Zwei Mal Autoscooter, sechs Mal Entenangeln, zwölf Mal gebrannte Mandeln. In der Mitte ein Riesenrad. 180 Buden und Fahrgeschäfte reihen sich in der letzten Oktoberwoche auf dem Schlossplatz aneinander. Die Coronazeit scheint überstanden, aber jetzt ist die nächste Krise da. Wirklich?
An diesem Dienstag ist es nachmittagsgrau. Kein Lämpchen blinkt, kein Schriftzug leuchtet. Es ist 14:30 Uhr. In einer halben Stunde öffnet der Send. Nur beim „kleines Pizza Haus – Achtung lecker!“ glühen die Birnen an der Dachkante, die Jalousien sind noch unten. Da hat wohl jemand vergessen, den Strom abzuschalten.
Teuer in diesen Zeiten. Wegen der Energiekrise drehen Büros gerade die Heizung herunter. Wärmflaschen erleben ihr großes Comeback. Die Weihnachtsbeleuchtung soll in der Münsteraner Innenstadt stark reduziert werden, die Fassade des Doms verblasst jetzt schon unbeleuchtet in der Nacht. Trotzdem findet der Send statt, und er ist ein riesiger Stromfresser. Hundert Stromkästen wurden extra aufgestellt, dutzende Kilometer Stromkabel umkreisen gut versteckt den Schlossplatz.