Ein Verein mit falschen Vorbildern

Vor eini­gen Wochen ist Preu­ßen Müns­ter in die 4. Liga abge­stie­gen. Die Kri­se des Ver­eins begann jedoch nicht erst in der ver­gan­ge­nen Sai­son, son­dern Jah­re frü­her. Viel­leicht sogar schon vor 28 Jah­ren mit dem Abstieg aus der 2. Bun­des­li­ga. Was ist seit­dem alles schief­ge­lau­fen? Und was ist jetzt zu tun?

Text: DIETRICH SCHULZE-MARMELING
Redak­ti­on: RALF HEIMANN
Titel­fo­to: HENDRIK WARDENGA

In der Sai­son 2005/06 stieg der SC Preu­ßen Müns­ter das ers­te Mal in die 4. Liga ab. Nach der Hin­run­de hat­te die Mann­schaft nur 16 Punk­te auf ihrem Kon­to (wie 2019/20). Der Trai­ner wur­de aus­ge­tauscht, aber auch Alt-Preu­ße Hans-Wer­ner Moors konn­te den Abstieg nicht ver­hin­dern. Für die Rück­kehr in die drit­te Eta­ge benö­tig­te der Klub fünf Spielzeiten.

Dar­an soll­te sich heu­te erin­nern, wer behaup­tet, ein Desas­ter wie in der abge­lau­fe­nen Sai­son wäre dem SCP noch nie pas­siert und ein sofor­ti­ger Wie­der­auf­stieg sei selbst­ver­ständ­lich. 2006 fie­len die Preu­ßen noch tie­fer. Die 3. Liga war damals nur eine Regio­nal­li­ga und von ihrer Spiel­stär­ke her mit der heu­ti­gen nicht zu ver­glei­chen. Der SCP lan­de­te in der Ober­li­ga Westfalen.

Im Som­mer 2011 war der SCP wie­der dritt­klas­sig. Die 3. Liga war nun eine ein­glei­si­ge und sehr pro­fes­sio­nell. Im fol­gen­den Jahr klopf­te der Klub ernst­haft an die Tür zur 2. Bun­des­li­ga – auch mit Hil­fe erheb­li­cher Inves­ti­tio­nen. Anschlie­ßend zog man sich ins Mit­tel­feld der Tabel­le zurück, bis es nun zum Absturz kam.

Im Herbst 2016 erhielt der SCP einen neu­en Vor­stand. Walt­her Seinsch, der den FC Augs­burg von der 4. Liga in die Bun­des­li­ga gebracht hat­te, kün­dig­te ein gro­ßes Invest­ment an, das Hoff­nun­gen auf ein neu­es Sta­di­on und einen Auf­stieg in die 2. Bun­des­li­ga (min­des­tens) schür­te. Die Kur­ve fei­er­te Seinsch als Retter. 

Vermutlich war es Verzweiflung

Mal­te Met­zel­der lös­te Cars­ten Gockel als Sport­di­rek­tor ab, muss­te aber bald fest­stel­len, dass er unter fal­schen Vor­aus­set­zun­gen ange­heu­ert hat­te. Die Kas­se war leer. Mit Seinschs Hil­fe wur­de die dro­hen­de Insol­venz abge­wen­det. Pro­fis, U23, U19 und U17 wur­den in eine GmbH & Co. KGaA aus­ge­glie­dert. Nicht zuletzt auf Wunsch von Seinsch, der sich aber anschlie­ßend ver­ab­schie­de­te. Heu­te wird man immer wie­der gefragt, wie sich die Preu­ßen auf Seinschs Idee ein­las­sen konn­ten. Leicht gefragt. Auch ich war zutiefst skep­tisch. Ver­mut­lich war es pure Ver­zweif­lung über die Sta­di­on­po­li­tik der Stadt. Seinsch ver­sprach, die Preu­ßen vom Sta­di­on-Übel zu erlö­sen. Immer­hin erhielt die Debat­te durch Seinsch neu­en Drive.

Anstatt ein neu­es Sta­di­on zu bezie­hen – Seinsch woll­te die­ses 2018 mit dem Fahr­rad anfah­ren, und einen Angriff auf die Liga­spit­ze star­ten – muss­te der SCP zwei­mal in Fol­ge sei­nen Spie­leretat kürzen.

