Manchmal passiert Murks | Die Ruhe vor dem Sturm | Urlaub im Nationalpark

Müns­ter, 21. Janu­ar 2022

Guten Tag,

heu­te habe ich von einer Kol­le­gin ein tol­les neu­es Wort gelernt: murk­sig. Und das passt ganz gut, denn ein biss­chen murk­sig war lei­der auch die Woche in der RUMS-Redak­ti­on. Ein paar von uns sind krank gewor­den, zum Glück kein Coro­na, aber es hat uns etwas aus­ge­bremst. Und heu­te pas­sier­te dann etwas, das bei der jour­na­lis­ti­schen Arbeit immer mal wie­der pas­siert, uns aber nun zu einem sehr ungüns­ti­gen Zeit­punkt erwischt hat. Wir hat­ten ein sehr inter­es­san­tes The­ma für Sie recher­chiert und vor­be­rei­tet, der Text war eigent­lich fer­tig. Im aller­letz­ten Moment stie­ßen wir dann aber auf ein neu­es Detail. Und damit auf neue Fra­gen, die wir am Frei­tag­nach­mit­tag nicht mehr klä­ren konnten.

Des­halb wird mein Brief heu­te recht kurz. Denn wir schi­cken Ihnen lie­ber aus­nahms­wei­se ein­mal kei­ne län­ge­re Recher­che als einen Text, an dem wir noch Zwei­fel haben und den wir selbst nicht ganz fer­tig und stim­mig fin­den. Und mit hei­ßer Nadel ein neu­es The­ma zusam­men­stri­cken woll­ten wir auch nicht, das wür­de unse­ren und Ihren Ansprü­chen nicht gerecht. Wir sagen Ihnen lie­ber ehr­lich und trans­pa­rent, was los ist.

Aber natür­lich sol­len Sie für Ihr Abo nicht weni­ger bekom­men als gewohnt. Des­halb rei­chen wir Ihnen den Text spä­ter ein­mal als Extra-Bei­trag nach, sobald wir die offe­nen Fra­gen beant­wor­ten konnten.

In aller Kürze

+++ Wenn Sie sich mit einem Ver­ein oder einer ande­ren Orga­ni­sa­ti­on ehren­amt­lich für die Inte­gra­ti­on von Men­schen enga­gie­ren, die neu nach Deutsch­land ein­ge­wan­dert sind, kön­nen Sie dafür För­der­gel­der bean­tra­gen. Hier gibt es wei­te­re Informationen.

+++ Die Akti­on Sau­be­res Müns­ter kann im März pan­de­mie­be­dingt nicht statt­fin­den, teilt die Stadt mit. Es soll aber natür­lich nicht dre­ckig blei­ben: Statt­des­sen kön­nen Frei­wil­li­ge, Kita­grup­pen und Schul­klas­sen vom 19. bis 25. August zur Kneif­zan­ge grei­fen. Wir tei­len Ihnen das schon mal mit, weil offen­bar schon vie­le Auf­räum­wil­li­ge bei der Stadt ange­fragt haben, wann es los­geht. Das fin­den wir knorke.

+++ Und gleich noch was Töf­tes: Die Kin­der und Jugend­li­chen in Müns­ter und Umge­bung bekom­men 230.000 Euro vom Bun­des­bil­dungs­mi­nis­te­ri­um. Also, sie bekom­men es nicht direkt, son­dern die Uni Müns­ter, und zwar für das Akti­ons­pro­gramm „Auf­ho­len nach Coro­na für Kin­der und Jugend­li­che“. Das klingt erst­mal sehr tro­cken. Aber es geht nicht um klas­si­schen Nach­hil­fe­un­ter­richt, son­dern um Ler­nen mit Lego, in Zelt­camps und Feri­en­work­shops. Und da wird es neben Natur­wis­sen­schaft und Tech­nik hof­fent­lich auch reich­lich Stock­brot und Limo geben.

