Stadionumbau: Sandwurf an der Hammer Straße | Die Rieselfelder und die Windräder: eine Einordnung | Rat am Dienstag: FMO, Gesamtschule, Photovoltaik

Müns­ter, 10. Juni 2022

Guten Tag,

jetzt geht es an der Ham­mer Stra­ße los, jeden­falls ein biss­chen: Der Sta­di­on­um­bau „star­tet mit Abriss der West­tri­bü­ne“, so mel­det es die Stadt stolz. Wäh­rend der Som­mer­pau­se soll nun ein Gäs­te­block auf der Nord­tri­bü­ne ein­ge­rich­tet wer­den; anschlie­ßend ist bis Novem­ber Zeit für den Abriss der West­tri­bü­ne. Oder wie es in sol­chen Tex­ten ger­ne vor­nehm heißt: Sie wird „zurück­ge­baut“. Ende 2027 soll dann ein nagel­neu­es Sta­di­on stehen.

Ober­bür­ger­meis­ter Mar­kus Lewe, Preu­ßen-Prä­si­dent Chris­toph Sträs­ser, Stadt­wer­ke-Geschäfts­füh­rer Frank Gäf­gen und eini­ge ande­re Men­schen aus der Poli­tik und der müns­ter­schen Sport­welt tra­fen sich ges­tern am Preu­ßen-Sta­di­on, um mit der Spitz­ha­cke schon mal medi­en­wirk­sam ein Stück aus der West… – oh, Moment, das stimmt nicht. Sie tra­fen sich für einen tra­di­tio­nel­len Spa­ten­stich. Wie medi­en­wirk­sam der war, über­las­se ich mal Ihrem Urteil: Die Damen und Her­ren setz­ten sich für das Pres­se­fo­to Bau­hel­me auf und war­fen ein paar Schüp­pen Sand in die Luft. (cbu)

Heute lesen Sie im RUMS-Brief:

  • Die Rie­sel­fel­der, die Wind­rä­der und die Medien
  • Hot­line für Missbrauchsopfer
  • Nach­trag zum 3.000-Radstellplätzeprogramm
  • Aus­blick auf die Ratssitzung
  • Coro­na-Update: Höhe­re Inzi­denz, dif­fu­ses Infektionsgeschehen
  • Ein-Satz-Zen­tra­le: Neu­es aus der Fahrraddiebstahlszene
  • Unbe­zahl­te Wer­bung: Mett­bröt­chen von Erpenbeck
  • Drin­nen und Drau­ßen: Dock­lands-Fes­ti­val und Grünflächen-Unterhaltung

Kurz und Klein

+++ Die Uni Müns­ter stellt am Mon­tag die Stu­die zur Auf­ar­bei­tung des sexu­el­len Miss­brauchs im Bis­tum vor. Gleich­zei­tig rich­tet das Bis­tum eine Hot­line für Betrof­fe­ne ein, die vom 13. bis 19. Juni (10 bis 19 Uhr) unter der Num­mer 0251 4956252 erreich­bar ist. Dort kön­nen sich Men­schen mel­den, die selbst Opfer von sexu­el­lem Miss­brauch gewor­den sind oder Infor­ma­tio­nen über sol­che Taten haben. Das Bis­tum Müns­ter wer­de die Anga­ben an die inter­ne Inter­ven­ti­ons­stel­le und an unab­hän­gi­ge Ansprech­per­so­nen wei­ter­lei­ten, erläu­tert Ste­phan Kro­nen­burg vom Bis­tum Müns­ter auf Anfra­ge; die­se Ansprech­per­so­nen sei­en nicht beim Bis­tum ange­stellt und nicht wei­sungs­ge­bun­den. Anschlie­ßend gebe es fes­te Ver­fah­ren. Auch nach dem 19. Juni sei­en Ver­trau­ens­per­so­nen und Bera­tungs­stel­len für Betrof­fe­ne erreich­bar. Ab dem 17. Juni könn­ten Betrof­fe­ne ihre Anga­ben über ein anony­mes Mel­dungs­por­tal direkt an die Staats­an­walt­schaft Müns­ter schi­cken. „Für alle Pfar­rei­en und Ein­rich­tun­gen, die erst durch die Stu­die erfah­ren, dass bei ihnen Miss­brauch­stä­ter im Ein­satz waren“, bie­te die Inter­ven­ti­ons­stel­le Gesprä­che an, so Kro­nen­burg. (ast)

+++ Wer sich von einem Taxi durch Müns­ter fah­ren lässt, soll bald mehr zah­len. Das wün­schen sich jeden­falls die Taxi­zen­tra­len und ihr Ver­band. Die Begrün­dung: Sprit, Ener­gie und Per­so­nal sei­en teu­rer gewor­den. Der Grund­preis für eine Taxi­fahrt soll in Zukunft tags­über bei 4 Euro lie­gen, nachts bei 4,40 Euro (50 bezie­hungs­wei­se 60 Cent mehr als vor­her). Der Kilo­me­ter wür­de dann tags­über 2,50 Euro kos­ten, nachts 2,80 Euro (30 bezie­hungs­wei­se 40 Cent mehr als vor­her). Der Rat wird am Diens­tag dar­über ent­schei­den. Stimmt er zu, könn­te Taxi­fah­ren um 15 Pro­zent teu­rer wer­den. Auch ande­re Taxi­zen­tra­len in Deutsch­land haben ihre Prei­se erhöht: In Ham­burg kos­tet Taxi­fah­ren bis zu 19 Pro­zent mehr, in Mün­chen sind die Prei­se um 20 Pro­zent gestie­gen, und im Rhein-Neckar-Kreis bezah­len Fahr­gäs­te sogar bis zu 22 Pro­zent mehr. (ast)

