Veranstaltung

#8 Amerika im Umbruch – Was bedeutet das für Europa und die Wirtschaft in unserer Region?

von Eva Windhausen

Aus der Reihe: Rein in die Wirtschaft

Speaker Klaus Brinkbäumer (Autor & Moderator)

Porträt von Klaus Brinkbäumer

Die USA stehen vor großen politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen – aber was bedeutet das für die Vereinigten Staaten, für Europa und die Wirtschaft in unserer Region? Darüber haben wir im Mai bei unserer Veranstaltung in der Reihe „Rein in die Wirtschaft“ gesprochen, die dieses Mal in Kooperation mit der Wirtschaftsinitiative Münster e. V. (WIN) gefunden hat. Moderiert wurde das Gespräch von RUMS-Redaktionsleiter Ralf Heimann.

Als Journalist und USA-Experte analysierte Klaus Brinkbäumer für uns die derzeitige Umbruchphase in den USA und führte uns vor Augen, wie fragil demokratische Strukturen sein können, wenn Polarisierung, mediale Abschottung und Personenkult Überhand nehmen.

Was bedeutet das für die Wirtschaft?

Jedes gut geführte Unternehmen braucht langfristige Planbarkeit und stabile Rahmenbedingungen. Die sind zurzeit allerdings nicht gegeben. Er beobachtet, dass sich viele Unternehmen in den USA mit Investitionen zurückhalten. Es besteht große Unsicherheit, dass angekündigte und eingeplante Zuschüsse und Steuererleichterungen nicht gewährt werden.

Für Unternehmen in unserer Region und in Europa ist der Weg in die USA aber durchaus offen. Wer dort ein Business aufbauen möchte, das für die USA strategisch attraktiv ist, ist more than welcome. Für die Anerkennung Europas ist es allerdings notwendig, dass sich die Länder verbünden und ein echtes Team werden (vor allem Merz mit Macron). Wenn das nicht klappt, bleiben wir in den Augen der US-Regierung „Little Germany“.

Erwartungsgemäß blieben viele Sorgen im Raum.

Brinkbäumer hat viele Jahre in den USA gelebt und war auch gerade wieder mehrere Wochen für eine größere Recherche im Land unterwegs. Er stellt für sich fest, dass seine ursprüngliche romantische Begeisterung von den USA zwar blättert, will sich von diesem Bild aber etwas bewahren. Dafür hält er „analytische Distanz“ und reduziert den Medienkonsum. Genau das braucht es jetzt: kühlen Kopf, klare Haltung, nüchterne Analyse.

Wir danken Klaus Brinkbäumer, unserem Kooperationspartner WIN bzw. speziell Sandra Wulf, unseren interessierten und engagierten Gästen sowie der Universität Münster Professional School, deren Alten Gerichtssaal wir dieses Mal als Veranstaltungsort ausgewählt haben.

Zu unserem Speaker:
Klaus Brinkbäumer ist gebürtiger Münsteraner. Er absolvierte sein Abitur am Kardinal-von-Galen-Gymnasium in Hiltrup, studierte in München und in den USA. Nach einigen journalistischen Stationen unter anderem beim „Berliner Kurier“ und beim „Focus“ arbeitete Brinkbäumer ab 1993 beim „Spiegel“. Dort recherchierte er unter anderem den Steuerbetrug von Peter Graf, dem Vater der Tennisspielerin Steffi Graf. Beim „Spiegel“ war er zudem als Chefredakteur tätig. Später schrieb er vor allem Auslandsreportagen, seit 2019 auch als Autor für die „Zeit“. Sein Fokus war immer auf die USA gerichtet, wo er auch lange gelebt hat. Mit dem aktuellen Präsidenten kennt er sich gut aus, 2020 produzierte er gemeinsam mit Stephan Lamby den Dokumentarfilm „Im Wahn – Trump und die Amerikanische Katastrophe“, außerdem schrieb er mehrere Bücher über die USA. Von Januar 2021 bis April 2024 war Klaus Brinkbäumer Programmdirektor des MDR, für den er weiterhin als Moderator, Filmemacher und Experte für Außen- und Weltpolitik tätig ist. Seit fünf Jahren (und rund 170 Folgen) moderiert er zusammen mit Rieke Havertz den Podcast „OK, America?“. Klaus Brinkbäumer ist zudem Gesellschafter der RUMS-Medien GmbH.

Fotos: Rosa Tägtmeyer