Leerstand im Radlager | Bistümer streiten um Gutachten | Glühwein to go

Müns­ter, 20. Novem­ber 2020

Guten Tag,

einen Fahr­rad­park­platz in der Nähe des Bahn­hofs zu fin­den, ist gar nicht so ein­fach, vor allem nicht, wenn es schnell gehen muss. Das hat einen Grund: Die Stadt Müns­ter schätzt den Bedarf an Fahr­rad­stell­plät­zen um den Bahn­hof her­um auf etwa 10.000. Aktu­ell gibt es aber nur gut 6.100 Stell­plät­ze. Dar­in ent­hal­ten sind schon die 3.500 Plät­ze in der gro­ßen Rad­sta­ti­on vor dem Bahn­hof – und die knapp 1.000 in dem Rad­la­ger im Erd­ge­schoss des Park­hau­ses am Bre­mer Platz. Von die­sen Plät­zen ist nur etwa ein Drit­tel ver­mie­tet, über 600 Fahr­rä­der hät­ten noch Platz. Auf dem Geh­weg vor dem Park­haus ste­hen die Räder trotz­dem dicht an dicht. Die Fra­ge ist: War­um ist das so? War­um nut­zen die Leu­te die­ses Park­haus nicht? 

Ist gut gemeint nicht gut gemacht?

Es gab eine Zeit vor den Umbau­ar­bei­ten am Bahn­hof, als man an der Bre­mer Stra­ße auf ein Meer aus Fahr­rä­dern blick­te. Hier fin­den Sie ein altes Foto aus der Müns­ter­schen Zei­tung, das zeigt, wie das aus­ge­se­hen hat. Im Janu­ar 2018 muss­ten die Fahr­rä­der der Bau­stel­le wei­chen, vie­le Radfahrer:innen stell­ten ihre Räder auf den umlie­gen­den Bür­ger­stei­gen ab. Im April 2018 schlug die Inter­es­sen­ge­mein­schaft fahrradstadt.ms in einem Blog­ar­ti­kel eine Lösung vor: Wie­so nicht im Park­haus Bre­mer Platz eini­ge Auto- in Fahr­rad­park­plät­ze umwan­deln? Wer pen­delt, kann so sein Fahr­rad in Bahn­hofs­nä­he par­ken, noch dazu überdacht.

Die Idee sprach sich her­um, auch in der müns­ter­schen Poli­tik. Um es abzu­kür­zen: Die Park­haus­ge­sell­schaft West­fä­li­sche Bau­in­dus­trie, kurz WBI, stimm­te den Plä­nen zu. Seit Sep­tem­ber 2019 ste­hen unten im Park­haus dop­pel­stö­cki­ge Fahr­rad­stän­der, sicher ein­ge­zäunt und über­wacht. Der Abstell­platz kos­tet 8,12 Euro im Monat, ein Jah­res­abo 100 Euro. Alle Mieter:innen bekom­men eine eige­ne Schlüs­sel­kar­te und kön­nen so jeder­zeit zu ihrem Fahr­rad. Das Ange­bot ist vor­ran­gig für Dauerparker:innen gedacht. Die Min­dest­miet­zeit beträgt zwei Monate.

Auf den ers­ten Blick klingt es wie die per­fek­te Lösung für das Stell­platz­pro­blem am Bahn­hof. Nur: Das jet­zi­ge Modell ent­spricht ganz und gar nicht dem Vor­schlag, den fahrradstadt.ms damals gemacht hat­te. „Hier zeigt sich, dass das Gegen­teil von ‚gut‘ oft ‚gut gemeint‘ ist“, sagt Simon Chro­bak, der den Blog­ar­ti­kel damals geschrie­ben hat­te. Er hät­te sich ein Park­haus gewünscht, das allen Fahrradfahrer:innen offen­steht: Ohne Min­dest­miet­dau­er und mit der Mög­lich­keit, „mal eben kurz“ das Fahr­rad ins Park­haus zu stel­len. „Das Park­haus wür­de bes­ser genutzt wer­den, wenn es bes­ser zugäng­lich wäre“, sagt er. Chro­bak denkt, ein Tages­miet­satz könn­te hel­fen, viel­leicht bezahl­bar per App, ähn­lich wie bei den E-Rol­lern. Simon Chro­bak bemän­gelt auch die Wer­be­stra­te­gie der WBI: „Da ist nir­gend­wo eine Web­site ver­merkt oder ein QR-Code. Kein Wun­der, dass sich nie­mand anmeldet.“