Corona-Update

+++ Wäh­rend die Coro­na­zah­len deutsch­land­weit wei­ter stark stei­gen, sind sie in Müns­ter etwas zurück­ge­gan­gen. Das Robert-Koch-Insti­tut mel­det heu­te eine Wochen­in­zi­denz von 509,8. Letz­ten Frei­tag lag sie bei gut 521, am Diens­tag bei 562. Ob das bedeu­tet, dass sich tat­säch­lich weni­ger Men­schen ange­steckt haben, oder ob man­gels Labor­ka­pa­zi­tä­ten oder durch die geän­der­ten Qua­ran­tä­ne­re­geln weni­ger Infek­tio­nen auf­ge­fal­len sind, wis­sen wir nicht.
Ins­ge­samt gel­ten heu­te 3.655 Münsteraner:innen als infi­ziert, seit Beginn der Pan­de­mie haben sich in Müns­ter mehr als 20.000 Men­schen ange­steckt. Stand heu­te wer­den 31 Covid-Patient:innen in den Kran­ken­häu­sern der Stadt behan­delt, 11 von ihnen auf der Inten­siv­sta­ti­on. 6 Men­schen wer­den beatmet.

+++ Wie geht es in den nächs­ten Wochen und Mona­ten wei­ter? Zu der Fra­ge haben die Uni­kli­nik Müns­ter und die Ärz­te­kam­mer West­fa­len-Lip­pe heu­te eine gemein­sa­me Pres­se­mit­tei­lung ver­öf­fent­licht. Ärz­te­kam­mer-Prä­si­dent Hans-Albert Geh­le und Alex Fried­rich, der neue Ärzt­li­che Direk­tor und Vor­stands­vor­sit­zen­de des UKM (Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum Müns­ter), schil­dern, wie sie die Lage ein­schät­zen. „Momen­tan fühlt es sich an wie die Ruhe vor dem Sturm. Ich gehe davon aus, dass sich die Inten­siv­sta­tio­nen im Febru­ar und März vor allem mit Unge­impf­ten fül­len wer­den. Auch die Nor­mal­sta­tio­nen wer­den, anders als bis­her, deut­lich mehr Auf­nah­men sehen, auch mit Geimpf­ten, deren letz­te Imp­fung län­ger als fünf Mona­te her ist“, wird Alex Fried­rich zitiert.
Hans-Albert Geh­le berich­tet, dass wegen Infek­tio­nen oder Qua­ran­tä­ne­fäl­len sowohl in den Kran­ken­häu­sern als auch in den Pra­xen der nie­der­ge­las­se­nen Ärzt:innen immer mehr Per­so­nal aus­fällt: „Über­all feh­len Fach­kräf­te oder wer­den zwi­schen ein­zel­nen Sta­tio­nen ver­scho­ben. Um eine Lücke zu schlie­ßen, wird oft woan­ders not­ge­drun­gen eine ande­re Lücke auf­ge­macht.“ Und Geh­le kri­ti­siert die Kom­mu­ni­ka­ti­on der Poli­tik. Die Ver­ant­wort­li­chen soll­ten der Bevöl­ke­rung sagen, dass sich die Lage im Lau­fe der nächs­ten Mona­te wie­der ändern kön­ne – anstatt Ver­spre­chun­gen zu machen. Hier kön­nen Sie das alles aus­führ­lich nach­le­sen und Video­state­ments anschauen.

Unbezahlte Werbung

Haben Sie schon Urlaubs­plä­ne? Sonst hät­ten wir einen Tipp: Der Land­schafts­öko­lo­ge Georg Hein­richs aus Müns­ter ver­an­stal­tet seit 18 Jah­ren Rei­sen mit Klein­grup­pen – öko­lo­gisch und nach­hal­tig. Von April bis Okto­ber bie­tet er 9 der 16 deut­schen Natio­nal­parks als Rei­se­zie­le an. Hein­richs Anlie­gen: den Rei­sen­den die Natur­land­schaf­ten im eige­nen Land näher brin­gen, um Alter­na­ti­ven zu Kreuz­fahr­ten und Fern­rei­sen zu bie­ten. Klingt das für Sie inter­es­sant? Dann fin­den Sie auf die­ser Sei­te aus­führ­li­che Infor­ma­tio­nen dazu. Und wenn Sie sich nicht vor­stel­len kön­nen, was man in deut­schen Natio­nal­parks so alles sehen kann: Die Nadann hat vor zwei Jah­ren eine sehr schö­ne Foto­se­rie ver­öf­fent­licht. Dort fin­den Sie auch die Rei­se­zie­le, Prei­se und Kontaktdaten. 

