Klaus Brinkbäumers Brief aus New York | Die gemeingefährliche Trump-Show

Müns­ter, 12.04.2020

Lie­be Lese­rin, lie­ber Leser,

der Prä­si­dent sagt von sich selbst, er sei ein „sehr sta­bi­les Genie“ und er ken­ne „die bes­ten, die aller­bes­ten Wör­ter“. Die ame­ri­ka­ni­sche Fern­seh­sen­dung „The Dai­ly Show“ schrieb dar­um einen Wett­be­werb aus, sie such­te das „bes­te bes­te Wort“ des Prä­si­den­ten. Es kon­kur­rier­ten Begrif­fe wie „United Shaysh“ (ver­mut­lich gemeint: die USA), „Bipar­tiss Solu­ci­us“ (über­par­tei­li­che Lösun­gen?) und „Mer­ry Chris­sus Erry“ (fro­he Weih­nach­ten aller­seits?). Das war zwar ver­dammt lus­tig, aber kein Witz: Der 73-Jäh­ri­ge hat das alles tat­säch­lich exakt so gesagt (und hier kön­nen Sie’s sehen, und ich ver­spre­che, es wird Ihren Tag nicht trü­ben). Es sieg­te übri­gens „The Oran­ges“, da der Prä­si­dent gar kei­ne Apfel­si­nen gemeint hat­te; er hat­te wohl „ori­gins“, „Ursprün­ge“, sagen wollen.

Ich woll­te die­sen Text ver­gnüg­lich anfan­gen, es ist ja Oster­sonn­tag, und die Zei­ten sind hart genug. Jedoch: Heu­te müs­sen wir über Donald Trump reden.

Es geht nicht anders: Hier in den USA schafft es Trump seit nun­mehr vier Jah­ren (ein Jahr Wahl­kampf und drei Jah­re im Amt), sich selbst ins Zen­trum aller Debat­ten zu manö­vrie­ren; und nun steht er dort wie­der, im Zen­trum, weil die­ses Land zwar auch dar­über strei­tet, wie­so es auf die Coro­na-Kri­se so schlecht vor­be­rei­tet war und dann so lang­sam reagier­te. Aber stän­dig füh­ren eigent­lich alle Gesprä­che in den USA zu Trump.

Sie fin­den, sol­che Fens­ter nerven?

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