­die­ren­den­werk. Sie fürch­ten, die Stu­die­ren­den könn­ten in Geld­not gera­ten, wenn die Ener­gie- und Gas­prei­se stei­gen. Schlimms­ten­falls könn­te der Gas­man­gel bedeu­ten, dass das Win­ter­se­mes­ter wie­der online unter­rich­tet wer­den soll – dies­mal nicht, um das Coro­na­vi­rus ein­zu­däm­men, son­dern um Ener­gie zu spa­ren. Der nie­der­säch­si­sche Wis­sen­schafts­mi­nis­ter Björn Thüm­ler von der CDU hat zum Bei­spiel ange­regt, man kön­ne ja die Weih­nachts­fe­ri­en ein­fach ver­län­gern, damit in den Hoch­schu­len nicht so viel geheizt wer­den muss.

Das Deut­sche Stu­die­ren­den­werk und die Hoch­schul­rek­to­ren­kon­fe­renz for­dern aber wirk­li­che Hil­fen: zum einen Geld, damit die Stu­die­ren­den in den Wohn­hei­men und Mensen wei­ter­hin güns­tig woh­nen und essen kön­nen. Zum ande­ren aber auch ein Ver­spre­chen: Die Mensen, Kitas und Wohn­hei­me sol­len auch dann offen blei­ben, wenn Gas und Ener­gie knapp wer­den. Denn es gibt noch ein ande­res Pro­blem neben der Infla­ti­on: Die Stu­die­ren­den­wer­ke tau­chen bis­lang nicht im Gas­not­fall­plan der Bun­des­re­gie­rung auf. Was also pas­sie­ren wür­de, wenn wir kein Gas mehr bekä­men, ist für die Stu­die­ren­den­wer­ke noch nicht geklärt. 

Göttingen spart schon, Münster (noch) nicht

Ers­te Stu­die­ren­den­wer­ke haben dar­auf schon reagiert. In Göt­tin­gen schließt die Zen­tral­men­sa unter der Woche zwei­ein­halb Stun­den frü­her als sonst. Damit will das Stu­die­ren­den­werk ver­hin­dern, die stei­gen­den Ener­gie­kos­ten an die Stu­die­ren­den in Form von höhe­ren Prei­sen fürs Mit­tag­essen wei­ter­ge­ben zu müs­sen. Aber damit fal­len auch Ein­nah­men weg, denn die Schlie­ßung trifft die umsatz­stärks­ten Öffnungszeiten.

In Müns­ter ist das Stu­die­ren­den­werk noch nicht so weit. Schlie­ßun­gen oder kür­ze­re Öff­nungs­zei­ten sei­en im Moment nicht geplant, heißt es auf Nach­fra­ge. Die letz­ten Ände­run­gen im Ser­vice und den Mensen habe es im Zusam­men­hang mit der Coro­na­pan­de­mie gege­ben. Das war vor vier Mona­ten. Seit­dem zah­len Mit­ar­bei­ten­de und Stu­die­ren­de fürs Essen und Trin­ken in der Men­sa mehr (RUMS-Brief vom 6. Mai).

Außer­dem spa­re man schon an vie­len Ecken Ener­gie, schreibt das Stu­die­ren­den­werk. Zum Bei­spiel mit Block­heiz­kraft­wer­ken für die Wohn­an­la­gen, Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen für die Mensen oder einer Pas­siv­haus­sied­lung an der Boe­sela­ger­stra­ße. Aber: „Uns ist bewusst, dass all die­se Anstren­gun­gen und Maß­nah­men (…) natür­lich nicht aus­rei­chen, um die aus einer bereits zum Herbst 2022 mög­li­chen Gas­knapp­heit resul­tie­ren­den Preis­stei­ge­run­gen auch auf­fan­gen zu können.“

Das Stu­die­ren­den­werk hat des­halb im Juni eine Arbeits­grup­pe „Ener­gie“ gegrün­det. Sie soll sich in Abstim­mung mit FH und Uni über­le­gen, wie man noch mehr Ener­gie spa­ren kann. Im Herbst soll ein Plan fer­tig sein. Das Ziel sei, die Aus­wir­kun­gen der Ener­gie- und Gas­knapp­heit für die Stu­die­ren­den so gering wie mög­lich zu hal­ten, schreibt das Studierendenwerk.