+++ Die Stadt Müns­ter und ihr frü­he­rer Wirt­schafts­för­de­rer Tho­mas Rob­bers sind sich in ihrem Rechts­streit einig gewor­den. Nach Infor­ma­tio­nen von RUMS wird die Stadt in der nächs­ten Woche eine Erklä­rung ver­öf­fent­li­chen, in der sie klar­stellt, dass Tho­mas Rob­bers mit dem Miss­brauchs­kom­plex Müns­ter nichts zu tun hat­te. Rob­bers hat­te sei­nen Job als Geschäfts­füh­rer der städ­ti­schen Wirt­schafts­för­de­rung vor zwei Jah­ren ver­lo­ren, nach­dem bekannt gewor­den war, dass er den inzwi­schen ver­ur­teil­ten Haupt­tä­ter pri­vat kennt. Das war nach Ein­schät­zung des Land­ge­richts ein­fach „Pech“. In dem Rechts­streit zwi­schen Rob­bers und der Stadt ging es um die Fra­ge, ob die Stadt ihm mit Äuße­run­gen gescha­det hat­te. Mit der Erklä­rung eini­gen sich Rob­bers und die Stadt außer­ge­richt­lich. (rhe)

+++ In der nächs­ten Woche tagt der Rat aus­nahms­wei­se am Diens­tag. Eini­ge der The­men, um die es dabei gehen wird (hier die Tages­ord­nung), ken­nen Sie schon aus den letz­ten RUMS-Brie­fen. Aller Vor­aus­sicht nach wird der Rat am Diens­tag beschlie­ßen, im Schul­zen­trum Rox­el eine drit­te städ­ti­sche Gesamt­schu­le ein­zu­rich­ten (RUMS-Brief). Das muss die Bezirks­re­gie­rung dann aller­dings noch geneh­mi­gen. Es kann durch­aus sein, dass sie ablehnt. Ein wei­te­res The­ma: Eine Pho­to­vol­ta­ik-Anla­ge auf dem Dach soll in Zukunft bei Neu­bau­ten und grö­ße­ren Dach­sa­nie­run­gen Pflicht wer­den (in neu­en Bebau­ungs­plä­nen). Außer­dem wird es um das Flug­ha­fen-Gut­ach­ten gehen (RUMS-Brief), um die Fra­ge, wo die Stadt in den nächs­ten Wochen Bau­land schaf­fen will, um die Sanie­rung der städ­ti­schen Brun­nen und um das von der frei­en Kunst­sze­ne genutz­te sanie­rungs­be­dürf­te Gebäu­de am Hop­pen­gar­ten (frü­her Heer­de-Kol­leg), das für 12 Mil­lio­nen Euro saniert wer­den soll, wenn der Rat Ja sagt. Die Sit­zung wird ab 16.15 Uhr live über­tra­gen. (rhe)

Wie es weiterging

Am Diens­tag hat­ten wir im RUMS-Brief über das Gut­ach­ten zur Zukunft des Flug­ha­fens Münster/Osnabrück geschrie­ben. Stim­men, die nahe­leg­ten, den Flug­ha­fen zu schlie­ßen, gab es vor allem aus Rich­tung der Grü­nen. Daher haben wir dort gefragt, wie die Par­tei das Papier bewer­tet. Frak­ti­ons­spre­che­rin Syl­via Rie­ten­berg und Frak­ti­ons­spre­cher Chris­toph Kat­tentidt schrei­ben in einem State­ment: „Das Gut­ach­ten bestärkt uns Grü­ne in der kla­ren Hal­tung, kei­ne wei­te­ren Gel­der der müns­ter­schen Steuerzahler:innen mehr als Sub­ven­tio­nen an den Flug­ha­fen zu über­wei­sen.“ Die Rat­haus­ko­ali­ti­on aus Grü­nen, SPD und Volt hat­te in ihrem Koali­ti­ons­ver­trag fest­ge­legt, den Flug­ha­fen ab 2024 nicht mehr mit städ­ti­schem Geld zu stüt­zen. Nach den Regeln der Euro­päi­schen Uni­on soll es dann auch nicht mehr erlaubt sein, dass Kom­mu­nen regio­na­le Flug­hä­fen finan­zi­ell über Was­ser hal­ten. Der Flug­ha­fen Münster/Osnabrück hat­te zuletzt für die Jah­re 2021, 2022 und 2023 Coro­na-Hil­fen in Höhe von jeweils zehn Mil­lio­nen Euro erhal­ten. Nach einem Bericht der West­fä­li­schen Nach­rich­ten könn­te es aber wegen der Auf­he­bung der pan­de­mie­be­ding­ten Rei­se­be­schrän­kun­gen sein, dass er das Geld im nächs­ten Jahr gar nicht braucht. Die Grü­nen wür­den das begrü­ßen, so ihr State­ment. Gegen den Zuschuss spre­che auch die gerin­ge Bedeu­tung des Flug­ha­fens für den Ver­kehr. Laut dem Gut­ach­ten kommt der FMO auch in der nahen Umge­bung auf einen Markt­an­teil von etwa 25 Pro­zent. (rhe)

Wie es weiterging II

Ein Nach­trag zum 3.000-Radstellplätzeprogramm: Auf Twit­ter wur­den wir auf­merk­sam gemacht auf die­se Kar­te, die zeigt, wie vie­le Park­plät­ze die Stadt schon in Fahr­rad­stell­plät­ze umge­wid­met hat (vie­len Dank für den Hin­weis!). Aller­dings wirft die­se Kar­te eini­ge Fra­gen auf, die wir der Stadt gestellt haben:

