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Dreck auf der Promenade | Peter’s Esszimmer | RUMS in den ersten drei Monaten zum halben Preis lesen


Münster, 21. Juli 2023
wenn alles gut läuft, ist die große Hitze vorerst vorbei. Heute Vormittag habe ich mir verschiedene Wettervorhersagen für die kommenden Tage angeschaut (diese, diese und diese). Demnach zeichnet sich ab, dass wir nächste Woche mit angenehmen Temperaturen und sogar dem einen oder anderen Regenschauer beglückt werden. Heute gab’s ja schon mal einen nassen Vorgeschmack.
Apropos Regen: Als es vor ein paar Wochen regnete, braute sich an der Promenade ein unappetitliches Laubmatschgemisch auf dem Radweg zusammen. Wenn ich morgens in die RUMS-Redaktion gefahren bin, hat diese Pampe trotz Schutzblech mein Fahrrad versaut und meinen Rucksack vollgesprenkelt. Super ärgerlich.
Aber muss die Stadt nicht eigentlich die Promenade sauber machen?
Das hat sich auch ein RUMS-Leser gefragt. Er hatte im Herbst 2020 angeregt, die Promenade in die Straßenreinigungssatzung der Stadt Münster aufzunehmen. Dort wird der Asphaltring um die Altstadt nämlich nicht aufgelistet.
Im Juli 2021 kam dann die Antwort der Stadt auf die Anregung unseres Lesers. Laut dem Antwortschreiben, das uns vorliegt, ist die Promenade „nicht vollumfassend als öffentliche Straße gewidmet“. Aus zwei Gründen: Bei der Promenade sei „der Zweck einer Grundstückserschließung von Gebäuden (…) nicht gegeben“ und „ein motorisierter Fahrzeugverkehr ist dort nicht zugelassen“.
Die Promenade ist keine öffentliche Straße
Klingt ein bisschen nach: Wenn an der Promenade eine Häuserreihe stünde und auch richtige Fahrzeuge, sprich: Autos, die Fahrbahn nutzen dürften, dann lohne es sich wohl auch, die Promenade sauber zu halten. Dass jeden Tag 12.000 bis 20.000 Radfahrende auf der Promenade unterwegs sind, scheint da wohl eine zu vernachlässigende Kleinigkeit zu sein.
In dem Schreiben heißt es außerdem, es hätten sich nicht nur unser Leser, sondern auch einige andere Leute über den Dreck auf der Promenade beschwert. Deshalb liefen „interne, verwalterische Abstimmungen, um dort dauerhaft zu einer Regelung zu kommen“.
Das ist wie gesagt der Stand vom Juli 2021 – wie sieht es zwei Jahre später aus? Das Presseamt schreibt uns, die Lösung sei eine „situationsgerechte Bedarfsreinigung“. Ah ja, und was bedeutet das?
Weil die Promenade nicht Teil der Straßenreinigungssatzung ist, sind nicht die Abfallwirtschaftsbetriebe zuständig für die Reinigung, sondern das Amt für Tiefbau und Mobilität. Da aber übers Jahr die Verschmutzung schwanke, etwa durch Laub, Lindenblüten oder nach Großveranstaltungen, beauftrage das Tiefbauamt nur bedarfsweise die Abfallwirtschaftsbetriebe oder private Firmen mit der Promenadenreinigung. Das sei schneller und effizienter, heißt es.
Bloß: Wird das in Zukunft noch ausreichen? Wenn es mit der Klimakrise so weitergeht, wird es im Sommer nicht nur heißer, es wird auch häufiger stürmen und stark regnen. Vielleicht wäre es allmählich an der Zeit für ein neues Reinigungskonzept. (sfo)
Ein-Satz-Zentrale
+++ Am Mittwoch soll am Mittelhafen etwas freigelegt werden, was möglicherweise ein Blindgänger sein könnte. (Stadt Münster)
+++ Die Firma, die ab 2024 die Buswartehallen und Werbeflächen in Münster betreiben wird, möchte die Dächer der Haltestellen begrünen und Ökostrom für die Werbung nutzen. (Stadt Münster)
+++ Im vergangenen Jahr wurden weniger Schrottfahrräder entsorgt als 2021. (Antenne Münster)
+++ Das Mauritztor soll umgebaut werden, damit es dort seltener zu Fahrradunfällen kommt. (Westfälische Nachrichten)
+++ Am Rainer-Plein-Weg in Rumphorst soll ein Projekt für gemeinschaftliches und generationenübergreifendes Wohnen entstehen. (Stadt Münster, Drubbel e.V.)
