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2026-02-02_RUMS_Dom_NikolausUrban

Der dritte Mann

Im Februar 2023 entlässt Münsters Bischof einen seiner beiden mächtigsten Mitarbeiter. Aber warum? Geht man der Frage nach, erlebt man die katholische Kirche so, wie sie offiziell gar nicht mehr sein will.

von Ralf Heimann • Fotos: Nikolaus Urban

Als Münsters damaliger Bischof Felix Genn Anfang 2021 den Verlagsmanager Ralf Hammecke an den Domplatz holt, versetzt er mit ihm einen wichtigen Stein im kirchlichen Machtgefüge und bringt damit etwas in Bewegung. Der Bischof gibt Hammecke einen der prestigeträchtigsten Posten, die das Bistum zu bieten hat. Er soll der neue Kanzler werden, eine Stelle, die man neu geschaffen hat.

Damit wird Hammecke zu einem der drei wichtigsten Männer im Bistum. Über ihm stehen jetzt nur noch der Bischof und Klaus Winterkamp, der Generalvikar. Winterkamp hat die Geschäfte am Domplatz bislang alleine geführt. Hammecke soll Winterkamp Arbeit abnehmen. Er soll ihn entlasten. Doch das bedeutet auch: Winterkamp muss Macht mit Hammecke teilen.

Auf dem Foto, das am 19. Januar auf den Seiten der Bistumszeitung erscheint, einen Tag nachdem die Personalie sich intern herumgesprochen hat, wirkt alles harmonisch. Hammecke nimmt mit einem angedeuteten Lächeln seine Urkunde aus den Händen des Bischofs entgegen. Im Hintergrund steht, eine Hand auf den Tisch gestützt, Klaus Winterkamp. Hammecke und Winterkamp kennen sich seit ihrer Jugend. Jetzt sind sie ein Team.

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