Corona kehrt zurück | Tag der Einheit | Neue RUMS-Reportage

Müns­ter, 2. Okto­ber 2020

Guten Tag,

die­se Woche begann mit einer schlech­ten Nach­richt für Müns­ter: Am Wochen­en­de wur­den 32 Men­schen in der Stadt posi­tiv auf das Coro­na­vi­rus getes­tet. Eini­ge von ihnen hat­ten sich offen­bar in der Knei­pe Bar­z­il­lus ange­steckt, die das Ord­nungs­amt des­halb bis auf Wei­te­res geschlos­sen hat. Inzwi­schen gel­ten 87 Münsteraner:innen als infi­ziert, 37 mehr als am ver­gan­ge­nen Frei­tag. Nach­dem wir in den ver­gan­ge­nen Wochen besorgt nach Ems­det­ten und Hamm geschaut haben, ist die Lage jetzt also auch in Müns­ter wie­der ange­spann­ter.

Heu­te Mor­gen dann die Mel­dung aus den USA: Gut vier Wochen vor der Prä­si­dent­schafts­wahl wur­den Donald Trump und sei­ne Frau Mela­nia posi­tiv auf SARS-CoV-2 getes­tet und haben sich im Wei­ßen Haus in Qua­ran­tä­ne bege­ben. Ihrem Leib­arzt zufol­ge geht es ihnen gut und der Prä­si­dent kann die Amts­ge­schäf­te wei­ter­füh­ren. Der Wahl­kampf ist aller­dings so gut wie vor­bei, und es ist kaum abseh­bar, wie es nun wei­ter­geht, schreibt US-Kor­re­spon­dent Marc Pitz­ke im Spie­gel. Die­se Unsi­cher­heit mach­te sich prompt auch an der Bör­se bemerkbar.

Über­haupt scheint die wach­sen­de Unsi­cher­heit das Gefühl die­ser Woche zu sein. Ganz Bel­gi­en und fast ganz Frank­reich gel­ten inzwi­schen als Risi­ko­ge­bie­te, der spa­ni­sche Hot­spot Madrid wird fast kom­plett abge­rie­gelt. Ber­lin dis­ku­tiert dar­über, ob Bundeswehr-Soldat:innen im stark betrof­fe­nen Bezirk Fried­richs­hain-Kreuz­berg bei der Kon­takt­ver­fol­gung hel­fen sollen.

Mehr Infizierte und neue Regeln in Nordrhein-Westfalen

In Nord­rhein-West­fa­len mel­den inzwi­schen sie­ben Städ­te und Krei­se Infek­ti­ons­zah­len über der kri­ti­schen Schwel­le von 35 Neu­in­fek­tio­nen pro Woche und 100.000 Einwohner:innen. Nach einem Aus­bruch in einem fleisch­ver­ar­bei­ten­den Betrieb sind die Infek­ti­ons­zah­len im Kreis Stein­furt wei­ter gestie­gen, vor allem in Ems­det­ten und Rhei­ne. In Ems­det­ten kon­trol­liert nun ein pri­va­ter Sicher­heits­dienst, dass infi­zier­te Mitarbeiter:innen des Betriebs die Qua­ran­tä­ne ein­hal­ten und zu Hau­se blei­ben. Die Stadt Hamm hat sehr stren­ge Regeln für Ver­an­stal­tun­gen, pri­va­te Fei­ern und Tref­fen in der Öffent­lich­keit erlas­sen, um das Infek­ti­ons­ge­sche­hen wie­der in den Griff zu bekom­men. Dort hat­ten sich bei einer gro­ßen Hoch­zeits­fei­er mit meh­re­ren hun­dert Gäs­ten vie­le Men­schen angesteckt.

