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Die Glasfaser-Misere – ein Zwischenstand | RUMS 3 Monate lang zum halben Preis


Münster, 28. Februar 2023
noch langsamer als die Internetverbindung läuft in einigen Stadtvierteln nur der Netzausbau. Eigentlich sollte in Münster im März alles fertig sein. Doch dann kam immer wieder etwas dazwischen. Die Stadt beschreibt die Misere und den Zwischenstand in einem elfseitigen Bericht, der am Donnerstag erschienen ist.
Die Stadt selbst scheint dabei alles gemacht zu haben, um den Ausbau zu beschleunigen. Sie arbeitet mit privatwirtschaftlichen Firmen zusammen. Sie nutzt Förderprogramme. Trotzdem dauert es ewig. Aber warum?
Die Hauptgründe für die Verzögerungen sind laut dem Bericht: geänderte Vorgaben in Förderprogrammen, Lieferengpässe und Personalmangel.
Leerrohre zu bekommen, dauert demnach mittlerweile nicht mehr 20 Wochen, sondern ein ganzes Jahr. Bautrupps, die Rohre verlegen, sind auf Monate hin ausgebucht. Im vergangenen Jahr kündigte die Stadt an: Bis wir fertig sind, wird es wohl 2024.
Im Sommer dann kam die nächste schlechte Nachricht. Die Feuerwehr hatte auf über hundert Kilometern der Trasse, die ausgebaut werden soll, verdächtige Stellen ausgemacht. Hier könnten Weltkriegsbomben liegen. Wieder stand alles mehrere Monate lang still. Es traf vor allem Roxel und Albachten. Dort muss man nun bis zum nächsten Jahr warten.
Vor wenigen Wochen folgte ein weiterer Tiefschlag. Zum Jahresbeginn erklärte der Netzbetreiber NDIX, der sich in Münster um den Glasfaserausbau in Gewerbegebieten kümmern wollte: Wir kümmern uns doch nicht. Die Gründe: zu stark gestiegene Tiefbaukosten, eine zu geringe Nachfrage nach den schnellen Leitungen und zu komplexe Förderprogramme.
Das bedeutet: In Albachten, Gremmendorf, am Hafen, in Kinderhaus, Roxel, Wolbeck und im Zentrum Nord muss man an 400 Adressen die Daten weiterhin durch die alten engen Leitungen schicken.
Die Unternehmen hoffen nun auf privatwirtschaftliche Anbieter, die einspringen – oder auf das „Graue-Flecken-Programm“ der Bundesregierung. Das ist die Fortführung des Weiße-Flecken-Programms, das die Lücken dort schließen sollte, wo die Daten nur durch die Leitungen tröpfelten. Ab April können Kommunen sich bewerben.
In dem städtischen Bericht heißt es, man werde an dem Programm voraussichtlich teilnehmen. Aber auch das wird Zeit brauchen. In der zweiten Jahreshälfte will die Stadt erst einmal herausfinden, an welchen Adressen die Förderung den Ausbau ermöglicht.
Zwischendurch auch mal eine gute Nachricht: Der Glasfaserausbau in Mauritz-West ist laut dem Bericht heute abgeschlossen. Am Neutor und in Kinderhaus-West befindet man sich auf der Zielgerade – jedenfalls laut Zeitplan.
Am Neutor wird es wohl trotzdem länger dauern. Auch hier hat ein Bombenverdacht die Arbeiten aufgehalten. Aber das war nicht das einzige Problem. Die Stadt kritisiert recht deutlich die Tiefbauunternehmen. Sie hätten teilweise „mangelhafte Ergebnisse“ geliefert, und Mängel dann später auch nicht beseitigt. Nur: Auf andere Firmen ausweichen geht leider nicht.
Nach dem aktuellen Plan sind in diesem Jahr Hiltrup, Amelsbüren, Handorf, Coerde und Wolbeck mit dem Glasfaserausbau dran. Im nächsten folgen Roxel, Kinderhaus, Zentrum Nord, Nienberge, Albachten, Sprakel und Gimbte.
