Erdbeben in Syrien und in der Türkei | Die unendliche Geschichte vom Kanal, Folge 356 | RUMS 3 Monate zum halben Preis

Porträt von Svenja Stühmeier
von Svenja Stühmeier

wir haben uns ja eigentlich auf die Fahne geschrieben, konstruktiv und vor allem aus Münster zu berichten. Aber manchmal passieren eben Dinge in der Welt, die Preiserhöhungen beim Bewohnerparken oder die Frage, ob es bald eine neue Gesamtschule gibt, in den Hintergrund rücken.

Anfang der Woche gab es starke Erdbeben in Syrien und der Türkei. Dort sind mittlerweile über 22.000 Menschen gestorben. Das sind so viele, dass es keinen Platz mehr auf den Friedhöfen gibt, wie der „Guardian“ berichtet. Hier und da gibt es zum Glück Meldungen, dass auch nach über 100 Stunden noch Personen lebendig aus den Trümmern geborgen werden.

Klar ist: Viele Millionen Menschen brauchen jetzt Hilfe. Geldspenden an Hilfsorganisationen vor Ort seien die effektivste Hilfe aus Deutschland, heißt es beim ZDF. Aus dem Bistum Münster gehen 300.000 Euro Soforthilfe ins Erdbebengebiet.

Und falls Sie sich fragen, wie Sie helfen können: RUMS-Mitarbeiterin Frieda Krukenkamp hat eine Auswahl an lokalen Spendenmöglichkeiten für die Menschen in der Türkei und in Syrien zusammengesucht. In Münster hat zum Beispiel das Kulturzentrum Odak auf Instagram einen Spendenaufruf gestartet. Der Verein stellt direkten Kontakt zu Menschen vor Ort her und möchte den Menschen in den betroffenen Regionen langfristig helfen. Der Imbiss Metins Holzkohlegrill an der Bernhard-Ernst-Straße 7 spendet alle Einnahmen von heute für Syrien und die Türkei. Das Bistum Münster und die Caritas sammeln auch Spenden. Genauso wie die Organisation ISAR, die sich auf die Suche von Verschütteten spezialisiert hat. Die großen Bündnisse deutscher Hilfsorganisationen sind die Aktion Deutschland hilft und das Bündnis Entwicklung hilft.

Und zuletzt noch eine wichtige Sache, die nichts mit Geldspenden zu tun hat: Empathie und ein offenes Ohr. Zahlreiche Angehörige von Erdbebenopfern leben auch hier in Münster. Betroffene, die seelische Unterstützung brauchen, können sich bei der Telefonseelsorge melden: 0800 111 0 111. Mehr Informationen dazu finden Sie hier. (fkr/sst)

Ein-Satz-Zentrale

+++ In Münster grassiert eine heftige Scharlachwelle. (Antenne Münster)

+++ Die Donots, die zwar aus Ibbenbüren, aber irgendwie ja auch aus Münster kommen, sind mit ihrem neuen Album zum ersten Mal auf Platz eins der Charts. (Frontstage Magazin)

+++ Die Bezirksregierung bestätigt den Haushalt der Stadt Münster, aber im nächsten Jahr wird es knapp. (Bezirksregierung Münster)

+++ Ordnungsdezernent Wolfgang Heuer hat im Ordnungsausschuss versprochen, dass die Drogenszene sehr bald zurück zum Bremer Platz kann. (Westfälische Nachrichten)

+++ Acht neue Videokameras hat der Immobilienentwickler Areo in den vergangenen Wochen an mehreren Gebäuden am Berliner Platz installiert. (Westfälische Nachrichten)

+++ Nach Behebung des Softwarefehlers ist Loop wieder buchbar. (Westfälische Nachrichten)

+++ Die CDU will für die Verkehrswende ein klares Buskonzept mit geeigneter Netzkonzeption und konkretem Zeitplan. (CDU Münster)

+++ Der Domplatz bekommt neue Fahrradständer. (Westfälische Nachrichten)

+++ Auf einigen weiteren Straßen dürfen Radfahrer:innen bald auch dann auf der Fahrbahn fahren, wenn es einen Radweg gibt. (Westfälische Nachrichten)

+++ Auch im vergangenen Jahr war es auf Münsters Straßen vor allem wegen des Verkehrs laut. (Stadt Münster)