  • Die Stadt teil­te letz­te Woche mit, dass bis­her zwan­zig Park­plät­ze in Fahr­rad­stell­plät­ze umge­wan­delt wor­den sind. Auf der Kar­te fin­den sich aber nur 14 gel­be Punk­te, die eine fer­ti­ge Umwid­mung anzei­gen. Feh­len also fer­ti­ge Umwid­mun­gen auf der Kar­te? Nein, ant­wor­te­te die Stadt. Eini­ge der gel­ben Punk­te zeig­ten Orte an, an denen mehr als nur ein Park­platz umge­wan­delt wurde.
  • Die Kar­te scheint außer­dem ein Nord-Süd-Gefäl­le bei den Umwid­mun­gen anzu­zei­gen: Im Kreuz­vier­tel sind mehr Park­plät­ze umge­wid­met wor­den als zum Bei­spiel im Geist­vier­tel. Laut Stadt sage der Stand­ort aber nichts über die Umwand­lungs­ge­schwin­dig­keit aus. Die Anträ­ge im Kreuz­vier­tel sei­en nur frü­her geprüft worden.
  • Das lei­tet zu den blau­en Punk­ten über: Die zei­gen auf der Kar­te an, dass Umwid­mun­gen mög­lich sind, aber noch nicht voll­zo­gen. Die Stadt kön­ne die Park­plät­ze nicht direkt umwid­men, weil sie gene­rell viel zu tun habe, das nöti­ge Per­so­nal knapp sei und die exter­nen Fir­men nicht sofort ver­füg­bar sei­en. Geprüft wür­den die Umwid­mun­gen im Ein­zel­fall. Bei­spiel Mag­da­le­nen­stra­ße: Dort wur­den zwei Umwand­lun­gen geneh­migt, vier aber nicht. Die­se Ent­schei­dung habe die Stadt in Abspra­che mit der unte­ren Stra­ßen­ver­kehrs­be­hör­de getrof­fen. Man wol­le schau­en, ob die 16 geplan­ten Stell­plät­ze dort rei­chen oder ob man je nach­dem noch nach­le­gen muss.
  • Was spricht also gegen eine Umwand­lung? Abge­lehn­te Anträ­ge zei­gen die roten Punk­te an. Mög­li­che K.-o.-Kriterien sind laut Stadt, dass nach der Umwand­lung zu weni­ge Park­plät­ze übrig blie­ben, die neu­en Rad­stell­plät­ze zu wenig genutzt wür­den oder dass aus bau­li­chen Grün­den kei­ne Anlehn­bü­gel für die Fahr­rä­der ange­bracht wer­den könnten.
  • Zum Schluss die grau­en Punk­te. Sie gehö­ren zur Kate­go­rie „Sons­ti­ges“ – aber was soll das bedeu­ten? An den grau mar­kier­ten Stel­len sind Vor­schlä­ge zur Umwid­mung ein­ge­gan­gen, die aber noch geprüft wer­den müs­sen. Das will die Stadt jetzt auch so benen­nen; die Bezeich­nung „Sons­ti­ges“ fin­det sie doch etwas irre­füh­rend. (sfo)

Zahlen, bitte. 

In Müns­ter gibt es 2.038 Stra­ßen. 22 von ihnen sind nach Bischö­fen benannt, wei­te­re 122 nach Pries­tern, Ordens­an­ge­hö­ri­gen, Kir­chen, Klös­tern und Hei­li­gen. Dar­un­ter sind nur eine Hand­voll Frau­en­na­men. Und auch ins­ge­samt sind Frau­en bei der Benen­nung von Stra­ßen­na­men noch stark unter­re­prä­sen­tiert. Rund 600 Stra­ßen sind nach Per­so­nen benannt, 88 davon nach Frau­en. Wie vie­le ande­re Städ­te bemüht sich Müns­ter um ein aus­ge­gli­che­ne­res Geschlech­ter­ver­hält­nis. 19 der 88 Frau­en­na­men wur­den seit Anfang 2020 ver­ge­ben, ins­ge­samt wur­den in dem Zeit­raum 39 Stra­ßen neu benannt.

Quel­le: Stadt Müns­ter

Die Rieselfelder, die Windräder und die Medien

Viel­leicht haben Sie es schon mit­be­kom­men. Die Stadt Gre­ven wür­de ger­ne mehr Wind­rä­der auf ihrem Gebiet ermög­li­chen. Dage­gen weh­ren sich Naturschützer:innen von der Bio­lo­gi­schen Sta­ti­on in den Rie­sel­fel­dern, weil sie Gefah­ren für die Vögel aus dem Schutz­ge­biet befürch­ten. Das ist, in aller Kür­ze, die Geschich­te, wie sie in den West­fä­li­schen Nach­rich­ten stand und wie sie auch der WDR erzählt hat. Bei­de Medi­en haben die geschil­der­te Aus­ein­an­der­set­zung in ihren Titeln noch stär­ker zuge­spitzt: „Bio­lo­gi­sche Sta­ti­on besorgt: Rie­sel­fel­der in Gefahr?“ steht über dem Arti­kel der West­fä­li­schen Nach­rich­ten, der WDR-Bei­trag heißt „Wind­kraft ver­sus Naturschutzgebiet“.

Sol­che Kon­flik­te gibt es nicht nur im Müns­ter­land, son­dern in vie­len Regio­nen. Und allein des­halb ist es pro­ble­ma­tisch, wenn nur die loka­le Debat­te abge­bil­det wird, ohne sie in grö­ße­re Zusam­men­hän­ge ein­zu­ord­nen. Ich wer­de das in die­sem Text ver­su­chen. Ich habe wäh­rend mei­ner Recher­che mit Ver­ant­wort­li­chen in Gre­ven und der Stein­fur­ter Kreis­ver­wal­tung, einem Lokal­po­li­ti­ker und einem Ver­tre­ter der Bio­lo­gi­schen Sta­ti­on gespro­chen, Stu­di­en gele­sen und Sta­tis­ti­ken zusam­men­ge­tra­gen. Und das schon mal vor­ab: Ich wer­de Ihnen kei­ne kla­re Lösung prä­sen­tie­ren kön­nen, denn das Dilem­ma ist eben noch deut­lich ver­zwick­ter, als es durch die rein loka­le Bril­le aus­se­hen mag.