Dort geht die Warterei nun weiter. In anderen Städten hat man ganz andere Probleme. In Köln zum Beispiel verlegt die Telekom in Vierteln Glasfaserleitungen, die längst ein Glasfasernetz haben, berichtet der „Spiegel“ in seiner aktuellen Ausgabe. Die Konkurrenz spricht dort von „Ressourcenverschwendung.“ Etwas besser als beim Glasfasernetz sieht es in Münster beim Mobilfunkausbau aus. Mit dem 4G-Standard LTE ist nahezu die gesamte Stadt versorgt, mit 5G knapp 95 Prozent. Es sieht so aus, als wäre die Stadt kurz vor dem Ziel. Aber es ist ein bisschen wie mit dem Hasen und dem Igel. Heute Morgen meldete die Tagesschau: „Mobilfunkbranche denkt schon an 6G“. (rhe)

Ein-Satz-Zentrale
+++ In Coerde hat eine Halle gebrannt, in der die Abfallwirtschaftsbetriebe tonnenweise Restmüll lagern. (WDR)
+++ Die Stadt hat heute den Garten des Mannes geräumt, der auf seinem Grundstück in Kinderhaus Müll anhäuft, im vergangenen Jahr zweimal einen Kran an der Hammer Straße besetzt hat, und der weiterhin noch in Untersuchungshaft sitzt. (Antenne Münster)
+++ Die Grünen fordern einen Krisenstab und mehr Hilfen für Suchtkranke, um die Lage am Bremer Platz zu entspannen. (Grüne Münster)
+++ Laut Wirtschaftsinitiative fällt es immer mehr Auszubildenden schwer, eine bezahlbare Wohnung in Münster zu finden. (WDR)
+++ Nachdem ein Teilstück der Fahrbahn am Schifffahrter Damm abgesackt ist, dauert die Reparatur voraussichtlich bis Freitag. (Stadt Münster)
+++ Der Ausbau des letzten Abschnitts der Umgehungsstraße zwischen Wolbecker und Warendorfer Straße wird ab März wohl für Staus sorgen. (Westfälische Nachrichten)
+++ Die Stadt hat 96 von 250 Grundsteuererklärungen für ihre Immobilien noch nicht abgegeben. (Westfälische Nachrichten)
+++ Im Jahr 2022 haben das Ordnungsamt und die Polizei in Münster knapp 210.000 Verwarnungs- und Bußgeldverfahren eingeleitet. (Stadt Münster)
+++ Die Anzahl der Einbürgerungen in Münster hat sich von 2017 auf 2022 auf über 1.500 verdoppelt. (Westfälische Nachrichten)
+++ Die Linke in Münster hat kein Verständnis dafür, dass die öffentlichen Arbeitgeber sich trotz gestiegener Preise und Fachkräftemangels einem vollständigen Inflationsausgleich verweigern. (Linke Münster)
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Erinnern Sie sich noch an die Darts-WM? Um Weihnachten herum verfallen viele Deutsche der eher als Zeitvertreib in Kneipen bekannten Geschicklichkeitssportart. Wer zu Beginn der nächsten WM mit seinen oder ihren Fähigkeiten beeindrucken will, findet die richtige Ausrüstung dafür bei Ido Special Sports an der Hammer Straße. In dem Fachgeschäft für Darts, Billard, Kicker und andere Sportarten berät sie Henk, der Inhaber, gerne.