In Ingol­stadt hat­te der BWLer Met­zel­der gelernt, was einen ech­ten Pro­fi­klub aus­macht. In Müns­ter muss­te er fest­stel­len, dass sein neu­er Arbeit­ge­ber davon ziem­lich weit ent­fernt war. Auch in der 3. Liga waren vie­le Klubs wei­ter als die Preu­ßen. In Müns­ter träum­te man von der 2. Bun­des­li­ga, war aber längst nicht mehr ein natür­li­cher Dritt­li­gist. Beim Sta­di­on ran­gier­ten die Preu­ßen in der Sai­son 2019/20 auf Platz 18 oder 19. Bei den Trai­nings­be­din­gun­gen tru­gen die Preu­ßen die „rote Later­ne“. Zwölf der 20 Dritt­li­gis­ten hat­ten ein Nach­wuchs­leis­tungs­zen­trum (NLZ). Mep­pen besaß mit den Jugend­leis­tungs­zen­trum Ems­land eine ähn­li­che Ein­rich­tung. In der Regio­nal­li­ga waren unter ande­rem Saar­brü­cken, Elvers­berg, Rot-Weiß Essen, Rot-Weiß Ober­hau­sen und FSV Frank­furt NLZ-Vereine. 

So ein Nach­wuchs­leis­tungs­zen­trum ist kein Luxus und auch kei­ne kari­ta­ti­ve Ein­rich­tung, son­dern har­te Wäh­rung. NLZ-Ver­ei­ne bekom­men deut­lich höhe­re För­der­gel­der vom DFB. Ohne NLZ kann ein Ver­ein nur sehr ein­ge­schränkt Ver­trä­ge mit Talen­ten abschlie­ßen. Aktu­ell ist es so: Der SCP bil­det sie aus – und muss sie dann ohne Ent­schä­di­gung an den BVB, Schal­ke und ande­re abge­ben. Dabei wird in Müns­ter her­vor­ra­gen­de Arbeit geleis­tet: Anders als die Pro­fis dür­fen U19 und U17 mit den gro­ßen Jungs spie­len. Bei­de Teams sind Bun­des­li­gis­ten und mes­sen sich hier mit dem Nach­wuchs von Borus­sia Dort­mund, Schal­ke 04, Bay­er Lever­ku­sen, Mön­chen­glad­bach, Köln etc., bei denen vie­le Nach­wuchs­spie­ler höher ent­lohnt wer­den als die Pro­fis des SCP. Aber mit der exis­tie­ren­den Infra­struk­tur kön­nen die Preu­ßen kei­ne Aner­ken­nung als NLZ beantragen. 

Last but not least: Vie­le der Dritt­li­gis­ten besa­ßen im sport­li­chen Bereich pro­fes­sio­nel­le­re Struk­tu­ren als der SCP.

Demut und Realismus

Met­zel­der ging die Pro­ble­me kon­se­quent an: „Wir haben kei­ne Zukunfts­sor­gen, son­dern ein Gegen­warts­pro­blem. Wir möch­ten Struk­tu­ren schaf­fen, in denen die Wahr­schein­lich­keit steigt, sport­li­chen Erfolg zu haben. Mit guten Struk­tu­ren kann man Erfolg vor­be­rei­ten. Es gibt auch Ver­ei­ne, die in Bei­ne inves­tie­ren und bei denen es auch klappt. In Müns­ter hat man das in die­ser Schie­ne sehr lan­ge ver­sucht. Aber die­ser Weg ist end­lich. Wenn ich nichts mehr in der Tasche habe, ist es vorbei.“ 

Anfang 2020 schil­der­te Met­zel­der noch ein­mal in aller Deut­lich­keit die Situa­ti­on: „Wir spie­len teil­wei­se mit drei Teams im Sta­di­on – wir haben wohl aktu­ell den schlech­tes­ten Platz der 3. Liga.“ Der SCP ver­fü­ge für alle Teams über zwei Plät­ze: Den Trai­nings­platz und einen Kunst­ra­sen­platz. „Teil­wei­se müs­sen gleich vier Teams gleich­zei­tig auf einem Kunst­ra­sen trai­nie­ren.“ Nach wie vor besit­ze der SCP bis­her kein Nach­wuchs­leis­tungs­zen­trum. Dar­an arbei­te man wei­ter. „Wir wol­len ja unse­re Top­ta­len­te im Nach­wuchs­be­reich schüt­zen.“ Schon ab der U15 wür­den heu­te die bes­ten Spie­ler abwan­dern. „So geht uns bei­spiels­wei­se die Aus­bil­dungs­ent­schä­di­gung ver­lo­ren. Der SCP ist ein struk­tur­schwa­cher Klub in einer gro­ßen räum­li­chen Kon­kur­renz – BVB, Bie­le­feld, Bochum, Schal­ke, Pader­born.“ Die­se Klubs sei­en im glei­chen „Teich“ unter­wegs. In der 3. Liga herr­sche ein Ver­drän­gungs­wett­be­werb. „Vie­le Klubs haben viel bes­se­re Mög­lich­kei­ten, zu investieren.“

Met­zel­der sprach auch über feh­len­de Struk­tu­ren, die der SCP noch ent­wi­ckeln müs­se. Und for­der­te mit Blick auf ande­re Ver­ei­ne eine neue Demut und einen neu­en Rea­lis­mus. Es sei wich­tig, „an der eige­nen Ent­wick­lung zu arbei­ten und sich nicht in Luft­schlös­sern zu ver­lie­ren.“ (Quel­le: 100ProzentMeinSCP).