Um sol­che gro­ßen Aus­brü­che in Zukunft zu ver­hin­dern, hat die Lan­des­re­gie­rung in die­ser Woche für ganz Nord­rhein-West­fa­len neue Regeln fest­ge­legt. Wer mit mehr als 50 Gäs­ten in einem Restau­rant oder in einem ande­ren ange­mie­te­ten Raum fei­ern möch­te, muss das vor­her beim Ord­nungs­amt anmel­den. 150 Gäs­te sind die Ober­gren­ze. Die Gastgeber:innen sind dafür ver­ant­wort­lich, dass die Coro­na-Vor­schrif­ten ein­ge­hal­ten wer­den – und haf­ten im Ernstfall.

Weihnachtsmärkte, Sonntagsöffnung, Karneval

Was die Lan­des­re­gie­rung auch beschlos­sen hat: Weih­nachts­märk­te dür­fen in Nord­rhein-West­fa­len grund­sätz­lich statt­fin­den, wenn auch unter stren­gen Auf­la­gen. In Müns­ter kön­nen Sie ab dem 25. Novem­ber auf dem Weih­nachts­markt „Rund ums Rat­haus“, dem „Lich­ter­markt“ an St. Lam­ber­ti, im Kie­pen­kerl-Weih­nachts­dorf und auf dem neu­en Markt am Har­se­win­kel­platz Geschen­ke und lecke­re Din­ge kau­fen. Es wird weni­ger Buden geben als sonst, um genug Abstand zu ermög­li­chen, und die Märk­te sol­len schon um 18:30 Uhr schlie­ßen. Glüh­wein gibt es bis 18 Uhr an Sitz­plät­zen in abge­trenn­ten Berei­chen, wie im Restau­rant müs­sen Sie sich in eine Kon­takt­lis­te ein­tra­gen. Aus­fal­len wird in die­sem Jahr der Advents­markt im Aegi­di­imarkt, teilt die Stadt­ver­wal­tung mit. Ob der Gie­bel­hüüs­kes­markt an der Über­was­ser­kir­che auf­ge­baut wird, wol­len die Veranstalter:innen bald mitteilen.

Für Dis­kus­si­on sorg­te die Lan­des­re­gie­rung übri­gens damit, dass sie die Advents­sonn­ta­ge zu ver­kaufs­of­fe­nen Sonn­ta­gen erklär­te. Das Ziel: In den Geschäf­ten soll es weni­ger Gedrän­ge geben, weil die Kund:innen einen Tag mehr Zeit haben, Geschen­ke zu kau­fen. Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt in Müns­ter hält davon aber nicht viel, auch die Gewerk­schaft Ver­di protestierte.

Eine Dis­kus­si­on been­det hat dage­gen der Bür­ger­aus­schuss Müns­ter­scher Kar­ne­val (BMK): Wäh­rend in Düs­sel­dorf noch das Für und Wider eines Sta­di­on-Umzu­ges erör­tert wird, hat der BMK den Rosen­mon­tags­um­zug 2021 abge­sagt. Eine sol­che Groß­ver­an­stal­tung sei in Pan­de­mie-Zei­ten unverantwortlich.

Ausblick auf die Herbstferien

Zum Abschluss die­ses sehr aus­führ­li­chen Coro­na-Updates noch eine gute Nach­richt: In einer Woche fan­gen hier in Nord­rhein-West­fa­len die Herbst­fe­ri­en an. Wenn Sie nicht in Rei­se­stim­mung sind, über­sprin­gen Sie die­sen Absatz ein­fach – unten emp­feh­len wir Ihnen Aus­flü­ge in der Regi­on und Unter­hal­tung für zu Hau­se. Falls Sie doch Ihren Kof­fer packen möch­ten, müs­sen Sie seit Don­ners­tag neue Regeln beach­ten. Die gene­rel­le Rei­se­war­nung der Bun­des­re­gie­rung gilt nicht mehr. Statt­des­sen warnt das Aus­wär­ti­ge Amt vor tou­ris­ti­schen Rei­sen in alle Län­der und Regio­nen, die das Robert-Koch-Insti­tut als Risi­ko­ge­biet ein­ge­stuft hat. Das sind inzwi­schen lei­der sehr vie­le, die aktu­el­le Lis­te fin­den Sie hier.