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Drinnen und Draußen
Heute hat Fabian Cohrs einige Freizeit- und Bildungstipps für Sie zusammengesucht:
+++ Am 8. März ist Internationaler Frauentag – oder, wie Feminist:innen sagen: feministischer Kampftag. Die Demo am Tag selbst beginnt um 16 Uhr an der Lambertikirche. Und auch an den Tagen rund um das Datum finden einige Veranstaltungen in Münster statt, die sich mit feministischen Kämpfen auseinandersetzen. Eine Art Auftakt macht das Stadtmuseum bereits ab morgen: In der Wanderausstellung „Was ich anhatte“ zeigt Kleidungsstücke, die Frauen getragen haben, während sie sexualisierte Gewalt erfuhren. Die Vernissage beginnt morgen um 11 Uhr, bis zum 12. März können Sie die Ausstellung kostenlos besuchen. Am 12. März gibt es eine Abschlussveranstaltung. Einen Überblick über weitere Veranstaltungen finden Sie in diesem Instagram-Post der Gruppe „Catcalls of Münster”.
+++ Bei der Programmvorstellung des „Center for Literature“ am Donnerstag gibt Verena Marisa ein Konzert auf dem Theremin, dem wohl einzigen Instrument, das ohne Berührung gespielt wird. Los geht es um 19 Uhr im Rüschhaus. Karten gibt es hier.
+++ Am Donnerstag gibt es in der Wohnzimmeratmosphäre der Pension Schmidt ein auf die urige Einrichtung abgestimmtes Programm: einen Bingoabend. Begleitet von 80er-Jahre-Musik beginnt der Spieleabend um 20 Uhr, eine Reservierung wird empfohlen.
+++ In der vergangenen Woche fand die Berlinale statt und mit ihr zahlreiche Filmpremieren. Einige davon kommen nun nach Münster, etwa der für sechs Oscars nominierte Film Tár. Er erzählt von einer Protagonistin, die mit ihrer Rolle als erste Chefdirigentin eines großen deutschen Orchesters kämpft. Das ist schließlich ein männerdominierter Beruf. Die erste Vorführung findet am Donnerstag um 20 Uhr im Schlosstheater statt.
Und was steht sonst noch im RUMS-Brief?
Vor über zehn Jahren gründeten sich die Domfreunde, um in der Stadt soziale Projekte zu fördern. Die erste Vorsitzende war die heutige NRW-Schulministerin. Was ist aus der guten Idee geworden? Und wer sind die Domfreunde eigentlich? Constanze Busch hat versucht, Antworten zu finden.
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Herzliche Grüße
Ralf Heimann
Mitarbeit: Fabian Cohrs (fco), Sebastian Fobbe (sfo), Jan Große Nobis (jgn), Frieda Krukenkamp (fkr), Svenja Stühmeier (sst)
Lektorat: Melanie Kelter
PS
Vielleicht sind Sie schon an irgendeiner Stelle auf die künstliche Intelligenz ChatGPT gestoßen, von der seit Wochen alle sprechen. Falls ja, haben Sie wahrscheinlich festgestellt: Was die Maschine kann, ist atemberaubend. Sie beantwortet detailliert komplizierte Fragen („Wie spitzt man in 15 Schritten mit einer Hand einen Bleistift an?“). Vor allem aber: Sie kaschiert jegliche Zweifel mit größter Überzeugung. Und das ist zwar einerseits ganz beeindruckend, aber es ist auch gefährlich, wenn Sie, sagen wir, eine schriftliche Prüfung in die Hände dieser Maschine geben. Ich habe die Maschine heute Mittag gefragt: „Was ist RUMS Münster?“ Die Antwort: „RUMS steht für ‚Referat für Umwelt, Mobilität und Stadtentwicklung‘ und ist ein studentisches Gremium an der Universität Münster in Deutschland.“ Auf die Schnelle konnte ich leider nicht herausfinden, ob das Referat tatsächlich existiert. Daher habe ich noch einmal die Maschine gefragt. Sie antwortet, das könne sie als künstliche Intelligenz jetzt auch nicht sagen. Aber es könnte doch sein, dass das die Abkürzung für dieses Referat ist. Und damit kenne ich zwar noch immer nicht die Antwort auf meine Frage. Aber ich kann mir ein bisschen besser vorstellen, wie diese Maschine so denkt. (rhe)