Chro­bak schwärmt von den Fahr­rad­park­häu­sern in Ams­ter­dam oder Utrecht. Letz­te­res ist das größ­te Fahr­rad­park­haus der Welt. Es hat Stell­plät­ze für fast 13.000 Räder, liegt direkt unter dem Bahn­hof und hat drei Stock­wer­ke. Laut der Zei­tung „De Tele­graaf“ gibt es im Bahn­hofs­um­feld von Utrecht ins­ge­samt 22.500 Rad­stell­plät­ze. Die Bau­kos­ten haben sich die Gemein­de, der Staat, die nie­der­län­di­sche Bahn und ein Infra­struk­tur-Unter­neh­men geteilt. In den ers­ten 24 Stun­den ist das Par­ken im Park­haus kos­ten­los. Danach kos­tet es etwas über einen Euro pro Tag.

Das welt­weit zweit­größ­te Fahr­rad­park­haus steht übri­gens nicht in den Nie­der­lan­den, son­dern in Tokio, unter dem Bahn­hof Kasai im Süd­os­ten der Stadt. Etwa 6.500 Fahr­rä­der pas­sen in die Schäch­te unter dem Bahn­hof. Ein aus­ge­klü­gel­tes Sys­tem trans­por­tiert sie auto­ma­tisch dort­hin. Es dau­ert etwa 30 Sekun­den, ein Fahr­rad zu ver­stau­en. Ein Tages­ti­cket kos­tet etwa 80 Cent (100 Yen), ein Drei­mo­nats­ti­cket knapp 40 Euro (4.900 Yen). Seit das Park­haus im Jahr 2009 eröff­net wur­de, geht die Kom­mu­ne ver­schärft gegen das Falsch­par­ken vor, damit kei­ne Räder mehr die Fuß­we­ge verstellen.

Fehlender Anreiz und Bequemlichkeit?

WBI-Pro­ku­rist Chris­toph Hil­bert wür­de sich manch­mal wün­schen, dass auch die Stadt Müns­ter das machen wür­de. „Wenn ich sehe, dass alle vor der Tür par­ken, wie­so soll ich mir dann noch extra einen Stell­platz mie­ten?“ Aber in Deutsch­land ist es grund­sätz­lich erlaubt, Räder auf dem Geh­weg oder ande­ren öffent­li­chen Flä­chen abzu­stel­len. Ent­fer­nen darf die Stadt sie nur, wenn sie gegen die Stra­ßen­ver­kehrs­ord­nung oder sons­ti­ge Vor­schrif­ten ver­sto­ßen, oder wenn sie ande­re behin­dern. Gegen die vie­len Fahr­rä­der auf dem Geh­weg vor dem Park­haus Bre­mer Platz kann die Stadt also nichts machen. Eine Aus­nah­me ist die Feu­er­wehr­zu­fahrt an der West­sei­te des Park­hau­ses. Der Fahr­rad­kon­troll­dienst kon­trol­lie­re außer­dem regel­mä­ßig das Bahn­hofs­um­feld und hal­te die Geh­we­ge für Fußgänger:innen frei, sagt die Stadt Münster.

Chris­toph Hil­bert und die WBI hat­ten sich das etwas anders erhofft. „Dass das Rad­la­ger so schlecht ange­nom­men wird, ver­ste­hen wir eigent­lich nicht“, sagt er. Auch finan­zi­ell ist die Sta­ti­on für die WBI ein Ärger­nis. „Die Nach­fra­ge nach Stell­plät­zen ist ja offen­sicht­lich da. Aber die Men­schen sind wohl ein­fach zu bequem“, sagt er. 

Aber liegt es nicht viel­leicht doch am Preis, wie fahrradstadt.ms ver­mu­tet? Die Rad­sta­ti­on auf der ande­ren Bahn­hofs­sei­te ist ein wenig güns­ti­ger, im Monat nur zwölf Cent, im Jah­res­ab­bo aber immer­hin 20 Euro. Für Dauerparker:innen macht das schon einen Unter­schied. Ein Hin­weis dar­auf, dass der Preis mög­li­cher­wei­se zu hoch ist, könn­te sein, dass die Sta­ti­on vor dem Bahn­hof ihre gesam­ten Stell­plät­ze in nor­ma­len Zei­ten pro­blem­los ver­mie­tet. Chris­toph Hil­bert sieht das anders: „Wir machen Fahrradfahrer:innen ein güns­ti­ges Ange­bot. Aber vie­len Münsteraner:innen ist ihre Zeit ein­fach zu kost­bar, die wol­len ihr Rad an der Stra­ße schnell abschlie­ßen – fertig.“

Wohin mit den Müllrädern?