Was vor und nach einer Rei­se in ein Risi­ko­ge­biet zu beden­ken ist, hat das Gesund­heits- und Vete­ri­när­amt der Stadt Müns­ter hier zusam­men­ge­fasst. Das Wich­tigs­te: Sie müs­sen nach Ihrer Rück­kehr für 14 Tage in Qua­ran­tä­ne, und Sie müs­sen dafür Urlaub neh­men. Das Gesund­heits­amt kann die Qua­ran­tä­ne auf­he­ben, wenn Sie einen nega­ti­ven Coro­na-Test vor­le­gen. Wer aus einem Risi­ko­ge­biet ein­reist, muss den Test nicht bezahlen.


Deutsche Einheit und Demokratie

Sie haben es sicher schon hier und da gehört: Mor­gen fei­ern wir 30 Jah­re Deut­sche Ein­heit. Zu die­sem Anlass soll­te – unter der Schirm­herr­schaft von RUMS-Mit­grün­der und -Kolum­nist Klaus Brink­bäu­mer sowie von Ober­bür­ger­meis­ter Lewe – im Pum­pen­haus eigent­lich das mehr­tä­gi­ge „Fes­ti­val der Demo­kra­tie“ statt­fin­den. Wegen der Coro­na-Pan­de­mie haben die Organisator:innen die Ver­an­stal­tun­gen im Pum­pen­haus um ein Jahr verschoben.

Statt­des­sen laden sie ab die­sem Wochen­en­de zur „Werk­statt Demo­kra­tie“ ein: Künstler:innen, Musiker:innen und ande­re Kul­tur­schaf­fen­de aus Müns­ter haben sich dafür digi­ta­le und ana­lo­ge (coro­na­ge­rech­te) For­ma­te mit span­nen­den Titeln wie „Jam das Grund­ge­setz“ oder „Wie schreibt man Dähmu­cra­ti?“ aus­ge­dacht.

„Maß­nah­men zur Ver­tei­di­gung der Demo­kra­tie“ heißt eine Licht- und Klang­in­stal­la­ti­on, die am 31. Okto­ber online zu sehen ist. Und sol­che Maß­nah­men braucht es drin­gend, sagt Caro­la von Secken­dorff, die künst­le­ri­sche Lei­te­rin des Stadt­en­sem­bles und Fes­ti­val-Orga­ni­sa­to­rin: „Die Welt brennt, Auto­kra­tien erstar­ken, der Rechts­ra­di­ka­lis­mus, Rechts­po­pu­lis­mus und Ras­sis­mus mani­fes­tie­ren sich mit­ten unter uns auf eine Wei­se, die nie­mand für mög­lich gehal­ten hät­te. Ist die Welt noch zu ret­ten? In unse­re Müns­te­ra­ner Insel­se­lig­keit, in unser noch weit­ge­hend funk­tio­nie­ren­des demo­kra­ti­sches Sys­tem [in Deutsch­land] schwappt den­noch eine gro­ße Wel­le von Angst, wenn wir nach Ame­ri­ka sehen, nach Bra­si­li­en, in die Tür­kei, nach Russ­land. Was kann unse­re Demo­kra­tie noch leis­ten, wenn alle Bünd­nis­se gefähr­det sind?“ Eine gute Fra­ge. Viel­leicht fin­den Sie die Ant­wort ja in den Kunst­ak­tio­nen. Die ers­te kön­nen Sie sich schon an die­sem Sonn­tag anschau­en: Um 11 Uhr wird online der ers­te Teil der Video-Per­for­mance „UPRISING“ gezeigt. Am nächs­ten Frei­tag geht es wei­ter mit dem Video „Sofa­So­God – Reli­gi­on braucht kei­ne Demokratie“.


