Münster 2050: die erste Rund-um-Münster-Veranstaltung | Stadtwerke: Gehaltserhöhung für den Chef | Straßennamen und Denkmäler: Münster und die Kolonien 

Müns­ter, 26. August 2022

Guten Tag,

für die Ukrai­ne ist der 24. August ein beson­de­rer Tag. An die­sem Datum fei­ert die Ukrai­ne ihre Unab­hän­gig­keit von der Sowjet­uni­on, seit 1991 ist sie ein sou­ve­rä­ner Staat. Doch nur 31 Jah­re spä­ter steht das wie­der auf dem Spiel, denn am 24. Febru­ar, genau sechs Mona­te vor dem ukrai­ni­schen Unab­hän­gig­keits­tag, hat Russ­land das Land angegriffen.

Am Mitt­woch­nach­mit­tag sind meh­re­re hun­dert Men­schen in Müns­ter dage­gen auf die Stra­ße gegan­gen. Wie der WDR berich­tet, sol­len sich laut Poli­zei­an­ga­ben rund 500 Demons­trie­ren­de am Aasee getrof­fen haben, um anschlie­ßend durch die Innen­stadt zu zie­hen. Unter­wegs soll der Soli­da­ri­täts­marsch auf über 1.000 Teil­neh­men­de ange­wach­sen sein, dar­un­ter waren auch vie­le Geflüch­te­te und Münsteraner:innen mit ukrai­ni­schen Wur­zeln. Ziel der Demo war das his­to­ri­sche Rat­haus, an dem Kund­ge­bun­gen und eine Schwei­ge­mi­nu­te für die Opfer des Krie­ges statt­fan­den. Pla­ka­te, Blu­men, Ker­zen lie­gen noch immer auf den Stu­fen zum Friedenssaal.

Zur sel­ben Zeit geht der Krieg in der Ukrai­ne wei­ter. Im Dorf Tschap­ly­ne schlu­gen rus­si­sche Rake­ten ein, die min­des­tens 15 Men­schen töte­ten und wei­te­re 50 Per­so­nen ver­letz­ten. Aus Sicht der Ukrai­ne sind Reak­tio­nen auf die rus­si­schen Angrif­fe aber nicht nur ein Akt der Ver­tei­di­gung, wie die Ost­eu­ro­pa-His­to­ri­ke­rin Anna Vero­ni­ka Wend­land kürz­lich in der Zeit­schrift Aus Poli­tik und Zeit­ge­schich­te schrieb. Der Krieg sei auch ein „Befrei­ungs- und Deko­lo­ni­sie­rungs­krieg, der bereits seit 2014 andaue­re und nun in eine ent­schei­den­de Pha­se trete.“

Und damit wären wir auch beim The­ma des heu­ti­gen Briefs. Es geht um ver­gan­ge­ne Krie­ge, den Kolo­nia­lis­mus und um die Fra­ge, wie wir mit die­ser Geschich­te in Müns­ter umge­hen. (sfo)

Heute lesen Sie im RUMS-Brief:

  • Stadt­wer­ke: Gehalts­er­hö­hung für den Chef
  • SPD-Frak­ti­on: Lia Kirsch über­nimmt Vorsitz
  • Wie es wei­ter­ging I: BTC abgerissen
  • Wie es wei­ter­ging II: Ihre Ideen für das Laden­lo­kal am Prinzipalmarkt
  • Müns­ter 2050: Die ers­te Rund-um-Münster-Veranstaltung
  • Coro­na-Update: FFP2-Mas­ken­pflicht ab Herbst, Urteil des OVG Münster
  • Unbe­zahl­te Wer­bung: Den Abend aus­klin­gen las­sen im Ris­tor­an­te Piccolo
  • Drin­nen und Drau­ßen: Froh­markt der Young Caritas

Kurz und Klein

+++ Müns­ters Stadt­wer­ke-Chef Sebas­ti­an Jurc­zyk hat offen­bar ein gut dotier­tes Ange­bot eines ande­ren Unter­neh­mens aus­ge­schla­gen und wird in Müns­ter blei­ben, aller­dings zu deut­lich ver­bes­ser­ten Kon­di­tio­nen. Der Olden­bur­ger Ener­gie­ver­sor­ger EWE hat Jurc­zyk nach RUMS-Infor­ma­ti­on etwa 700.000 Euro im Jahr gebo­ten; in Müns­ter bekommt er bis­lang unge­fähr 300.000 Euro, wenn man Grund­ge­halt, varia­ble Ver­gü­tung und Alters­vor­sor­ge zusam­men­rech­net. In Zukunft soll Jurc­zyk deut­lich mehr ver­die­nen, aller­dings nicht annä­hernd so viel, wie ihm aus Olden­burg gebo­ten wur­de. Die Gehalts­er­hö­hung war bereits The­ma im Stadt­wer­ke-Auf­sichts­rat. Anfang der Woche haben der Ober­bür­ger­meis­ter und die Frak­ti­ons­vor­sit­zen­den in einer infor­mel­len Run­de dar­über gespro­chen. Dort gab es nach unse­ren Infor­ma­tio­nen eine Dis­kus­si­on über die Höhe sei­nes neu­en Gehalts. Bis­lang lie­ge die Ver­gü­tung im Ver­gleich zu ande­ren Städ­ten eher im unte­ren Drit­tel, das wer­de sich nun ändern, hieß es. In der Poli­tik ist man sich nach unse­ren Infor­ma­tio­nen einig, dass Jurc­zyk gute Arbeit macht. In der Beleg­schaft sei er beliebt. Außer­dem wol­le man das Unter­neh­men in der gegen­wär­ti­gen Situa­ti­on nicht durch einen Füh­rungs­wech­sel erschüt­tern. Stadt und Stadt­wer­ke wol­len sich zu der Sache nicht äußern. Die Ent­schei­dung über die Ver­trags­ver­län­ge­rung soll im nicht-öffent­li­chen Teil der Rats­sit­zung am 7. Sep­tem­ber fal­len. (rhe)

+++ Lia Kirsch ist die ers­te weib­li­che Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de der SPD in Müns­ter – und die jüngs­te. Die Frak­ti­on wähl­te die 25-Jäh­ri­ge am Mitt­woch­abend ohne Gegen­stim­me an ihre Spit­ze, schreibt die SPD in einer Mit­tei­lung. In ihrer Antritts­re­de mach­te Kirsch eine deut­li­che Ansa­ge zu einem The­ma, das so kon­tro­vers ist, dass es das Rat­haus­bünd­nis zum Schei­tern brin­gen könn­te, näm­lich zum Aus­bau des Preu­ßen-Sta­di­ons (RUMS-Brief). „Wir brau­chen einen voll­stän­di­gen Aus- und Umbau des Sta­di­ons“, sag­te Kirsch. Inner­halb der Grü­nen-Frak­ti­on gibt es Zwei­fel dar­an, ob das in der gegen­wär­ti­gen finan­zi­el­len Lage über­haupt mög­lich ist. Vor einer Woche hat­te die Stadt Zah­len ver­öf­fent­licht, nach denen der Sta­di­on­aus­bau deut­lich teu­rer wird als ursprüng­lich geplant. Lia Kirsch über­nimmt den Frak­ti­ons­vor­sitz von Mari­us Her­wig, der vor Kur­zem Vater gewor­den ist und den Vor­sitz auch aus die­sem Grund abgibt. (rhe)

