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Porträt von Sebastian Fobbe
Mit Sebastian Fobbe

Guten Tag,

heute ist ein Mann aus der Justizvollzugsanstalt Münster entlassen worden, der dort etwas mehr als zwei Wochen inhaftiert gewesen war. Er hatte eine Straftat begangen, für die das Strafgesetzbuch bis zu einem Jahr Haft vorschreibt. Verurteilt wurde der Mann zu einer zweimonatigen Gefängnisstrafe.

Der Mann, um den es geht, hatte ein öffentliches Verkehrsmittel ohne gültigen Fahrschein betreten. Das sogenannte „Erschleichen von Beförderungsleistungen“ hatten die Nazis im Jahr 1935 ins Strafgesetzbuch geschrieben. Hitlerdeutschland wurde besiegt, der Paragraf 265a aber blieb.

Wie viele Menschen jedes Jahr ins Gefängnis müssen, weil sie sich das Geld für ein Bus- oder Bahnticket nicht leisten können, ist nicht bekannt. Fakt ist jedenfalls: „Beförderungsleistungen zu erschleichen“, ist ein Massendelikt. In der polizeilichen Kriminalstatistik tauchen sage und schreibe 133.915 Fälle auf. Das sind diejenigen, die auffliegen. Die Dunkelziffer dürfte weit größer sein.

Wer arm ist, sitzt

Eingesperrt werden vor allem Menschen, die arm sind. Laut Strafgesetzbuch müssen Menschen ohne gültigen Fahrschein erst in Haft, wenn sie sich das erhöhte Beförderungsentgelt von 60 Euro und die zusätzliche Geldstrafe nicht leisten können. Die Mehrheit, die das betrifft, sind Männer. Die Fälle werden immer mehr.

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