Gutachten: Greven kann nicht nichts tun

Schau­en wir erst ein­mal nach Gre­ven, denn schon da ist die Lage nicht so ein­deu­tig, wie es in den Berich­ten von WN und WDR klingt. Dar­in heißt es sinn­ge­mäß: Bis­her gab es nur einen Bereich für Wind­rä­der, eine soge­nann­te Kon­zen­tra­ti­ons­zo­ne am Voss­kot­ten im süd­west­li­chen Stadt­ge­biet. Und nun will die Stadt die­se Kon­zen­tra­ti­ons­zo­ne auf­he­ben und Wind­kraft in allen Außen­be­rei­chen ermöglichen.

Was nicht erwähnt wird: Es gibt ein Gut­ach­ten, laut dem die Stadt den Sta­tus quo eigent­lich gar nicht bei­be­hal­ten kann. Denn sol­che Kon­zen­tra­ti­ons­zo­nen, die Wind­kraft­an­la­gen in bestimm­ten Berei­chen erlau­ben und in ande­ren ver­bie­ten, wer­den immer häu­fi­ger vor Gerich­ten ange­foch­ten. Etwa von Unter­neh­men oder ande­ren Investor:innen, die außer­halb der Kon­zen­tra­ti­ons­flä­chen Wind­rä­der auf­stel­len möchten.

Die sei­en oft mit ihren Kla­gen erfolg­reich, sagt mir Rolf Win­ters vom Umwelt- und Pla­nungs­amt beim Kreis Stein­furt, das für die Prü­fung neu­er Wind­kraft­pro­jek­te zustän­dig ist. Die Flä­chen­nut­zungs­plä­ne, in denen die Kon­zen­tra­ti­ons­zo­nen fest­ge­schrie­ben sind, sei­en manch­mal inhalt­lich und häu­fig auch for­mal feh­ler­haft. Eine Kom­mu­ne kön­ne zwar ver­su­chen, Form­feh­ler zu behe­ben, aber auch dann sei­en die Flä­chen­nut­zungs­plä­ne oft nicht rechts­si­cher. Sie könn­ten also gleich wie­der ange­foch­ten wer­den, mit eini­ger Aus­sicht auf Erfolg. Laut dem Gut­ach­ten, das der Stadt­pla­ner Micha­el Ahn vom Büro Wol­ters­Part­ner für die Stadt Gre­ven erstellt hat, ver­such­ten seit 2013 genau 25 Städ­te in Nord­rhein-West­fa­len, Form­feh­ler durch neue Pla­nung zu behe­ben. Alle neu­en Plä­ne wur­den spä­ter für unwirk­sam erklärt.

„Bürgerwind Greven“ will selbst Windräder bauen

In bei­den Fäl­len – Sta­tus quo bei­be­hal­ten oder einen neu­en Plan ver­su­chen – bestün­de für die Stadt und die Bürger:innen die Gefahr, dass ein Unter­neh­men mit gro­ßem Bud­get für sol­che Pro­jek­te (und teu­re Pro­zes­se) vor Gericht durch­setzt, dass es in Gre­ven außer­halb der Kon­zen­tra­ti­ons­zo­ne Wind­rä­der auf­stel­len darf. Eine Gefahr sei das des­halb, weil sol­che gro­ßen Investor:innen einem regio­na­len Vor­ha­ben zuvor­kom­men könn­ten, sagt Hen­ning Brock­feld, Grü­nen-Rats­herr im Gre­ve­ner Stadt­rat und Vor­sit­zen­der des Umwelt­aus­schus­ses. Bür­ger­wind Gre­ven steht in den Start­lö­chern, um auf den neu frei­ge­ge­be­nen Flä­chen im Außen­be­reich Wind­rä­der zu bau­en, an denen die Men­schen aus der Stadt mit­ver­die­nen sollen.

Aus Sicht der Stadt­spit­ze und der Poli­tik in Gre­ven besteht also Hand­lungs­be­darf, aus juris­ti­schen Grün­den und wirt­schaft­li­chen Inter­es­sen. Und die­ser Umstand kommt weder im Müns­ter-Lokal­teil der West­fä­li­schen Nach­rich­ten noch im WDR-Bei­trag vor. Statt­des­sen kommt beim WDR der Vogel­schüt­zer Micha­el Haren­gerd zu Wort, der das Vor­ha­ben der Stadt „nicht ver­steht“, so sagt es der WDR-Spre­cher. Der WN-Text beginnt mit dem Satz „Vogel­schwär­me und Wind­rä­der ver­tra­gen sich nicht“. Und damit sind wir bei der zwei­ten wich­ti­gen Fra­ge, die sowohl der Zei­tungs- als auch der Fern­seh­bei­trag ver­kürzt beant­wor­ten: War­um genau kri­ti­sie­ren die Vogel­schüt­zer die Wind­kraft­plä­ne eigentlich?

Die Flugrouten der Blässgänse

Jeden­falls nicht, weil die Wind­rä­der „die Rie­sel­fel­der“ oder „das Natur­schutz­ge­biet“ als sol­ches bedro­hen, wie es die Über­schrif­ten bei­der Berich­te andeu­ten. Aller­dings leben in den Rie­sel­fel­dern eini­ge Vogel­ar­ten, die von dort täg­lich ins Natur­schutz­ge­biet Brüs­ken­hei­de im angren­zen­den Kreis Waren­dorf pen­deln, sagt mir Micha­el Haren­gerd in einem Tele­fo­nat. Das sei­en vor allem Bläss­gän­se, aber auch meh­re­re Enten­ar­ten. Außer­dem gebe es in Telg­te wei­te­re Brut­ge­bie­te, es gehe also nicht nur um die Vögel der Rie­sel­fel­der. All die­se Tie­re könn­ten in die Rotor­blät­ter der Wind­rä­der gera­ten und sterben.

