Corona an Schulen: Stadt nennt endlich Zahlen | Adventskalender mit RUMS und Bier | Neuer RUMS-Beitrag

Müns­ter, 27. Novem­ber 2020

Guten Tag,

für Lehr­kräf­te, Schüler:innen und Eltern hat­te die Stadt ges­tern eine gute Nach­richt: Die Schu­len in Müns­ter schei­nen kei­ne Coro­na-Hot­spots zu sein. Rund 50 Schüler:innen und sie­ben Lehr­kräf­te wur­den in den ers­ten drei Novem­ber­wo­chen posi­tiv getes­tet, in Qua­ran­tä­ne befan­den sich in die­sem Zeit­raum etwa 1.500 Schüler:innen sowie rund 70 Lehr­kräf­te. Gemes­sen an den 51.513 Kin­dern und Jugend­li­chen, die Müns­ters Schu­len besu­chen, sei­en die Infek­ti­ons­zah­len aber gering, schreibt die Stadt in einer Pres­se­mit­tei­lung.

Es stimmt: Die Zah­len deu­ten nicht dar­auf hin, dass es in den Schu­len beson­ders vie­le Infek­tio­nen gibt. Vie­le Betei­lig­te hät­ten sich die­se beru­hi­gen­de Nach­richt aller­dings schon viel frü­her gewünscht, spä­tes­tens in der ver­gan­ge­nen Woche.

Digitale Daten – Auswertung nicht möglich

Ein kur­zer Rück­blick: RUMS hat­te Mit­te Okto­ber bei der Stadt ange­fragt, wie vie­le Schüler:innen und Lehr­kräf­te infi­ziert und in Qua­ran­tä­ne sei­en. Auf mehr­fa­che Nach­fra­ge teil­te das Pres­se­amt uns Anfang Novem­ber mit, es kön­ne kei­ne Anga­ben zu den Qua­ran­tä­ne­fäl­len von Lehr­per­so­nal und Schü­ler­schaft schi­cken. Die Fäl­le „müss­ten von Mit­ar­bei­ten­den im Gesund­heits­amt hän­disch sor­tiert und dann ein­zeln gezählt wer­den“, das sei ange­sichts des Infek­ti­ons­ge­sche­hens „der­zeit lei­der nicht zu leisten“.

Das klingt, als müss­ten die Leu­te im Gesund­heits­amt Zet­tel aus Ord­nern her­aus­su­chen. Ganz so schlimm ist es aber nicht, wie wir vom Pres­se­amt erfah­ren haben. Die Stadt erfasst die Daten digi­tal und über­mit­telt die über die Soft­ware „Surv­Net“ an das Robert-Koch-Insti­tut (RKI) sowie Behör­den auf Lan­des- und Bun­des­ebe­ne. Die Fäl­le mit Schlag­wor­ten zu ver­se­hen und anschlie­ßend sta­tis­tisch aus­wer­ten zu las­sen, ist mit der Soft­ware aller­dings offen­bar nicht mög­lich – nach einem Drei­vier­tel­jahr Pan­de­mie im 21. Jahr­hun­dert eigent­lich kaum zu fassen.

Dass das Gesund­heits­amt unter die­sen Vor­aus­set­zun­gen Anfang Novem­ber kei­ne Sta­tis­tik erstel­len konn­te, ist aber nach­voll­zieh­bar. Zu die­sem Zeit­punkt lag die Zahl der Neu­in­fek­tio­nen pro 100.000 Men­schen in den ver­gan­ge­nen sie­ben Tagen (Sie­ben-Tage-Inzi­denz) in Müns­ter über 100, in der ers­ten Novem­ber­wo­che kamen jeden Tag zwi­schen 34 und 65 Neu­in­fek­tio­nen hin­zu. All die­se Men­schen und hun­der­te Kon­takt­per­so­nen muss­te die Stadt ermit­teln und benach­rich­ti­gen. Da blieb wahr­schein­lich wirk­lich kei­ne Zeit, Fäl­le zu den Schu­len her­aus­zu­su­chen und zusammenzuzählen.