In aller Kürze

+++ Gut ein Jahr vor der Bun­des­tags­wahl brin­gen sich in Müns­ter die ers­ten Kandidat:innen in Stel­lung. Wie die West­fä­li­schen Nach­rich­ten mel­den, möch­te sich Bun­des­um­welt­mi­nis­te­rin Sven­ja Schul­ze als Direkt­kan­di­da­tin der SPD im Wahl­be­zirk Müns­ter auf­stel­len las­sen. Die Grü­ne Maria Klein-Schmeink, die schon seit elf Jah­ren für Müns­ter im Bun­des­tag sitzt, möch­te erneut kan­di­die­ren – vor­her muss sie sich bei einer Kreis­mit­glie­der­ver­samm­lung am 10. Okto­ber aber gegen ihren Par­tei­kol­le­gen Fabi­an Mül­ler durch­set­zen, der sich eben­falls um die Kan­di­da­tur bewirbt. Auch bei der CDU ist das Ren­nen eröff­net: Die amtie­ren­de Abge­ord­ne­te Sybil­le Ben­ning hat in die­ser Woche bekannt­ge­ge­ben, dass sie aus gesund­heit­li­chen Grün­den nicht erneut antre­ten möchte.

+++ Michel­le Ruhm­ke und Jule Hamm, die an der Fach­hoch­schu­le Müns­ter Pro­dukt-Design stu­die­ren, haben etwas Prak­ti­sches erfun­den: „Way“, eine Vor­rich­tung, durch die der Haus­tür­schlüs­sel auto­ma­tisch ins Schlüs­sel­loch rutscht. Das ist nicht nur bei kaput­ter Beleuch­tung sehr nütz­lich, son­dern auch eine tol­le Unter­stüt­zung für Men­schen mit Seh­be­hin­de­rung. Das Maga­zin brand eins stellt die Inno­va­ti­on vor.

+++ Bei einer Raz­zia im Zusam­men­hang mit Miss­brauchs­ab­bil­dun­gen (soge­nann­te Kin­der­por­no­gra­fie) am Don­ners­tag­mor­gen in unge­fähr 30 Städ­ten in NRW hat die Poli­zei mehr als 60 Woh­nun­gen unter­sucht, unter ande­rem im Müns­ter­land, aller­dings nicht in Müns­ter selbst, berich­tet der WDR. Fest­ge­nom­men wur­de laut Poli­zei nie­mand. Man habe aber vie­le Daten­trä­ger sicher­ge­stellt und Anhalts­punk­te auf wei­te­re Straf­ta­ten gefun­den, zum Bei­spiel Schuss­waf­fen und eine Can­na­bis-Plan­ta­ge, hieß es.


Drinnen und Draußen

+++ Dre­hen Sie am Sonn­tag doch Ihren Spa­zier­gang oder Ihre Jog­gin­grun­de um den Aasee. Hier fin­det am 4. Okto­ber der „Run for Rescue“-Spendenlauf der See­brü­cke für zivi­le See­not­ret­tung statt. Ganz ohne Mas­sen­start, statt­des­sen kön­nen Sie selbst ent­schei­den, wann, wo und wie Sie los­lau­fen. Von 9 bis 16 Uhr gibt es einen Akti­ons­stand in der Nähe der Aasee­ku­geln, an dem auch die Spen­den ange­nom­men werden.

+++ Es wird am Wochen­en­de schwer wer­den, etwas zu unter­neh­men, ohne an die Deut­sche Ein­heit zu den­ken. Neh­men Sie mal an, Sie wol­len schwim­men gehen. Wo sol­len Sie hin? Ins Ost­bad? Gut, da wird man dann am Ein­gang sehen: von 9:30 bis 17 Uhr Schwim­men zum Tag der Deut­schen Ein­heit. Aller­dings wird man vor der Tür erst ein­mal war­ten müs­sen, bis das Tor sich öff­net. Die Tickets sind natür­lich schon alle weg, aber pro Schwimm­zeit dür­fen 30 Gäs­te ohne Reser­vie­rung herein. 

