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Grüner wird‘s nicht

Am Rande von Gievenbeck ist ein Dorf in der Stadt entstanden. Der Grüne Weiler zeigt nicht nur die Zukunft des Wohnens, sondern auch den Riss in der Utopie. Unsere Reporterin Stella Lueneberg ist für eine Woche dort eingezogen.

von Stella Lueneberg • Titelfoto: Nikolaus Urban

Vom Dach des Grünen Weilers sieht der Hof aus wie ein Wimmelbild. Da ist der Kräutergarten, die Wäscheleine voller Strampler, der Sandkasten, und da sind die Tipis aus Weidenholz. Rentner sitzen mit einer Tasse Kaffee in der Sonne oder spielen Boule auf der Schotterpiste. Hinter den Fenstern des Coworking-Raums arbeiten Menschen an ihren Laptops. Geparkte E-Bikes mit Kindersitzen umranden den Garten.

Strohblonde Kinder balancieren auf einem zwischen zwei Bäumen gespannten Band. Sie werden Hilla, Tilda oder Mio gerufen. Auf dem Gelände rennen sie so unbeaufsichtigt rum, wie man es aus der Idylle eines Astrid-Lindgren-Romans kennt.

Es sind die Kinder von Mittelstand-Millennials. Die freie Kindheit der Achtziger – die soll der Nachwuchs hier auch erleben, erzählt ein Vater. Wenn sie hungrig sind, rennen die Kinder in die Kantine und bekommen vom Koch selbstgebackene Schokokekse. Die einzige schwarze Person, die man während des Besuchs sieht, trägt Müllsäcke aus einer Wohnung heraus.

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