+++ Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­ter Robert Habeck hat am Don­ners­tag­abend beim West­fä­li­schen Wirt­schafts­tag gespro­chen. Wenn Sie sei­ne Rede ver­passt haben, hier fin­den Sie einen Mit­schnitt – Habeck ist in dem Video nach 14 Minu­ten und 30 Sekun­den zu hören. (rhe)

Wie es weiterging – mit dem BTC

Am Don­ners­tag­mit­tag ist ein Bag­ger an den Hafen­grenz­weg gerollt, um den BTC-Skate­park abzu­rei­ßen. Ver­gan­ge­ne Woche berich­te­ten wir über den Skate­park. Der wil­de Bau war der letz­te nicht-kom­mer­zi­el­le Ort für die Müns­te­ra­ner Skate­sze­ne. Nach dem Kauf des Gelän­des durch die Grimm-Hol­ding und geschei­ter­ten Ver­hand­lun­gen über eine Nut­zungs­ver­ein­ba­rung demons­trier­ten knapp 200 Men­schen für den Erhalt des BTC.

Anke Theis­sing führ­te im Vor­feld für die Grimm-Hol­ding mit dem Ver­ein Skate­boar­ding Müns­ter Gesprä­che über den BTC. Sie sag­te uns in einem Tele­fo­nat, die Immo­bi­li­en­fir­ma habe vor dem Kauf nichts von einer schwarz­ge­bau­ten Ska­te­an­la­ge gewusst. Man habe sich auf die Infor­ma­tio­nen des Vor­ei­gen­tü­mers und auf die Plä­ne des Grund­stücks ver­las­sen. Dar­auf sei der BTC nicht ein­ge­tra­gen gewe­sen. Vor dem Kauf habe sich die Grimm-Hol­ding die Flä­che nicht angeschaut.

Theis­sing sagt, der Abriss des BTC sei alter­na­tiv­los gewe­sen. Wäre der Skate­park wei­ter genutzt wor­den, hät­ten sich Haf­tungs­fra­gen auf­ge­tan, die auch der Ska­te­ver­ein mit einer Nut­zungs­ver­ein­ba­rung nicht hät­te über­neh­men kön­nen. Der Bau­zaun um den BTC sei immer wie­der geöff­net wor­den. Dar­über habe die Grimm-Hol­ding auch mit dem Ver­ein gespro­chen und ihm auch mit­ge­teilt, dass der Skate­park abge­ris­sen wer­den müsse.

Mei­ke Gajewi­ak vom Ver­ein Skate­boar­ding Müns­ter sieht das anders. Sie sagt, der Abriss habe die Sze­ne über­rascht. Es habe kei­ne Ankün­di­gung von der Grimm-Hol­ding gege­ben. Ein Ska­ter habe den Bag­ger zufäl­lig gese­hen und anschlie­ßend ande­re Skater:innen infor­miert, die den Abriss schließ­lich beob­ach­tet haben.

Eigent­lich hat­te der Ver­ein einen Bege­hungs­ter­min mit Vertreter:innen von Volt, den Grü­nen und dem Amt für Immo­bi­li­en­ma­nage­ment ver­ein­bart, der über­nächs­te Woche hät­te statt­fin­den sol­len. Und Mei­ke Gajewi­ak hat noch am Tag des Abris­ses vor­mit­tags einen Brief an den Geschäfts­füh­rer der Grimm-Hol­ding ein­ge­wor­fen, in dem sie für den Ver­ein um einen run­den Tisch mit der Stadt, den Stadt­wer­ken und der Hol­ding bittet.

Zu bei­den Ter­mi­nen kommt es jetzt aber nicht mehr. Der Schutt am Hafen­grenz­weg ist schon weg­ge­räumt. Was mit der Flä­che pas­sie­ren soll, steht laut Theis­sing nicht fest. Gebaut wer­den soll dort in abseh­ba­rer Zeit nichts. Nach dem Kauf habe die Grimm-Hol­ding gehofft, eine Lösung mit den Skater:innen zu fin­den. Die Haf­tungs­fra­gen wögen aber letzt­lich schwe­rer, sagt Anke Theis­sing. Der Abriss tue ihr sehr leid. (sfo)

Wie es weiterging – mit dem leeren Ladenlokal

Im RUMS-Brief am Diens­tag haben wir Sie gefragt, wie man das Laden­lo­kal im „Knip­per­dol­ling-Haus“ am Prin­zi­palmarkt 41 bis zum Jah­res­en­de nut­zen könn­te. Im Janu­ar zieht ein neu­er Mie­ter ein; bis dahin steht der Laden leer. Eine der ers­ten Rück­mel­dun­gen kam von den Kauf­leu­ten: Die Fra­ge sei weni­ger, was man machen kön­ne, es gehe eher dar­um, wer es mache. 

Ideen gibt es jeden­falls eini­ge, vor allem für einen Ort, der Men­schen zur Ver­fü­gung steht, die auf Hil­fe ange­wie­sen sind. 

  • Flo­ri­an Tenk schreibt zum Bei­spiel: „Die Müns­ter-Tafel wür­de sich in Koope­ra­ti­on mit der Kauf­mann­schaft bestimmt freu­en, an zen­tra­ler Stel­le Men­schen in Not zu unterstützen.“ 
  • Mat­thi­as Eich­bau­er ist Sozi­al­ar­bei­ter im Treff­punkt an der Cle­mens­kir­che. Er schreibt, es brau­che in Müns­ter mehr Orte für Men­schen in sozia­len Not­la­gen: „Ich weiß, es wäre sehr mutig, das gera­de auf unse­rer ‚Guten Stu­be‘ vor­zu­schla­gen. Aber hey: ‚Monas­te­ri­um‘ heißt ja Kloster.“ 
  • Robert Lan­da schreibt: „Wie wäre es mit einer Nut­zung als Zim­mer­thea­ter? Vor­schlag 2: ‚Death of a Sales­man‘ dort aufführen.“ 
  • Mat­thi­as Pape schlägt vor: „Wie wäre es mit Info­aben­den zum Ener­gie­spa­ren oder Work­shops zur Neu­ver­tei­lung der Ver­kehrs­flä­chen? Ein klas­si­sche Lesung mit guten Tex­ten wäre auch klasse.“

Wir sind gespannt, was am Ende draus wird. Falls Sie dort selbst etwas ver­an­stal­ten möch­ten, schrei­ben Sie uns. Wir ver­mit­teln dann. (rhe)

Die erste Veranstaltung von „Rund um Münster“

Don­ners­tag­abend, kurz vor 18 Uhr an der Neu­brü­cken­stra­ße. Die ers­te Ver­an­stal­tung des Ver­eins Rund um Müns­ter (sozu­sa­gen die RUMS-Schwes­ter) begann damit, dass wir zu weni­ge Stüh­le hat­ten. Das war nicht ganz so gut für die Gäs­te, die statt­des­sen auf den Fens­ter­bän­ken und den Büro­stüh­len aus der RUMS-Redak­ti­on Platz neh­men muss­ten. Aber für uns war es natür­lich sehr schön, dass so vie­le Men­schen zuhö­ren und mit dem Autor Nick Rei­mer über die Kli­ma­kri­se und ihre Fol­gen für Müns­ter dis­ku­tie­ren wollten.

