Beitrag
Auf dem Foto ist die Wissenschaftlerin Nina Neuhaus der Uni Münster und des UKM zu sehen. Sie hat blonde Haare und lächelt in die Kamera.

RUMS-Interview: Können Männer bald anders verhüten?

Für Männer gibt es aktuell nur zwei zugelassene Verhütungsmethoden: Das Kondom und eine Vasektomie. An der medizinischen Fakultät der Uni Münster und dem UKM wollen sie das nun ändern. Projektleiterin Prof. Dr. Nina Neuhaus erklärt im Interview, wie die neue Verhütungsmethode funktionieren soll und warum es eine erfolgreiche Forschung in diesem Bereich nicht auf den Markt geschafft hat.

von Raphael Balke • Titelfoto: Bertram Solcher

Dieses Interview ist gleichzeitig Teil der achten Folge des RUMS-Podcasts „Die große Frage“. Wenn Sie das Gespräch in voller Länge hören möchten, klicken Sie auf den Link zur Folge.

Frau Neuhaus, das neue Vorhaben „ContraPur“ der Uni Münster wird vom Bund mit knapp einer Million Euro gefördert. Was erforschen Sie mit diesem Geld genau?

Neuhaus: Im Fokus unserer Forschung steht der Spermientransport, den wir verhindern wollen. Vereinfacht erklärt: In den Samenkanälchen der Hoden gibt es sogenannte Stammzellen, die Spermien produzieren. Die Spermien können sich erstmal nicht bewegen. Normalerweise werden die Spermien durch das Zusammenziehen der Muskelzellen, welche die Kanälchen umgeben, zum Nebenhoden transportiert. Genau da setzen wir an, dieses Zusammenziehen wollen wir verhindern. Einfach gesagt: Die Spermien sollen nicht mehr aus dem Hoden heraus transportiert werden. Wichtig ist in unserer Forschung, dass wir Mechanismen finden, die für den Hoden spezifisch sind und so keine andere Funktion im Körper haben.

Artikel lesen?

RUMS 6 Monate lang für 1 Euro testen.