Wintergarten statt Biergarten | Münster-Liste verliert einzigen Ratssitz | Herr Hase

Müns­ter, 6. Okto­ber 2020

Guten Tag,

am Alten Stein­weg 47, gegen­über der Stadt­bü­che­rei, hat ein neu­es Restau­rant eröff­net, aber schon Ende März wird es wie­der ver­schwun­den sein. Das ist kei­ne pes­si­mis­ti­sche Pro­gno­se, son­dern Teil des Plans. Win­ter­gar­ten MS ist ein Popup-Restau­rant. Falls Sie damit nichts anfan­gen kön­nen, mer­ken Sie sich ein­fach: gas­tro­no­mi­sche Zwi­schen­nut­zung eines leer­ste­hen­den Jeans-Geschäfts. 

Oder ganz ein­fach erklärt: Es ist ein tem­po­rä­res Restau­rant, in dem das Essen gelie­fert wird (hier ein Blick hin­ein). Gäs­te haben die Wahl zwi­schen Gerich­ten aus sechs Küchen (Apos­to, Besi­tos, Enchil­ada, Lux, Bur­ger­bu­de und Früh bis Spät). Bezahlt wird aus­schließ­lich digi­tal. Und hin­ter alle­dem steht Mar­cus Geß­ler, der mit Aus­nah­me des Früh bis spät (Axel Brö­ker) die lie­fern­den Restau­rants betreibt oder mitbetreibt.

Als die Coro­na-Pan­de­mie begann, hat er den Lie­fer­dienst hungrig.ms ent­wi­ckelt, der das Geschäft immer­hin ein biss­chen am Lau­fen hielt. Spä­ter kamen die Bier­gär­ten an der Pro­me­na­de. Auch dort konn­te man das Essen bestel­len. „Dann war die Fra­ge: Was machen wir im Win­ter?“, sagt Mar­cus Geß­ler. Also sah er sich nach leer­ste­hen­den Laden­lo­ka­len um. 

Der Win­ter­gar­ten ist, wenn man so will, die Fort­füh­rung des Bier­gar­tens mit ande­ren Mit­teln. Und es ist nicht nur ein neu­es Gas­tro­no­mie-Kon­zept in der Stadt, es ist auch der Ver­such, ein Pro­blem zu lösen, vor dem alle Restau­rants und Knei­pen im Win­ter ste­hen wer­den. So voll wie in nor­ma­len Jah­ren darf es drin­nen nicht wer­den. Und das bedeu­tet über­all: weni­ger Umsatz. 

Im Winter droht das Kneipensterben

Der Deut­sche Hotel- und Gast­stät­ten­ver­band (Deho­ga) hat vor zwei Mona­ten eine Umfra­ge gemacht. Ergeb­nis: Sechs von zehn Betrie­ben ban­gen um ihre Exis­tenz. Dass ein Vier­tel der Ein­nah­men aus­fällt, ist danach die Regel. Eini­ge Knei­pen und Restau­rants wer­den den Win­ter nicht überleben. 

Die gro­ße Plei­te­wel­le ist bis­lang aus­ge­blie­ben. Das hat auch damit zu tun, dass der Bun­des­tag im März die Insol­venz-Regeln gelo­ckert hat, wie Kol­ja Rud­zio in der aktu­el­len Aus­ga­be der Wochen­zei­tung Die Zeit erklärt. Zah­lungs­un­fä­hi­ge oder über­schul­de­te Unter­neh­men muss­ten ihre Insol­venz vor­über­ge­hend nicht mel­den. Und die­ses Ange­bot nah­men offen­bar vie­le an. Im August gab es nach einer Hoch­rech­nung des Sta­tis­ti­schen Bun­des­amts fast 40 Pro­zent weni­ger Insol­ven­zen als im Jahr zuvor. Das wird sich ver­mut­lich bald ändern. Zah­lungs­un­fä­hi­ge Betrie­be müs­sen sich laut Rud­zio nun wie­der inner­halb von drei Wochen mel­den. Und Zah­lungs­un­fä­hig­keit sei laut der Com­merz­bank in über 90 Pro­zent der Fäl­le der Grund für die Insol­venz. Über­schul­de­te Fir­men haben noch bis Ende Dezem­ber Zeit. 