Für alle, die nicht dabei waren, hier ein paar Eindrücke:

Was erwartet uns im Jahr 2050?

  • Das Offen­sicht­lichs­te: Wir wer­den in einem hei­ße­ren Land leben. Genau­er gesagt: in einem noch hei­ße­ren, denn hei­ßer ist es ja schon jetzt. Nick Rei­mer hat­te Kli­ma­da­ten für Müns­ter mit­ge­bracht: Die Durch­schnitts­tem­pe­ra­tur im Juli lag im Zeit­raum 1971 bis 2000 bei 17,7 Grad. Jetzt haben wir kaum noch Tage, an denen die Höchst­tem­pe­ra­tur unter 25 Grad bleibt, vie­le Hei­ße Tage über 30 Grad und Tro­pen­näch­te, in denen die Tem­pe­ra­tur nicht unter 20 Grad fällt.
    Dazu noch ein Tipp von uns: Auf die­ser Sei­te kön­nen Sie nach­schau­en, wie sich das Kli­ma in Müns­ter bis 2050 und 2100 wahr­schein­lich ver­än­dern wird, je nach­dem, ob und wie viel Kli­ma­schutz die Mensch­heit betreibt.
  • „Die Städ­te wer­den kochen“, sagt Nick Rei­mer. Die Art, wie heu­te noch gebaut wer­de, sei über­haupt nicht zukunfts­fä­hig – etwa die gro­ßen Glas­fas­sa­den an Büro- und auch Wohngebäuden.
  • Heu­te schon fal­len ICEs wegen Hit­ze aus, weil die Kli­ma­an­la­gen nicht mehr mit­hal­ten kön­nen. Die sind für das mit­tel­eu­ro­päi­sche Kli­ma aus­ge­legt, aber mitt­ler­wei­le erreicht Deutsch­land medi­ter­ra­ne Ver­hält­nis­se. „Das wird sich sehr dra­ma­tisch zuspit­zen“, sagt Reimer.
  • Die Hit­ze wird zuneh­mend auch zu einem Gesund­heits­ri­si­ko. Ganz direkt, dar­um ging es neu­lich in die­sem RUMS-Brief. Die indi­rek­ten Fol­gen der Hit­ze sind auch nicht bes­ser: Es wer­den zum Bei­spiel neue Insek­ten­ar­ten wie die Asia­ti­sche Tiger­mü­cke in Deutsch­land hei­misch, die das Den­gue­fie­ber über­trägt. Bis­her sind die­se Tie­re vor allem im Ober­rhei­ni­schen Tief­land (zwi­schen Basel und dem Tau­nus) anzu­tref­fen. Ob sie schon in Müns­ter sind, ist nicht bekannt. In Jena kann nach­weis­lich schon eine Popu­la­ti­on über­win­tern.
    Sol­che neu­en Über­trä­ger und Erre­ger stel­len das Gesund­heits­sys­tem vor gro­ße Her­aus­for­de­run­gen – allen vor­an die, dass Ärzt:innen die neu­en Krank­hei­ten über­haupt erst ein­mal erken­nen müs­sen, wenn Patient:innen damit zu ihnen kommen.
  • Mit­te des Jahr­hun­derts wird es in vie­len Regio­nen kei­nen Wald mehr geben, wie wir ihn heu­te ken­nen, etwa in man­chen Gegen­den Bran­den­burgs. Buchen zum Bei­spiel brau­chen pro Jahr 450 Liter Nie­der­schlag, und zwar gleich­mä­ßig ver­teilt – in die­sem Som­mer sind in Deutsch­land bis­her erst 105 Liter gefal­len. Auch die Fich­te, ein sehr durs­ti­ger Baum, wird es Mit­te des Jahr­hun­derts in Deutsch­land nur noch an weni­gen Stand­or­ten geben.

Was Münster mit dem Nordpol zu tun hat

  • Wenn es um den Kli­ma­wan­del geht, hängt alles mit allem zusam­men – auch Müns­ter, der Nord­pol und der Grön­län­di­sche Eis­schild. Wenn die­ser Eis­schild abschmilzt, steigt der Mee­res­spie­gel um sie­ben Meter. Ob das pas­siert, ent­schei­det sich Wissenschaftler:innen zufol­ge genau jetzt – wir ste­hen an einem Kipp­punkt. Im letz­ten Som­mer wur­den in Ost­grön­land mehr als 23 Grad Luft­tem­pe­ra­tur gemes­sen. Wenn das so wei­ter­geht und das Eis zu tau­en beginnt, lässt sich die­ser Pro­zess nicht mehr stop­pen. Müns­ter wür­de dann irgend­wann zur Küs­ten­stadt – aller­dings noch nicht in die­sem Jahrhundert.
  • Auch am Nord­pol wird es immer wär­mer. Das bedroht nicht nur das ark­ti­sche Meer­eis, son­dern hat jetzt schon einen direk­ten Ein­fluss auf das Wet­ter in Deutsch­land. Nor­ma­ler­wei­se trei­ben Tem­pe­ra­tur­un­ter­schie­de zwi­schen Nord­pol und den Tro­pen den soge­nann­ten Jet­stream an. Die­ser Wind sorgt dafür, dass sich auch in Müns­ter Tief- und Hoch­druck­ge­bie­te abwech­seln. Je schwä­cher der Jet­stream, des­to län­ger hal­ten sich Wet­ter­ge­bie­te über einer Regi­on – und des­halb bekom­men wir in die­sem Som­mer so gut wie kei­nen Regen.

Ein Bildungs- oder ein Demokratieproblem?

Im zwei­ten Teil des Abends dis­ku­tier­ten unse­re Gäs­te mit Nick Rei­mer und mit­ein­an­der. Vor allem dar­über, war­um die Men­schen bis­her nicht genug gegen den Kli­ma­wan­del unter­neh­men. Weil alles mit allem zusam­men­hängt, ging es auch dabei nicht nur um Münster:

  • Nick Rei­mer plä­diert dafür, das The­ma in die Lehr­plä­ne der Schu­len auf­zu­neh­men: „Wir müs­sen die jun­gen Men­schen in die Lage brin­gen, zu ver­ste­hen, war­um das ihr The­ma ist.“ Eini­ge Gäs­te dage­gen glau­ben, dass die Jun­gen es ohne­hin schon auf dem Schirm haben. Dass kei­ne sehr jun­gen Gäs­te zu der Dis­kus­si­on gekom­men waren, lag jeden­falls sehr wahr­schein­lich dar­an, dass gleich­zei­tig eine Ver­an­stal­tung von Fri­days for Future stattfand.
  • Oder ist das Gan­ze kein Bil­dungs­pro­blem (wie Nick Rei­mer glaubt), son­dern ein Demo­kra­tie­pro­blem? Die­se Ansicht ver­trat Cle­mens Krau­se vom Kli­ma­ent­scheid Müns­ter. Es gebe ein­fach kei­ne rich­ti­ge Betei­li­gung, etwa in Bürger:innenräten.
  • Wie sehr ist das The­ma denn ins­ge­samt in der müns­ter­schen Stadt­ge­sell­schaft ange­kom­men? Sehr gut, sag­ten eini­ge Gäs­te, es gebe ja zum Bei­spiel den Beschluss, die Stadt bis 2030 kli­ma­neu­tral zu machen. Ande­re fin­den: Solan­ge der Rat den Hafen­markt, „eine Beton­wüs­te“, und den Sta­di­on­aus­bau beschließt, fol­gen den Wor­ten kei­ne Taten.
    Nick Rei­mer sagt dazu: „Den meis­ten ist noch gar nicht klar, was Kli­ma­neu­tra­li­tät bedeu­tet. Man dürf­te ab jetzt kei­ne Gebäu­de mehr abrei­ßen, nicht mehr mit Beton bau­en (Anm.: Zement ist extrem kli­ma­schäd­lich), kei­ne Stra­ßen mehr bau­en. Wir müss­ten eine kom­plett neue Land­wirt­schaft erfin­den – dafür gibt es noch nicht ein­mal Pläne.“

Wie ist es denn jetzt noch zu schaffen?