Bezirksregierung gibt irritierende Tipps

Eltern, Schüler:innen und Lehrer:innen mach­ten sich natür­lich den­noch Sor­gen, und nicht nur wir, son­dern auch unse­re Kolleg:innen von den West­fä­li­schen Nach­rich­ten frag­ten wei­ter nach, wie es an den Schu­len denn jetzt aus­sieht. Die Bezirks­re­gie­rung nahm das gro­ße öffent­li­che Inter­es­se zum Anlass, den Schul­lei­tun­gen eini­ge – vor­sich­tig for­mu­liert – irri­tie­ren­de Tipps für ihre Coro­na-Kom­mu­ni­ka­ti­on an die Hand zu geben.

„Nach­fra­gen sind für Sie eine gute Gele­gen­heit, Ihre Schu­le posi­tiv dar­zu­stel­len“, heißt es in dem Merk­blatt, das unter ande­rem beim WDR gelan­det ist. „Eltern, die in Sor­ge um ihre Kin­der sind, Lokalpolitiker:innen unter Druck und nicht zuletzt Ihre Kolleginnen/en wol­len nicht hören, dass Sie Zwei­fel haben – son­dern, dass Ihre Schu­le ein siche­rer Ort ist! Ent­spre­chend soll­ten Sie die­se Bot­schaft verstärken.“

Mit die­sen Tipps schoss die Bezirks­re­gie­rung ein kom­mu­ni­ka­ti­ves Eigen­tor, inzwi­schen berich­ten schon über­re­gio­na­le Medi­en über das Papier. Kein Wun­der. Die­se Sät­ze klin­gen doch ziem­lich nach Schön­re­de­rei und vor allem nach Bevor­mun­dung. Eltern, die in Sor­ge um ihre Kin­der sind, wol­len ja schließ­lich nicht ein­fach beru­higt wer­den, als wären sie selbst klei­ne Kin­der. Mit­ten in einer bedroh­li­chen und irgend­wie immer noch kaum begreif­ba­ren Pan­de­mie wol­len sie wis­sen, wie groß das Risi­ko ist, dass ihre Söh­ne und Töch­ter sich in der Schu­le anste­cken. Anfang die­ser Woche for­der­te die Stadt­el­tern­schaft, die Stadt möge doch bit­te end­lich über die Infek­ti­ons­zah­len an den Schu­len infor­mie­ren, und zwar ab jetzt wöchent­lich. Jetzt muss das Gesund­heits­amt sich doch die Mühe machen, die Fäl­le zusammenzutragen.

Luftfiltergeräte stören nicht

Der Voll­stän­dig­keit hal­ber hier noch die übri­gen guten Nach­rich­ten von der Stadt: Mit den Luft­fil­ter­ge­rä­ten sei man zufrie­den, sie sei­en auch nicht so laut, dass sie den Unter­richt stö­ren. Klas­sen­buch­ein­trä­ge sind also nicht nötig. Seit dem 12. Novem­ber beginnt der Unter­richt an neun Gym­na­si­en eine hal­be Stun­de spä­ter als üblich, damit die Schul­bus­se nicht so voll sind. Das sei eine logis­ti­sche Her­aus­for­de­rung gewe­sen, funk­tio­nie­re aber im Gro­ßen und Ganzen.

Rein digi­ta­ler oder soge­nann­ter Wech­sel­un­ter­richt, zu dem jeweils nur die Hälf­te einer Klas­se ins Schul­ge­bäu­de kommt, sei für Müns­ter kein The­ma. Die­se Mög­lich­kei­ten sei­en nur für Regio­nen mit einem „dra­ma­ti­sche­ren Infek­ti­ons­ge­sche­hen“ vor­ge­se­hen, also für Städ­te und Krei­se mit einer Inzi­denz von über 200.