+++ Lust auf Musik? Am Sams­tag und am Sonn­tag wäre da was in der Apos­tel­kir­che an der Neu­brü­cken­stra­ße, am Sams­tag um 19:30 Uhr, am Sonn­tag um 16 Uhr. Was genau? Sie ahnen es: Ein Fest­kon­zert – 30 Jah­re Deut­sche Ein­heit. Auf dem Pro­gramm ste­hen Hän­del, Elgar, Debus­sy und Mozart (hier Genaue­res). Die Kar­ten kos­ten 20 Euro, ermä­ßigt 15. Aber sei­en Sie früh da, es lie­gen nur noch ein paar rest­li­che an der Abend­kas­se. Sagen jeden­falls die Veranstalter:innen.

+++ Falls Sie ger­ne mal wie­der einen Aus­flug in die Nie­der­lan­de machen möch­ten: Fah­ren Sie bes­ser nicht an die­sem Wochen­en­de. Eigent­lich sind Ven­lo, Ensche­de und Win­ters­wi­jk ja gera­de an Fei­er­ta­gen belieb­te Zie­le. Ihre Bürgermeister:innen haben die Men­schen in Nord­rhein-West­fa­len aber dar­um gebe­ten, am Tag der Deut­schen Ein­heit auf die Ein­kaufs­tour zu ver­zich­ten, damit es nicht so voll wird. Wenn über­haupt, sind deut­sche Besucher:innen eher unter der Woche willkommen.

+++ Packen Sie doch statt­des­sen ein lecke­res Pick­nick zusam­men und fah­ren Sie in die Rie­sel­fel­der, zur Bru­der-Klaus-Kapel­le in Havix­beck oder in die Wachold­er­hei­de Kla­ten­ber­ge bei Telg­te. Bei Regen­wet­ter kön­nen Sie in der Kunst­hal­le Hen­se in Gescher zwi­schen Gemäl­den schmau­sen. Dort dür­fen Sie aller­dings nicht Ihre selbst­ge­schmier­ten Bro­te ver­spei­sen, son­dern kön­nen einen Pick­nick­korb aus einem loka­len Café leer­fut­tern, zu bestel­len beim Stadt­mar­ke­ting. Noch mehr schö­ne Pick­nick­plät­ze emp­fiehlt der Müns­ter­land e.V. auf sei­ner Website.


Unbezahlte Werbung

Wenn Sie in die­sem Jahr eigent­lich in Ita­li­en Urlaub machen woll­ten, dann haben wir einen klei­nen Trost für Sie. Son­ne, Strand und end­lo­se Oli­ven­hai­ne kön­nen wir Ihnen zwar nicht bie­ten – aber wie wäre es mit frisch geschnit­te­nem Par­ma­schin­ken, haus­ge­mach­ter Sal­sic­cia oder fri­schem Ricot­ta? Dazu ein duf­ten­des Cia­bat­ta und Oli­ven­öl, eine Aus­wahl fast wie in einem ech­ten ita­lie­ni­schen Super­markt. Falls Sie jetzt Hun­ger bekom­men haben, machen Sie ein­fach einen Kurz­aus­flug in den Mer­ca­to Ita­lia­no an der Ham­mer Stra­ße 64. Mon­tags von 11 und 19 Uhr, diens­tags bis frei­tags von 9:30 bis 19 Uhr und sams­tags von 9:30 bis 17:30 Uhr ist das Geschäft geöffnet.