Dar­auf hat Nick Rei­mer zwei Antworten.

  • Sei­ne eige­ne, die er für sich gewählt hat: Bücher schrei­ben und bei Lesun­gen mit Men­schen über das The­ma sprechen.
  • Die Emp­feh­lung für Nicht-Autor:innen: „Bil­det Ban­den, tut euch zusam­men, ver­lasst eure Nische.“

Wir hof­fen, dass wir einen sol­chen Aus­tausch in Müns­ter (mit) ansto­ßen und etwas vor­an­brin­gen konn­ten. Denn dar­um soll es bei den Rund-um-Müns­ter-Ver­an­stal­tun­gen gehen. Bald gibt es übri­gens die nächs­te, die Ein­la­dung dazu schi­cken wir Ihnen dann hier im RUMS-Brief. (cbu)

Münster und die Kolonien

Viel­leicht erin­nern Sie sich: Vor zwei Jah­ren haben Aktivist:innen in Müns­ter das Train-Denk­mal mit schwar­zer Far­be beschmiert (RUMS-Brief vom 14. Juli 2020). Das Denk­mal an der Pro­me­na­de ist eines der kon­tro­ver­ses­ten in Müns­ters Innen­stadt. Die Inschrift an der grau­en Ste­le gedenkt 855 Sol­da­ten, die im Ers­ten Welt­krieg ums Leben kamen. Rechts und links vom Train-Denk­mal lie­gen außer­dem zwei Gedenk­ta­feln. Sie erin­nern an drei Sol­da­ten, die in den deut­schen Kolo­ni­al­krie­gen in Chi­na und Nami­bia gefal­len sind.

Dar­an stö­ren sich vie­le Men­schen in der Stadt. Sie fin­den, das sei Kriegs­ver­herr­li­chung und pas­se nicht in eine Stadt, die mit dem West­fä­li­schen Frie­den wirbt. Außer­dem arbei­te die Stadt ihre Kolo­ni­al­ver­gan­gen­heit nur schlep­pend auf, kri­ti­sie­ren sie. Die Debat­te um das Train-Denk­mal lau­fe schon seit vier­zig Jah­ren und noch immer ist in den Augen der Aktivist:innen kei­ne Lösung gefunden.

Die Stadt Müns­ter will jetzt aber han­deln. Die graue Ste­le an der Pro­me­na­de ist nicht der ein­zi­ge Ort in Müns­ter, der mit dem deut­schen Kolo­nia­lis­mus ver­bun­den ist. Vie­le die­ser Orte sind bereits auf einer Kar­te ein­ge­zeich­net, die die Stadt im April online gestellt hat. Voll­stän­dig ist sie aller­dings nicht. Und auch bei der Auf­ar­bei­tung und auf der Suche nach einem rich­ti­gen Umgang mit die­sen Spu­ren steht die Stadt noch am Anfang.

Ver­su­chen wir ein­mal, uns einen Über­blick zu ver­schaf­fen. Um wel­che Orte in Müns­ter geht es? Wie war die Stadt im Kolo­nia­lis­mus ver­wo­ben? Und wel­che Lösungs­an­sät­ze für die kri­ti­schen Orte gibt es?

Münsters Rolle im Kolonialreich

Fan­gen wir mit der Kolo­ni­al­ge­schich­te an. In Jah­res­zah­len gemes­sen ist sie ein eher kur­zer Abschnitt der deut­schen Ver­gan­gen­heit. Zwi­schen 1884 und 1899 erwar­ben die Deut­schen Kolo­nien in Afri­ka, im Pazi­fik und im Nord­os­ten Chi­nas. Nach dem Ver­ei­nig­ten König­reich, Frank­reich und den Nie­der­lan­den war das Deut­sche Reich damit die viert­größ­te Kolo­ni­al­macht Europas. 

Lan­ge bestand das deut­sche Kolo­ni­al­reich aller­dings nicht. Nach dem Ers­ten Welt­krieg tra­ten die Deut­schen mit dem Ver­trag von Ver­sailles 1919 ihre Kolo­nien an die Sie­ger­mäch­te ab. Die­ses kur­ze Kapi­tel war dafür ein erschre­ckend blu­ti­ges: Mit dem Völ­ker­mord an den Here­ro und Nama ver­üb­te das Deut­sche Reich den ers­ten Geno­zid des 20. Jahrhunderts.

Müns­ter spiel­te dabei im Ver­gleich zu ande­ren Städ­ten Deutsch­land wie Bre­men oder Ham­burg eine eher gerin­ge Rol­le. Müns­ter hat­te kei­nen Über­see­ha­fen, kei­ne Indus­trie und kei­nen Han­del. Aber als dama­li­ge Haupt­stadt der Pro­vinz West­fa­len ist Müns­ters Rol­le im Kolo­nia­lis­mus auch nicht zu unter­schät­zen.

Geschäfte, Vereine, Kirche, Wissenschaft: Kolonialismus im Alltag

Wie aber sah das im All­tag aus? In der Stadt grün­de­ten sich bei­spiels­wei­se Kolo­ni­al­wa­ren­ge­schäf­te, die mit Tabak oder Früch­ten aus Über­see han­del­ten. Auch in der Lokal­po­li­tik hat­te der Kolo­nia­lis­mus einen gewis­sen Ein­fluss auf Müns­ters Stadt­ge­sell­schaft. An der Hit­torf­stra­ße befand sich etwa ein Able­ger der deut­schen Kolo­ni­al­ge­sell­schaft, die als Lob­by­or­gan das kolo­nia­le Gedan­ken­gut in Müns­ter ver­brei­te­te. Dort orga­ni­sier­te sich auch ein Frau­en­ver­ein, der unter ande­rem Spen­den für die deut­schen Sied­lun­gen im heu­ti­gen Nami­bia sammelte.

Und dann ist da noch die Kir­che. Auch sie betei­lig­te sich am Kolo­nia­lis­mus. Ein Bei­spiel ist die Ordens­ge­mein­schaft der Mis­si­ons­schwes­tern vom Hei­ligs­ten Her­zen Jesu in Hil­trup. Die Mis­si­ons­schwes­tern ver­such­ten, in Papua-Neu­gui­nea das Chris­ten­tum zu ver­brei­ten. Die Men­schen dort betrach­te­ten sie als pri­mi­tiv, unter­stell­ten ihnen Kan­ni­ba­lis­mus und Poly­ga­mie. 2018 bear­bei­te­te das Stadt­mu­se­um die Mis­si­on in einer Aus­stel­lung.