Eini­ge Din­ge konn­te Met­zel­der in sei­ner Amts­zeit ver­bes­sern. Dem ver­eins­ei­ge­nen Unter­bau – Nach­wuchs und U23 – wur­de mehr Auf­merk­sam­keit geschenkt. Die U23 spielt heu­te in der Ober­li­ga (5. Liga) – da wer­den auch eini­ge Dritt­li­gis­ten nei­disch. Ein Scou­ting-Sys­tem und -Team wur­de auf­ge­baut. Der SCP bekommt dem­nächst tat­säch­lich zwei wei­te­re Trai­nings­plät­ze und erreicht damit infra­struk­tu­rell Augen­hö­he mit den loka­len Ama­teur­ver­ei­nen 1. FC Gie­ven­beck und Wacker Meck­len­beck. Und nicht zuletzt: In der Sta­di­on­fra­ge ist die Ver­eins­füh­rung um Prä­si­dent Chris­toph Sträs­ser und Auf­sichts­rats­chef Frank Wes­ter­mann ein gro­ßes Stück wei­ter gekommen. 

Den Abstieg konn­te Met­zel­der aber nicht ver­hin­dern, wozu auch die Viel­zahl der Bau­stel­len bei­trug. Es waren zu vie­le für zu wenig Bauarbeiter. 

(Der SCP wird nicht umhin kom­men, den Bestand haupt­amt­li­cher Mit­ar­bei­ter auf­zu­sto­cken. Wenn man dafür auf ein, zwei Pro­fi­ver­trä­ge ver­zich­ten muss, wird dies den Klub mit­tel­fris­tig trotz­dem wei­ter brin­gen als die Num­mern 17 oder 18 im Kader. In Deutsch­land arbei­tet der Arbeit­neh­mer durch­schnitt­lich 207 Tage im Jahr. Eine Stel­le bringt also gut 1.600 Arbeits­stun­den für den SCP. Da die Preu­ßen-Mit­ar­bei­ter mit Herz bei der Sache sind und sich nicht mit einem Acht­stun­den­tag begnü­gen, ver­mut­lich sogar mehr.)

Spä­tes­tens im Mai 2020 war klar, dass Met­zel­der nicht wei­ter­ma­chen wür­de – nicht unter den exis­tie­ren­den Bedin­gun­gen. Met­zel­der wirk­te aus­ge­brannt und ging. Auch weil er das Gefühl hat­te, dass er an unüber­wind­ba­re Gren­zen gesto­ßen war.

Falsche Vergleichsgrößen und Vorbilder

Ein Pro­blem der Preu­ßen war jah­re­lang, dass sich Klub und Fans für die fal­schen Ver­gleichs­grö­ßen und Vor­bil­der ent­schie­den. Beson­ders deut­lich wur­de dies in der Sta­di­on­fra­ge, wo in den 1980ern und 1990ern der BVB als Beleg dafür zitiert wur­de, dass ein neu­es Sta­di­on einen Ver­ein nach oben kata­pul­tie­ren kann. Aber auch das moderns­te und größ­te Sta­di­on hilft nicht, wenn es auf ande­ren Fel­dern nicht stimmt. 

In der jüngs­ten Sta­di­on­de­bat­te hieß es, ein Ver­bleib an der Ham­mer Stra­ße sei kei­ne Opti­on, da hier nur für maxi­mal 20.000 gebaut wer­den darf. Im August 2012 spiel­te Rot-Weiß Essen erst­mals in sei­nem neu­en Sta­di­on. Des­sen Fas­sungs­ver­mö­gen beträgt 20.000. Essen zählt fast dop­pelt so vie­le Ein­woh­ner wie Müns­ter, und Rot-Weiß hat etwa dop­pelt so vie­le Fans wie die Preu­ßen. Aber in Müns­ter war alles unter 35.000 nicht ver­han­del­bar. Begrün­dung: Inves­to­ren sei­en nur für eine Are­na die­ser Grö­ßen­ord­nung zu erwär­men. Aber wer soll­ten die­se Inves­to­ren sein? Bis heu­te ist nur ein Name bekannt: Walt­her Seinsch.

Den Preu­ßen wür­de es heu­te viel­leicht bes­ser gehen, wenn man sich genau­er ange­schaut hät­te, was sich in seit Anfang der 1990er – also seit Preu­ßens Abstieg aus der 2. Bun­des­li­ga – in Frei­burg, Mainz, Hei­den­heim, Darm­stadt oder Unter­ha­ching tat. 