+++ Das Immobilienportal Immowelt hat herausgefunden, dass Münsters Studierende, die den Bafög-Höchstsatz bekommen, im Schnitt fast 60 Prozent ihrer Einnahmen in die monatliche Warmmiete investieren müssen. (Westfälische Nachrichten)

+++ Die Landmarken AG sagt wie schon im vergangenen Jahr, sie sei „mit verschiedenen Interessenten“ im Gespräch, um die leeren Ladenlokale im Hansator zu vermieten. (Westfälische Nachrichten)

+++ Die Ärztliche Kinderschutzambulanz in Münster hat allein im vergangenen Jahr rund 400 Kinder und Jugendliche wegen sexuellen Missbrauchs und sexualisierter Gewalt betreut – mehr als je zuvor. (WDR)

+++ Die Linke würde wünschen, dass die Stadt etwas deutlicher sagt, wie sie ihre Klimaziele erreichen möchte. (Die Linke Münster)

+++ Der SC Preußen verurteilt die Attacke von Preußen- auf Aachen-Fans „aufs Allerschärfste“. (SC Preußen)

+++ Die Nachrichten, Entschuldigung, die Westfälischen Nachrichten trommeln für den Verbleib des „Westfälischen“ im Namen der Uni Münster. (Westfälische Nachrichten)

+++ Das Stadtarchiv hat fast 3.000 gut 100 Jahre alte Aktenbände der Armenkommission digitalisiert und online gestellt und ermöglicht damit Recherchen von zu Hause aus. (Stadt Münster)

+++ Wie immer haben Münsters Ämter zu Karneval geänderte Öffnungszeiten: Rosenmontag bleibt alles geschlossen, an Altweiberfastnacht wird ein eingeschränkter Betrieb gefahren. (Stadt Münster)

+++ Und die Stadtwerke verkaufen zu Karneval ein 90-Minuten-Ticket für 1,11 Euro. (Westfälische Nachrichten)

Unbezahlte Werbung

An der Hammer Straße 52 steht seit Kurzem eine überdimensionierte Tasse auf einem Dach, die in italienischen Farben leuchtet. Die drei Brüder Daniele, Ermanno und Umberto Mangano haben hier eine sizilianische Bar namens Unico Bar eröffnet. Sie verkaufen Pizza aus einem sizilianischen Gasofen, Kaffee, im Sommer auch Eis. Hier stellen die drei Brüder sich vor.

Hier finden Sie alle unsere Empfehlungen. Sollte Ihnen ein Tipp besonders gut gefallen, teilen Sie ihn gerne einfach über den Link.

Drinnen und Draußen

Fabian Cohrs und Ralf Heimann haben für die nächsten Tage ein paar Tipps für Sie herausgesucht:

+++ Morgen findet im Stadttheater die Uraufführung des Stücks „Skalar“ vom Kollektiv Sputnic statt. Hört sich nicht nur nach Science-Fiction an, sondern ist es auch: Die Zuschauer:innen begeben sich in die Fantasiewelt der Protagonistin, die mit Androiden und künstlicher Intelligenz auf die Suche nach sich selbst und einem Grund zum Leben geht. Auch die Produktion des Stücks klingt nach Sci-Fi: Das „Live Animation Cinema“ wurde mit einer künstlichen Intelligenz entwickelt. Karten gibt es hier, los geht es um 19:30 Uhr.

+++ Weil ihr Lesekreis sich aufgelöst hat, möchte Claudia Dahm gern einen neuen gründen. Der Kreis soll sich einmal im Monat treffen, zum ersten Mal am 6. März um 19 Uhr. Adresse: Boverste Meer 29 in Gievenbeck. Es wird Tee geben. Mitmachen kostet nichts. Anmelden können Sie sich per E-Mail.

+++ Die Schriftstellerin, Droste-Preisträgerin und Münsteranerin Sabrina Janesch hat am Mittwochabend in Berlin ihr neues Buch „Sibir“ vorgestellt. Es geht um eine Geschichte, die der ihrer eigenen Familie sehr ähnlich ist. Der Vater wird als Kind zusammen mit seinen Eltern nach Kasachstan verschleppt. Der Romantitel ist das russische Wort für Sibirien, so nannte man das kasachische Gebiet damals. Die Tochter wächst Jahrzehnte später mit ihrem Vater, den alten Geschichten und den Geistern der Vergangenheit auf. Dann verbrennt der Vater seine Tagebücher, eine Demenz löscht langsam die Erinnerung. Was bleibt übrig? Und wem gehören die Erinnerungen? Ein ganz wunderbares Buch. Im NDR war der Roman Buch des Monats. Hier finden Sie einen Radiobeitrag aus dem Deutschlandfunk. Am 17. Februar ist Sabrina Janesch in der Mecklenbecker Buchhandlung Lesezeit zu Gast. Karten kosten 18 Euro. Wie Sie sich anmelden können, steht hier.