Auch die Uni­ver­si­tät hat eine Ver­gan­gen­heit, die mit dem Kolo­nia­lis­mus ver­bun­den ist. Zum Bei­spiel das frü­he­re Geo­gra­phi­sche Insti­tut, das im heu­ti­gen Fürs­ten­berg­haus ange­sie­delt war. Dort hielt Pro­fes­sor Wil­helm Meinar­dus ab 1908 Vor­le­sun­gen über die „Geo­gra­phie der Süd­kon­ti­nen­te, mit beson­de­rer Berück­sich­ti­gung der deut­schen Kolo­nien.“ Meinar­dus selbst war Vor­sit­zen­der der müns­ter­schen Orts­grup­pe der deut­schen Kolonialgesellschaft.

Der Lehr­be­trieb ist aber nicht das ein­zi­ge Pro­blem der Uni mit dem Kolo­nia­lis­mus. Sie ist benannt wor­den nach Kai­ser Wil­helm II., und der­zeit über­legt die Uni, ob sie sich im Früh­jahr 2023 von ihrem Namens­pa­tron tren­nen soll (RUMS-Brief vom 29. Juni 2021). In die­ser Debat­te kam eine Arbeits­grup­pe im Mai 2020 zu dem Schluss, dass Wil­helm II. „über­aus mili­ta­ris­tisch und natio­na­lis­tisch, antis­la­wisch und gera­de­zu obses­siv anti­se­mi­tisch“ war. Das allein könn­te schon Grund genug sein, sich von Wil­helm II. zu tren­nen. Aber es gibt noch einen ande­ren Schand­fleck in der kai­ser­li­chen Bio­gra­fie: Wil­helm II. trieb mit sei­ner Welt­po­li­tik den deut­schen Kolo­nia­lis­mus maß­geb­lich voran.

Belastete Straßennamen

Die Stadt beob­ach­te die Namens­de­bat­te der Uni, sagt Phil­ipp Erd­mann vom Stadt­ar­chiv. Schließ­lich ist ein Abschnitt des Innen­stadt­rings nach Wil­helm II. benannt und des­halb auch auf der Kar­te der kolo­nia­len Spu­ren in Müns­ter ein­ge­tra­gen. Erd­mann sagt, die Bezirks­ver­tre­tung Mit­te habe 2021 die Ver­wal­tung beauf­tragt, alle Stra­ßen in Müns­ter-Mit­te auf ras­sis­ti­sche, anti­se­mi­ti­sche, frau­en­feind­li­che und kolo­nia­le Bezü­ge zu prü­fen. So hat­ten es die Abge­ord­ne­ten ent­schie­den, nach­dem die Stra­ßen­na­men schon auf Bezü­ge zum Faschis­mus unter­sucht wor­den waren. Weil die Bezirks­ver­tre­tung Mit­te dar­über aber noch debat­tie­re und eine neue Prü­fung der Stra­ßen­na­men sehr auf­wen­dig sei, habe man sie vor­erst ver­scho­ben, sagt Erdmann.

Wenn Stra­ßen umbe­nannt wer­den, ist das Sache der Bezirks­ver­tre­tun­gen in Müns­ter. Nur bei beson­ders heik­len Stra­ßen­na­men ent­schei­det der Stadt­rat. Das war zum Bei­spiel bei der Umbe­nen­nung des Schloss­plat­zes der Fall. Ob beim Kai­ser-Wil­helm-Ring auch der Rat ent­schei­den wür­de, ist offen. Erd­mann sagt aber, man wol­le die Gut­ach­ten der Uni abwar­ten, denn die­se Ergeb­nis­se wür­den auch bei einer Stra­ßen­um­be­nen­nung in die Waag­scha­le geworfen.

Neben dem Kai­ser-Wil­helm-Ring fin­den sich auf der Kar­te drei wei­te­re Stra­ßen mit Kolo­ni­al­be­zug. Eine davon ist die Ket­teler­stra­ße im Kreuz­vier­tel. Sie ist benannt nach dem Müns­te­ra­ner Cle­mens von Ket­te­ler, der als Kolo­ni­al­di­plo­mat in Bei­jing arbei­te­te. Sei­ne Ermor­dung im Jahr 1900 lös­te einen Rache­feld­zug von Wil­helm II. aus, der spä­ter im soge­nann­ten Boxer­krieg gip­fel­te. In dem Krieg wehr­ten sich die Chines:innen gegen die Kolo­ni­al­mäch­te aus Euro­pa, den USA und Japan. Schät­zungs­wei­se 100.000 Men­schen ver­lo­ren dabei ihr Leben. Ein Obe­lisk im Schloss­gar­ten erin­nert an Cle­mens von Ket­te­ler – nicht aber an das Atten­tat, den Boxer­krieg oder den deut­schen Kolo­nia­lis­mus in Chi­na. Laut einer Ana­ly­se der Uni Müns­ter zum Ket­te­ler-Denk­mal sei­en Infor­ma­tio­nen aller­dings in Planung.

Auch der Lüde­ritz- und der Woer­mann­weg in Grem­men­dorf sind in der Kar­te des Stadt­ar­chivs ein­ge­tra­gen. Ihre Namens­ge­ber sind Adolf Lüde­ritz und Adolph Woer­mann. Lüde­ritz grün­de­te die ers­te deut­sche Kolo­nie im heu­ti­gen Nami­bia, Woer­mann pro­fi­tier­te finan­zi­ell vom Geno­zid an den Here­ro. Phil­ipp Erd­mann sagt, heu­te wür­de wohl kaum jemand noch Stra­ßen nach die­sen Män­nern benen­nen. Er ver­weist außer­dem auf eine Initia­ti­ve in Grem­men­dorf, die sich geschichts­po­li­tisch mit den Stra­ßen­na­men aus­ein­an­der­setzt und sich für eine Umbe­nen­nung engagiert.

Wo die Grenze ziehen?

Mit die­sen vier Stra­ßen sind aller­dings nicht alle kolo­ni­al belas­te­ten Namens­ge­ber in Müns­ter doku­men­tiert. Erd­mann ver­weist auf das Bei­spiel Robert Koch. Nach dem Medi­zi­ner ist nicht nur eine seit Beginn der Pan­de­mie sehr prä­sen­te For­schungs­ein­rich­tung benannt, son­dern auch eine Stra­ße hin­ter dem Schlossgarten. 

Koch war ein ein­fluss­rei­cher Wis­sen­schaft­ler. Für die Ent­de­ckung der Tuber­ku­lo­se-Bazil­len erhielt er 1905 den Medi­zin­no­bel­preis. Er führ­te aber auch grau­sa­me Men­schen­ex­pe­ri­men­te in den Kolo­nien durch, bei denen sei­ne Proband:innen erblin­de­ten oder star­ben. Die­se Fol­gen nahm er bil­li­gend in Kauf; im Deut­schen Reich waren ver­gleich­ba­re Expe­ri­men­te ver­bo­ten. Hier stel­le sich aller­dings die Fra­ge, ob man die Per­son Robert Koch auf Kolo­ni­al­ver­bre­chen redu­zie­ren kön­ne, sagt Erd­mann. In der Kolo­ni­al­kar­te des Stadt­ar­chivs ist die Robert-Koch-Stra­ße nicht eingetragen.