Als der SC Frei­burg 1993 in die Bun­des­li­ga auf­stieg, war sei­ne Spiel­stät­te nicht bes­ser als die der Preu­ßen. Die Trai­nings­be­din­gun­gen auch nicht. Das Sta­di­on wur­de zwar Schritt für Schritt ent­wi­ckelt, blieb aber eine beschei­de­ne Ange­le­gen­heit. Erst mit der neu­en Sai­son bezieht der SCF ein moder­nes Sta­di­on. Das alte Sta­di­on hat ihn nicht dar­an gehin­dert, von den letz­ten 27 Spiel­zei­ten 20 in der Bun­des­li­ga zu spie­len. Es gibt in Müns­ter kei­ne Kul­tur des Frei­bur­ger, Main­zer, Hei­den­hei­mer oder Unter­ha­chin­ger Wegs. Frei­burg? Fin­den alle toll. Müs­sen wir in Müns­ter auch machen! Fragt man dann etwas nach, wird man gewahr, dass der Gegen­über den Frei­bur­ger Weg nicht wirk­lich kennt, zumin­dest nicht im Detail. Das Ergeb­nis wür­de man sofort neh­men, aber den Preis dafür möch­te man nicht zah­len. Der Frei­bur­ger Weg wur­de auch von Rück­schlä­gen beglei­tet, von denen man sich aber nicht irri­tie­ren ließ. 

In Frei­burg dis­ku­tier­te man in den 1990ern und danach nicht nur über das Sta­di­on, son­dern schau­te sich im fran­zö­si­schen Auxer­re um, erwarb die Anla­ge des eins­ti­gen Lokal­ri­va­len FC Frei­burg und errich­te­te dort die Frei­bur­ger Fuß­ball­schu­le, gewis­ser­ma­ßen das ers­te NLZ im deut­schen Fuß­ball. Preu­ßen bestand in den 1900ern und auch häu­fig auch noch anschlie­ßend aus dem Zusam­men­kau­fen von jähr­lich wech­seln­den Mann­schaf­ten und dem War­ten auf ein neu­es Sta­di­on. Trai­ner? Der SCF beschäf­tig­te im Zeit­raum 1993 bis 2020 vier, der SCP 30. Hans-Wer­ner Moors wäh­rend sei­nes letz­ten Enga­ge­ments bei den Preu­ßen im Jubi­lä­ums­jahr 2006: „Die sport­li­che Linie, die für einen län­ge­ren Zeit­raum gül­tig sein soll­te, war nie da beim SC Preu­ßen. Hat man die Kon­stan­te, ist eine Basis da, ein Anlauf­punkt, eine Aus­rich­tung. Dass die­se Grö­ße fehlt, begrün­det auch die gro­ße Fluk­tua­ti­on im Trai­ner­amt. Die gewis­se Ruhe, die Gelas­sen­heit, das ist bei ande­ren Ver­ei­nen da. Es zahlt sich dann irgend­wann aus, eine kon­stan­te Arbeit zu ver­fol­gen. Für den SC Preu­ßen gilt nach wie vor, dass er die Abläu­fe ver­bes­sern muss. Allei­ne eine Geld­fra­ge ist dies nicht.“ Sport­li­che Iden­ti­tät und Spiel­phi­lo­so­phie? Beim SCP vie­le Jah­re Fehl­an­zei­ge. Auch hier – in die­sem Fal­le unge­wollt – das fal­sche Vor­bild: Ham­bur­ger SV. 

In Frei­burg wur­de etwas ent­wi­ckelt – wes­halb Trai­nings­plät­ze und Nach­wuchs­leis­tungs­zen­trum nicht weni­ger wich­tig waren als das Sta­di­on. Müns­ters Sta­di­on­de­bat­te ersetz­te inhalt­li­che Debat­ten über den Preu­ßen-Weg. Kon­zep­tio­nell und stra­te­gisch wur­de nur andern­orts diskutiert.

Dass mich nie­mand falsch ver­steht: Müns­ters Poli­tik gab auch kein Ruh­mes­blatt ab. Und heu­te kann hin­sicht­lich der Not­wen­dig­keit eines neu­es Preu­ßen­sta­di­ons, in wel­cher Form auch immer, kei­ne zwei Mei­nun­gen geben. Es sei denn, man möch­te, dass Pro­fi­fuß­ball in Müns­ter ein für alle­mal von der Stadt­kar­te verschwindet.

