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Das Gebäude der B-Side.

Das gallische Dorf am Hafen

Vor einem halben Jahr hat die B-Side in Münster neu eröffnet. Ein Ort, der beweisen soll, dass kollektive Selbstverwaltung auch im großen Maßstab funktioniert. Doch was passiert, wenn aus der Utopie plötzlich Alltag wird?

von Tom Gath • Redaktion: Ralf Heimann • Lektorat: Maria Schubarth • Fotos: Rosa Tägtmeyer

Nach neun Jahren Kampf gegen Bürokratie und Burnout, nach neun Jahren Hoffen, dass es diesmal anders geht – ohne Chefs, ohne Investoren – nach neun Jahren Herzblut für einen Ort, der beweisen soll, dass kollektive Selbstverwaltung mehr sein kann als Idealismus mit Augenringen, sitzen fünf Menschen vor ihren Laptops und scheitern am WLAN. Die brechtschen Mühen der Gebirge sind geschafft, die Mühen der Ebenen gehen gerade erst los.

Draußen schwappt das grünlich schimmernde Hafenwasser gegen die Kaimauer. Drinnen, zwischen kahlen Wänden, eröffnet Tim Többe das Plenum mit dem gewohnten Check-in: „Mir geht’s gut, aber wir sind wie immer zu wenig Leute für zu viele Aufgaben. Check.“

Im soziokulturellen Zentrum B-Side, auf der Südseite des Münsteraner Hafens, trifft sich der Arbeitskreis Commons. Jeden Donnerstag geht es hier um die Frage, wie sich gemeinschaftlich genutzte Ressourcen nachhaltig organisieren und solidarisch pflegen lassen. Denn bisher war der Weg zur Utopie gepflastert mit Verschleiß und Erschöpfung.

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