Wie gut Müns­ters Gas­tro­no­mie den Win­ter über­steht, wird auch davon abhän­gen, wie lan­ge es gelingt, das Geschäft drau­ßen fort­zu­füh­ren. Am Frei­tag haben Stadt und Gastronom:innen in einer klei­nen Arbeits­grup­pe zusam­men dar­über bera­ten, was man machen könn­te. Die Vor­schlä­ge ste­hen in einer E-Mail, die Deho­ga-Geschäfts­füh­re­rin Rena­te Döl­ling am Mon­tag an die Ver­bands­mit­glie­der schick­te. Das hier sind die wesent­li­chen Optionen: 

Heiz­pil­ze: Sie ste­hen in der Kri­tik, weil sie enorm viel CO2 aus­sto­ßen. In Städ­ten wie Köln oder Ham­burg sind Heiz­pil­ze wei­test­ge­hend erlaubt. In Ber­lin ent­schei­det jeder Bezirk dar­über. Müns­ter hat Heiz­pil­ze per Rats­be­schluss ver­bo­ten, wie auch ande­re Städ­te. Zur­zeit läuft bun­des­weit eine Debat­te dar­über, ob es sinn­voll ist, die­ses Ver­bot vor­über­ge­hend auf­zu­he­ben. Auch Anton Hof­rei­ter, Frak­ti­ons­chef der Grü­nen im Bun­des­tag und damit nicht unbe­dingt Heiz­pilz-Lob­by­ist, hat sich dafür aus­ge­spro­chen. In Müns­ter ist noch nicht klar, ob das pas­sie­ren wird. Zur­zeit wer­de dar­über bera­ten, schreibt die Stadt auf Nachfrage. 

Heiz­strah­ler: Sie wer­den mit Strom betrie­ben und sind erlaubt. Idea­ler­wei­se soll­te es Öko­strom sein. 

Sitz­kis­sen: Klingt erst mal nicht nach einer Ide­al­lö­sung, aber: „Es gibt unter­schied­li­che Model­le, mit Strom auf­heiz­bar, mit Akku auf­lad­bar, mit Infra­rot und auch mit Kon­takt“, schreibt Rena­te Döl­ling. „Kon­takt“ bedeu­tet: Es wird erst heiß, wenn man sich drauf­setzt. Klingt viel­leicht doch nicht so schlecht. Aller­dings: Die Kis­sen müs­sen für jeden Gast gerei­nigt wer­den. Und das ist eben schon viel Arbeit. 

Decken: Eine Idee ist, Gäs­ten Decken mit schi­cker Müns­ter-Wer­bung zum Kauf anzu­bie­ten. Dar­um küm­mert sich zur­zeit die Mar­ke­ting-Abtei­lung der Stadt. 

Luftfilter keine Alternative 

Drin­nen gibt es nicht ganz so vie­le Mög­lich­kei­ten. Vie­le The­ken sind schon mit Ple­xi­glas-Schei­ben aus­ge­stat­tet. Im Wesent­li­chen bleibt wohl eines: Lüften. 

Zusätz­lich gibt es Luft­rei­ni­gungs­ge­rä­te. Der Filter­her­stel­ler Hengst hat erst Ende ver­gan­ge­ner Woche eines vor­ge­stellt, das nach Anga­ben des Unter­neh­mens auch Aero­so­le aus der Raum­luft fil­tern kann. Das Umwelt­bun­des­amt dämpft aller­dings die Hoff­nung, dass die­se Gerä­te das Pro­blem voll­stän­dig lösen könn­ten. In einer Stel­lung­nah­me zum Lüf­ten in Innen­räu­men schreibt die Behör­de, die Gerä­te könn­ten das Lüf­ten allen­falls flan­kie­ren. Und auch der Deho­ga teilt sei­nen Mit­glie­dern mit: „Zum jet­zi­gen Zeit­punkt gibt es noch kei­ne Tech­ni­ken, die sicher­stel­len, dass sie eine wirk­sa­me Metho­de gegen Covid-19 darstellen.“ 

Was wäre noch mög­lich? Kann die Stadt Müns­ter hel­fen? „Ja“, sagt Hen­drik Eggert, Chef vom Hotel Land­haus Eggert und Deho­ga-Vor­sit­zen­der in Müns­ter. Mit dem Ober­bür­ger­meis­ter habe man sich schon getrof­fen, in der ver­gan­ge­nen Woche, unge­fähr 50 Men­schen aus der Gas­tro­no­mie sei­en dabei gewe­sen. „Die Stadt hat uns ihre Hil­fe zuge­si­chert, aber die Mit­tel sind natür­lich begrenzt“, sagt Eggert. 