Auch in der 4. Liga: Kein Hecht im Karpfenteich

Wür­de die Sta­di­on­the­se zutref­fen, dann hät­te Darm­stadt 98 in der Sai­son 2013/14 nicht in die Bun­des­li­ga auf­stei­gen dür­fen (in der Sai­son 2010/11 waren die Lili­en noch viert­klas­sig). Der 1.FC Hei­den­heim stieg 2008/09 in die 3. Liga auf – zwei Jah­re vor den Preu­ßen. 2013/14 folg­te der Auf­stieg in die 2. Bun­des­li­ga, und in der ver­gan­ge­nen Sai­son klopf­te das Team des ewi­gen Hei­den­hei­mers Frank Schmidt ans Tor zur Bun­des­li­ga. Die Ent­wick­lung der Hei­den­hei­mer ist nicht nur der Unter­stüt­zung durch die loka­le und regio­na­le Wirt­schaft geschul­det, die im Fal­le der Preu­ßen unter­ent­wi­ckelt ist. Sie ist das Ergeb­nis eines plan­vol­len, kon­zep­tio­nel­len und nach­hal­ti­gen Vor­ge­hens und fuß­bal­le­ri­scher Kom­pe­tenz. Ver­mut­lich bedin­gen sich die Din­ge gegen­sei­tig. Der 1.FC Hei­den­heim erfreut sich gro­ßer Unter­stüt­zung, weil eine Idee vom Ver­ein und des­sen Ent­wick­lung existiert.

Einen sofor­ti­gen Wie­der­auf­stieg wird es nicht geben, denn auch in der Regio­nal­li­ga sind eini­ge Ver­ei­ne bes­ser auf­ge­stellt als die Preu­ßen. Der SCP ist mit­nich­ten zu groß für die­se Liga. Der beim Dritt­li­gis­ten SV Mep­pen sehr erfolg­rei­che Trai­ner Chris­ti­an Neid­hart wech­selt zu Rot-Weiß Essen und damit eine Liga tie­fer. Er begrün­det dies unter ande­rem mit den bes­se­ren Bedin­gun­gen beim Viert­li­gis­ten. Wir dür­fen davon aus­ge­hen, dass Neid­hart dort nicht einen Euro weni­ger als im Ems­land ein­steckt. Ver­mut­lich sogar mehr. Aller­dings meint Neid­hart mit bes­se­ren Bedin­gun­gen nicht das Geld. Zumin­dest nicht nur das Geld. 

Beim Viert­li­gis­ten Essen herr­schen also bes­se­re Bedin­gun­gen als beim Dritt­li­gis­ten Mep­pen. Und in Mep­pen herr­schen bes­se­re Bedin­gun­gen als in Müns­ter. Womit die Distanz zwi­schen den Preu­ßen und dem Klas­sen­ka­me­ra­den aus Essen aus­ge­mes­sen ist. Essen hat mehr Zuschau­er, ein deut­lich bes­se­res (moder­ne­res) Sta­di­on, ein NLZ, bes­se­re Trai­nings­be­din­gun­gen und auch mehr Geld als der SCP. Auch die Zweit­ver­tre­tun­gen der Erst­li­gis­ten, von denen es in der West-Grup­pe gleich vier gibt, ver­fü­gen über bes­se­re Bedin­gun­gen als die Preu­ßen. Und zumin­dest vom BVB weiß man, dass er mit sei­ner Zwei­ten in die 3. Liga strebt. 

Was tun?

Ers­tens: Der Klub benö­tigt einen Fünf- bis Zehn­jah­res­plan, der alle Her­aus­for­de­run­gen inte­griert und mit­ein­an­der ver­zahnt: Pro­fis, U23, Nachwuchs/NLZ, Sta­di­on, den Auf­bau von Struk­tu­ren (zum Bei­spiel im Nach­wuchs­be­reich). Der Spon­so­ren und Fans eine Vor­stel­lung davon ver­mit­telt, wo der Ver­ein in fünf bis zehn Jah­ren ste­hen könn­te. Mög­li­cher­wei­se erwar­tet auch die Poli­tik einen sol­chen Plan. Auch mit Blick auf das neue Stadion.

Zwei­tens: Der Klub benö­tigt ein Leit­bild, das auch durch schwie­ri­ge Zei­ten trägt, den Klub mit Inhalt füllt und ihm eine Ori­en­tie­rung gibt. Wie defi­niert sich der Klub? Wofür steht der SCP in die­ser Stadt und in ihrer Regi­on? Eine Fra­ge, die immer weni­ger Men­schen beant­wor­ten kön­nen. Die Preu­ßen könn­ten als ver­bin­den­des Ele­ment zwi­schen Müns­ters unter­schied­li­chen Wel­ten – hier Innenstadt/Prinzipalmarkt, Kreuz­vier­tel, Kin­der­haus-Wes­t/­Co­er­de/­Berg Fidel – wir­ken. Preu­ßen ist die sozi­al diver­ses­te Ver­an­stal­tung in Müns­ter.