Davon ist Müns­ter glück­li­cher­wei­se weit ent­fernt. In den ver­gan­ge­nen sie­ben Tagen beka­men 56,8 von 100.000 Einwohner:innen ein posi­ti­ves Test­ergeb­nis. Damit gilt Müns­ter zwar immer noch als Risi­ko­ge­biet, steht im Ver­gleich zu vie­len ande­ren Städ­ten und Krei­sen in Nord­rhein-West­fa­len aber recht gut da: Hagen mel­det heu­te eine Inzi­denz von 254, Hamm 245. Die schlech­te Nach­richt: Seit Diens­tag sind vier wei­te­re Men­schen aus Müns­ter gestor­ben, die mit dem Coro­na­vi­rus infi­ziert waren, ein 70-jäh­ri­ger und ein 91-jäh­ri­ger Mann sowie zwei 87-jäh­ri­ge Frauen.

Debatte ohne Ende: Wie sicher sind die Schulen?

Noch ein­mal zurück zu den Schu­len und der end­los schei­nen­den Debat­te über die Infek­ti­ons­ri­si­ken. Sind die Schu­len nun sicher – oder trei­ben sie die Pan­de­mie im Gegen­teil sogar an? Die Redak­ti­on „ARD-Fak­ten­fin­der“ hat zu die­ser Fra­ge eini­ge Zah­len und Stu­di­en zusam­men­ge­tra­gen und ana­ly­siert. Das Ergeb­nis deckt sich etwa mit der Ant­wort, die das Robert-Koch-Insti­tut schon vor eini­gen Wochen gege­ben hat­te. Die Schu­len sind weder star­ke Pan­de­mie-Trei­ber noch abso­lut siche­re Orte. Je stär­ker das Infek­ti­ons­ge­sche­hen ins­ge­samt, des­to mehr Fäl­le gibt es eben auch an Schulen.

Und noch ein letz­ter Tipp zum The­ma: Die Zeit hat auf ihrer Inter­net­sei­te einen Rech­ner ver­öf­fent­licht, mit dem Sie das Anste­ckungs­ri­si­ko in Schul­klas­sen, aber auch bei pri­va­ten Weih­nachts­fei­ern ermit­teln kön­nen. Sie kön­nen zum Bei­spiel die Raum­grö­ße und die Anzahl der Per­so­nen ver­än­dern und sehen, wie vie­le Men­schen sich laut Modell­rech­nung bei einem infi­zier­ten Gast anste­cken wür­den. Die Anga­ben sind natür­lich Durch­schnitts­wer­te. Mit viel Glück steckt sich trotz des Risi­kos nie­mand an, mit viel Pech kann eine Fei­er zum Super­sprea­der-Event werden.


In aller Kürze

+++ Das Land­ge­richt Müns­ter hat heu­te das ers­te Urteil im Miss­brauchs­pro­zess gespro­chen. Der 53-jäh­ri­ge Ange­klag­te aus Nor­der­stedt, der im ver­gan­ge­nen Som­mer den Zieh­sohn des Haupt­an­ge­klag­ten aus Müns­ter miss­braucht hat, wur­de zu drei Jah­ren und drei Mona­ten Haft ver­ur­teilt. Wie die West­fä­li­schen Nach­rich­ten berich­ten, hat­te die Staats­an­walt­schaft eine Haft­stra­fe von drei­ein­halb Jah­ren gefor­dert. Das Gericht hielt dem Ange­klag­ten jedoch unter ande­rem zugu­te, dass er die Tat ein­ge­räumt und Anga­ben zu wei­te­ren Beschul­dig­ten gemacht hat­te. Dem min­der­jäh­ri­gen Opfer blieb es des­halb erspart, vor Gericht aus­sa­gen zu müssen.