Studierende: eine schützenswerte Minderheit?

Alles Wei­te­re ist noch unklar. Laut Stu­die­ren­den­werk könn­ten im Fal­le einer Man­gel­la­ge die „Pro­duk­ti­ons- und Ser­vice-Abläu­fe“ in den „Mensen und Bis­tros ein­schrän­kend“ ange­passt wer­den. Anders gesagt: Man müss­te am Essen oder am Ser­vice sparen. 

Das will das Stu­die­ren­den­werk Müns­ter aber nicht. Es hofft auf eine ande­re Lösung: Die Stu­die­ren­den­wer­ke sol­len in den Gas­not­fall­plan auf­ge­nom­men wer­den. Dann hät­ten sie Prio­ri­tät und wür­den auch dann noch Gas bekom­men, wenn bei ande­ren schon gekürzt wür­de. Soge­nann­te geschütz­te Kund:innen, denen der Gas­hahn nicht abge­dreht wird, sind unter ande­rem Pri­vat­haus­hal­te und sozia­le Ein­rich­tun­gen wie Kran­ken­häu­ser, Pfle­ge­hei­me oder Hos­pi­ze, aber auch die Feu­er­wehr, Poli­zei und Bundeswehr.

Wer aber genau bei der Gas­ver­tei­lung bevor­zugt wird, ent­schei­den Bund und Län­der gemein­sam. Ste­fan Grob, Pres­se­spre­cher des Deut­schen Stu­den­ten­werks, sagt, aus den Län­dern höre er der­zeit sehr unter­schied­li­che Reak­tio­nen. Man­che Lan­des­mi­nis­te­ri­en wür­den die Stu­die­ren­den­wer­ke ger­ne bevor­zu­gen, ande­re nicht und wie­der ande­re wür­den die ver­schie­de­nen Leis­tungs­be­rei­che der Stu­die­ren­den­wer­ke unter­schei­den. Sie fin­den es zum Bei­spiel ver­tret­bar, im Gas­not­fall die Mensen zu schlie­ßen, haben aber bei den Wohn­an­la­gen und Kitas Hemmungen.

Viele Zuständigkeiten, viele Gespräche, vieles offen

Wir haben des­halb nach­ge­fragt. Das NRW-Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um ver­weist in sei­ner Ant­wort auf die Bun­des­netz­agen­tur. Sie prü­fe gera­de, wer genau zu den geschütz­ten Kund:innen zäh­len soll. Wel­che Posi­ti­on dabei NRW zu den Stu­die­ren­den­wer­ken ver­tritt, teilt uns das Minis­te­ri­um nicht mit.

Die Arbeits­ge­mein­schaft der Stu­die­ren­den­wer­ke in NRW kann mehr Aus­kunft geben. Sie hat schon im April ange­regt, die Stu­die­ren­den­wer­ke im Gas­not­fall­plan zu berück­sich­ti­gen. Spre­cher Jörg J. Schmitz sagt, die Arbeits­ge­mein­schaft tau­sche sich mit dem Wis­sen­schafts­mi­nis­te­ri­um aus, damit die Ver­sor­gungs­be­trie­be der Stu­die­ren­den­wer­ke in den Gas­not­fall­plan auf­ge­nom­men wer­den. Das betref­fe vor allem die Mensen, sie leis­te­ten mit dem bil­li­gen Essen eine indi­rek­te finan­zi­el­le Unter­stüt­zung für die Studierenden.