Drit­tens: Der Klub benö­tigt sport­li­che Leit­li­ni­en, die nicht beim ers­ten Gegen­wind und Rück­schlag ver­wor­fen wer­den. Die mit ihren Leit­plan­ken defi­nie­ren, wel­chen sport­li­chen Lei­ter und wel­chen Trai­ner man sucht, wel­che Rol­le U23 und Nach­wuchs spie­len, das regio­na­le Ele­ment etc. Das sport­li­che Ziel? Beim SC Frei­burg hieß und heißt es, man wol­le sich unter den 25 bes­ten Ver­ei­nen in Deutsch­land eta­blie­ren – was Abstie­ge in die 2. Bun­des­li­ga ein­schließt. Beim SCP könn­te das Ziel (im ers­ten Schritt) lau­ten: „Wir wol­len uns unter den bes­ten 80 Ver­ei­nen eta­blie­ren.“ Dies bedeu­tet, dass es min­des­tens Platz fünf in der Regio­nal­li­ga sein soll. Gelingt der Wie­der­auf­stieg (auf einer sta­bi­le­ren Basis, als sie heu­te exis­tiert), kann man die Mess­lat­te höher set­zen: „Wir wol­len uns unter den bes­ten 50 Ver­ei­nen in Deutsch­land etablieren.“ 

Vier­tens: Das Preu­ßen-Nach­wuchs­leis­tungs­zen­trum soll­te ein Preu­ßen-spe­zi­fi­sches sein. Ein NLZ, bei dem ein Jugend­spie­ler sagt, es dient mei­nen Bedürf­nis­sen mehr als die in Dort­mund, Schal­ke, Bie­le­feld und Bochum. Es ist anders. Es soll­te einen stark regio­na­len Cha­rak­ter haben, als Anlaufadres­se für die talen­tier­tes­ten Spie­ler aus dem Müns­ter­land die­nen. Die Junio­ren-Bun­des­li­ga ist kein Muss. Die­se Liga ist ohne­hin eine Zwei-Klas­sen-Gesell­schaft und dient kaum der Aus­bil­dung, wenn es immer nur dar­um geht, den Abstieg zu vermeiden. 

Fünf­tens: Stär­kung der Struk­tu­ren auf Basis ent­spre­chen­der Orga­ni­gram­me: Wel­che Auf­ga­ben­be­rei­che gibt es, wo sind die­se von­ein­an­der zu tren­nen, an wel­chen Stel­len füh­ren man sie wie zusam­men, wer ist für was ver­ant­wort­lich? Wir hat­ten in den letz­ten Jah­ren eine extrem star­ke Fokus­sie­rung auf den Sport­di­rek­tor. Der exter­ne Betrach­ter gewann den Ein­druck, Met­zel­der sei alles: Sport­di­rek­tor, Geschäfts­stel­len­lei­ter, Pres­se­spre­cher, Coro­na-Beauf­trag­ter, ver­ant­wort­lich fürs neue Sta­di­on und die Trai­nings­plät­ze, ver­ant­wort­lich für den Dia­log mit dem DFB etc. So einer ist dann natür­lich in der öffent­li­chen Wahr­neh­mung auch für alles ver­ant­wort­lich, was danebengeht.

Sechs­tens: Ein Preu­ßen-spe­zi­fi­sches Spon­so­ren­kon­zept. Ein sol­ches setzt aller­dings die Exis­tenz eines Leit­bil­des, einer sport­li­chen Kon­zep­ti­on und einer zumin­dest mit­tel­fris­ti­gen Pla­nung vor­aus (sie­he oben). Ansons­ten begibt man sich mit lee­ren Hän­den auf die Suche nach Geld­quel­len. Mit dem Fünf- oder Zehn­jah­res­plan und Spon­so­ren­kon­zept in der Tasche klap­pert man dann Müns­ter und das Müns­ter­land ab – Prä­sen­ta­ti­on bei Unter­neh­men, Rota­ri­ern, Par­tei­en etc. Die Preu­ßen kom­men zu euch! 

In Zukunft soll­te der Tri­kot­spon­sor wie­der aus Müns­ter oder dem Müns­ter­land kommen. 

Sieb­tens: For­schungs­rei­sen zu und Hos­pi­ta­tio­nen bei Klubs wie Hei­den­heim, Unter­ha­ching etc. Um zu erfah­ren, wie ein soli­des mit­tel­stän­di­sches Fuß­ball­un­ter­neh­men heu­te funk­tio­niert, war­um die­se Klubs den SCP hef­tig über­holt haben. In der Ver­gan­gen­heit herrsch­te beim SCP manch­mal eine merk­wür­di­ge Selbst­be­zo­gen­heit. Was an ande­ren Orten pas­sier­te, wie sich das Fuß­ball­sys­tem ent­wi­ckel­te, inter­es­sier­te häu­fig nicht wirk­lich (eine Hal­tung, die der SCP in Müns­ter nicht exklu­siv hat). 