+++ Erst seit Mon­tag muss­ten alle, die in Müns­ters Schu­len ler­nen und unter­rich­ten, einen Mund-Nasen-Schutz tra­gen. Heu­te hat das Ver­wal­tungs­ge­richt die­se Regel schon wie­der gekippt. Ein Leh­rer hat­te gegen die Ver­fü­gung der Stadt einen Eil­an­trag ein­ge­reicht, dem das Gericht statt­gab. Es sei unver­hält­nis­mä­ßig, dass die Lehr- und Betreu­ungs­kräf­te auch dann eine Mas­ke tra­gen müss­ten, wenn sie einen Min­dest­ab­stand von 1,5 Metern ein­hal­ten kön­nen. Die Infek­ti­ons­zah­len sei­en gesun­ken und deu­te­ten dar­auf hin, dass sich die Lage sta­bi­li­sie­re.
Die Stadt Müns­ter reagier­te umge­hend. Man wer­de gegen das Urteil Beschwer­de ein­le­gen, heißt es in einer Pres­se­mit­tei­lung. „Nach Auf­fas­sung der Stadt zeigt die All­tags­wirk­lich­keit an den Schu­len, dass der Min­dest­ab­stand von 1,50 Metern im Unter­richts­ge­sche­hen zu oft nicht ein­ge­hal­ten wer­den kann. In der Fol­ge wer­den in Müns­ter immer wie­der gan­ze Klas­sen in die Qua­ran­tä­ne geschickt“, schreibt das Pres­se­amt. Die Mas­ken­pflicht blei­be des­halb trotz der gesun­ke­nen Infek­ti­ons­zah­len „der ent­schei­den­de Bau­stein“ des Anti-Corona-Konzepts.

+++ Seit dem Beginn des „Lock­down Light“ am 5. Novem­ber haben Poli­zei und Ord­nungs­amt mehr als 1.000 Ver­stö­ße gegen die Mas­ken­pflicht in der Innen­stadt und rund um den Haupt­bahn­hof fest­ge­stellt. Die Mitarbeiter:innen haben aller­dings kaum Buß­geld­be­schei­de aus­ge­spro­chen, son­dern vor allem auf Auf­klä­rung gesetzt, teilt die Stadt mit. Nur rund 80 Men­schen, die kei­ne Mas­ke tru­gen, wur­den ange­zeigt und muss­ten zwi­schen 50 und 150 Euro Buß­geld zah­len. Dazu kom­men zehn Anzei­gen, weil sich Men­schen aus mehr als zwei Haus­hal­ten getrof­fen haben, hier­für wur­den jeweils 250 Euro Buß­geld fäl­lig. In eben­falls zehn Fäl­len ver­häng­te die Stadt ein Buß­geld von jeweils 500 Euro wegen der ord­nungs­wid­ri­gen Aus­übung der Pro­sti­tu­ti­on. Wei­te­re 15 Anzei­gen erfolg­ten wegen Ver­stö­ßen gegen Hygie­ne­vor­schrif­ten im Gastro­be­reich (1000 bis 2000 Euro).


Drinnen und Draußen

Ich kann es selbst kaum glau­ben, aber heu­te kann ich Ihnen für die nächs­ten Tage gleich zwei loka­le Kul­tur­events ankün­di­gen. Sie fin­den natür­lich aus­schließ­lich online statt. Aber dar­an haben wir uns inzwi­schen ja eini­ger­ma­ßen gewöhnt.

+++ Das Lite­ra­tur­zen­trum in der Burg Hüls­hoff setzt dem heu­ti­gen Shop­ping-Black-Fri­day am Wochen­en­de „Kul­tur statt Kon­sum“ ent­ge­gen. Beim digi­ta­len Mini-Fes­ti­val „Black Satur­day“ kön­nen Sie Lite­ra­tur und Musik von nicht-wei­ßen Künstler:innen hören. Die Lesun­gen und Kon­zer­te sind schon auf­ge­zeich­net wor­den. Sie kön­nen sie zwi­schen 15 Uhr am Sams­tag­nach­mit­tag und 4 Uhr am Sams­tag­mor­gen abru­fen, wenn Sie vor­her ein Ticket für 5 Euro kau­fen. Alle Infor­ma­tio­nen zu Pro­gramm und Anmel­dun­gen fin­den Sie hier.