Auf Bun­des­ebe­ne set­ze sich das NRW-Wis­sen­schafts­mi­nis­te­ri­um dafür ein, dass die Ver­sor­gungs­be­trie­be in den Gas­not­fall­plan ein­ge­ord­net wer­den, sagt Schmitz und ergänzt, Kitas, Wohn­hei­me und auch die Bafög-Ämter sei­en geschütz­te Kund:innen. Aber in die­sem Punkt scheint das letz­te Wort noch nicht gespro­chen zu sein. Denn sonst wür­den das Deut­sche Stu­die­ren­den­werk und die Hoch­schul­rek­to­ren­kon­fe­renz in ihrer Pres­se­mit­tei­lung wohl kaum for­dern, dass in einem Gas­not­fall „die sozia­len Ange­bo­te der Stu­die­ren­den­wer­ke wie ins­be­son­de­re Mensen und Kitas auf­recht­erhal­ten und die Wohn­hei­me zuver­läs­sig wei­ter betrie­ben wer­den“ soll­ten. (sfo)

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Der Mann auf dem Kran – einige Antworten

Seit einer Woche sitzt an der Ham­mer Stra­ße ein Mann auf einem Kran und blo­ckiert eine Bau­stel­le. Zwei Mit­ar­bei­ter des Ord­nungs­amts war­ten unten hin­ter einer Absper­rung auf Stüh­len, die Her­mann­stra­ße ist gesperrt, und es sind vie­le Fra­gen offen. Wir haben ver­sucht, die wich­tigs­ten zu beantworten.

Wie ist der Mann da über­haupt hoch­ge­kom­men? War der Kran gar nicht gesichert? 

Doch, schon, sagt Sebas­ti­an Albers, Pro­ku­rist der städ­ti­schen Woh­nungs­ge­sell­schaft Wohn- und Stadt­bau, die an der Her­mann­stra­ße 59 Miet­woh­nun­gen und eine Kita baut. Die Bau­stel­le sei mit einem Zaun gesi­chert, die Kabi­ne des Krans sei abge­schlos­sen gewe­sen. Der Mann sei über den Zaun geklet­tert und habe oben in der Kabi­ne eine Schei­be eingeschlagen. 

Und war­um?

Bevor der Mann auf den Kran stieg, hat er am Bisping­hof Müll ein­ge­sam­melt. Rei­ni­gungs­kräf­te haben den Müll ent­sorgt. In einem Video­aus­schnitt, der in Whats­app-Grup­pen kur­siert, den wir hier aber nicht ver­brei­ten wol­len, ruft der Mann vom Kran her­un­ter: „Die mir am Mon­tag geraub­ten Gegen­stän­de, die wer­den hier hin­ge­bracht, die will ich hier sehen. Vor­her komm ich gar nicht vom Kran run­ter.“ Das scheint also der Grund zu sein. 

Aber war­um sam­melt der Mann Müll? 

Das ist nicht klar. Bekannt ist, dass er auf sei­nem Grund­stück in Kin­der­haus schon seit Jah­ren Müll­ber­ge anhäuft. Das Ord­nungs­amt hat das Grund­stück schon mehr­fach geräumt. 

In den Berich­ten heißt es immer, der Mann sei psy­chisch krank. Stimmt das? 

Ein Gerichts­gut­ach­ter hat dem Mann eine Per­sön­lich­keits­stö­rung attes­tiert. Ein Gericht hat in einem frü­he­ren Fall eine Stra­fe abge­mil­dert, weil sich nicht sicher sagen ließ, ob der Mann voll schuld­fä­hig ist. In ande­ren Fäl­len kam es jedoch zu dem Ergeb­nis, dass er für sein Han­deln voll ver­ant­wort­lich gemacht wer­den kann. 

Wor­um ging es vor Gericht denn überhaupt?