Sie kön­nen sich auf die­ser Kar­te anschau­en, um wel­che Flä­chen es geht. Zur Ori­en­tie­rung: Grau unter­legt sind Wohn­ge­bie­te, die nicht für Wind­kraft­an­la­gen in Fra­ge kom­men. Die brei­ten dun­kel­blau­en Strei­fen sind die Ein­flug­schnei­sen des Flug­ha­fens Münster/Osnabrück, die aus Sicher­heits­grün­den eben­falls aus­schei­den: Die Flä­chen müs­sen frei blei­ben für den Fall, dass Pilot:innen den Flug­ha­fen auf Sicht anflie­gen müs­sen. Die klei­nen dun­kel­blau­en Punk­te mit hell­blau­er Umran­dung sind Hof­s­tel­len, zu denen unter ande­rem wegen Lärm­schut­zes Abstand vor­ge­schrie­ben ist. Ins­ge­samt blei­ben nicht vie­le Flä­chen übrig, die über­haupt in Fra­ge kom­men: haupt­säch­lich die wei­ßen Fle­cken im Osten des Stadt­ge­bie­tes. Und die unte­re wei­ße Flä­che (die grö­ße­re) soll aus Sicht von Micha­el Haren­gerd auch aus­ge­schlos­sen wer­den, eben weil dort die Bläss­gän­se auf dem Weg in die Brüs­ken­hei­de vorbeikommen.

Wo Windräder nicht stehen sollten

Hoch­rech­nun­gen zufol­ge kom­men etwa 100.000 Vögel pro Jahr durch Wind­rä­der zu Tode. Man­che Schät­zun­gen gehen von 10.000 bis 100.000 Tie­ren aus, ande­re von bis zu 200.000 (hier steht es genau­er). Kei­ne uner­heb­li­chen Unter­schie­de, aber man bekommt eine Vor­stel­lung von der Grö­ßen­ord­nung. Um töd­li­che Kol­li­sio­nen zu ver­mei­den, sol­len Wind­rä­der in bestimm­ten Abstän­den zu Schutz­ge­bie­ten ste­hen, bestimm­te Flug­kor­ri­do­re sind ganz frei­zu­hal­ten. So steht es im soge­nann­ten Hel­go­län­der Papier, in dem Emp­feh­lun­gen der Län­der­ar­beits­ge­mein­schaft der Vogel­schutz­war­ten zusam­men­ge­tra­gen sind. Je nach Vogel­art und Höhe des Wind­ra­des sol­len zwi­schen 1.200 und 2.000 Meter Abstand zwi­schen Wind­rad und einem Euro­päi­schen Vogel­schutz­ge­biet lie­gen – ein sol­ches Schutz­ge­biet sind die Rie­sel­fel­der. Zu Schlaf­plät­zen von Gän­sen und eini­gen ande­ren Vogel­ar­ten wer­den 1.000 Meter Abstand emp­foh­len, „Haupt­flug­kor­ri­do­re“ sol­len frei­ge­hal­ten werden.

Und hier kom­men wir zurück zum Kon­flikt in Gre­ven. Die Stadt­ver­wal­tung und Hen­ning Brock­feld sagen mir: Auch wenn die Kon­zen­tra­ti­ons­zo­ne auf­ge­ho­ben wird (was jetzt erst ein­mal geprüft wird und wahr­schein­lich Ende des Jah­res pas­sie­ren könn­te, sofern der Rat dafür stimmt), kön­nen ja nicht sofort über­all Wind­rä­der auf­ge­stellt wer­den. Für jede Anla­ge muss ein Antrag gestellt wer­den, der dann eine Ein­zel­fall­prü­fung durch­läuft, und zu der gehört auch eine arten­schutz­recht­li­che Prü­fung. Dabei wer­de für jedes geplan­te Wind­rad auch unter­sucht, ob es auf einer Flug­rou­te der hei­mi­schen Vögel liegt und zur Gefahr wer­den kann. Hen­ning Brock­feld berich­tet mir, laut dem Gut­ach­ter könn­ten dann zum Bei­spiel Klein­flug­zeu­ge den Vögeln fol­gen, um die Flug­we­ge genau zu bestimmen.

Micha­el Haren­gerd bezwei­felt, dass Investor:innen und die Ver­ant­wort­li­chen bei Stadt und Kreis so genau hin­schau­en wür­den. „Davon glau­be ich kein Wort“, sagt er kurz und knapp in unse­rem Gespräch. „In die Schnei­sen sol­len über­haupt kei­ne Wind­rä­der gebaut wer­den.“ Sobald jemand einen sol­chen Antrag stel­le, wer­de die Bio­lo­gi­sche Sta­ti­on dage­gen klagen.

Das Lokale im Zusammenhang

An die­ser Stel­le ist die loka­le Geschich­te erst ein­mal zu Ende. Die Stadt Gre­ven wird jetzt die Auf­he­bung des Flä­chen­nut­zungs­plans vor­be­rei­ten, also irgend­wann ent­spre­chen­de Unter­la­gen aus­le­gen, damit sich Bürger:innen, Ver­bän­de und ande­re Inter­es­sen­grup­pen äußern kön­nen. Und dann wird die Aus­ein­an­der­set­zung zwi­schen der Stadt und der Bio­lo­gi­schen Sta­ti­on ziem­lich sicher weitergehen.

Wir neh­men uns jetzt aber noch einen Moment Zeit für den grö­ße­ren Zusam­men­hang. Und für die Fra­ge, war­um es pro­ble­ma­tisch ist, wenn er in der loka­len Bericht­erstat­tung fehlt.

Ich hat­te oben geschrie­ben, dass schät­zungs­wei­se 100.000 Vögel pro Jahr durch Wind­rä­der ster­ben. Dazu muss man natür­lich sagen: Je mehr Wind­rä­der es gibt, des­to mehr Vögel wer­den sie in Gefahr brin­gen. Es ist ver­ständ­lich, wenn Vogelschützer:innen ver­su­chen, das über­all dort zu ver­hin­dern, wo es mög­lich ist. Aber es ist ein Pro­blem, wenn Medi­en die­sen Kon­flikt so ver­kür­zen, dass der Ein­druck ent­steht: Na gut, dann bau­en wir bes­ser kei­ne Wind­rä­der, da ster­ben ja hun­dert­tau­sen­de Vögel.

