Beitrag
Außenansicht einer Spielhalle im Dunkeln. Im

Neues Spiel, neues Pech

In Eckkneipen und Spielhallen sitzen Tag für Tag Hunderte Menschen vor Spielautomaten. Die wenigsten gewinnen, die meisten verlieren mehr als nur Geld. Wer sind diese Menschen? Lea Ernst und Paul Weinheimer haben sich für RUMS auf die Suche gemacht.

von Lea Ernst und Paul Weinheimer • Redaktion: Ralf Heimann • Titelfoto: Nikolaus Urban • Fotos: Kim Oppermann

Zuerst landete der Mann, den wir hier Jan Brunner nennen, nur ab und zu in der kleinen Spielhalle gleich um die Ecke seiner Wohnung. Das war 2017. Er war damals 29 Jahre alt und arbeitete in der Gastronomie, hatte meist erst frühmorgens Dienstschluss, wenn die Bars und Kneipen in Münster schon geschlossen waren. Aber Brunner war noch nicht müde, sondern viel zu aufgedreht fürs Bett, in dem seine Freundin noch tief und fest schlief. Also ging er spielen. Erst ein, zwei Mal im Monat. Bald schon jeden Morgen.

Immer tiefer versank er im Glücksspiel. In der stillen Sucht, wie die Abhängigkeit von den Spielautomaten genannt wird. Eine Sucht, die Brunner seine Beziehung, 50.000 Euro Schulden und eineinhalb Jahre seines Lebens kosten sollte.

Wie Brunner sind gut zwei Prozent der Bevölkerung von Glücksspielsucht betroffen, knapp 1,7 Millionen Menschen. Weitere sechs Prozent, fünf Millionen Menschen, gelten als problematisch Spielende. Die Dunkelziffer ist hoch. Am Automaten zocken zählt zusammen mit Sportwetten zu den riskantesten Glücksspielen in Bezug auf Sucht.

Artikel lesen?

RUMS 6 Monate lang für 1 Euro testen.