+++ Am Samstagabend tritt das Theater „Ex Libris” mit dem Stück „Sherlock, Schock & Horror“ im Planetarium auf. Die Gruppe um Christoph Tiemann präsentiert regelmäßig Stücke, die eine Mischung aus Lesung und Theater sind. Diese werden unterstützt von Live-Musik und passender Projektion am Himmel. Für die etwa zweistündige Show am Samstag gibt es nur noch wenige Restkarten, aber es wird nicht die letzte Vorstellung sein.

+++ Im Schlosstheater gibt es am Wochenende zwei Vorstellungen des Dokumentarfilms „Fritz Bauers Erbe – Gerechtigkeit verjährt nicht“. Ihnen sagt der Name auf Anhieb nichts? Ohne das Engagement des Generalstaatsanwalts wären viele Verbrechen der NS-Zeit nie vor Gericht gekommen. Heute zeigt der Film anhand von Zeitzeugenberichten auf, wie schwierig der Weg zur Gerechtigkeit in der Geschichte der Bundesrepublik war und ist. Vorstellungen finden am Samstag um 12:30 Uhr und Sonntag um 12:50 Uhr statt.

+++ Ein Tipp, falls sich am Wochenende die Sonne blicken lässt: Der Lyrikweg zwischen dem Haus Rüschhaus in Nienberge und der Burg Hülshoff in Havixbeck lädt bei passendem Wetter zu einer Wanderung oder Radtour ein. Wer die zwanzig multimedialen Stationen abklappert, erfährt viel über die Münsterländer Kulturlandschaft und das Leben und Schaffen von Annette von Droste-Hülshoff.

+++ Lust auf ein Frühstück auswärts? Morgen gibt es bis 15 Uhr ein „Disko Frühstück“ im Teilchen und Beschleuniger. Neben Musik und Nebel gibt es Crémant und natürlich Bagel.

Was steht sonst noch im RUMS-Brief?

Zum Beispiel, warum die ganze Dortmund-Ems-Kanal-Geschichte noch länger kein Ende nehmen wird. Und wir haben wieder mit Mariia und Andre gesprochen, die bis kurz nach Kriegsbeginn in Kyjiw gelebt haben. Außerdem haben wir für’s Klima-Update mal in ein zweihundertseitiges Konzeptpapier der Stadt geschaut, nach dem die Innenstadt umgestaltet werden soll.

Möchten Sie mehr erfahren? Dann abonnieren Sie RUMS 3 Monate lang zum halben Preis.

Herzliche Grüße

Svenja Stühmeier

PS

Sie wissen es schon: Die Unternehmensgruppe Aschendorff will Ende April ihre Anzeigenblätter vom Markt nehmen. Das ist ein sehr großer Einschnitt. Wir recherchieren dazu. Wenn Sie Informationen darüber haben, von denen Sie denken, sie sollten öffentlich werden, würden wir uns freuen, wenn Sie sich melden. Wenn Sie Hinweise geben, aber Ihren Namen nicht verraten möchten, nutzen Sie gerne unseren anonymen Briefkasten. Vielen Dank! (rhe)

PPS

Ist das ein Hoffnungsschimmer für Pendler:innen zwischen Münster und dem Ruhrgebiet? Das sogenannte Bahnbündnis setzt sich jetzt nochmal extra stark für den Ausbau der Strecke Dortmund-Münster ein. Konkret soll hier ein zweites Gleis Abhilfe schaffen. Und damit die RB50 entlasten, neben der dann bald auch ein schneller RRX zwischen den Städten hin- und herfahren kann. Momentan lautet die Alternative zum stündlich fahrenden Zug, mit waghalsigen Umstiegsmanövern zu planen. Auch ein wenig schade, denn vielleicht können wir dann nicht mehr so häufig solche Geschichten von Menschen lesen, die ihre eigentlich ganz schön anstrengenden Erlebnisse mit der RB50 humorvoll verarbeiten. (sst)

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