Treffen sich zwei Weltbilder | Münsters Haushalt | RUMS 30 Tage lang kostenlos

von Fabian Schatz

Münster, 19. März 2021

in der Ratssitzung am Mittwoch bekam man einen Eindruck davon, wie schwer die Verhandlungen zwischen CDU und Grünen in den vergangenen vier Jahren gewesen sein müssen. Zwischenzeitlich drängte sich fast die Frage auf, wie die beiden Parteien überhaupt so lange zusammenarbeiten konnten. In den Debatten am Mittwoch kollidierten zwei Weltbilder, und zwar immer wieder.

Klima- und Umweltschutz auf der einen Seite, die Interessen der Wirtschaft auf der anderen: An dieser (stark vereinfachten) Bruchlinie zwischen Grünen und CDU verliefen dann auch den Rest des sechseinhalb Stunden langen Abends in der Halle Münsterland viele Diskussionen.

Es ging um den Haushaltsplan für das laufende Jahr, die Zukunft des Flughafens Münster/Osnabrück, um Tempo-30-Zonen in der Innenstadt, um die Sperrung einer Straße in den Rieselfeldern und um den Bau des Stadthauses 4 am Albersloher Weg, gegenüber von der Halle Münsterland. Und dabei wurde eines sehr deutlich: Es gibt nicht nur eine neue Mehrheit, es geht in eine ganz andere Richtung.

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Herzliche Grüße
Nils Dietrich


PS

Selbstkritik ist nicht unbedingt ein hochansteckendes Phänomen. Sehr viel weiter verbreitet ist der Impuls, die Schuld bei anderen zu suchen. Die Staatsanwaltschaft Münster hat es gerade wieder mit so einem Fall zu tun. Einem 29-jährigen Mann wird vorgeworfen, im vergangenen Juli mit bis zu hundert Sachen durch die Innenstadt von Coesfeld gebrettert zu sein, in einem Auto ohne Zulassung mit Nummernschildern eines anderen Autos, ohne Führerschein, und er soll nicht angeschnallt gewesen sein. Deswegen war der Mann der Polizei überhaupt erst aufgefallen. Auf der Flucht fuhr er laut den Ermittlungen der Polizei „mit höchstmöglicher Geschwindigkeit“ durch eine Tischgruppe, an der mehrere Menschen saßen. Mehrere Menschen verletzten sich. Ein 14-jähriger Junge konnte sich nur durch einen Sprung zur Seite retten. Die Polizei fand den Verdächtigen erst eine Woche später. Warum der Mann das alles gemacht hat, ist noch nicht geklärt. Aber dafür steht schon offenbar schon fest, wer an alledem schuld ist. Die Polizei sei für seine Flucht verantwortlich. Das hat er inzwischen schon gesagt. Warum? Auch darauf hat der Mann eine Antwort: Sie hätten ihn nicht mit Blaulicht und Martinshorn verfolgen dürfen.

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