Eine Zigarette mit Folgen | RUMS 3 Monate lang für je 3 Euro

Porträt von Svenja Stühmeier
von Svenja Stühmeier

Münster, 19. Mai 2023

ungefähr vor einem Jahr haben 13 Männer aus Münster wahrscheinlich ihre Koffer gepackt und dabei vielleicht schon eine Malle-Playlist über die Bluetooth-Box laufen lassen, als Vorgeschmack auf die kommenden Tage. Worauf sie hingefiebert haben? Vielleicht auf eine schöne Auszeit oder viel Feierei oder viel Alkohol, vielleicht auch ein bisschen oder ein bisschen mehr von allem. Aber wohl definitiv nicht auf das, was dann nur ein paar Stunden nach ihrer Landung in Palma de Mallorca passiert ist: Sie wurden festgenommen, weil sie einen Brand verursacht haben sollen. Der wurde wohl von einer brennenden Zigarette ausgelöst. Immerhin das scheint festzustehen.

Einer der Männer konnte direkt wieder gehen, vier weitere etwas später auch, und die restlichen acht sind Mitte Juli 2022 schließlich wieder nach Münster zurückgekehrt. Die Chronik der Westfälischen Nachrichten fasst das gut zusammen, dort können Sie auch noch einmal ganz genau nachlesen, was wann passiert ist.

Jedenfalls: Vorbei ist das Ganze nicht, einen Prozess gab es bisher nicht und die Männer sind noch nicht aus dem Schneider. Das Zitat „Wir haben nach wie vor Vertrauen in die spanische Justiz, so dass wir optimistisch bleiben und auf einen guten Ausgang nach vollständiger Würdigung aller relevanten entlastenden Gesichtspunkte hoffen“ aus dem Schreiben der Anwält:innen konnte man in den vergangenen Tagen an vielen Stellen lesen, unter anderem beim WDR.

Wie Sie hier sehen, nehmen Medien Jahrestage eben gerne als Anlass, noch einmal über etwas zu berichten, zu dem es eigentlich noch keine Neuigkeiten gibt. Außer vielleicht, dass der Club „Stramm am Tisch“ sich wohl nicht mehr zum Kegeln trifft und man in Albachten einfach so tut, als hätte es den Vorfall nicht gegeben.

So westfälisch-verschwiegen geben sich die Kölner:innen Alice und Bernd Klotz freilich nicht. Den beiden gehört die Kneipe „Why Not Mallorca“. Ja, richtig, der ganze Vorfall hat neben den Münsteranern in U-Haft ja auch das Paar ziemlich getroffen, das wegen der Brandschäden seine Bar einmal komplett renovieren musste. Die beiden berichten der Mallorca Zeitung allerdings: Wenn sie Urlauber:innen darauf aufmerksam machten, dass sie Kippenstummel und Essensreste doch besser nicht vom Balkon auf ihre Terrasse werfen sollten, reagierten die weiterhin mit wenig Verständnis. Auch hier also gewissermaßen alles beim Alten. Außer die Ehe der beiden. Ihre Krise hätten das Paar wegen des Brands überwunden. Das ist doch wenigstens eine schöne Nachricht. (sst)

Ein-Satz-Zentrale

+++ Die Stadtwerke Münster erhöhen die Gaspreise für Privatkunden nicht, obwohl die Kosten für die Gasspeicherung steigen. (Stadtwerke Münster)

+++ Das Wasserwerk Hornheide bekommt neue Technik und wird zu einem Ort, an dem man viel über Trinkwasser lernen kann. (Stadtwerke Münster)

+++ In Coerde entstehen auf dem Gelände der Druckerei Burlage bis zu 30 neue Wohnungen, ein Drittel davon als Sozialwohnungen, ein weiteres Drittel mit der Möglichkeit, als Sozialwohnung genutzt zu werden. (Stadt Münster)

+++ Die LEG-Mieter:innen-Initiative ist unzufrieden, weil die LEG-Wohnungsgesellschaft die Mieten erhöht, anstatt die Wohnungen zu verbessern. (LEG-Mieter:innen-Initiative)

