„Schau mal Mama, was du mir angetan hast, ich bin noch so klein und kämpfe seit der ersten Nacht. Ich zittere, weine und schreie durch den Entzug.“
Selina Spetter liest die Worte langsam und laut. Es ist windig, Menschen, die vorbei joggen oder spazieren, blicken kurz herüber, als sie die zierliche Frau hören. Sie hält ein Buch, auf das ihr Gesicht gedruckt ist. Auf einer Bank am Aasee liest sie Zeilen aus einem Gedicht, Zeilen aus der Geschichte ihres Lebens.
„Schau mal Mama, ich bin seit gestern volljährig, aber deshalb ist mein Weg nicht weniger beschwerlich. Denn jetzt gibt es Stress mit Ärzten und Behörden. Die meisten wollen von FAS nicht mal was hören.“