Niklas Blö­me­ke, einer der Betrei­ber von Pen­si­on Schmidt, Klamm & Hein­rich oder Salam Kit­chen sagt: „Die Stadt hilft uns schon, wenn sie uns das Leben jetzt nicht noch schwe­rer macht.“ Das sei bis­lang zum Glück nicht pas­siert. Er ver­ste­he ja, die Sor­ge sei groß, dass sich das Virus wie­der aus­brei­te. „Aber wenn es Kon­trol­len gibt, hof­fe ich, dass die Stadt unter­schei­det, ob da jetzt ein Hin­weis­schild an der fal­schen Stel­le hängt oder gar kein Des­in­fek­ti­ons­mit­tel da ist“, sagt Blömeke. 

Bußgeld bei falschen Kontaktdaten

Alles wird das Ord­nungs­amt ohne­hin nicht kon­trol­lie­ren kön­nen. Wer im Restau­rant einen fal­schen Namen auf die Lis­te mit den Kon­takt­da­ten schreibt, muss laut Vor­schrift 250 Euro zah­len. Aber wer will kon­trol­lie­ren, ob es der rich­ti­ge Name ist? Nie­mand muss dem Per­so­nal in der Knei­pe sei­nen Aus­weis zeigen. 

Niklas Blö­me­ke hat in der Pen­si­on Schmidt in den ver­gan­ge­nen Wochen wie­der ers­te Ver­an­stal­tun­gen pro­biert. Der Schrift­stel­ler Frank Goo­sen hat gele­sen, zwei Mal hin­ter­ein­an­der, mit jeweils 50 Gäs­ten, wo sonst 150 sit­zen. „Wenn man auch mal auf das Gute schaut, dann ist das sicher­lich, dass wir jetzt sehen, wie wich­tig die­se Ver­an­stal­tun­gen sind“, sagt er. 

Aber nicht nur die Ver­an­stal­tun­gen selbst feh­len, son­dern auch ande­re Gele­gen­hei­ten, bei denen Men­schen sich tref­fen. Patrick Ber­nau hat am Wochen­en­de in einem Essay in der Frank­fur­ter All­ge­mei­nen Sonn­tags­zei­tung erklärt, was dadurch ver­lo­ren geht, dass der Zufall in unse­rem Leben in der Coro­na-Zeit so sehr an Bedeu­tung ver­liert. Vie­le Din­ge erge­ben sich, weil Men­schen zufäl­lig irgend­wo auf­ein­an­der­tref­fen, ins Gespräch kom­men. So ent­ste­hen Freund­schaf­ten, Lie­bes­be­zie­hun­gen oder Unter­neh­men wie Goog­le. Und Din­ge zu fin­den, nach denen man gar nicht gesucht hat, dafür gibt es ein Fach­wort, es lau­tet: Seren­di­pi­tät.

Mit den Mas­ken ist viel Aus­ge­las­sen­heit ver­schwun­den. Doch die Unbe­schwert­heit kehrt lang­sam zurück, und das, obwohl die Infek­ti­ons­zah­len wie­der stei­gen. Auf die Fra­ge, wie man die Men­schen dazu bringt, trotz­dem in Cafés und Restau­rants zu gehen, sagt Ste­fan Jan­sen vom Café Teil­chen & Beschleu­ni­ger und dem Restau­rant Zwei­schnei­di­ges Pferd: „Ich glau­be, da müs­sen wir uns nicht so viel ein­fal­len las­sen.“ Wenn es nach den Gäs­ten gin­ge, gäbe es weder Mas­ken noch Lis­ten noch Abstands­re­geln, sagt er. Auch das Ver­ständ­nis dafür, dass die Tür bei zehn Grad nicht geschlos­sen wer­de, sei nicht so groß. „Die Leu­te wol­len sich eh an kei­ne Regeln mehr hal­ten“, sagt Jan­sen. Die Fra­ge sei, wie sehr man dem nachgebe. 