Immer­hin: Am Lüde­ritz- und am Woer­mann­weg in Grem­men­dorf sind an den Stra­ßen­schil­dern Infor­ma­tio­nen zur Ver­gan­gen­heit der bei­den Kolo­nia­lis­ten ange­bracht. Aller­dings sind sie sehr knapp, die Ver­bre­chen wer­den nicht angesprochen.

Die Einordnung fehlt

Damit wären wir wie­der beim Train-Denk­mal, denn auch dort fal­len die Infor­ma­tio­nen mager aus. Im Moment ist der unte­re Rand des Schilds mit schwar­zer Far­be besprüht. Dar­un­ter schim­mert aller­dings der Text durch. Schaut man genau hin, kann man die fol­gen­den Sät­ze lesen: „Wir geden­ken auch der zehn­tau­send Toten der unter­drück­ten Völ­ker. Im heu­ti­gen Nami­bia wur­den vie­le Herero­fa­mi­li­en in die Wüs­te gezwun­gen, wo sie elend zu Grun­de gin­gen.“ Und dann steht da noch in fett­ge­druck­ten Buch­sta­ben: „Von der Hel­den­ver­eh­rung zum Opfergedenken.“

Die His­to­ri­ke­rin Alex­an­dra Bloch Pfis­ter hat sich inten­siv mit dem Train-Denk­mal aus­ein­an­der­ge­setzt. In einem Buch­bei­trag über das Denk­mal kri­ti­siert sie, die Info-Tafel ent­hal­te kein Schuld­be­kennt­nis und ver­schwei­ge die Ver­ant­wort­li­chen für den Völ­ker­mord an den Here­ro und Nama: „Wer die Völ­ker unter­drück­te und die Here­ros in die Wüs­te zwang, wo sie umka­men, bleibt auf der Tafel unaus­ge­spro­chen, unklar und wird zusätz­lich durch das Wort „auch“ rela­ti­viert“, schreibt Bloch Pfis­ter. Der Rat der Stadt Müns­ter hat sich aller­dings dazu ent­schlos­sen, eine neue Info­s­te­le am Train-Denk­mal anzu­brin­gen, die sei­ne Bedeu­tung kom­men­tie­ren soll.

Brauchen wir einen Friedhof für Denkmäler?

Für Tho­mas Sie­pel­mey­er reicht das bei Wei­tem nicht aus. 1982 war er bereits betei­ligt an einer Pro­test­ak­ti­on des Arbeits­krei­ses Afri­ka, bei der das Train-Denk­mal ver­hüllt wur­de. Die Aktivist:innen ver­teil­ten außer­dem Flug­blät­ter, in denen sie den „Völ­ker­mord in den Kolo­nien“ als „Vor­läu­fer des Holo­causts“ bezeich­ne­ten. Sie stell­ten einen Antrag bei der Stadt Müns­ter, am Train-Denk­mal auf den Geno­zid an den Here­ro und Nama hin­zu­wei­sen. An dem Denk­mal selbst befes­tig­ten sie die Auf­schrift: „Die­ses Denk­mal ist ein Schandmal.“

Heu­te, 40 Jah­re nach die­ser Akti­on, ärgert sich Sie­pel­mey­er dar­über, dass die kolo­nia­le Auf­ar­bei­tung in Müns­ter so schlep­pend ver­lau­fe. Er kri­ti­siert, die kon­ser­va­ti­ven Par­tei­en in der Stadt hät­ten eine Auf­ar­bei­tung immer wie­der ver­zö­gert. Und dann sei da noch der Denk­mal­schutz. Der mache es fast unmög­lich, am Train-Denk­mal irgend­et­was zu ändern.

Sie­pel­mey­er schwebt näm­lich eine weit­rei­chen­de Lösung für die Krie­ger­denk­mä­ler in Müns­ter vor: Er wür­de die Denk­mä­ler lie­ber abrei­ßen oder auf einen Denk­mal­fried­hof stel­len, auf dem sie kura­tiert wer­den. So etwas Ähn­li­ches gibt es in der Zita­del­le Span­dau in Ber­lin. Ihm gehe es dar­um, mit der Erin­ne­rungs­tra­di­ti­on der Denk­mä­ler zu bre­chen und Platz für Neu­es zu schaf­fen, sagt Sie­pel­mey­er. Das hal­te er für die bes­se­re Idee, als nach 40 Jah­ren bloß eine neue Info­s­te­le am Train-Denk­mal anzubringen.

Die Aufarbeitung dauert

Doch bis die Ste­le auf­ge­stellt wird, dürf­te noch etwas Zeit ver­ge­hen. In einer Stel­lung­nah­me ver­weist das Stadt­ar­chiv auf den lau­fen­den Aner­ken­nungs­pro­zess des Geno­zids an den Here­ro und Nama: „Aus städ­ti­scher Sicht ist ange­sichts des schwe­ben­den völ­ker­recht­li­chen Ver­fah­rens und der innen­po­li­ti­schen Aus­ein­an­der­set­zung in Nami­bia Zurück­hal­tung ange­ra­ten“. Das gel­te vor allem für Ver­an­stal­tun­gen, „die den Anschein der Par­tei­nah­me für eine der Kon­flikt­par­tei­en oder ihre Zie­le erwe­cken oder den poli­ti­schen Eini­gungs­pro­zess auf ande­re Wei­se behin­dern könnten.“

2015 bezeich­ne­te das Aus­wär­ti­ge Amt die Tötung von 65.000 bis 80.000 Here­ro und 10.000 bis 20.000 Nama erst­mals als Völ­ker­mord. 2021 erkann­te Deutsch­land den Völ­ker­mord an. Der dama­li­ge Außen­mi­nis­ter Hei­ko Maas ver­sprach damals 1,1 Mil­li­ar­den Euro Son­der­ent­wick­lungs­hil­fe für Nami­bia. Repa­ra­ti­ons­zah­lun­gen will Deutsch­land bis­her nicht leisten.

Schon 1948 bezeich­ne­ten die Ver­ein­ten Natio­nen den Krieg in Nami­bia als Völ­ker­mord. Bis die Bun­des­re­pu­blik die­sen Fakt aner­kann­te, muss­ten 73 Jah­re ver­ge­hen. Dar­an gemes­sen, ist die Ent­schei­dung für eine Info­s­te­le am Train-Denk­mal nach vier­zig Jah­ren schnell gefal­len. (sfo)

Quel­len­hin­weis: Falls nicht anders ange­ge­ben, bezie­he ich mich für den all­ge­mein­his­to­ri­schen Kon­text auf das Buch Deut­sche Kolo­ni­al­ge­schich­te von Sebas­ti­an Con­rad. Das­sel­be gilt für Infor­ma­tio­nen zum Train-Denk­mal, die ich dem Bei­trag „Das Train-Denk­mal – Ort gegen­sätz­li­cher Gedenk-Tra­di­tio­nen“ von Alex­an­dra Bloch Pfis­ter aus dem Sam­mel­band Krie­ger­denk­mä­ler in der Frie­dens­stadt. Müns­te­ra­ner Erin­ne­rungs­or­te? ent­nom­men habe.