Müns­ter ist nicht Fuß­ball-Pro­vinz, weil der SCP nur in der 3. oder 4. Liga spielt. Müns­ter ist Fuß­ball-Pro­vinz, weil man hier in der Ver­gan­gen­heit wenig über den eige­nen Tel­ler­rand hin­aus schau­te. Und des­halb wie­der­holt den Anschluss an moder­ne Zei­ten ver­pass­te. Dies gilt vor allem für den völ­lig über­flüs­si­gen Abstieg von 1991, von dem sich der Klub bis heu­te nicht erholt hat. In Preu­ßens Abstiegs­sai­son ende­te Mainz in der 2. Bun­des­li­ga auf Platz 8, Frei­burg auf Platz 9. Zuschau­er­schnitt der bei­den Klubs: 4.800 bzw. 4.700. Zuschau­er­schnitt des Abstei­gers Preu­ßen: 8.500.

Ach­tens: Der Klub soll­te einen CSR-Ver­ant­wort­li­chen beschäf­ti­gen (CSR = Cor­po­ra­te Social Respon­si­bi­li­ty – wür­de ich noch um ein wei­te­res „C“ für „Cul­tu­re“ ergän­zen). Sei­ne oder ihre Auf­ga­be: Pro­jek­te ent­wer­fen und rea­li­sie­ren, die dem Brü­cken­bau in die Stadt­ge­sell­schaft die­nen (zum Bei­spiel Koope­ra­tio­nen mit der Thea­ter­sze­ne etc.) Bei­spie­le: 2017 brach­te das Thea­ter der Jun­gen Welt Leip­zig ein Stück über den in Ausch­witz ermor­de­ten Natio­nal­spie­ler Juli­us Hirsch auf die Büh­ne. Anschlie­ßend tour­te man mit „Jul­ler“ durch zehn Bun­des­li­ga­städ­te. Eine Auf­füh­rung des Stücks wäre viel­leicht auch in Müns­ter mög­lich – in Koope­ra­ti­on mit dem Wolf­gang Bor­chert Thea­ter (WBT). (WBT-Chef Mein­hard Zan­ger sieht man häu­fi­ger im Preu­ßen­sta­di­on. Die mir bekann­te zukünf­ti­ge Gene­ral­inten­dan­tin des Thea­ters Müns­ter ist viel­leicht eben­falls für ein Pro­jekt zu gewin­nen – jeden­falls hat sie mit Inter­es­se unser Buch „Preu­ßen & Müns­ter“ gele­sen.) Und: Als die Thea­ter in Müns­ter in geschlos­se­nen Räu­men nicht auf­füh­ren konn­ten (oder nur mit stark begrenz­ter Besu­cher­zahl), hät­te man über Frei­licht-Auf­füh­run­gen im Preu­ßen­sta­di­on nach­den­ken kön­nen. Die nächs­te Pan­de­mie kommt bestimmt (lei­der).

Neun­tens: Aus­bau des Ver­hält­nis­ses zu den loka­len und regio­na­len Ama­teur­ver­ei­nen, die die Preu­ßen mit Nach­wuchs­spie­lern belie­fern und auch wei­ter­hin belie­fern sol­len. Und häu­fig kom­men auch Preu­ßens Nach­wuchs­trai­ner aus die­sen Ver­ei­nen. So exis­tie­ren bei­spiels­wei­se enge per­so­nel­le Ver­bin­dun­gen zum Nach­barn Borus­sia Müns­ter. Man könn­te jedes Jahr die Sai­son mit einem Test­spiel zwi­schen den bei­den Geist­vier­tel-Ver­ei­nen star­ten, aus­ge­tra­gen auf dem Borus­sen-Platz. Ein Teil der Ein­nah­men könn­te dem loka­len Ama­teur­fuß­ball zugu­te­kom­men (also nicht nur der Borus­sia). Nicht deren Ers­ten Mann­schaf­ten, son­dern Pro­jek­ten im Nach­wuchs­be­reich – zum Bei­spiel dem Inklu­si­ons­pro­jekt von Blau-Weiß Aasee oder Prä­ven­ti­ons­maß­nah­men gegen sexu­el­le Gewalt und Missbrauch.

Des Wei­te­ren könn­te Preu­ßen Fort­bil­dungs­ver­an­stal­tun­gen für Nach­wuchs­trai­ner aus Müns­ter und Umge­bung anbieten. 

Zehn­tens: Eine offen­si­ve Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stra­te­gie, die den Ver­ein dar­stellt und erklärt – weit über das eige­ne Umfeld hinaus. 