+++ Wenn Sie sich für Musik und/oder Dunk­le Mate­rie begeis­tern, dann soll­ten Sie am Sonn­tag um 18 Uhr in der Cuba Black Box vor­bei­schau­en. Also auch online, wis­sen Sie ja. Die Sän­ge­rin Anna Stern und der Musi­ker Micha­el Kol­berg spie­len ein ein­stün­di­ges Inter­me­dia-Kon­zert frei nach Gedich­ten ame­ri­ka­ni­scher Lyri­ker, dazu gibt es eine Live-Video­pro­jek­ti­on. Mehr kön­nen Sie hier nach­le­sen, und hier geht’s am Sonn­tag direkt zum Livestream.


Unbezahlte Werbung

Hier geht es heu­te rund, denn ich habe nicht einen, nicht zwei, nein – ich habe gleich drei Tipps für Sie. Und zwar drei sehr schö­ne Advents­ka­len­der, von denen Sie sich einen aus­su­chen kön­nen. Falls Sie genau so ein Weih­nachts­fan sind wie ich, kön­nen Sie natür­lich auch alle nehmen.

  • Hin­ter den Tür­chen des digi­ta­len Adventskalender.ms ver­ste­cken sich zum Bei­spiel Gut­schei­ne und Rabat­te für Lie­fer­diens­te von Gastronom:innen aus Müns­ter, für ein Trai­ning im Fit­ness­stu­dio oder für eine Stun­de Pool Bil­lard. An den Prei­sen erken­nen Sie viel­leicht schon, was die Idee die­ses Kalen­ders ist: Ein gro­ßer Teil des Kauf­prei­ses (der Kalen­der kos­tet 99 Euro) geht an Unter­neh­men, Künstler:innen und Dienstleister:innen, die im Moment kaum oder gar kei­nen Umsatz haben. Zehn Pro­zent wer­den an das Wohn­nest der Lebens­hil­fe gespen­det. Und das Bes­te kommt ja bekannt­lich zum Schluss: Hin­ter einem Tür­chen jedes Kalen­ders ver­birgt sich eines unse­rer ganz neu­en RUMS-Geschenk­abos. Wie Sie die­se Abos bekom­men und ver­schen­ken kön­nen, erzäh­len wir Ihnen in unse­ren nächs­ten Briefen.
  • Auch beim tra­di­tio­nel­len Online-Advents­ka­len­der von der Stadt und dem Ver­ein Bür­ger­netz macht RUMS mit: Ein Geschenk­abo wird ver­lost, wir wün­schen viel Glück!
  • Mein drit­ter Tipp hat lei­der nichts mit RUMS zu tun, aber dafür mit Bier: Der Hai­fisch­bar Bier-Advents­ka­len­der. Die Sache ist schnell erklärt: Sie kau­fen ihn für 75 Euro und bekom­men 24 Bier­sor­ten, die Bier­som­me­lier Len­ny für Sie aus­ge­sucht und beschrie­ben hat. Prost.