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Stromsperren: 329-mal im Dunkeln sitzen

Seit Mitt­woch ist es nachts am Dom­platz düs­ter. Die Stadt Müns­ter hat sich mit der katho­li­schen Kir­che dar­auf ver­stän­digt, dass der Dom abends nicht mehr beleuch­tet wird. Die Licht­strah­ler sei­en alt und ver­brauch­ten rela­tiv viel Strom, heißt es in der Pres­se­mit­tei­lung der Stadt dazu. Die Ener­gie­spar­maß­nah­me am Dom­platz sei aber laut Kri­sen­stabs­lei­ter Wolf­gang Heu­er im Ver­gleich zu ande­ren Ein­schnit­ten der Stadt ein „klei­ner Mosaikstein“.

Seit Russ­land Krieg gegen die Ukrai­ne führt, explo­die­ren hier­zu­lan­de die Ener­gie­prei­se. Immer mehr Städ­te ver­su­chen des­halb, Strom und Gas zu spa­ren. Und auch die Bürger:innen sol­len weni­ger Ener­gie ver­brau­chen. Für die FDP-Poli­ti­ke­rin Marie-Agnes Strack-Zim­mer­mann ist das ein Bei­trag gegen den Krieg. Sie sag­te die­se Woche, wir alle müss­ten uns Putin und ande­ren Dik­ta­to­ren ent­schlos­sen ent­ge­gen­stel­len. „Das wird von uns allen auch per­sön­lich Opfer abver­lan­gen, schwach wer­den soll­ten wir aber nicht“, fin­det die Verteidigungspolitikerin.

Stromsperren rückläufig

Gegen das Ener­gie­spa­ren spricht an sich nichts, aber in den Ohren man­cher Men­schen dürf­te sich Strack-Zim­mer­manns Appell nach Opfer­be­reit­schaft wie Hohn anhö­ren. Seit Beginn des Jah­res sind die Ver­brau­cher­prei­se für Ener­gie um 35,7 Pro­zent gestie­gen. Und die­se Teue­rung hat für eini­ge Men­schen in Müns­ter unan­ge­neh­me Fol­gen: 329 Haus­hal­ten muss­ten die Stadt­wer­ke Müns­ter die­ses Jahr bereits den Strom abstel­len, weil sie ihre Rech­nun­gen nicht bezah­len konn­ten. Wie am Dom bleibt dann das Licht aus. Aber auch Wäsche waschen, Staub sau­gen, Haa­re föh­nen – all das geht ohne Strom nicht mehr.

Strom­sper­ren sind das letz­te Mit­tel, um Zah­lungs­rück­stän­de aus­zu­glei­chen. Stadt­wer­ke-Spre­che­rin Lisa Schme­es sagt, das betref­fe jedes Jahr 500 bis 600 Kund:innen. Bis Juli 2021 lag die Zahl der Strom­sper­ren in Müns­ter sogar leicht über dem heu­ti­gen Niveau: Damals muss­ten die Stadt­wer­ke 334 Haus­hal­ten den Strom abklemmen.

Das passt in den Bun­des­trend. Laut Bun­des­netz­agen­tur ist die Zahl der Strom­sper­ren in Deutsch­land rück­läu­fig, 2020 wur­den 230.015 Sper­run­gen ver­hängt. Das waren 20 Pro­zent weni­ger als im Jahr zuvor – was aber auch dar­an liegt, dass die Kund:innen ihre Nach­zah­lun­gen wegen der Coro­na­pan­de­mie stun­den durf­ten.

Kommt die Trendwende?

Pas­sie­ren kann eine Strom­sper­re übri­gens rela­tiv schnell, näm­lich wenn die Verbraucher:innen zwei Abschlä­ge oder ein Sechs­tel der Jah­res­rech­nung nicht bezah­len kön­nen. In bei­den Fäl­len müs­sen die Strom­schul­den aber bei min­des­tens 100 Euro liegen.

Lisa Schme­es sagt, die Stadt­wer­ke müss­ten die Strom­sper­re acht Tage im Vor­aus schrift­lich ankün­di­gen. Die­sem Brief lie­ge auch eine soge­nann­te Abwen­dungs­ver­ein­ba­rung bei, also eine Ver­ein­ba­rung auf Raten­zah­lung der Strom­schul­den. Außer­dem wür­den die Stadt­wer­ke prä­ven­tiv han­deln, sagt Schme­es. Kund:innen, die ihre Abschlä­ge bis­her noch nicht ange­passt hät­ten, wür­den dar­auf hin­ge­wie­sen. Nach der Logik: lie­ber jeden Monat ein biss­chen mehr zah­len, als am Jah­res­en­de eine fet­te Nach­zah­lung riskieren.

Ob das aber in Zukunft aus­reicht, ist frag­lich. Das Pro­blem ist: An den Beschaf­fungs­märk­ten stei­gen die Strom­prei­se wei­ter in schwin­del­erre­gen­de Höhen. Die­se Stei­ge­run­gen wer­den aber erst spä­ter bei den Verbraucher:innen ankom­men. Man könn­te aber auch sagen: Der Strom­preis­ham­mer kommt noch. Und dann sind da noch die Gas­prei­se: Erd­gas ist allein von Juni auf Juli 52 Pro­zent teu­rer gewor­den. Wenn das Geld aber zum Hei­zen kaum reicht, bleibt noch weni­ger für den Strom übrig. (sfo)

Corona-Update

+++ Die Inzi­denz in Müns­ter liegt heu­te bei 341,7 (Neu­in­fek­tio­nen pro 100.000 Men­schen inner­halb einer Woche). Seit Anfang der Woche sind in Müns­ter nach Anga­ben der Stadt drei Men­schen mit oder an Coro­na gestor­ben. Seit ges­tern mel­det die Stadt 192 Neu­in­fek­tio­nen. Damit gel­ten aktu­ell 1.910 Men­schen im Stadt­ge­biet als infiziert. 

+++ Ab Herbst wer­den in Bus­sen und Bah­nen wohl FFP2-Mas­ken wie­der Pflicht, berich­tet der WDR. Bis­lang muss­te man nur eine OP-Mas­ke tragen. 

+++ Dass Betrie­be im Früh­jahr 2020 wegen Coro­na schlie­ßen muss­ten, war recht­mä­ßig. Das hat das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Müns­ter am Don­ners­tag ent­schie­den, berich­tet der WDR. Geklagt hat­ten danach unter ande­rem Fit­ness­stu­di­os aus Bie­le­feld und Gel­sen­kir­chen, eine Tanz­schu­le aus Bonn und ein Gastro­be­trieb aus Essen. Es kann sein, dass der Fall jetzt vor dem Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt lan­det. (rhe)

Ein-Satz-Zentrale

+++ An vier Schu­len in Müns­ter haben 200 Kin­der und Jugend­li­che seit den Feri­en kein Mit­tag­essen mehr bekom­men, weil den Cate­ring-Fir­men Per­so­nal fehlt. (West­fä­li­sche Nach­rich­ten)

+++ In der neu eröff­ne­ten Rad­sta­ti­on am Han­sa­tor kann man bis Ende Sep­tem­ber kos­ten­frei par­ken. (Anten­ne Müns­ter)

+++ Der Neu­bau der Werse­brü­cke am Hof­kamp wird dop­pelt so teu­er wie gedacht. (West­fä­li­sche Nach­rich­ten)

+++ Nach den Vor­stel­lun­gen der Abfall­wirt­schafts­be­trie­be soll Müns­ter bis 2030 zur „Haupt­stadt der Müll­ver­mei­dung“ wer­den. (Stadt Müns­ter)