Die WBI hat das Rad­la­ger ganz bewusst für Dauerparker:innen kon­zi­piert. Die­se Bedin­gung hat sie an den Auf­bau der Fahr­rad­stän­der geknüpft. Man hat Angst vor Fahr­rad­lei­chen, her­ren­lo­sen Rädern, die von nie­man­dem mehr abge­holt wer­den. In Müns­ter gibt es vie­le davon. Und es kos­tet Zeit wie auch Geld, sie zu ent­fer­nen. Das Rad­la­ger bräuch­te dafür zusätz­li­ches Per­so­nal, das die WBI aber nicht bereit­stel­len möch­te. „Wenn ein Auto bei uns zu lan­ge steht, dann ist das kein Pro­blem“, erklärt Chris­toph Hil­bert. „Da gibt es ja ein Kenn­zei­chen. Aber bei Fahr­rä­dern weiß man nie, ob die noch in Gebrauch sind.“

Her­ren­lo­se Fahr­rä­der zu ent­fer­nen, stellt Kom­mu­nen immer wie­der vor eine Her­aus­for­de­rung. Sind die Räder abge­schlos­sen, fehlt die recht­li­che Grund­la­ge, um sie zu ent­fer­nen. Mel­det sich spä­ter doch irgend­wer, könn­ten die Kom­mu­nen wegen Dieb­stahl und Sach­be­schä­di­gung ange­zeigt wer­den. (Ich emp­feh­le die­sen drei Jah­re alten Arti­kel aus den West­fä­li­schen Nach­rich­ten über ein Fahr­rad, das in Rox­el seit Jah­ren an einer Stra­ßen­la­ter­ne stand – bezie­hungs­wei­se mög­li­cher­wei­se immer noch steht). Die Stadt Ams­ter­dam geht knall­hart gegen her­ren­lo­se Fahr­rä­der vor, das zeigt die­ses Video. Aber in Deutsch­land ist das alles etwas komplizierter. 

Für betrieb­li­che und halb­öf­fent­li­che Anla­gen wie ein Park­haus ist es sehr viel leich­ter, Fahr­rä­der zu ent­fer­nen. Eine soge­nann­te Fahr­rad­park­platz­ord­nung kann fest­le­gen, wie lan­ge ein Fahr­rad maxi­mal her­um­ste­hen darf. Aber natür­lich braucht es Per­so­nal, um die Räder zu iden­ti­fi­zie­ren, sie zu mar­kie­ren und sie zu entfernen.

Die Stadt Müns­ter sagt auf Anfra­ge, sie räu­me rund um den Haupt­bahn­hof nach Bedarf auf. Falls nötig wür­den Räder dabei in gekenn­zeich­ne­te Berei­che umge­stellt. Noch fahr­tüch­ti­ge Räder ver­stei­ge­re man spä­ter an der Fund­fahr­rad­sta­ti­on. Da es für „Schrott­rä­der“ kei­ne ein­deu­ti­ge Defi­ni­ti­on gibt, ach­tet die Stadt auf das Gesamt­bild: Ist das Rad abge­schlos­sen? Ist der Sat­tel auf­ge­schlitzt, sind die Räder platt? Wie sehr ros­tet das Fahr­rad schon? Außer­dem sei­en die dau­er­ge­park­ten Räder dem Fahr­rad­kon­troll­dienst bekannt.

Wohin mit den Fahrrädern?

Es gibt kei­ne abschlie­ßen­de Ant­wort auf die Fra­ge, war­um es im Rad­la­ger so leer ist. Der Preis, die Bequem­lich­keit, die Wer­bung – viel­leicht ist es eine Kom­bi­na­ti­on aus die­sen Fak­to­ren. So oder so: Es feh­len kos­ten­lo­se Stell­plät­ze. Die Dop­pel­stö­cker im Ham­bur­ger Tun­nel und vor der Rad­sta­ti­on rei­chen anschei­nend nicht aus. Wer nicht unbe­dingt ein teu­res E-Bike fährt, das schnell geklaut wird, braucht viel­leicht ein­fach kei­nen ein­ge­zäun­ten Stell­platz mit Sicher­heits­über­wa­chung. Ein ein­fa­cher Fahr­rad­stän­der, viel­leicht über­dacht, tut es dann auch.