+++ Bei einem deutsch-niederändischen IT-Treffen am 24. Mai wollen Unternehmer:innen darüber sprechen, wie sie ihre Firmen durch Digitalisierung nachhaltiger machen können. (IHK Nord Westfalen)

+++ Die Polizei Münster warnt ältere Menschen vor falschen Polizisten, die sie am Telefon betrügen wollen. (Polizei Münster)

+++ Studierende haben einen sehr starken Elektrogrill gebaut, der schnell Würstchen röstet und dabei nicht schlecht für die Umwelt ist. (FH Münster)

+++ Zum 175. Todestag von Annette von Droste-Hülshoff hat eine Wissenschaftlerin der Uni Münster das marode Rechtssystem auf dem Land im 18. Jahrhundert untersucht und zeigt das Ergebnis nun in einer Ausstellung. (Uni Münster)

+++ Im vergangenen Jahr haben in Münster 4.160 Menschen das Sportabzeichen gemacht. (Stadtsportbund)

+++ Die Menschen im Bistum Münster leihen in den katholischen Bibliotheken wieder mehr Bücher aus, im vergangenen Jahr fast vier Millionen. (Bistum Münster)

+++ In diesem Jahr gibt es nach dem Vatertag weniger aufzuräumen als in den Jahren davor. (Antenne Münster)

+++ Bei den Finalspielen im Fußballkreis Münster haben Wacker Mecklenbeck den Frauen-Kreispokal und Borussia Münster aus Roxel den Herren-Pokal gewonnen. (Antenne Münster).

+++ Das Freibad Stapelskotten öffnet am Sonntag, das Freibad Hiltrup folgt Pfingstsonntag. (Stadt Münster)

Unbezahlte Werbung

Jedes Jahr wandern ungefähr 11 Millionen Tonnen Lebensmittel in den Müll. Ein Teil des Abfalls ist aber noch genießbar. Um etwas gegen diese Verschwendung zu tun, gibt es viele verschiedene Möglichkeiten in Münster. Eine davon ist der sogenannte Fairteiler im Kreuzviertel. Direkt am Eingang der Kreuzkirche können Sie Lebensmittel abgeben, die vielleicht nicht Ihren Geschmack treffen, aber über die sich Ihre Mitmenschen bestimmt noch freuen. Der Fairteiler ist unter der Woche von 9 bis 18 Uhr geöffnet.

Hier finden Sie alle unsere Empfehlungen. Sollte Ihnen ein Tipp besonders gut gefallen, teilen Sie ihn gerne einfach über den Link.

Drinnen und Draußen

Fabian Cohrs hat heute ein paar schöne Veranstaltungstipps herausgesucht.

+++ Morgen beginnt die Flohmarktsaison in Münster. Zwischen Aasee und Schloss können Sie ab 8 Uhr allerlei Trödel und Ausrangiertes an der Promenade kaufen. Wer danach noch nicht genug hat, kann am Sonntag den Hansaflohmarkt am Gasometer besuchen. Dort findet ab 10 Uhr auch noch ein kleines Rahmenprogramm statt. Der Termin für den diesjährigen Nachtflohmarkt steht übrigens auch schon fest: Es ist der 16. Juni. Wenn Sie selbst einen Stand buchen wollen, können Sie sich ab Montagmorgen hier anmelden.

+++ Der kleine Bühnenboden thematisiert am Sonntag noch einmal die vergangenen Feiertage für Papa und Mama. Am Nachmittag wird das Stück „Vattertach“ aufgeführt, das von der Frage handelt, was es eigentlich bedeutet, Vater zu werden und zu sein. Abends geht es weiter mit dem Pendant. Titel der Aufführung ist „Mutterhabensein“. Es geht um die Sorgen von Müttern, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und Kindererziehung.