Grob zusam­men­ge­fasst: um Dieb­stahl, Unter­schla­gung, ver­such­te Nöti­gung, Belei­di­gung, Bedro­hung und um einen Ver­stoß gegen das Gewalt­schutz­ge­setz, eini­ges davon in meh­re­ren Fällen. 

Ist der Mann ver­ur­teilt worden?

Ja, im August 2021. Da ging es um genau die­se Dinge. 

Und die Strafe? 

Zunächst ist der Mann zu einem Jahr und sechs Mona­ten ohne Bewäh­rung ver­ur­teilt wor­den. Dage­gen ist er vor­ge­gan­gen. Die Stra­fe ist in eine zwei­jäh­ri­ge Haft­stra­fe auf Bewäh­rung umge­wan­delt wor­den. Zuletzt ist der Mann in Revi­si­on gegan­gen. Es ist also über­prüft wor­den, ob die Richter:innen Feh­ler gemacht haben. Das wur­de aber nicht festgestellt. 

Was bedeu­tet das?

Das Urteil ist mitt­ler­wei­le rechts­kräf­tig. Es gibt Bewäh­rungs­auf­la­gen. Der Mann muss zum Bei­spiel 60 Stun­den gemein­nüt­zi­ge Arbeit leis­ten. Und er darf auf sei­nem Grund­stück kei­nen Müll mehr sammeln. 

Was pas­siert, wenn er das doch macht? 

Dann lan­det der Fall wie­der vor Gericht, in die­sem Fall vor dem Land­ge­richt Müns­ter. Im für den Mann schlech­tes­ten Fall kann es sein, dass sei­ne Bewäh­rungs­stra­fe dann in eine Haft­stra­fe umge­wan­delt wird. 

Lau­fen denn sonst noch Ver­fah­ren gegen den Mann?

Ja, Ende Sep­tem­ber steht er vor dem Amts­ge­richt. Er soll eine Nach­ba­rin bedroht haben. Wenn er ver­ur­teilt wird, kann das sei­ne Bewäh­rungs­stra­fe in Gefahr bringen. 

Und war­um kann man den Mann nicht vom Kran holen? 

Weil er droht, dann zu springen. 

Muss er für den Ein­satz denn zahlen?

Die Poli­zei hat­te vor vier Mona­ten ange­kün­digt, zu prü­fen, ob sie ihm eine Rech­nung schi­cken kann. Das ist laut Poli­zei­spre­cher Jan Scha­back­er aber nicht mög­lich. Und das wer­de auch die­ses Mal nicht mög­lich sein. So ein Ein­satz gehö­re zu den ori­gi­nä­ren Poli­zei­auf­ga­ben. Dafür müs­se man nicht zahlen. 

Und was ist mit der Wohn- und Stadtbau?

Die hat laut Sebas­ti­an Albers eine Straf­an­zei­ge gestellt. Im Moment prü­fe man, ob man den Mann ver­kla­gen wer­de. Anders gesagt: ob bei ihm etwas zu holen ist. 

Ist das beim letz­ten Mal auch passiert? 

Ja, die Wohn- und Stadt­bau hat laut Sebas­ti­an Albers auch beim letz­ten Mal eine Straf­an­zei­ge gestellt. Da gebe es aber noch kei­ne Entscheidung. 

Um wie viel Geld geht es denn überhaupt? 

Das las­se sich schwer sagen, sagt Sebas­ti­an Albers. Aber allein den Kran wie­der in Betrieb zu neh­men, wer­de in etwa 10.000 Euro kosten. 

Kann das Ham­mer-Stra­ßen-Fest am Wochen­en­de über­haupt statt­fin­den, wenn der Mann wei­ter auf dem Kran sitzt? 