Elf­tens: Was war posi­tiv in der letz­ten Sai­son? Die Fans! Sie­he ihre Sam­mel­ak­tio­nen für den Ver­ein, die Sai­son­spen­de für kari­ta­ti­ve Pro­jek­te, ihr Enga­ge­ment gegen Ras­sis­mus, das auch bei Leu­ten Auf­merk­sam­keit erweck­te und Sym­pa­thien mobi­li­sier­te, die dem SCP nor­ma­ler­wei­se nicht zuge­wandt sind, ihn für eine über­flüs­si­ge und prol­li­ge Rand­grup­pen-Ver­an­stal­tung hal­ten. (Nach der spon­ta­nen anti­ras­sis­ti­schen Akti­on beim Spiel gegen Würz­burg, als ein Preu­ßen­fan einen Spie­ler der Kickers ras­sis­tisch belei­dig­te, rie­fen mich sogar Freun­de aus Nord­ir­land und Man­ches­ter an. Der SCP war in der inter­na­tio­na­len Pres­se.) Nicht nur des­halb: Eine noch stär­ke­re Ein­be­zie­hung der Fans, auch in die Pla­nung für das neue Sta­di­on. Und: Der SCP müss­te mit dem Fünf- oder Zehn­jah­res­plan auch die Fan­sze­ne abklappern.

Zwölf­tens: Zumin­dest mit­tel­fris­tig soll­te der SCP auch über ein Enga­ge­ment im Frau­en­fuß­ball nachdenken.

Im Übri­gen sind die Vor­aus­set­zun­gen für eine stär­ker kon­zep­tio­nel­le und nach­hal­ti­ge Her­an­ge­hens­wei­se bes­ser als jemals zuvor. Die Fans waren in die­ser Sai­son groß­ar­tig, zeig­ten häu­fig ein gutes Gefühl für die Situa­ti­on. Auch habe ich den Ein­druck, dass immer mehr Men­schen kapie­ren, dass die 3. Liga für den SCP kei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit ist, dass sich die Fuß­ball­welt seit dem Auf­stieg von 2011 gewal­tig ver­än­dert hat. Beim Preu­ßen-Anhang ist mehr Rea­lis­mus ein­ge­kehrt, die Coro­na-Kri­se hat hier ein biss­chen geholfen. 

Wich­tig ist jetzt, dass der SCP Funk­ti­ons­fä­hig­keit beweist. Und in die Regio­nal­li­ga mit einem posi­ti­ven Pro­jekt geht, anstatt Trüb­sal zu bla­sen und nur den Sta­tus Quo zu ver­wal­ten. Der Abstieg in die Regio­nal­li­ga bie­tet auch Chan­cen. Das Pro­jekt muss über die Gestal­tung der kom­men­den Sai­son hin­aus­ge­hen, Hoff­nung auf eine bes­se­re Zukunft wecken und Lust auf die Regio­nal­li­ga. Hier­zu bedarf es aller­dings eines gro­ßen öffent­li­chen Auf­schlags. Bis­lang ist es ja eher so, dass nie­mand so rich­tig weiß, in wel­che Rich­tung die Rei­se geht. Die Ent­schei­dung für Peter Nie­mey­er als Sport­di­rek­tor und für eine Fort­set­zung der Arbeit mit Trai­ner Sascha Hild­mann schei­nen aber gute zu sein. 

„Die Preu­ßen brau­chen jetzt flei­ßi­ge Leute“. 

(Hans-Wer­ner Moors bei unse­rem letz­ten gemein­sa­men Kaf­fee­trin­ken – eine Woche vor sei­nem 70. Geburts­tag.)

Über den Autor

Diet­rich Schul­ze-Mar­me­ling lebt in Alten­ber­ge und ist Autor zahl­rei­cher Bücher über Fuß­ball. Letz­te Ver­öf­fent­li­chun­gen: „Aus­ge­spielt? Die Kri­se des deut­schen Fuß­balls“ (2019), „Klopps Liver­pool“ (Sep­tem­ber 2020), „Trai­ner ! Die wich­tigs­ten Män­ner im Fuß­ball“ (Okto­ber 2020). Sie­ben sei­ner Bücher wur­den von den Deut­schen Fuß­ball­kul­tur­preis“ (Kate­go­rie „Fuß­ball­buch des Jah­res“) nomi­niert, den er 2011 gewann. 

Gemein­sam mit Hubert Dah­l­kamp ver­öf­fent­lich­te er drei Bücher über die Preu­ßen: „Fuß­ball zwi­schen Filz und Fans – Preu­ßen Müns­ter“ (1995), „100 Jah­re Preu­ßen Müns­ter“ (2006) und „Preu­ßen & Müns­ter – Ein Sport­club und sei­ne Stadt (2019).

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