Zum einen, weil Men­schen in sehr vie­len ande­ren Lebens­be­rei­chen in Kauf neh­men, dass viel mehr Vögel ster­ben. Das soll nicht bedeu­ten, dass es auf die Tode durch Wind­kraft dann auch nicht mehr ankommt. Aber um eine Sache zu beur­tei­len, soll­te man ein voll­stän­di­ges Bild anschau­en, nicht nur einen Aus­schnitt. Mehr als 100 Mil­lio­nen Vögel pro Jahr ster­ben an Glas­schei­ben, nur in Deutsch­land. Etwa 70 Mil­lio­nen im Stra­ßen- und Bahn­ver­kehr. 1,5 bis 2,8 Mil­lio­nen Vögel ster­ben jähr­lich an Strom­lei­tun­gen (alle Zah­len fin­den Sie hier). Dar­über hin­aus brin­gen Land- und Forst­wirt­schaft die Bestän­de in Gefahr, weil zu weni­ge Jung­vö­gel erwach­sen wer­den; es gibt nicht genug Brut­flä­chen oder schlicht nicht genug Futter.

Nach wel­chen Kri­te­ri­en ent­schei­det man also, wo man das Vogel­ster­ben in Kauf nimmt – bezie­hungs­wei­se, war­um man es aus­ge­rech­net bei den Wind­rä­dern nicht in Kauf nimmt, wohl aber bei unse­rer Art zu woh­nen, zu arbei­ten oder uns fort­zu­be­we­gen? Das Dilem­ma ist groß, und es ist sehr unbequem.

„Politische Großwetterlage“

Und es wird nicht ein­fa­cher, wenn man ein­be­zieht, war­um die Stadt Gre­ven (und vie­le ande­re Städ­te) über­haupt neue Flä­chen für Wind­kraft schaf­fen möch­te. Im WDR-Bei­trag heißt es recht neu­tral, Gre­ven wol­le ange­sichts „des Kli­ma­wan­dels und der Ukrai­ne-Kri­se“ sei­nen Bei­trag leis­ten. Die West­fä­li­schen Nach­rich­ten schrei­ben: „Auch die poli­ti­sche Groß­wet­ter­la­ge, so die bei­den Vogel­schüt­zer wei­ter, mache ihnen das Leben schwer. Immer häu­fi­ger wür­den Kli­ma­schutz und Ener­gie­si­cher­heit gegen den Natur­schutz ausgespielt.“

„Die poli­ti­sche Groß­wet­ter­la­ge“, das klingt nach einem poli­ti­schen Trend, der sich auch wie­der ändern könn­te. Es klingt nach will­kür­li­chen Ent­schei­dun­gen. Wor­um es tat­säch­lich geht: Deutsch­land und der Rest der Welt haben nur noch ein paar Jah­re Zeit, um eine rie­si­ge Trans­for­ma­ti­on in Gang zu set­zen, zum Bei­spiel die Ener­gie­wen­de. Auch das macht die Vögel in den Rie­sel­fel­dern nicht egal, aber es gehört zur Debat­te, die Medi­en ange­mes­sen abbil­den soll­ten. Was die Kli­ma­kri­se anrich­ten wird, ist jetzt schon in Indi­en und Paki­stan zu beob­ach­ten: In einer enor­men Hit­ze­wel­le sind etli­che Men­schen gestor­ben. Und wie unter ande­rem die Tages­schau berich­tet, sind Vögel vom Him­mel gefal­len, weil sie voll­kom­men dehy­driert waren.

Die Debat­te um die Wind­kraft wird gera­de auch auf Bun­des­ebe­ne geführt: Die Bun­des­re­gie­rung will einen neu­en Geset­zes­ent­wurf vor­le­gen, der den Wind­kraft­aus­bau ver­ein­fa­chen soll. Hier hat das Umwelt­mi­nis­te­ri­um vor­ab ein soge­nann­tes Eck­punk­te­pa­pier dazu ver­öf­fent­licht. Dar­in steht, das neue Gesetz sol­le den Ziel­kon­flikt zwi­schen Ener­gie­wen­de und Arten­schutz auf­lö­sen. Die Auf­lö­sung sieht offen­bar unter ande­rem vor, dass die oben beschrie­be­nen Abstän­de zwi­schen Wind­rä­dern und Vogel­ge­bie­ten ver­klei­nert wer­den sol­len. So berich­te­te es die­se Woche der Spie­gel, der einen Ent­wurf für die Geset­zes­än­de­run­gen bekom­men hat. Die Über­schrift des Spie­gel-Arti­kels lau­tet: „Die Vögel zie­hen den Kür­ze­ren.“ (cbu)

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Korrekturen

+++ Im RUMS-Brief am Diens­tag hat­ten wir aus Ver­se­hen die Wör­ter „Ver­kehrs­flug­ha­fen“ und „Ver­kehrs­lan­de­platz“ syn­onym ver­wen­det. Im ers­ten Sze­na­rio wür­de der Flug­ha­fen Münster/Osnabrück zu einem Ver­kehrs­lan­de­platz her­ab­ge­stuft. Wir haben das im Text kor­ri­giert. (rhe)

+++ Im sel­ben Brief hat­ten wir auch die Stadt­tei­ler­kun­dung „Gesund­heit in der nach­hal­ti­gen Stadt Müns­ter“ ange­kün­digt und geschrie­ben, das sei eine Ver­an­stal­tung des Han­sa­fo­rums. Tat­säch­lich ist es ein Ange­bot von Stadt und Gesund­heits­fo­rum. (cbu)

