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Portrait Scellebelle: Sabine Jürß und ihre Herde – quer

„Ich trenne Arbeit und Leben nicht“

Sabine Jürß produziert mit ihrem Biobetrieb „Scellebelle“ Ziegenkäse. Sie melkt, käst, verkauft auf dem Markt – all das an 365 Tagen im Jahr. Raphael Balke hat sie in Handorf besucht.

von Raphael Balke • Fotos: Raphael Balke

Wenn Sabine Jürß nachmittags vom Markt wiederkommt, ist sie der Menschen manchmal müde. „Dann habe ich hier wieder meine Ruhe“, sagt sie. Die Landwirtin nennt das ihre Work-Work-Balance. Sehr unterschiedliche Aufgaben wechseln sich ab.

Gerade steht sie mitten in ihrer Containerkäserei im Osten von Münster. In der einen Hand hat sie eine Kelle aus Plastik, die andere liegt an einem Bottich, der so groß ist wie ein Rad Käse. Sie lässt die Kelle in den Bottich sinken und schöpft eine durchsichtige Flüssigkeit ab. Überschüssige Molke, die landet erst im Ablaufbecken, dann im Abfluss. Mit jedem weiteren Mal kommt der reifende Käse darunter deutlicher zum Vorschein.

Die Landwirtin produziert mit ihrem Biobetrieb „Scellebelle“ Ziegenkäse nach französischem Verfahren. Das Abschöpfen erfolgt in mehreren Runden. Stundenlang steht sie dann allein „hier in der Bude“, wie sie sagt. An manchen Tagen genießt sie die Stille, an anderen hört sie Podcasts.

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