+++ Am kommenden Dienstag ist der Klimaforscher Torsten Bickert von der Universität Bremen zu Gast im LWL-Naturkundemuseum und hält im Rahmen der Klimaausstellung einen Vortrag. Thematisiert werden Expeditionen des Eisbrechers Polarstern sowie die großen Eisschilde, die immer stärker von steigenden Temperaturen bedroht sind. Der Eintritt ist frei, los geht es um 19:30 Uhr.

+++ Bei der Klanginstallation „Antenna“ werden elektromagnetische Wellen in Klavierklänge übersetzt. Wie das klingt, können Sie ab heute Abend in der Black Box des Cubas erfahren. Die Ausstellung läuft bis zum 29. Mai, der Eintritt ist frei. Weitere Informationen und die Öffnungszeiten erhalten Sie hier.

+++ Für Kurzentschlossene ohne Abendplanung: Heute Abend spielen die Soulbandits im Hot Jazz Club. Die zwölf Musiker:innen stehen für neu arrangierte Soulmusik. Los geht es um 21 Uhr, der Eintritt an der Abendkasse kostet 16 Euro. Wer danach noch bleibt, kann die „Take Me Out“-Party besuchen. DJ Eavo legt Indiemusik auf.

+++ Am Sonntag soll es warm und sonnig werden. Falls Sie ein Ausflugsziel suchen, bei dem es ein bisschen ruhiger zugeht, empfiehlt sich eine Radtour zum Waldfriedhof Lauheide. Das weitläufige Waldgebiet lädt zum Spazieren an der Ems ein. Der Friedhof wurde 2014 übrigens als schönster Friedhof Deutschlands ausgezeichnet, auch ein ungewöhnlicher Preis.

Und was steht sonst noch im RUMS-Brief?

Immer mal wieder kommt das Thema Bürger:innenbeteiligung in Münster auf den Tisch. Die Gruppe „Demokratie Update Münster“ hat vergangenes Jahr eine neue Idee eingebracht: Sie setzt sich für einen Bürger:innenrat in Münster ein. Um so einen zu etablieren, stehen auch Mittel im Haushalt für 2023 zur Verfügung. Wir haben mal nachgefragt, wie es eigentlich um die Planung steht. Und da das Instrument nicht so bekannt ist, auch gleich mit aufgeschrieben, was es eigentlich bewirken soll.

Möchten Sie mehr erfahren? Dann testen Sie RUMS 3 Monate lang für je 3 Euro.

Herzliche Grüße
Svenja Stühmeier

PS

Kommen Sie aus Münster? Oder sind Sie „außerwestfälisch“? Dann haben Sie wahrscheinlich einen etwas anderen Blick auf die Stadt und die Region als die Menschen von hier. Der Animationsfilmemacher Adnan Al Orbeni hat eine Figur erfunden, der es auch so geht. Sie heißt „Fido der Außerwestfälische“ und reist in der gleichnamigen Animationsserie nicht nur in die Region, sondern auch noch in die Vergangenheit. Dort begegnet Fido zum Beispiel der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff, der prompt die Idee für ihr Gedicht „Der Knabe im Moor“ kommt. Die Idee für die Serie entwickelte das Team um den Filmemacher übrigens, als es versuchte, ihm zu erklären, was denn typisch westfälischer Humor ist. Das konnte Adnan Al Orbeni nicht wissen, denn er stammt aus Syrien, wo er bis zu seiner Flucht die Animationsfilmabteilung des Bildungsfernsehens leitete. In Münster fing er, gewissermaßen als außerwestfälischer Praktikant, in einer Produktionsfirma an. Seine Serie (Buch: Christian Ronig) finden Sie jeden Montag auf dem Facebook-Kanal der Stiftung Westfalen-Initiative. In der aktuellen Folge (Nummer drei) geht es um Adriaan Pauw, einen niederländischen Gesandten im Dreißigjährigen Krieg, der vor Münster den Landschaftsmaler Gerard ter Borch trifft, der ein Bild malt, das später sehr bekannt wurde. (lar/rhe)

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.
Anmelden oder registrieren