Das Rad­la­ger im Bre­mer Platz ist in jedem Fall nur eine tem­po­rä­re Lösung. Die WBI plant bis zum Jahr 2022 mit der Sta­ti­on. Wenn das „Han­sa­tor“ fer­tig ist, das neue Emp­fangs­ge­bäu­de auf der Ost­sei­te des Bahn­hofs, soll dort eine zwei­te Rad­sta­ti­on rund 2.100 Räder beher­ber­gen kön­nen. Die Stadt will auch die Grün­flä­che am Bre­mer Platz umge­stal­ten. Hier soll man in Zukunft eben­falls Fahr­rä­der abstel­len kön­nen. Trotz­dem reicht das immer noch nicht, um den Bedarf rund um den Bahn­hof zu decken.

Die Stadt­ver­wal­tung sucht schon län­ger nach Flä­chen, die sich für „ein wei­te­res Fahr­rad­park­haus oder grö­ße­re Rad­stell­an­la­gen“ eig­nen. Aber sol­che Flä­chen zu fin­den, das kann dau­ern. Und bis dann ein neu­es Park­haus steht, wer­den wie­der Jah­re ver­ge­hen. Solan­ge wer­den Pendler:innen sich einen Stell­platz suchen müs­sen. Unter Umstän­den dann eben auf den Geh­we­gen rund um den Bahnhof.


In aller Kürze

+++ Die Stadt hat einen mög­li­chen Stand­ort für das geplan­te Coro­na-Impf­zen­trum gefun­den. Laut dem städ­ti­schen Kri­sen­stab könn­te die Wahl auf die Hal­le Müns­ter­land fal­len. Sicher ist das zwar noch nicht. Aber die Hal­le sei aus­rei­chend groß und gut zu errei­chen. Auf­bau­en wird die Feu­er­wehr das Impf­zen­trum, wie die Stadt nach der Sit­zung des Kri­sen­stabs am Mitt­woch­abend mit­teil­te. Mit einem Impf­stoff rech­net die Stadt im ers­ten Quar­tal des kom­men­den Jah­res. Ab Janu­ar wer­de das The­ma Imp­fen für die Men­schen akut. Auch die Bun­des­wehr wird die Stadt bald bei der Pan­de­mie­be­kämp­fung unter­stüt­zen, vor allem bei den mobi­len Tests. Kri­sen­stabs­lei­ter Wolf­gang Heu­er hat bereits Hil­fe angefordert. 

+++ Seit ges­tern steht wie­der eine Weih­nachts­tan­ne vor der Lam­ber­ti­kir­che. Der Baum ist gut 20 Meter hoch und kommt in die­sem Jahr sogar aus Müns­ter. Eine Fami­lie aus Grem­men­dorf hat ihn gespen­det. Ab Mon­tag­mor­gen soll die Tan­ne dann geschmückt wer­den: mit einer 300 Meter lan­gen Lich­ter­ket­te. Drum­her­um ist wegen der aus­ge­fal­le­nen Weih­nachts­märk­te in die­sem Jahr nicht so viel los. Die Stadt und die Kauf­leu­te wol­len aber auf ande­re Wei­se für etwas Weih­nachts­stim­mung sor­gen. Mit Advents­krän­zen, Beleuch­tung und einer Schnee­ge­stö­ber-Licht­pro­jek­ti­on. Genaue­res hier.

+++ Das Erz­bis­tum Köln möch­te gegen den Wil­len des Bis­tums Müns­ter ein Gut­ach­ten zur Auf­ar­bei­tung des Miss­brauchs in der katho­li­schen Kir­che unter Ver­schluss hal­ten, das die drei Bis­tü­mer Köln, Müns­ter und Essen zusam­men in Auf­trag gege­ben hat­ten. Dar­über berich­tet unter ande­rem die Kir­chen­zei­tung „Kir­che + Leben“. In dem Gut­ach­ten geht es um einen heu­te 87-jäh­ri­gen Geist­li­chen, der schon im Jahr 1972 wegen „fort­ge­setz­ter Unzucht mit Kin­dern und Abhän­gi­gen“ ver­ur­teilt wor­den war, aber danach in unter­schied­li­chen Städ­ten und Funk­tio­nen wei­ter­ar­bei­ten durf­te, zwi­schen 1973 und 1989 auch im Bis­tum Müns­ter, bis er wie­der ver­ur­teilt wur­de. In die­sem Deutsch­land­funk-Bei­trag erklärt Chris­tia­ne Flo­rin aus der Redak­ti­on „Reli­gi­on und Gesell­schaft“ den Fall etwas genau­er. Und sie erklärt, war­um die Bericht­erstat­tung über die Kir­chen, nicht nur die katho­li­sche, recht schwer ist – und wie­so eine nega­ti­ve Bericht­erstat­tung Bischö­fen durch­aus nüt­zen kann. 