In aller Kürze

+++ Seit Mit­te März hat die Stadt knapp 200 Mal Buß­gel­der ver­hängt, weil Men­schen gegen die Coro­na-Regeln ver­sto­ßen haben. Wie viel Geld dadurch zusam­men­ge­kom­men ist, habe man nicht aus­ge­wer­tet, schreibt die Stadt. Zur Höhe der Buß­gel­der wegen fal­scher Kon­takt­an­ga­ben kön­ne man noch kei­ne detail­lier­ten Anga­ben machen, weil die Regeln erst seit Anfang des Monats gel­ten. Was man aber schon sagen kön­ne: Es sei oft schwer, Kon­tak­te nach­zu­ver­fol­gen, weil Tisch­num­mern oder genaue Besuchs­zei­ten in den Lis­ten fehl­ten. Das Ord­nungs­amt will das jetzt alles genau im Blick behalten. 

+++ Die zum ers­ten Mal in den Rat gewähl­te „Müns­ter-Lis­te – bunt und inter­na­tio­nal“ hat ihr ein­zi­ges Rats­man­dat schon vor der ers­ten Rats­sit­zung wie­der ver­lo­ren. Der neue Rats­herr Geor­gi­os Tsaka­li­dis hat am Mon­tag­mor­gen per E-Mail sei­nen Aus­tritt erklärt, sagt Wer­ner Szy­bal­ski, der sich für die Lis­te unter ande­rem um die Öffent­lich­keits­ar­beit küm­mert. Und hier liegt offen­bar auch der Grund für den Kon­flikt, der letzt­lich zum Zer­würf­nis führ­te. Tsaka­li­dis wirft Szy­bal­ski sys­te­ma­ti­sche Mani­pu­la­ti­on und Stim­mungs­ma­che vor. Er habe Infor­ma­tio­nen vor­ent­hal­ten und so sei­ne eige­ne Macht aus­ge­baut. Min­des­tens sie­ben Men­schen hät­ten die Lis­te in den ver­gan­ge­nen Wochen wegen Szy­bal­ski ver­las­sen. Der wie­der­um sagt, er habe ver­se­hent­lich eine E-Mail nicht wei­ter­ge­lei­tet. Sei­ner Mei­nung nach sei das „ver­zeih­lich“. Tsaka­li­dis krei­det er nun sei­ner­seits an, vor der Wahl eine „Ehren­er­klä­rung“ unter­zeich­net zu haben, die vor­se­he, ein Man­dat im Fal­le des Aus­tritts zurück­zu­ge­ben. Das hat Geor­gi­os Tsaka­li­dis jedoch nicht vor. Er will sein Man­dat behal­ten, trotz Erklä­rung. „Ich habe mir mora­lisch nichts vor­zu­wer­fen“, sagt er. Er habe han­deln müs­sen, um die „will­kür­li­che Hin­ter­zim­mer-Poli­tik“ zu been­den. Nun wol­le er sein Man­dat als ein­zi­ger Nicht-Deut­scher im Rat nut­zen, um sich für die inter­kul­tu­rel­le Öff­nung der Stadt, die Situa­ti­on von Geflüch­te­ten und gegen Ras­sis­mus ein­zu­set­zen. Die Müns­ter-Lis­te will laut Szy­bal­ski wei­ter­ma­chen. Tsaka­li­dis mag dar­an nicht glauben. 

+++ Die ödp und Die Par­tei haben sich zu einer Rats­grup­pe zusam­men­ge­tan. Die Par­tei­en mach­ten ein Grup­pen­bild vom ers­ten Tref­fen. Der Zusam­men­schluss hat für sie den Vor­teil, dass sie als Grup­pe eini­gen Aus­schüs­sen ange­hö­ren kön­nen. Und sie bekom­men Geld, um ein Büro und Mitarbeiter:innen zu bezah­len, ins­ge­samt knapp 80.000 Euro. Mit einem Sitz mehr wären sie eine Frak­ti­on. Dann wären sie in allen Aus­schüs­sen vertreten. 

+++ Wel­che Mehr­hei­ten im Rat zustan­de­kom­men wer­den, ist wei­ter offen. In die­ser Woche fin­den meh­re­re Gesprä­che statt. Heu­te zum Bei­spiel tref­fen sich SPD und Grü­ne, um eine Zusam­men­ar­beit aus­zu­lo­ten. Mehr dann ver­mut­lich in der nächs­ten Woche.