Der neue RUMS-Beitrag

Im März schlos­sen wegen Coro­na vor­über­ge­hend die Obdach­lo­sen-Ein­rich­tun­gen. Die Stadt rich­te­te dar­auf­hin für Men­schen ohne eige­ne Woh­nung auf einem Stadt­wer­ke-Park­platz am Albers­lo­her Weg einen Ort ein, an dem sie sich tags­über auf­hal­ten konn­ten. Die Zelt­stadt war ein Pro­vi­so­ri­um. Freie Trä­ger küm­mer­ten sich um die Obdach­lo­sen. Die Stadt zahl­te. Aber irgend­wann stie­gen die frei­en Trä­ger aus. Wie­so das pas­sier­te, dafür gibt es unter­schied­li­che Erklä­run­gen. Was sich sicher sagen lässt: Die neue Lösung für den Win­ter, eine Tages­un­ter­kunft in der Turn­hal­le der Wart­burg­schu­le in Gie­ven­beck, ist nicht opti­mal. Hin­zu­kommt: Es ist kei­ne Dau­er­lö­sung. Edi­na Hojas hat für RUMS dort recher­chiert – den Arti­kel kön­nen Sie auf unse­rer Web­site lesen. Sie traf unter ande­rem einen Men­schen, der mit der Coro­na-Pan­de­mie zuerst sei­ne Jobs und dann sei­ne Woh­nung ver­lor – und der nun auf die Situa­ti­on der Obdach­lo­sen auf­merk­sam machen möchte. 

Am Diens­tag schreibt Ihnen Ralf Hei­mann. Haben Sie ein schö­nes Wochenende. 

Herz­li­che Grüße

Con­stan­ze Busch

Mit­ar­beit: Ralf Hei­mann, Marie Schwesinger


PS

Ich bin nor­ma­ler­wei­se sehr ger­ne und sehr viel auf Rei­sen. In die­sem Jahr, Sie ahnen es, nicht. Ich habe vier Anläu­fe unter­nom­men, her­aus­ge­kom­men sind null Rei­sen. Zwei­mal war Lock­down, ein­mal Qua­ran­tä­ne und ein­mal war am geplan­ten Urlaubs­ort alles ver­bo­ten, außer im Feri­en­haus zu sit­zen. Das hät­te sich dann irgend­wie auch nicht gelohnt. Wenn mein Fern­weh ganz beson­ders schlimm wird, höre ich den wirk­lich sehr tol­len Pod­cast „Radio Rei­sen“ vom Baye­ri­schen Rund­funk. Es geht um hei­li­ge Orte, Natio­nal­parks, inter­es­san­te Men­schen und natür­lich um gutes Essen. Hören Sie unbe­dingt mal rein. Mei­ne Lieb­lings­fol­ge ist die über Island. Dort war ich noch nie. Aber auf der Lis­te „Wenn der gan­ze Quatsch vor­bei ist“ steht es sehr weit oben.


In eigener Sache

Die Bun­des­re­gie­rung möch­te ver­hin­dern, dass in der deut­schen Medi­en­land­schaft irgend­wann Lücken ent­ste­hen, also Gegen­den, in denen kei­ne Bericht­erstat­tung mehr statt­fin­det. Daher hat sie im ver­gan­ge­nen Jahr den über­eil­ten Plan gefasst, Zei­tungs­ver­la­gen 40 Mil­lio­nen Euro als Zustell­för­de­rung zur Ver­fü­gung zu stel­len, denn deren Pro­blem ist die teu­re Aus­lie­fe­rung der Zei­tun­gen. Weil inzwi­schen aber wohl die Gewiss­heit gereift ist, dass so eine För­de­rung nur Struk­tu­ren am Leben erhal­ten wür­de, die es wahr­schein­lich eh nicht mehr lan­ge geben wird, gibt es seit Juli einen neu­en Plan. Und der kam sehr über­ra­schend. Die Ver­la­ge sol­len 220 Mil­lio­nen Euro bekom­men, um den lan­gen Schritt in die digi­ta­le Welt zu schaf­fen. Doch das ver­zerrt den Wett­be­werb zu Las­ten von neu­en Unter­neh­men – von digi­ta­len Unter­neh­men wie RUMS. Daher haben wir zusam­men mit ande­ren digi­ta­len Medi­en­un­ter­neh­men einen Ver­band gegrün­det, der sich dafür ein­setzt, dass die Bun­des­re­gie­rung ihr För­der­geld gerecht ver­teilt. Unser Gesell­schaf­ter Chris­ti­an Hum­borg hat dar­über mit Zeit Online gespro­chen.