Ja. Das sagt jeden­falls die Stadt. Der Kran ste­he dies­mal güns­tig und rage nicht in die Ham­mer Stra­ße hin­ein. Damit sei der Mann auf dem Kran kein Pro­blem. Auch sonst wer­de man alles machen, damit das Stra­ßen­fest am Wochen­en­de statt­fin­den kann. (rhe)

Wie es weiterging

In der Ein­lei­tung zum letz­ten Brief haben wir Ihnen erzählt, dass an einem Uni-Gebäu­de am Schloss­platz kei­ne fes­te Roll­stuhl­ram­pe instal­liert wer­den kann, obwohl eine Mit­ar­bei­te­rin dar­auf ange­wie­sen ist. Über die­se Pos­se hat das Sati­re­ma­ga­zin extra3 einen Bei­trag gedreht. Wir haben beim All­ge­mei­nen Stu­die­ren­den­aus­schuss, der in dem Gebäu­de sitzt, noch ein­mal nach­ge­fragt, denn in dem Video wird nicht klar, war­um dort kei­ne Roll­stuhl­ram­pe ange­bracht wer­den kann. Die Ant­wort ist: Der Ram­pe lie­gen Stei­ne im Weg, genau­er gesagt denk­mal­ge­schütz­te Sand­stei­ne, aus denen die Trep­pen­stu­fen und der Tür­rah­men des Gebäu­des bestehen. Die Vor­sit­zen­de Madi­ta Fes­ter sag­te, es sei zwar mal unter­sucht wor­den, ob man eine Ram­pe auch so instal­lie­ren könn­te, dass sie die Sand­stei­ne nicht berüh­ren, aber dar­aus wur­de nichts. (sfo)

Nach der Flucht

Ende März hat­te Johan­ne Burk­hardt für RUMS mit dem Müns­te­ra­ner And­re Gro­ten gespro­chen. Er hat zusam­men mit sei­ner Frau in Kyjiw gelebt und muss­te zu Beginn des Kriegs flüch­ten. Hier erzäh­len wir, wie es für die bei­den nach ihrer Flucht weiterging.

Die Stim­mung ist ange­spannt. Marii­as Schwes­ter Dar­i­ia hat zusam­men mit ihrem Mann und dem Kind das Haus der Eltern in Kro­pyv­nyts­kyi ver­las­sen. Sie sind zurück ins 300 Kilo­me­ter ent­fern­te Kyjiw gefah­ren. Dort ist es siche­rer. In Kro­pyv­nyts­kyi gab es ers­te Anschlä­ge, auch mit­ten in der Stadt. Die Rake­ten­an­grif­fe kom­men näher. Wenn Mari­ia mit ihrer Mut­ter tele­fo­nier­te, waren im Hin­ter­grund Sire­nen zu hören, die Mut­ter hat­te Panik­at­ta­cken. Mari­ia wür­de sich wün­schen, dass ihre Schwes­ter nach Deutsch­land kommt, aber sie möch­te blei­ben. And­re hat noch vor weni­gen Mona­ten am Flug­ha­fen von Kro­pyv­nyts­kyi gestan­den. Jetzt ist dort alles zer­bombt. „Das ist völ­lig sur­re­al, wenn man die Orte kennt, die zer­stört wor­den sind“, sagt er. Ähn­lich sur­re­al ist der Kon­trast zum Leben in Müns­ter. Die neue Woh­nung ist ein­ge­rich­tet. And­re und Mari­ia haben sich ein Auto gekauft, sie fah­ren Fahr­rad, gehen am Aasee spa­zie­ren, machen Sport. Am Wochen­en­de war And­re im Preu­ßen-Sta­di­on. Im Sep­tem­ber fängt er in einer neu­en Fir­ma an. Vor­her wol­len Mari­ia und er noch ver­rei­sen. Sie genie­ßen den Frie­den, aber den Krieg kön­nen sie nicht ver­ges­sen. Ihre Sor­ge ist, dass ande­ren Men­schen das leich­ter fällt, dass die Ukrai­ne in Ver­ges­sen­heit gerät. Als sie noch im Bre­men wohn­ten, sprach And­re mit einer Frau, die den Krieg aus ihrem Leben aus­ge­blen­det hat. Sie sag­te ihm: „Ich möch­te nur noch Schönwetter-Nachrichten.“ 

