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2026-05-06-Reportageschule_Arbeiterwohnen_02_Nikolaus Urban

1.500 Euro netto und wohnungslos

Ali Husseini hat einen Vollzeitjob, aber keine Wohnung. Er schlief in einer Unterkunft für arbeitende Wohnungslose in Gievenbeck. Bis auch sie schloss. Und nun?

von Nikita Vaillant • Redaktion: Ralf Heimann • Lektorat: Maria Schubarth • Fotos: Nikolaus Urban

Ein Nachmittag Anfang Mai. Die Frühschicht hat Feierabend. Das merkt man im Arbeiterwohnhaus in Gievenbeck daran, dass Männer in Warnschutzkleidung und Stahlkappenstiefeln schwere Rucksäcke abstreifen und über den grauen PVC-Flur in ihren jeweils nummerierten Zimmern verschwinden. 36 Männer leben hier und fast alle arbeiten über Zeitarbeitsfirmen in Reinigung, Produktion oder am Fließband.

Einer von ihnen ist Ali Husseini. Der 34-Jährige ist zu Fuß aus Kabul über den Iran nach Deutschland geflohen, seit zwei Jahren lebt er in Münster und seit Februar im Arbeiterwohnhaus.

Eigentlich ist er gelernter Elektriker, doch sein Abschluss wird in Deutschland nicht anerkannt. Daher arbeitet er Vollzeit in einem Lager für Autoteile. Von seinem Nettogehalt von etwa 1.500 Euro schickt er jeden Monat Geld an seine Mutter, die im Iran lebt.

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