+++ Im Heiz­kraft­werk am Hafen gewin­nen die Stadt­wer­ke künf­tig auch mit Hil­fe einer Groß­wär­me­pum­pe Wär­me. (Stadt­wer­ke Müns­ter)

+++ Die CDU-Rats­frak­ti­on will, dass die Stadt einen Chief Digi­tal Offi­cer ein­stellt, der sich in der Stadt­ver­wal­tung um die Digi­ta­li­sie­rung küm­mert. (CDU-Frak­ti­on)

+++ Die FDP for­dert einen Quar­tiers­platz für das neue Wohn­quar­tier am Mark­weg. (FDP Müns­ter)

+++ Bischof Felix Genn sucht Vor­schlä­ge zu den geschlos­se­nen Bischofs­gruf­ten im Dom, auch mit Hil­fe von Miss­brauchs­op­fern. (Kir­che + Leben)

+++ Gas­tro­nom Mar­cus Geß­ler will aus Pro­test im Enchil­ada, im Besi­tos, im Apos­to und im Lux kei­ne Spie­le der Fuß­ball-WM in Katar zei­gen. (West­fä­li­sche Nach­rich­ten)

+++ Die Stadt Müns­ter will am 9. und 10. Sep­tem­ber in einer Ideen­fa­brik Vor­schlä­ge erar­bei­ten, um die All­tags­mo­bi­li­tät in Müns­ter zu ver­bes­sern – Mit­ma­chen erwünscht. (Stadt Müns­ter)

Unbezahlte Werbung

An die­sen viel­leicht letz­ten war­men Som­mer­ta­gen bie­tet es sich an, abends drau­ßen zu essen. Beson­ders ent­spannt gelingt das im ita­lie­ni­schen Ris­tor­an­te Pic­co­lo an der Frau­en­stra­ße. Mit Blick aufs Schloss und der betrieb­sam-lebens­fro­hen Atmo­sphä­re der Stra­ße im Hin­ter­grund kön­nen Sie hier mit einem lecke­ren Limon­ci­no Spritz den Tag aus­klin­gen las­sen. Die Spei­se­kar­te fin­den Sie hier. Ins­be­son­de­re die haus­ge­mach­ten Pasta­spe­zia­li­tä­ten sind sehr zu empfehlen. 

Hier fin­den Sie alle unse­re Emp­feh­lun­gen. Soll­te Ihnen ein Tipp beson­ders gut gefal­len, tei­len Sie ihn ger­ne ein­fach über den Link.

Drinnen und Draußen 

Einen Tipp – einen Besuch am RUMS-Stand auf dem Kreuz­vier­tel­fest – haben Sie von uns schon bekom­men. Eva Strehlke hat aber noch ande­re Emp­feh­lun­gen für Sie raus­ge­sucht. Bit­te schön:

+++ Auf den Young Cari­tas Froh­markt haben wir vor ein paar Wochen schon mal hin­ge­wie­sen - damals auf die Mög­lich­keit, einen Stand anzu­mel­den. Am Sonn­tag kön­nen Sie am Mit­tel­ha­fen 14 aber nicht nur selbst ver­kau­fen, son­dern auch schö­ne Trö­del­stü­cke kau­fen oder ein­fach nur bum­meln. Die Erlö­se des Trö­dels gehen in die­sem Jahr an die Ver­ei­ne Licht­blick Senio­ren­hil­fe und Ein Ruck­sack voll Hoff­nung.

+++ Das Kin­der­film­fest im Schloß­thea­ter fin­det zwar wie immer erst in den Herbst­fe­ri­en statt, noch bis unge­fähr Sonn­tag kön­nen sich aber alle Kin­der zwi­schen zehn und 14 Jah­ren für Redak­ti­on und Jury bewer­ben. Infos und Anmel­de­for­mu­lar gibt es hier.

+++ Nicht zu über­se­hen ist die­ses Wochen­en­de natür­lich das Tur­nier der Sie­ger auf dem Schloss­platz. Schon seit ges­tern mes­sen regio­na­le und inter­na­tio­na­le Grö­ßen des Pfer­de­sports sich unter ande­rem in Dres­sur- und Spring­rei­ten. Das Pro­gramm fin­den Sie hier, Rest­ti­ckets gibt es vor Ort. Und auch ohne Tickets gibt es im gan­zen Bereich zwi­schen Schloss und rena­tu­rier­ter Aa für klei­ne und gro­ße Pferdefreund:innen eini­ges zu sehen.

+++ Wenn Sie vor dem manch­mal doch sehr pres­ti­ge­träch­ti­gen Reit-Event lie­ber flüch­ten möch­ten, kön­nen Sie sich am Wochen­en­de auf den Weg nach Saer­beck machen. Die Kli­ma­kom­mu­ne ist dank Eis­die­le und Bade­see eigent­lich immer einen Besuch wert, aber ab heu­te wird beson­ders viel gebo­ten: Saer­beck fei­ert 900-jäh­ri­ges (!) Bestehen und fährt dazu von Unter­was­ser-Dop­pel­kopf bis Hele­ne-Fischer-Dou­ble eini­ges auf. Auch kuli­na­ri­sche Ange­bo­te wer­den natür­lich nicht feh­len, einen Über­blick bekom­men Sie hier.

Zum Schluss ein Hin­weis von uns: An die­sem Sonn­tag kommt kei­ne Kolum­ne. Aber am Diens­tag schreibt Ihnen Ralf Hei­mann. Ich wün­sche Ihnen ein schö­nes Wochenende.

Herz­li­che Grü­ße
Sebas­ti­an Fobbe

Mit­ar­beit: Con­stan­ze Busch, Jan Gro­ße Nobis, Ralf Hei­mann, Eva Strehlke
Lek­to­rat: Mela­nie Kelter

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PS

Ges­tern kom­men­tier­te Kool Savas einen Tweet der West­fä­li­schen Nach­rich­ten, weil dort ein Kom­men­tar stand, in dem es dar­um ging, dass Kool Savas auf Twit­ter für ein Zitat kri­ti­siert wird, das in den West­fä­li­schen Nach­rich­ten stand. Kom­men Sie noch mit? Bei sei­nem Auf­tritt auf dem Stadt­fest ver­gan­ge­ne Woche woll­te Gang­s­tar­ap­per Kool Savas etwas Lus­ti­ges sagen und rief ins Publi­kum: „Bis auf die Fahr­rä­der ist das eine gei­le Stadt, Alter!“ Die West­fä­li­schen Nach­rich­ten druck­ten die­ses Zitat ab, das die Fahr­rad­be­geis­ter­ten auf Twit­ter über­haupt nicht lus­tig fan­den. Sebas­ti­an Eich­holz kon­ter­te: „Bis auf den Rap­per war es ein gei­les Stadt­fest, Alter!“ Das kom­men­tier­te dann wie­der­um Kool Savas, die­sen Kom­men­tar kom­men­tier­ten die West­fä­li­schen Nach­rich­ten und den Kom­men­tar der West­fä­li­schen Nach­rich­ten kom­men­tier­te Kool Savas. Ach, wis­sen Sie was? Wenn man kei­ne Pro­ble­me hat, erfin­det man eins. Ich fahr jetzt eine Run­de Fahr­rad. Schö­nes Wochenende!