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Die ideale Taube | Gesundheitsamt am Limit | RUMS kostenlos testen


Münster, 14. Januar 2022
wir Journalist:innen müssen uns mit vielen ernsten Themen beschäftigen, nicht nur während einer Pandemie. Zum Glück aber auch mit ebenso vielen schönen und lustigen Dingen. Manches ist so, wie sich Nicht-Journalist:innen unseren Beruf vorstellen, das meiste ist aber ganz anders. Ein Klischee über den Lokaljournalismus, das sich besonders hartnäckig hält, ist, dass man ständig Tauben- oder je nach Region auch Kaninchenzüchter:innen besuchen muss.
Bei mir hat es lange gedauert, bis ich es wirklich einmal mit Rassegeflügelzüchtern zu tun bekommen habe. Es war vor ungefähr sieben Jahren, als ich noch ab und zu für eine Lokalzeitung schrieb: eine Schau auf dem Speicher einer restaurierten historischen Scheune, in den ländlichen Ausläufern einer Kleinstadt im Sauerland. Dicht an dicht standen da Käfige mit Zwerghühnern, Wachteln und schlecht gelaunten Hähnen von beachtlicher Größe, um die alle einen Bogen machten.
Im hinteren Teil des Speichers hatte das Organisationsteam einige Bierzeltgarnituren aufgestellt, es gab Kaffee und Kuchen und später natürlich auch Bier oder gleich ein Herrengedeck, wenn man wollte. Leider war ich mit dem Auto da. Der Bürgermeister war auch gekommen und überreichte am Ende Preise an die Züchter:innen der Gewinnervögel, davon habe ich im schummrigen Licht ein Foto gemacht. Ein rundum gelungener Nachmittag.
Ein Hobby wie aus einer anderen Zeit
Allerdings: Auch wenn man sich die Scheune wegdenkt und sich stattdessen eine größere Veranstaltung vorstellt, bleibt irgendwie der Eindruck, dass dieses Hobby etwas aus der Zeit gefallen ist. Die 2020er-Jahre sehen anders aus. Tatsächlich haben Tauben- und ähnliche Zuchtvereine ein Nachwuchsproblem, ein menschliches. Wer möchte das heute schon noch machen?
Astrid Probst von der Reportageschule Reutlingen hat für uns einen jungen Mann besucht, der diesem Hobby mit viel Leidenschaft nachgeht. Der 24-Jährige züchtet eine besondere Rasse, die Thüringer Storchtauben, was sehr aufwändig und deshalb auch sehr selten ist. Was begeistert ihn daran? Astrid Probst ist dieser Frage nachgegangen. Dabei ist eine tolle Reportage herausgekommen, die ich Ihnen unbedingt ans Herz legen möchte. Der Text ist wunderbar geschrieben und macht allein deshalb viel Spaß. Und Sie erfahren, wie die ideale Taube aussieht, warum 97 Punkte eigentlich 100 Punkte sind und was eine lausige Taube trotzdem zum Lieblingstier machen kann. Hier geht es zur Reportage, die Sie mit unserem kostenlosen 30-Tage-Probeabo lesen können.
Damit haben Sie auch Zugriff auf den heutigen RUMS-Brief. Darin schauen wir uns die aktuelle Coronalage an. Das Gesundheitsamt kann die Kontaktnachverfolgung nicht mehr bewältigen und stellt die Abläufe um. Was bedeutet das für die kommenden Wochen? Das und mehr lesen Sie hier.
Herzliche Grüße
Constanze Busch
PS
Wenn Sie zum Start ins Wochenende noch etwas zum Lachen haben möchten, bitteschön: Ich empfehle Ihnen dieses kleine Video. Darin streitet ein Mann mit einer Ziege. Ich bin nicht ganz sicher, wer am Ende gewinnt. Aber ich lache seit Tagen.