Die neue RUMS-Reportage

Der Schrift­stel­ler und Thea­ter-Macher Jörg Albrecht ist vor zwei Jah­ren aus Ber­lin nach Müns­ter gekom­men, um hier etwas auf­zu­bau­en, das weit über Müns­ter hin­aus wahr­ge­nom­men wird: ein Zen­trum, das Lite­ra­tur auf eine ande­re Wei­se zeigt, als wir sie ken­nen. Nicht als Schul­lek­tü­re zum Ein­schla­fen oder als Inhalt von star­ren Lesun­gen, son­dern als Mög­lich­keit, die Welt auf eine ande­re Wei­se zu sehen, als etwas Erleb­ba­res, als etwas Über­ra­schen­des. Das klingt nicht, als bräuch­te man dazu viel Mut oder Geschick, denn wer etwas Neu­es auf­baut hat schließ­lich alle Frei­hei­ten. Die Schwie­rig­keit ist: Das Gan­ze fin­det auf der Burg Hüls­hoff statt. Dort hat die Schrift­stel­le­rin Annet­te von Dros­te-Hüls­hoff gelebt, deren Novel­le „Die Juden­bu­che“ vie­le eben genau mit die­ser Vor­stel­lung von ver­staub­ter Muse­ums-Lite­ra­tur ver­bin­den. Ihr Andenken gilt es gleich­zei­tig zu bewah­ren. Wie kann das gelin­gen? Anna-Sophie Bar­bu­tev von der Repor­ta­ge­schu­le Reut­lin­gen hat Jörg Albrecht bei einer Ver­an­stal­tung des Cent­re for Lite­ra­tu­re beglei­tet, um die­se Fra­ge zu beant­wor­ten. Lesen Sie hier ihre Reportage. 

An die­sem Sonn­tag erscheint kei­ne Kolum­ne. Aber am Diens­tag schreibt Ihnen wie­der mein Kol­le­ge Ralf Hei­mann. Haben Sie ein schö­nes Wochenende. 

Herz­li­che Grüße

Con­stan­ze Busch

Mit­ar­beit: Marie Schwesinger


PS

Peter Todes­ki­no hat es nach sei­ner Wahl­nie­der­la­ge am ver­gan­ge­nen Sonn­tag nun noch ein­mal in die Medi­en geschafft. In die West­fä­li­schen Nach­rich­ten mit einem Foto, weil eines sei­ner Wahl­pla­ka­te noch immer vor dem Cine­ma steht, also einem Kino, und Sie ver­ste­hen: Kino – Todes­ki­no. Hihi. Wir sind gespannt, ob die Serie in der nächs­ten Woche wei­ter­geht. Viel­leicht hän­gen ja noch irgend­wo in der Stadt pas­sen­de Pla­ka­te von Lea Kirsch (SPD), Maria Win­kel (SPD) oder Mar­tin Lücke (CDU). War­ten wir ab. In der Zwi­schen­zeit wer­fen wir einen Blick in den Spie­gel-Hohl­spie­gel, also die letz­te Sei­te, wo das Maga­zin lus­ti­ge Druck­feh­ler zusam­men­trägt. In die­ser Woche steht dort unter ande­rem die­se Pas­sa­ge aus der Nord­west-Zei­tung: „In der Stich­wahl am Sonn­tag setz­te sich der Ex-Olden­bur­ger Uwe Schnei­de­wind durch und wird nun ers­ter Grü­ner auf dem Chef­ses­sel im Rat­haus. Geschei­ter ist hin­ge­gen der gebür­ti­ge Olden­bur­ger Peter Todes­ki­no in Münster.“


In eigener Sache

Der Wahl­kampf und die Wah­len in Müns­ter sind vor­bei, der All­tag zieht ein und wir von RUMS kön­nen ein wenig durch­at­men. Was wir in den ver­gan­ge­nen Wochen nicht geschafft haben: Uns hier im Brief von Kat­rin Jäger und Sebas­ti­an Stachor­ra zu ver­ab­schie­den, die RUMS ver­las­sen haben. Vie­len Dank für die vie­len Mona­te har­ter Arbeit, in denen wir gemein­sam RUMS auf­ge­baut haben. Gleich­zei­tig ver­grö­ßern wir auch unse­re Redak­ti­on, Con­stan­ze Busch ist neu dazu­ge­kom­men, deren Brief Sie gera­de gele­sen haben. In den nächs­ten Wochen wer­den wir wei­te­re Kolleg:innen begrü­ßen. Und wir haben noch eine gute Nach­richt: Mehr als ein Vier­tel unse­rer Leser:innen haben ein Abo abge­schlos­sen. Damit haben wir vier Wochen nach dem Start unse­res Bezahl­mo­dells 900 zah­len­den Abonennt:innen. Wir freu­en uns sehr!