Korrekturen

+++ Im RUMS-Brief vom Frei­tag haben wir uns etwas miss­ver­ständ­lich aus­ge­drückt: Eine frü­he­re Ver­si­on hat sich so gele­sen, als gebe es an Schu­len kei­ne Coro­na­tests mehr, in Kitas aber schon. Tat­säch­lich bekom­men die Eltern von Schul­kin­dern aber wei­ter­hin Anti­gen­schnell­tests gestellt. Wir haben das kor­ri­giert. Und falls Sie wis­sen wol­len, was genau in den Schu­len gilt, schau­en Sie ein­mal beim Sauer­land­ku­rier vor­bei. (sfo)

+++ Im RUMS-Brief am Diens­tag haben in einer Mel­dung über Tho­mas Rob­bers, den frü­he­ren Wirt­schafts­för­de­rer der Stadt geschrie­ben, er sei im Miss­brauchs­kom­plex „falsch ver­däch­tigt“ gewe­sen. Das ist falsch. Er stand zu kei­nem Zeit­punkt unter Ver­dacht. (rhe)

Corona-Update

+++ Wäh­rend wir dar­über debat­tie­ren, wel­che Maß­nah­men für den Herbst gel­ten sol­len (RUMS-Brief vom 29. Juli 2022), lockern ande­re Län­der flei­ßig ihre Coro­nabe­stim­mun­gen: In Öster­reich ent­fällt die Qua­ran­tä­ne­pflicht für Coro­na­in­fi­zier­te, ins ehe­ma­li­ge No-Covid-Land Neu­see­land kön­nen wie­der Staats­an­ge­hö­ri­ge aller Län­der ein­rei­sen und Frank­reich been­det den Gesund­heits­not­stand, durch den die Regie­rung ohne das Par­la­ment Coro­na­maß­nah­men beschlie­ßen konn­te. (sfo)

+++ Die Stadt Müns­ter mel­det heu­te 234 neue Infek­tio­nen mit dem Coro­na­vi­rus. Damit gel­ten 1.949 Per­so­nen als nach­weis­lich infi­ziert. Eine covid-erkrank­te Per­son wird auf der Inten­siv­sta­ti­on behan­delt. Beatmet wird im Moment zum Glück nie­mand. Die Wochen­in­zi­denz liegt bei 452 posi­ti­ven PCR-Tests pro 100.000 Einwohner:innen in den letz­ten sie­ben Tagen. (sfo)

+++ Seit heu­te kön­nen Sie sich wie­der im Jovel imp­fen las­sen. Die zen­tra­le Impf­stel­le am Albers­lo­her Weg ist aus der Som­mer­pau­se zurück­ge­kom­men. Ter­mi­ne kön­nen Sie hier ver­ein­ba­ren. (rhe)

Ein-Satz-Zentrale

+++ In allen 30 Sprach-Kitas in Müns­ter fällt zum Ende des Jah­res die Sprach­för­de­rung weg. (West­fä­li­sche Nach­rich­ten)

+++ So rich­tig kommt die Stadt­ver­wal­tung mit dem neu­en Hal­len­bad für Gie­ven­beck anschei­nend nicht vor­an. (West­fä­li­sche Nach­rich­ten)

+++ Die Stadt ver­gibt zehn neue Bau­grund­stü­cke in Wol­beck-Nord. (Stadt Müns­ter)

+++ Über dem Hafen­markt-Gelän­de fliegt ab sofort vier­mal im Jahr eine Droh­ne, die doku­men­tie­ren soll, wie es vor­an geht. (Stadt Müns­ter)

+++ Weil das Miss­brauchs­gut­ach­ten drei frü­he­re Bischö­fe schwer belas­tet, blei­ben ihre Gruf­ten im Dom wei­ter gesperrt. (Müns­ter­sche Volks­zei­tung)