+++ Müns­ters Wirt­schafts­för­de­rung hat einen neu­en Chef. Enno Fuchs hat in Müns­ter einen Arbeits­ver­trag unter­schrie­ben, mel­det die Stadt. Fuchs arbei­tet zur­zeit noch in ähn­li­cher Funk­ti­on in Bochum. Wann er in Müns­ter anfan­gen wird, ist noch nicht klar. Enno Fuchs wird Nach­fol­ger von Tho­mas Rob­bers, der in einer umstrit­te­nen Ent­schei­dung im Juni abbe­ru­fen wur­de, nach­dem bekannt gewor­den war, dass er den Haupt­ver­däch­ti­gen im Miss­brauchs­fall von Müns­ter per­sön­lich kennt. Dar­über hin­aus liegt gegen Rob­bers nichts vor. Die Stadt begrün­de­te die Abbe­ru­fung offi­zi­ell mit zer­stör­tem Ver­trau­en. Recht­lich geklärt ist der Fall noch nicht. 

+++ Der Wochen­markt fin­det ab mor­gen wie­der voll­stän­dig auf dem Dom­platz statt. 30 Markt­stän­de zie­hen dann vom Prin­zi­palmarkt wie­der um an den alten Ort. Wobei, nicht ganz: Acht von ihnen wer­den an der Stra­ße vor dem Mode­haus Schnitz­ler ste­hen. Das ist neu. Aber ins­ge­samt bleibt es bei 117 Stän­den – und bei den Corona-Regeln.


Corona-Update

An mitt­ler­wei­le 18 Schu­len in Müns­ter sind Coro­na-Fäl­le gemel­det wor­den. Nach einem Bericht der West­fä­li­schen Nach­rich­ten waren am Mon­tag über 600 Schüler:innen und knapp 60 Lehrer:innen in Qua­ran­tä­ne. Der Spie­gel hat sich am Wochen­en­de mit der Fra­ge beschäf­tigt, wie die Anste­ckungs­ge­fahr in Klas­sen­zim­mern gesenkt wer­den kann. Im Bei­trag kommt unter ande­rem der Aero­dy­na­mik-Pro­fes­sor Chris­ti­an Käh­ler zur Wort, der die Wir­kung des Lüf­tens nach eige­nen Ver­su­chen für über­schätzt hält. Lüf­ten sei nur dann sinn­voll, wenn der Tem­pe­ra­tur­un­ter­schied groß sei, viel Wind vor dem Fens­ter wehe oder sich auch auf der gegen­über­lie­gen­den Sei­te des Raums ein Fens­ter befin­de, sagt er. Die Kul­tus­mi­nis­te­ri­en hat er damit aller­dings noch nicht über­zeugt. Sie hal­ten Lüf­ten wei­ter für das Mit­tel der Wahl. Und noch schnell zu den aktu­el­len Coro­na-Zah­len in Müns­ter: Sie sind im Ver­gleich zu Mon­tag sogar gesun­ken, von 121 auf 104 aktu­ell gemel­de­te Fäl­le. Das liegt aller­dings auch dar­an, dass 25 Men­schen gene­sen sind. Die Stadt mel­det acht neue Infek­tio­nen.


Unbezahlte Werbung

Wir hat­ten Besuch aus Dres­den, und die­ser Besuch rös­tet mit viel Lei­den­schaft in sei­ner Frei­zeit Kaf­fee. Er und sei­ne Freun­din, die sich zwar nicht so sehr fürs Rös­ten, aber dafür umso mehr für die Pro­duk­ti­ons­be­din­gun­gen von Kaf­fee inter­es­siert, haben ein gemein­sa­mes Hob­by. Wenn sie unter­wegs sind, besu­chen sie gemein­sam Rös­te­rei­en. In Müns­ter waren sie beson­ders begeis­tert von der Kaf­fee­bar Herr Hase an der Ger­tru­den­stra­ße. Ich selbst mag auch sehr gern Kaf­fee, aber mei­ne Geschmacks­ner­ven, wie soll ich sagen, sind auch mit wenig zufrie­den. Daher muss­te ich mir erklä­ren las­sen, was an Herrn Hases Kaf­fee so beson­ders ist. Und nun weiß ich zum Bei­spiel, dass Kaf­fee auch eine fruch­ti­ge Note haben kann. Hier auch noch ein Tipp von mei­ner Kol­le­gin Marie Schwe­sin­ger, die das Café an der Ger­tru­den­stra­ße eben­falls sehr gut kennt: Pro­bie­ren Sie den Car­rot­ca­ke. Öff­nungs­zei­ten: mon­tags von 11 bis 18 Uhr, diens­tags bis sonn­tags von 9 bis 18 Uhr. 


