- RUMS
- Beiträge
- Kurzbriefe
- Kurzbrief von Ralf Heimann
Russisches Test-Roulette | Das ungeliebte Großprojekt | RUMS 30 Tage kostenlos testen


Münster, 11. Januar 2022
ist das jetzt schon der Silvester-Effekt? Die Infektionszahlen in Münster haben übers Wochenende einen Sprung gemacht. Eigentlich fallen sie montags etwas niedriger aus, weil die Meldungen erst nach dem Wochenende eingehen. Doch in dieser Woche war das anders. Die Inzidenz schoss von 341 am Freitag auf 461 (Neuinfektionen pro 100.000 Menschen in einer Woche) am Montag. Heute ging sie leicht wieder zurück, auf 445, aber wie Sie wissen: Das kann sich morgen schon wieder ändern.
Solche Zahlen hatten wir noch nie, seit die Stadt am 1. März 2020 den ersten Corona-Fall meldete, und doch ist die Stimmung erstaunlich gelassen. Die Menschen gehen in Cafés, Restaurants und Kneipen. Wenn alle sitzen, fällt kaum auf, dass irgendetwas anders ist. Wer einen Tisch möchte, braucht eine doppelte Impfung, mittlerweile auch einen Booster oder einen Schnelltest. Das sollte ja eigentlich genügend Sicherheit geben, oder doch nicht?
Bei den Schnelltests vertrauen wir darauf, dass die Ergebnisse schon stimmen werden. Sobald das Wort „negativ“ auf dem Smartphone zu sehen ist, stellt sich das Gefühl der Erleichterung ein. Und tatsächlich, eine aktuelle Untersuchung des Paul-Ehrlich-Instituts zeigt, dass 80 Prozent der mittlerweile knapp 250 Antigen-Tests (Schnelltests und Selbsttests) im Handel die Omikron-Variante erkennen. Aber man kann auch Pech haben, denn mit den Tests ist es ein bisschen wie mit den Pilzen im Wald: Von einigen ist eher abzuraten. Welche das sind, ist auf den ersten Blick oft nicht zu erkennen.
Im RUMS-Brief heute beschäftigen wir uns mit der Qualität von Schnell- und Selbsttests, die sehr unterschiedlich ausfällt. In einem Geschäft an der Salzstraße fanden wir drei Tests, einer davon war sehr gut, ein anderer nicht zu gebrauchen. Wir erklären, wie es dazu kommt, dass die Qualität so verschieden ist.
Und wir schauen uns ein Großprojekt in Münster an, für das die Begeisterung nicht allzu groß ist. Münster muss eine Zentrale Unterbringungseinrichtung für Geflüchtete bauen. Wenn es so kommt, wird es für die Stadt sehr teuer. Ob es so kommt, hängt auch von der Landtagswahl ab.
Möchten Sie mehr erfahren? Dann testen Sie RUMS mit unserem Probe-Abo 30 Tage lang kostenlos.
Und wir hätten noch einen Hinweis: Am Sonntag, 16. Januar, sprechen wir in unserer Reihe „Wir müssen reden“ über den Musik-Campus. Um 19 Uhr geht es los. Wer die Gäste sein werden, verraten wir Ihnen am Freitag. Wenn Sie dabei sein möchten, schreiben Sie sich den Termin am besten schon auf. Alles Weitere zur Veranstaltung finden Sie hier.
Herzliche Grüße
Ralf Heimann
PS
Stellen Sie sich eine schlechte Idee vor, und ich erzähle Ihnen eine noch schlechtere. Die hatte nämlich am Sonntagmorgen ein Rechtsanwalt aus Münster gegen kurz nach acht auf dem Weg zur Polizeiwache am Friesenring. Er wollte dort einen Mandanten treffen, der festgenommen worden war. Doch der Mann war schon wieder gegangen. Das war also schon mal schiefgelaufen. Und als wäre das nicht genug, hinterließ der Anwalt auch noch einen schlechten Eindruck, denn er hatte eine Fahne. Als er kurz darauf in sein Auto stieg und davonfuhr, fuhr eine Streife hinterher. Um es kurz zu machen: freiwilliger Alkoholtest. Ergebnis: 0,84 Promille. Seinen Führerschein musste der Mann trotzdem nicht abgeben. Das könnte für den Mann ein Happyend sein, ist es aber leider nicht, denn der Anwalt musste zugeben, dass er gar keinen mehr besitzt. Wie der Tag für den Mann weiterging, wollen wir lieber nicht wissen. Wie das Jahr für ihn weitergehen wird, das schreibt die Polizei, nämlich mit einem Strafverfahren.
PPS
Zum Schluss noch zwei Aufrufe: Die Bahnhofsmission sucht dringend warme Männerkleidung. Und der Katastrophenforscher Henning Goersch sucht für ein Projekt, in dem es um die Vorsorge von Menschen für Katastrophen geht, abgelaufene Lebensmittel, und zwar möglichst lang abgelaufene. Schauen Sie doch mal in den Kühlschrank oder die Tiefkühltruhe. Vielleicht finden Sie dabei ja auch einen sehr guten alten Wein. Dann hätte sich die Suche ja für Sie beide gelohnt. Henning Goersch erreichen Sie per E-Mail.