Ruprecht Polenz‘ Kolumne | Wählen mit 16

Müns­ter, 16. August 2020

Einen schö­nen Sonn­tag wün­sche ich Ihnen.

In vier Wochen wird Mela­nie 16 Jah­re alt. Einen Tag spä­ter, am 13. Sep­tem­ber, darf sie mit allen Gleich­alt­ri­gen den Ober­bür­ger­meis­ter von Müns­ter mit­wäh­len und dar­über ent­schei­den, wie der Rat und die Bezirks­ver­tre­tun­gen für die nächs­ten fünf Jah­re poli­tisch zusam­men­ge­setzt sind. Doch nächs­tes Jahr, bei den Bun­des­tags­wah­len im Herbst, ist sie wie­der außen vor.

Denn um an Bun­des­tags­wah­len teil­neh­men zu kön­nen, muss man 18 Jah­re alt sein. Die­se Gren­ze wur­de nach lan­ger Dis­kus­si­on vor genau 50 Jah­ren fest­ge­legt. Ich war damals als Vor­sit­zen­der der Arbeits­ge­mein­schaft Deut­scher Stu­den­ten­schaf­ten (ADS) zu einer Anhö­rung des Deut­schen Bun­des­ta­ges ein­ge­la­den, bei der ich mich für eine Sen­kung des Voll­jäh­rig­keits­al­ters – und damit ver­bun­den des Wahl­rechts – von 21 auf 18 Jah­re aus­ge­spro­chen habe. Unser Haupt­ar­gu­ment: Wenn man wegen der Wehr­pflicht mit 18 Jah­ren alt genug ist für die Bun­des­wehr, ist man auch alt genug, den Bun­des­tag mitzuwählen.

Sie fin­den, sol­che Fens­ter nerven?

Wir auch. Aber einen ele­gan­te­ren Weg haben wir lei­der noch nicht gefun­den, um auch wei­ter­hin Arti­kel wie die­sen anbie­ten zu kön­nen – denn wir brau­chen dafür Ihre Unter­stüt­zung. Tes­ten Sie unser Ange­bot jetzt drei Mona­te lang für nur 5 Euro pro Monat!

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