Drinnen und Draußen

+++ Wis­sen Sie noch, Bana­nen­brot? Das haben im ers­ten Lock­down ja vie­le Men­schen geba­cken, ande­re haben gan­ze Koch­bü­cher durch­ge­kocht, reno­viert oder Kräu­ter­bee­te ange­legt. Janis Jas­pers aus dem nie­der­rhei­ni­schen Kle­ve hat etwas ande­res gemacht: Er hat ange­fan­gen, Kir­chen aus Lego­stei­nen nach­zu­bau­en. Zum Warm­lau­fen erst­mal die aus sei­nem Hei­mat­stadt­teil Kle­ve-Kel­len. Und nun hat er aus 20.000 Stein­chen den müns­ter­schen Dom nach­ge­baut. Hier kön­nen Sie sich ein Bild anschau­en. Sie kön­nen das Minia­tur­bau­werk aber auch in echt besich­ti­gen, im Dom natür­lich. Es ist beleuch­tet und Sie kön­nen in dem Modell nach ver­schie­de­nen Besucher:innen, Dom-Per­so­nal und ande­ren Figu­ren Aus­schau hal­ten. Ach ja, war­um eigent­lich eine Kir­che aus Müns­ter? Janis Jas­pers kommt zum Stu­di­um hier­her. Herz­lich willkommen!

+++ Mor­gen ist der 22. Janu­ar. Und somit (wie immer am 22. eines Monats) Zeit für den Vor­le­se­abend „Lite­ra­tur 22“. Dass die Ver­an­stal­tung genau am 22. statt­fin­det, ist Zufall. Grün­der Jörg Ros­tek hat vor über 13 Jah­ren zum ers­ten Mal zu der Run­de ein­ge­la­den, und es kamen 22 Per­so­nen. Seit­dem liest sich eine mal grö­ße­re, mal klei­ne­re Schar Lite­ra­tur­fans monat­lich gegen­sei­tig Tex­te vor, die sie begeis­tern. Wenn Sie gera­de kei­ne Text­stel­le zur Hand haben, dür­fen Sie aber ger­ne auch nur zuhö­ren. Nor­ma­ler­wei­se fin­den die Tref­fen im Klei­nen Bäcker am H1 statt, im Moment aller­dings – Sie ahnen es schon – per Zoom. Hier kön­nen Sie sich mor­gen um 19 Uhr kos­ten­los dazuschalten.

+++ Live und vor Ort fin­det am Sonn­tag um 17 Uhr die Vor­pre­mie­re des Films „The Other Side of the River“ im Cine­ma statt. Regis­seu­rin Anto­nia Kili­an doku­men­tiert in ihrem Film den Weg der 19-jäh­ri­gen Hala, die sich aus ihrer Zwangs­ehe befreit und einer kur­di­schen Frau­en­ver­tei­di­gungs­ein­heit anschließt. Schon der Trai­ler zeigt in beein­dru­cken­den Bil­dern, wie anders das Enga­ge­ment für femi­nis­ti­sche Über­zeu­gun­gen unter die­sen Bedin­gun­gen aus­fällt. Sie kön­nen ihn sich hier anschau­en. Die Regis­seu­rin ist am Sonn­tag auch für ein anschlie­ßen­des Publi­kums­ge­spräch im Cine­ma. Kar­ten für die­se und wei­te­re Vor­stel­lun­gen bekom­men Sie online.

Am Diens­tag schreibt Ihnen Ralf Hei­mann wie­der. Ich wün­sche Ihnen ein schö­nes Wochenende.

Herz­li­che Grüße

Con­stan­ze Busch

Mit­ar­beit: Eva Strehlke

PS

Es ist ja immer ganz inter­es­sant und manch­mal auch sehr lus­tig, in alten Tage­bü­chern zu lesen. Oder in Brie­fen oder E-Mails, die man vor län­ge­rer Zeit an ande­re Men­schen geschickt hat. Wenn Sie sich selbst in der Zukunft mit Ihren Gedan­ken von heu­te über­ra­schen möch­ten, kön­nen Sie sich auf die­ser Sei­te eine E-Mail schrei­ben. Sie kön­nen aus­su­chen, ob die Nach­richt in einem, in drei oder in fünf Jah­ren zuge­stellt wer­den soll. Und falls Ihr Zukunfts-Ich noch RUMS-Leser:in ist, was wir natür­lich sehr hof­fen: Sagen Sie uns dann doch ger­ne mal, ob Ihnen das Spaß gemacht oder viel­leicht sogar einen klei­nen Aha-Effekt gebracht hat.