Korrekturen und Ergänzungen

Im RUMS-Brief vom Frei­tag haben wir in der Rubrik „Unbe­zahl­te Wer­bung“ aus Ver­se­hen einen fal­schen Link gesetzt. Emp­feh­len woll­ten wir Ihnen den ita­lie­ni­schen Super­markt Mer­ca­to Ita­lia­no an der Ham­mer Stra­ße. So stand es im Text. Aber der Link führ­te zum gleich­na­mi­gen Markt in Kiel. Wir hof­fen, das hat nicht zu ärger­li­chen Umwe­gen an die Ost­see geführt. Falls doch, mel­den Sie sich. Dann schau­en wir, wie wir das wie­der­gut­ma­chen kön­nen. Das hier ist übri­gens der rich­ti­ge Link.

Und noch etwas: Wir hat­ten berich­tet, dass Sybil­le Ben­ning (CDU) aus gesund­heit­li­chen Grün­den nicht mehr für den Bun­des­tag kan­di­die­ren wird. Aber wir hat­ten noch nicht erwähnt, dass der CDU-Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Ste­fan Nacke (44) und der ehe­ma­li­ge Vize-Kreis­vor­sit­zen­de Tobi­as Boll­mann (31) sich um ihre Nach­fol­ge bemü­hen. Das sei hier­mit nach­ge­holt. Wenn noch jemand dazu­kommt, mel­den wir uns. 


Drinnen und draußen

+++ Am bes­ten schon vor­mer­ken: Am 24. Okto­ber (Sams­tag) ist das Ver­an­stal­tungs­for­mat „Reset mixed arts“ nach zwei Jah­ren wie­der zu Gast im LWL-Natur­kun­de­mu­se­um. Dann spie­len dort mit­ten in der Aus­stel­lung Bands, es fin­den Per­for­man­ces statt, es ist auch sonst viel Kunst zu sehen. Und wenn Sie die­sen RUMS-Brief gele­sen haben, dann sind Sie wahr­schein­lich auf die Stel­le gesto­ßen, an der es um Zufäl­le ging, die in der Coro­na-Zeit nur noch sel­ten vor­kom­men. Bei der letz­ten Reset-Ver­an­stal­tung im Natur­kun­de-Muse­um vor zwei Jah­ren habe ich einen Gra­fik-Desi­gner aus Frank­reich ken­nen­ge­lernt, der erst seit weni­gen Wochen in Müns­ter leb­te. Spä­ter am Abend stan­den wir am Ein­gang und spra­chen mit einer jun­gen Musik-Stu­den­tin aus Süd­ko­rea. Sie erzähl­te, auch sie sei erst vor weni­gen Wochen nach Müns­ter gekom­men. Um es kurz zu machen: Vor ein paar Mona­ten sind die bei­den zusammengezogen. 

+++ Und noch ein Tipp für mor­gen: Manu und Mag­da aus Müns­ter sind in 19 Mona­ten durch 29 Län­der gereist, 18.000 Kilo­me­ter mit dem Fahr­rad. Mor­gen Abend erzäh­len die bei­den im Cine­plex von ihrer Rei­se – und zu sehen gibt’s natür­lich auch etwas. Sie sind noch nicht sicher? Dann wer­fen Sie doch einen Blick auf die Web­site der bei­den oder auf ihren You­tube-Kanal. Tickets bekom­men Sie hier.

Am Frei­tag schreibt Ihnen wie­der mei­ne Kol­le­gin Con­stan­ze Busch. Haben Sie bis dahin eine schö­ne Woche. 

Herz­li­che Grüße

Ralf Hei­mann

Mit­ar­beit: Con­stan­ze Busch, Ann-Mar­len Hoolt und Marie Schwesinger


PS

Es hat über­haupt nichts mit Müns­ter zu tun, aber ich muss es Ihnen trotz­dem emp­feh­len. Wenn Sie sich ein biss­chen für Fuß­ball inter­es­sie­ren und viel­leicht auch für kurio­se Tore, dann schau­en Sie sich doch bit­te mal das hier an. Ich mache es jetzt seit Tagen zwi­schen­durch immer wie­der. Ich muss näm­lich jedes Mal wie­der lachen.