+++ Müns­ter ver­schärft die Coro­na-Regeln an Schu­len. Ab Mon­tag müs­sen alle, die an Schu­len arbei­ten oder ler­nen, Mas­ken tra­gen, und zwar drin­nen und drau­ßen, teilt das Pres­se­amt mit. Und nach­dem die Stadt vor eini­gen Tagen 300 Luft­fil­ter für Schu­len bestellt hat, sind die ers­ten Gerä­te nun ange­kom­men und auch schon in Betrieb, mel­det die Stadt. Wie vie­le es sind, steht dort nicht, aber es geht um meh­re­re Schu­len, also wer­den es wohl mehr als einer sein. Die übri­gen Fil­ter wer­den in der zwei­ten Dezem­ber-Woche erwar­tet. Das hat­te die Stadt Anfang der Woche mitgeteilt. 

+++ Und was für Sie viel­leicht inter­es­sant ist, wenn Sie gera­de erst aus dem Urlaub zurück­keh­ren oder der Fall in den nächs­ten Tagen ein­tre­ten wird: Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Müns­ter hat die Ver­ord­nung gekippt, nach der Men­schen, die von einer Rei­se zurück­keh­ren, in Qua­ran­tä­ne müs­sen. Die Details zu die­sem Beschluss fin­den Sie hier in einer Pres­se­mit­tei­lung des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts.


Korrekturen und Ergänzungen

Eine Unge­nau­ig­keit aus unse­rem RUMS-Brief vom ver­gan­ge­nen Frei­tag hat­ten wir noch nicht rich­tig­ge­stellt. Wir hat­ten geschrie­ben, die CDU habe in Müns­ter seit 1999 durch­ge­hend mit­re­giert. Das stimmt nicht ganz, die Par­tei war in der Zwi­schen­zeit zwar nicht in der Oppo­si­ti­on, aber in der koali­ti­ons­lo­sen Zeit der wech­seln­den Mehr­hei­ten zwi­schen 2014 und 2016 hat die CDU im Stadt­par­la­ment auch nicht regiert. Danach schloss sie sich mit den Grü­nen zu einer Koali­ti­on zusammen. 

Und wir hat­ten im RUMS-Brief am Diens­tag geschrie­ben, auf der Sei­te der Kunst­hal­le Müns­ter sei­en alle Skulp­tur-Pro­jek­te zu sehen, die in der Stadt noch zu fin­den sind. Auch das stimmt nicht ganz. Auf der Sei­te sind Skulp­tu­ren im öffent­li­chen Raum zu fin­den, die der Stadt Müns­ter gehö­ren, auch eini­ge, die mit den Skulp­tur-Pro­jek­ten gar nichts zu tun haben. Eine Über­sicht aller in Müns­ter ver­blie­be­nen Skulp­tur-Pro­jek­te fin­den Sie im Netz aller­dings auch, und zwar hier.


Corona-Update

Anfang der Woche hat­te das Robert-Koch-Insti­tut noch leicht fal­len­de Gesamt­zah­len gemel­det. Aber dass die Coro­na-Fall­zah­len nur einen vagen Ein­druck der Gesamt­si­tua­ti­on ver­mit­teln, haben wir ja schon öfter geschrie­ben. Heu­te sieht es wie­der ganz anders aus. Die Zah­len haben einen neu­en Höchst­stand erreicht: 23.684 Neu­in­fek­tio­nen in Deutsch­land ste­hen in der aktu­el­len amt­li­chen Sta­tis­tik des Robert-Koch-Insti­tut. In Müns­ter liegt die Zahl der Neu­in­fek­tio­nen pro 100.000 Einwohner:innen in den ver­gan­ge­nen sie­ben Tagen (Sie­ben-Tage-Inzi­denz) wei­ter­hin bei unter 100 Fäl­len, ganz genau bei 76,8. Nach Zah­len des RKI wur­den seit ges­tern 49 neue Coro­na-Infek­tio­nen im Stadt­ge­biet gemel­det. Und noch eine aktu­el­le Mel­dung aus den Alten­hei­men der Cari­tas in Müns­ter: Dort wer­den seit kur­zem Coro­na-Schnell­tests durch­ge­führt, berich­tet der WDR. Die Schnell­tests in den Hei­men waren schon län­ger geplant, aller­dings lan­ge nicht lie­fer­bar. Getes­tet wer­den sol­len vor allem die Mitarbeiter:innen, die Bewohner:innen dage­gen nur, wenn ein Ver­dacht auf eine Infek­ti­on besteht.