+++ Die Stadt baut den Bohl­weg zur Fahr­rad­stra­ße um, aber den Anwohner:innen geht es zu lang­sam (West­fä­li­sche Nach­rich­ten)

+++ Die LEG-Mieter:innenvereinigung will errei­chen, dass die Woh­nungs­ge­sell­schaft sich an den gestie­ge­nen Ener­gie­kos­ten betei­ligt. (West­fä­li­sche Nach­rich­ten)

+++ Das Ord­nungs­amt pro­biert in Nien­ber­ge einen neu­en Blit­zer aus, der bei­de Fahrt­rich­tun­gen im Blick hat. (Anten­ne Müns­ter)

Unbezahlte Werbung

Die Bar Levin macht gera­de Som­mer­pau­se, den August über hütet das Mode­la­bel Cla­ra Him­mel den Laden. Statt Drinks gibt es in der Wol­be­cker­stra­ße 50 nun also vier Wochen lang fai­re Mode für Frau­en zu kau­fen. Das Label ist vier Jah­re alt und hat sei­ne Wur­zeln in Dort­mund, wo die Grün­de­rin und Desi­gne­rin Cla­ra Hed­wig die ers­ten Bestel­lun­gen noch selbst näh­te. Heu­te pro­du­ziert das Team wei­ter­hin in Dort­mund und in Por­tu­gal. Zur Kol­lek­ti­on gehö­ren luf­ti­ge Hosen und Blu­sen aus Lei­nen in som­mer­li­chen Far­ben sowie Basics, die in jeden Klei­der­schrank pas­sen. Wer es in den nächs­ten Wochen nicht in den Pop-Up-Store in Müns­ter schaf­fen soll­te, kann Cla­ra Him­mel auch im eige­nen Show­room in Dort­mund einen Besuch abstatten. 

Hier fin­den Sie alle unse­re Emp­feh­lun­gen. Soll­te Ihnen ein Tipp beson­ders gut gefal­len, tei­len Sie ihn ger­ne ein­fach über den Link.

Drinnen und Draußen

Vik­to­ria Pehl­ke hat ihren Ter­min­ka­len­der durch­ge­se­hen und die­se Tipps für Sie gefunden:

+++ Am Sams­tag fin­det auf dem Schul­hof der Melan­chthon­schu­le das drit­te Coer­der-Kin­der-Kul­tur-Fest statt. Im Lau­fe die­ser Woche haben Kin­der in ver­schie­de­nen Kur­sen krea­ti­ve Pro­gramm­punk­te und Aus­stel­lungs­stü­cke geprobt, gebas­telt und gemalt. Die Initia­ti­ve ChaCK – Chan­cen für alle Coer­der Kin­der freut sich ab 15 Uhr über Besucher:innen. Wenn Sie mehr übers ChaCK wis­sen wol­len, schau­en Sie ein­mal hier.

+++ In der Film­werk­statt Müns­ter kön­nen Sie sich am Sonn­tag zum Film­ver­füh­rer oder zur Film­ver­füh­re­rin fort­bil­den las­sen. Ver­ei­ne und Pri­vat­per­so­nen, die öffent­li­che Film­vor­füh­run­gen selb­stän­dig auf die Bei­ne stel­len möch­ten, kön­nen sich bis Don­ners­tag für den Work­shop anmel­den. Beginn ist um 10 Uhr im Neben*an an der Waren­dor­fer Straße.

+++ Der Miet­ver­trag des Gazo­me­ter Kol­lek­tivs mit den Stadt­wer­ken läuft Ende Sep­tem­ber aus – die Zukunft des Gelän­des ist danach unge­wiss. Zur Pla­nung des Erhalts des Gazo­me­ters lädt das Kol­lek­tiv am Frei­tag ab 19 Uhr zur femi­nis­ti­schen Knei­pe ein.