Corona-Update

+++ Die Stadt mel­de­te heu­te 439 Neu­in­fek­tio­nen mit dem Coro­na­vi­rus in den letz­ten 24 Stun­den. Laut Robert-Koch-Insti­tut liegt die offi­zi­el­le Wochen­in­zi­denz in Müns­ter bei 434 Anste­ckun­gen pro 100.000 Einwohner:innen in den letz­ten sie­ben Tagen. 2.599 Per­so­nen gel­ten heu­te als nach­weis­lich infi­ziert. Laut dem bun­des­wei­ten Inten­siv­re­gis­ter wer­den in Müns­ter fünf Men­schen auf der Inten­siv­sta­ti­on behan­delt, zwei von ihnen müs­sen beatmet wer­den. (ast)

+++ Am Don­ners­tag war die Inzi­denz in Müns­ter von 369 auf 484 gesprun­gen. Wir haben bei der Stadt nach­ge­fragt, ob es einen gro­ßen Aus­bruch gibt. Das scheint nicht der Fall zu sein, die Stadt geht aber von einem „dif­fu­sen“ Infek­ti­ons­ge­sche­hen aus, das im gan­zen Müns­ter­land zu beob­ach­ten sei. Auch die Nach­mel­dun­gen des Pfingst­wo­chen­en­des spiel­ten eine Rol­le. Zwar wür­den seit dem 7. April kei­ne flä­chen­de­cken­den Schnell­ty­pi­sie­run­gen der Vari­an­ten mehr gemacht, weil die­se unter ande­rem nicht mehr ver­gü­tet wer­den. Aber Stich­pro­ben zei­gen seit eini­gen Wochen, dass sich der Anteil der neu­en Omi­kron-Vari­an­te BA.5 jeweils inner­halb einer Woche auf nied­ri­gem Niveau (rund 5 Pro­zent) ver­dop­pelt, so die Pres­se­stel­le der Stadt. (ast)

+++ Und dann gibt es auch noch einen ande­ren Erre­ger, der gera­de umgeht: Am Mitt­woch hat das Uni­kli­ni­kum einen drit­ten Affen­po­cken­fall in Müns­ter bestä­tigt. Das berich­ten die West­fä­li­schen Nach­rich­ten. Der Infi­zier­te habe engen Kon­takt zum ers­ten Pati­en­ten gehabt, des­sen Anste­ckung Ende Mai bekannt wur­de. Pati­ent Num­mer drei befin­de sich in häus­li­cher Qua­ran­tä­ne und habe kei­ne Kon­takt­per­so­nen gehabt. Ins­ge­samt haben sich deutsch­land­weit bis­her 165 Men­schen mit Affen­po­cken ange­steckt, mel­det das Robert-Koch-Insti­tut.

Weil sich die Affen­po­cken unge­wöhn­lich schnell ver­brei­ten, emp­fiehlt die Stän­di­ge Impf­kom­mis­si­on (Sti­ko) seit ges­tern allen Ange­hö­ri­gen der Risi­ko­grup­pen eine Imp­fung mit dem Prä­pa­rat Imv­anex. Das betrifft zum einen Labor­per­so­nal, das mit Viruspro­ben arbei­tet, zum ande­ren „Män­ner, die gleich­ge­schlecht­li­chen sexu­el­len Kon­takt mit wech­seln­den Part­nern haben.“ (Ent­schul­di­gen Sie bit­te die ver­klau­su­lier­te For­mu­lie­rung, das hat einen Grund.) War­um die Sti­ko die Pocken­imp­fung nicht allen Men­schen mit wech­seln­den Geschlechtspartner:innen emp­fiehlt, erklärt sie mit den Infek­ti­ons­ket­ten, die sich bis­her nur bei Män­nern nach­ver­fol­gen lie­ßen, die Sex mit Män­nern haben. (sfo)

Ein-Satz-Zentrale

+++ Die Stadt will den Ein­satz von soge­nann­ten Body­cams tes­ten, also von Kame­ras, die Polizist:innen bei der Arbeit am Kör­per tra­gen. (West­fä­li­sche Nach­rich­ten)

+++ Wei­te­re vier der 13 Kegel­brü­der, die auf Mal­lor­ca unter Ver­dacht stan­den bezie­hungs­wei­se ste­hen, für den Brand in einer Bar ver­ant­wort­lich zu sein, sind aus der Haft ent­las­sen, acht noch nicht. (Bild)

+++ Die Stadt will die vier Sitz­bän­ke am Ein­gang des Haupt­bahn­hofs abmon­tie­ren, weil sich Bahn­rei­sen­de dar­über beschwert haben, dass sie von den Leu­ten, die auf der Bank sit­zen, beläs­tigt wor­den sein sol­len. (Stadt Müns­ter)

+++ Die Stadt hat unter­sucht, wie gut Müns­ter auf Fuß­ver­kehr ein­ge­stellt ist und stellt nun den Abschluss­be­richt vor. (Stadt Müns­ter)

+++ Die Pfle­ge-Aus­zu­bil­den­den strei­ken an der Uni­kli­nik, weil sie mit den Aus­bil­dungs­be­din­gun­gen unzu­frie­den sind. (West­fä­li­sche Nach­rich­ten)

+++ Das Ord­nungs­amt will die Initia­ti­ve „Zukunfts­werk­statt Kreuz­vier­tel“ dabei beglei­ten, Schrott­rä­der ein­zu­sam­meln, nach­dem eine ers­te pri­va­te Sam­mel­ak­ti­on für Ärger im Vier­tel gesorgt hat­te. (West­fä­li­sche Nach­rich­ten)

+++ Das Ver­wal­tungs­ge­richt Müns­ter hat 1,3 Kilo­me­ter des alten Pro­zes­si­ons­wegs nach Telg­te unter Denk­mal­schutz gestellt und damit den Aus­bau der B51 vor­erst gestoppt, den das Land Nord­rhein-West­fa­len womög­lich eh abbre­chen woll­te. (WDR)

+++ Jugend­amts­lei­te­rin Sabi­ne Tro­ckel hat den Eltern von Kita-Kin­dern einen Brief über den Per­so­nal­not­stand geschrie­ben und sie dar­auf vor­be­rei­tet, dass es noch schlim­mer wird. (West­fä­li­sche Nach­rich­ten)

