Leerstand im Radlager | Bistümer streiten um Gutachten | Glühwein to go

Müns­ter, 20. Novem­ber 2020

Guten Tag ,

einen Fahr­rad­park­platz in der Nähe des Bahn­hofs zu fin­den, ist gar nicht so ein­fach, vor allem nicht, wenn es schnell gehen muss. Das hat einen Grund: Die Stadt Müns­ter schätzt den Bedarf an Fahr­rad­stell­plät­zen um den Bahn­hof her­um auf etwa 10.000. Aktu­ell gibt es aber nur gut 6.100 Stell­plät­ze. Dar­in ent­hal­ten sind schon die 3.500 Plät­ze in der gro­ßen Rad­sta­ti­on vor dem Bahn­hof – und die knapp 1.000 in dem Rad­la­ger im Erd­ge­schoss des Park­hau­ses am Bre­mer Platz. Von die­sen Plät­zen ist nur etwa ein Drit­tel ver­mie­tet, über 600 Fahr­rä­der hät­ten noch Platz. Auf dem Geh­weg vor dem Park­haus ste­hen die Räder trotz­dem dicht an dicht. Die Fra­ge ist: War­um ist das so? War­um nut­zen die Leu­te die­ses Park­haus nicht? 

Ist gut gemeint nicht gut gemacht?

Es gab eine Zeit vor den Umbau­ar­bei­ten am Bahn­hof, als man an der Bre­mer Stra­ße auf ein Meer aus Fahr­rä­dern blick­te. Hier fin­den Sie ein altes Foto aus der Müns­ter­schen Zei­tung, das zeigt, wie das aus­ge­se­hen hat. Im Janu­ar 2018 muss­ten die Fahr­rä­der der Bau­stel­le wei­chen, vie­le Radfahrer:innen stell­ten ihre Räder auf den umlie­gen­den Bür­ger­stei­gen ab. Im April 2018 schlug die Inter­es­sen­ge­mein­schaft fahrradstadt.ms in einem Blog­ar­ti­kel eine Lösung vor: Wie­so nicht im Park­haus Bre­mer Platz eini­ge Auto- in Fahr­rad­park­plät­ze umwan­deln? Wer pen­delt, kann so sein Fahr­rad in Bahn­hofs­nä­he par­ken, noch dazu überdacht.

Die Idee sprach sich her­um, auch in der müns­ter­schen Poli­tik. Um es abzu­kür­zen: Die Park­haus­ge­sell­schaft West­fä­li­sche Bau­in­dus­trie, kurz WBI, stimm­te den Plä­nen zu. Seit Sep­tem­ber 2019 ste­hen unten im Park­haus dop­pel­stö­cki­ge Fahr­rad­stän­der, sicher ein­ge­zäunt und über­wacht. Der Abstell­platz kos­tet 8,12 Euro im Monat, ein Jah­res­abo 100 Euro. Alle Mieter:innen bekom­men eine eige­ne Schlüs­sel­kar­te und kön­nen so jeder­zeit zu ihrem Fahr­rad. Das Ange­bot ist vor­ran­gig für Dauerparker:innen gedacht. Die Min­dest­miet­zeit beträgt zwei Monate.

Sie fin­den, sol­che Fens­ter nerven?

Wir auch. Aber einen ele­gan­te­ren Weg haben wir lei­der noch nicht gefun­den, um auch wei­ter­hin Arti­kel wie die­sen anbie­ten zu kön­nen – denn wir brau­chen dafür Ihre Unter­stüt­zung. Tes­ten Sie uns 30 Tage lang kostenlos.

RUMS 30 Tage kos­ten­los lesen Schon Mit­glied? Hier ein­log­gen