+++ Das Frau­en­re­fe­rat der Uni Müns­ter bie­tet am 9. August einen Work­shop zum The­ma Auf­klä­rung und Umgang mit weib­li­cher Geni­tal­ver­stüm­me­lung an. Beginn des Work­shops ist um 18 Uhr im Asta-Gebäu­de am Schloss­platz 1.

+++ Für den Young Cari­tas Froh­markt am 28. August am Mit­tel­ha­fen 14 ist es bis zum 24. August mög­lich, einen eige­nen Stand anzu­mel­den. Die Erlö­se des Trö­dels gehen in die­sem Jahr an die Ver­ei­ne Licht­blick Senio­ren­hil­fe und Ein Ruck­sack voll Hoff­nung. Gut erhal­te­ner Trö­del kann auch als Sach­spen­de an die Cari­tas gehen. Mehr Infor­ma­tio­nen zur Annah­me­stel­le und Anmel­dung fin­den Sie online.

+++ Um psy­chi­sche Gesund­heit geht es in der neu­en Vor­trags­rei­he der LWL-Kli­nik. Bei den Café­haus-Ver­an­stal­tun­gen in der Fried­rich-Wil­helm-Weber-Stra­ße 30 hal­ten Exper­tin­nen und Exper­ten Vor­trä­ge und dis­ku­tie­ren ab mor­gen alle zwei Mona­te mitt­wochs um 18 Uhr. The­ma des mor­gi­gen Abends sind Depres­sio­nen in Zei­ten der Coronapandemie. 

+++ Zum Schluss noch ein Tipp von Jan Gro­ße Nobis: Der Film Rise Up erzählt an fünf Bei­spie­len, wie man die Welt ver­än­dern kann. Sei es in femi­nis­ti­schen Kämp­fen in Süd­ame­ri­ka, bei Kämp­fen um Gerech­tig­keit hier in Deutsch­land oder im Kampf um die öko­no­mi­sche Eman­zi­pa­ti­on von afro­ame­ri­ka­ni­schen US-Bürger:innen. Die Vor­pre­mie­re fin­det am Don­ners­tag um 21:30 Uhr unter frei­em Him­mel beim Kamp-Flim­mern am Hawerkamp statt. Die Filmemacher:innen wer­den anwe­send sein.

Am Frei­tag bekom­men Sie wie­der Post von uns. Kom­men Sie gut durch die Woche.

Herz­li­che Grü­ße
Sebas­ti­an Fobbe

Mit­ar­beit: Jan Gro­ße Nobis, Ralf Hei­mann, Vik­to­ria Pehl­ke
Lek­to­rat: Eva Strehlke

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PS

An der Pan­ta­le­on­stra­ße in Rox­el sind am Mon­tag drei Unbe­kann­te in eine Knei­pe ein­ge­bro­chen. Wäh­rend des Lock­downs hat­ten sicher Mil­lio­nen von Men­schen die­se Idee. Aber jetzt und vor allem: in eine leer­ste­hen­de Knei­pe? Das ver­steht man zumin­dest nicht auf Anhieb, aller­dings doch ein biss­chen, wenn man die Mel­dung wei­ter­liest. Gegen 18 Uhr kam ein ande­rer Mann in die Knei­pe, weil die Tür offen­stand und er schau­en woll­te, was da los ist. In die­sem Moment ent­wisch­ten die drei Unbe­kann­ten, mit allem, was sie erbeu­tet hat­ten. Danach flüch­te­ten sie, mög­li­cher­wei­se in ein siche­res Ver­steck, wo sie ihre Beu­te auf­teil­ten. Viel­leicht aber auch ein­fach zum Abend­essen. Im Poli­zei­be­richt steht, sie erbeu­te­ten Leer­gut. Und: „Die Die­be sol­len etwa 10 bis 14 Jah­re alt sein.“ (rhe)