+++ Das Schlaun-Gym­na­si­um will unbe­dingt nach Grem­men­dorf zie­hen. (West­fä­li­sche Nach­rich­ten)

+++ Die CDU ärgert sich, dass die Fahrt­kos­ten fürs Schul­schwim­men nicht mehr über­nom­men wer­den. (Frak­ti­on CDU Müns­ter)

+++ Der LWL-Land­schafts­aus­schuss hat heu­te als letz­tes poli­ti­sches Gre­mi­um den Skulp­tur Pro­jek­ten 2027 zuge­stimmt. (Stadt Müns­ter)

+++ Pedel­ecs und Fahr­ra­d­ak­kus sind in der Fahr­rad­dieb­stahl­sze­ne offen­bar das nächs­te gro­ße Ding. (Poli­zei Müns­ter)

Unbezahlte Werbung

Die Flei­sche­rei Erpen­beck an der Dort­mun­der Stra­ße gilt inof­fi­zi­ell als die wohl am bes­ten bewach­te Flei­sche­rei Deutsch­lands. Man mun­kelt, die hal­be Poli­zei, Feu­er­wehr und Ret­tungs­kräf­te in Müns­ter holen sich hier ihr Früh­stück. Vor ein paar Jah­ren wur­de die Flei­sche­rei vom Nord­wal­der Betrieb Hid­ding über­nom­men, wird aber nach bewähr­tem Prin­zip wei­ter­ge­führt. Beson­ders beliebt sind die Mett­bröt­chen von Erpen­beck – und das nicht nur bei Müns­ters Sicherheitskräften.

Hier fin­den Sie alle unse­re Emp­feh­lun­gen. Soll­te Ihnen ein Tipp beson­ders gut gefal­len, tei­len Sie ihn ger­ne ein­fach über den Link.

Drinnen und Draußen 

Eva Strehlke hat für Sie geschaut, was in den nächs­ten Tagen los ist. Das hier sind ihre Empfehlungen:

+++ Klei­ne Kon­zer­te unter frei­em Him­mel an der Pro­me­na­de, kurz: Grün­flä­chen-Unter­hal­tung. Mor­gen ab 15 Uhr geht’s los (Ende: 18 Uhr). Das Pro­gramm fin­den Sie hier.

+++ Mor­gen ab 12 Uhr star­tet das Dock­lands-Fes­ti­val am Hawerkamp: elek­tro­ni­sche Musik auf drei Open-Air-Büh­nen und After­show­par­tys an meh­re­ren Orten. Das gan­ze Pro­gramm und Rest­kar­ten gibt es online und mit etwas Glück viel­leicht auch noch vor Ort. 

+++ Ein ande­res Fes­ti­val – das Spe­renz­ken in Ahaus – beginnt schon heu­te. Dort läuft etwas ande­re Musik als am Hawerkamp. Für den heu­ti­gen Punk­rock-Frei­tag gibt’s vor Ort höchs­tens noch Rest­kar­ten. Für den mor­gi­gen Pop­rock-Sams­tag mit Head­liner Kapel­le Petra und auch für den Fami­li­en-Sonn­tag gibt’s hier noch ein paar Tickets.

+++ Die Volks­hoch­schu­le Müns­ter bie­tet im Moment ein „Zukunfts­di­plom“ für Kin­der im Alter von 6 bis 12 Jah­ren an. Infos zur Anmel­dung und das Pro­gramm fin­den Sie hier.

+++ Mor­gen pro­tes­tiert das Bünd­nis „Kei­nen Meter den Nazis“ ab 9:30 Uhr vor dem LWL-Lan­des­haus an der Waren­dor­fer Stra­ße. Das Bünd­nis ruft zum Pro­test gegen den soge­nann­ten Frau­en­kon­gress auf, der nichts mit Gleich­be­rech­ti­gung und Femi­nis­mus zu tun hat. Im Gegen­teil: Orga­ni­siert wird das Gan­ze von der AfD, die eine rech­te Influencer:innen-Gruppe ein­ge­la­den hat, die mit der völ­kisch gesinn­ten Iden­ti­tä­ren Bewe­gung ver­bun­den ist. Wenn Sie mehr erfah­ren wol­len über die Zusam­men­ar­beit von Rechts­ra­di­ka­len und Influencer:innen, schau­en Sie doch ein­mal hier vorbei.

+++ Falls Sie sich heu­te Abend auf den Weg nach Sen­den machen woll­ten, um sich im Cabrio-Bad die Kon­zer­te von „Home to Paris“ und „The Pla­ne­to­ids“ anzu­se­hen: Die Ver­an­stal­tung fällt lei­der aus. 

+++ Und ganz kurz­fris­tig, zur Erin­ne­rung: Das LWL-Muse­um am Dom­platz ist heu­te bis Mit­ter­nacht offen. Ein­tritt frei. Das Pro­gramm fin­den Sie hier.

Am Diens­tag schreibt Ihnen Ralf Hei­mann. Ich wün­sche Ihnen ein schö­nes Wochenende.

Herz­li­che Grü­ße
Con­stan­ze Busch

Mit­ar­beit: Sebas­ti­an Fob­be, Jan Gro­ße Nobis, Ralf Hei­mann, Eva Strehlke, Anto­nia Strot­mann
Lek­to­rat: Mela­nie Kelter

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PS

Mor­gen ist Vier­tel­fest (sprich: 4telfest) in Mau­ritz-West, also rund um die Waren­dor­fer Stra­ße. Wir sind dort ab 10 Uhr auch mit einem Stand dabei. Von 11 bis 12 Uhr ste­hen unse­re Mit­grün­der Götz Grom­mek und Chris­ti­an Hum­borg am Stand, den Rest des Tages immer mal wie­der ande­re aus unse­rem Team. Den RUMS-Stand fin­den Sie an der Ecke Waren­dor­fer Straße/Oststraße. Kom­men Sie vor­bei, wir freu­en uns!