Unbezahlte Werbung

Ges­tern habe ich in die­sem Jahr zum ers­ten Mal eine Tas­se Glüh­wein getrun­ken und mich dabei gleich ein wenig weih­nacht­li­cher gefühlt. Wer den Glüh­wein nicht auf dem eige­nen Herd auf­wär­men möch­te, kann ihn auch heiß kau­fen: als „Glüh­wein-to-go”. Den bie­ten inzwi­schen vie­le Läden an. Zum Bei­spiel Ban­tu-Bowl an der Wol­be­cker und das Café Gar­bo an der Waren­dor­fer Stra­ße. Essen gibt’s dort natür­lich auch wei­ter­hin. Wenn auch nur zum Mit­neh­men (Ban­tu und Gar­bo) und zum Bestel­len (Ban­tu).


Drinnen und Draußen

So lang­sam wird’s lang­wei­lig zu Hau­se. Immer­hin: Es gibt neue Strea­ming-Ange­bo­te. Hier sind ein paar Tipps von uns.

+++ Die Süd­deut­sche Zei­tung hat Ter­mi­ne aus Lite­ra­tur, Kunst und Thea­ter für die kom­men­den Tage. Dar­un­ter: der Stream des Lon­don Jazz Fes­ti­vals, das Kaba­rett­pro­gramm von Sebas­ti­an Puf­paff und ein Wohn­zim­mer­kon­zert der Wie­ner Symphoniker.

+++ Haben Sie Lust, mal bei Men­schen, die irgend­wo auf der Welt leben, aus dem Fens­ter zu schau­en? Auf die­ser Sei­te kön­nen Sie das machen. Zehn Minu­ten lang. So lang müs­sen die ein­ge­sand­ten Vide­os sein. Und Sie kön­nen auch selbst Vide­os ein­sen­den. Mit­ma­chen kön­nen alle, die in ihrer Woh­nung ein Fens­ter haben. 

+++ Die Audio­in­stal­la­ti­on bezie­hungs­wei­se das Hör­stück „FRAUEN. BRAND. REDE. NEIN. SCHREI!“ hät­te eigent­lich am ver­gan­ge­nen Sonn­tag im Thea­ter Pre­mie­re gefei­ert. Dar­aus ist nichts gewor­den. Aber an die­sem Sonn­tag (22. Novem­ber) ist das Stück ab 19.04 Uhr bei Radio Anten­ne Müns­ter zu hören, spä­ter fin­den Sie es dann in der Media­thek NRW­Vi­si­on. Wenn Sie mehr wis­sen möch­ten, hier steht das alles noch etwas ausführlicher.

Am Diens­tag schreibt Ihnen mein Kol­le­ge Ralf Hei­mann. Haben Sie bis dahin ein schö­nes Wochenende.

Herz­li­che Grüße

Ann-Mar­len Hoolt


PS

Am Mon­tag haben wir Ihnen Strea­ming-Tipps gege­ben. Weil ich aktu­ell so viel Zeit am Home­of­fice-Bild­schirm ver­brin­ge, habe ich abends nur bedingt Lust auf Net­flix und Co. Statt­des­sen höre ich Pod­casts. Oder genau­er gesagt: Ich höre Radio. Die Audio­thek-Apps der Radio­sen­der erlau­ben es, gan­ze Sen­dun­gen nach­zu­hö­ren. So wie Pod­casts eben. Vom Deutsch­land­ra­dio gibt es dafür die DLF-Audio­thek, die ARD-Pro­gram­me sind in der ARD-Audio­thek zusam­men­ge­fasst. Bei­des möch­te ich Ihnen sehr gern emp­feh­len. Viel Spaß beim Stöbern.