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Tour de Schrott

Die Tour de Schrott

Münster will seine Fahrradleichen loswerden. Aber sind die wirklich das Problem? Ein Rundgang mit dem Ordnungsamt, der Müllabfuhr und einem Fahrradaktivisten.

von Anton Benz • Fotos: Nikolaus Urban

Wie eine Faust hängt das Presswerk im Heck des Sperrmüllwagens. Ein Knopfdruck. Die Faust öffnet sich, stülpt sich über die vier Fahrräder auf der Ladefläche, schließt sich und zerdrückt langsam die Räder. Die Rohre der Rahmen knicken ein, als wären es Heftklammern.

Hinten stellen sich zwei Männer auf Trittstufen und halten sich an einer Stange fest, einer geht ins Führerhaus. Dann fährt der Müllwagen an, dahinter ein kleiner Opel des Ordnungsamts. Ein paar hundert Meter weiter kommt der Müllwagen mit einem Seufzer wieder zum Stehen.

Die drei Männer in Orange steigen aus und sehen sich um nach Rädern mit einem gelben Band am Lenker. Wenn sie noch zu schieben sind, schieben sie. Die meisten tragen sie und hieven sie nacheinander über die Ladekante. Dann greift per Knopfdruck die schwarze Faust zu, ballt sich, zieht den Schrott ins Innere. Das ist die Choreografie des Morgens.

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