+++ Münsters Fahrradhandel schwächelt, obwohl die Nachfrage nach neuen Fahrrädern in der Coronapandemie gestiegen ist. (Antenne Münster)
+++ Die Gewerkschaft Verdi hat am Mittwoch die Marktkauf-Filialen in Gievenbeck und in der Loddenheide und Primark in der Innenstadt bestreikt. (Antenne Münster)
+++ Immer mehr Handwerksbetriebe in Münster beantragen Fördermittel für sich erneuernde Energien und E-Mobilität. (Handwerkskammer Münster)
+++ 2022 sind in Münster weniger Kinder auf die Welt gekommen als in den Jahren zuvor. (IT NRW)
+++ Die Tierheime in Münster sind voll belegt. (Westfälische Nachrichten)
+++ Die Nachfahren des münsterschen Malers Carl Müller-Tenckhoff haben dem Stadtmuseum ein Gemälde aus dem Jahr 1930 geschenkt, auf dem Angelmodde zu sehen ist. (Stadt Münster)
Unbezahlte Werbung
„Peter’s Esszimmer“ in Gievenbeck ist zwar eingerichtet wie ein Wohnzimmer, tatsächlich kann man dort aber kulinarisch um die Welt reisen. Das Restaurant an der Dieckmannstraße 6 serviert neben Klassikern wie Pizza und Pasta arabische, asiatische oder afrikanische Speisen. Schauen Sie aber auch immer mal wieder in den sozialen Medien vorbei, denn dort gibt Peter fast jede Woche eine neue Empfehlung für wechselnde Gerichte ab. Auf der Getränkekarte stehen auch hausgemachte Limonaden und Schorlen, Weine aus Argentinien, Südafrika und Spanien sowie Schnaps aus der Sasse-Brennerei. „Peter’s Esszimmer“hat von Dienstag bis Samstag ab 18 Uhr geöffnet, Sonntags schon ab 17 Uhr.
Hier finden Sie alle unsere Empfehlungen. Sollte Ihnen ein Tipp besonders gut gefallen, teilen Sie ihn gerne einfach über den Link.
Drinnen und Draußen
Elija Winkler hat heute für Sie ein paar schöne Tipps fürs Wochenende herausgesucht:
+++ Wenn Sie ins „Goldene Jahrzehnt“ des Indierock eintauchen möchten, dann schauen Sie heute doch mal im Hot Jazz Club vorbei. Ab 23 Uhr legt DJ Eavo nicht nur Klassiker der Nullerjahre, sondern auch Aktuelles aus Indie und Post-Punk. Tickets kosten an der Abendkasse 7 Euro.
+++ Der Club Puls am Alten Güterbahnhof hat einen neuen Außenbereich. Dort finden in diesem Sommer Feierabendevents statt. Morgen gibt es im Puls Garden Flammkuchen und Wein, dazu Afrobeats vom Live-DJ. Beginn ist 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.
+++ Die englischen Suffragetten haben im 20. Jahrhundert das Frauenwahlrecht im Vereinigten Königreich durchgeboxt. Eine schöne Metapher, mit der sich die neue Ausstellung im Westfälischen Kunstverein beschäftigt. Die Schweizerin Leda Bourgogne setzt sich in ihren Werken mit Körper, Geist, Politik und Kampfsport auseinander. Bis zum 8. Oktober können Sie sich die Ausstellung Mêlée anschauen. Eintritt: 4 Euro (ermäßigt 2 Euro).
Und was steht sonst so im RUMS-Brief?
Öffentliche Verkehrsmittel spielen in der Verkehrswende eine zentrale Rolle. Aber das Personal fehlt. In Münster wird das Problem in den nächsten Jahren absehbar schlimmer. Sebastian Fobbe schreibt im RUMS-Brief darüber, was die Stadtwerke gegen den Busfahrermangel machen – und warum auch das wieder einen Haken hat.
Hört sich das interessant an? Dann abonnieren Sie doch RUMS. In den ersten drei Monaten zahlen Sie für unseren Newsletter nur den halben Preis.
Am Dienstag schreibt Ihnen Ralf Heimann. Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende.
Herzliche Grüße
Sebastian Fobbe
Mitarbeit: Jan Große Nobis (jgn), Ralf Heimann (rhe), Elija Winkler (ewi)
Lektorat: Antonia Strotmann
PS
In drei Tagen tritt Deutschland im ersten Spiel der Fußballweltmeisterschaft gegen Marokko an. Nein, das ist keine Meldung, die wir mit einem Jahr Verspätung nachreichen. Es geht wirklich um die Fußballweltmeisterschaft, die diesmal in Australien und Neuseeland ausgetragen wird. Die Fifa hat sich allerdings anders als 2022 nicht dazu entschlossen, die Übertragungszeiten mit aller Gewalt an die mitteleuropäischen Fernsehgewohnheiten anzupassen, vielleicht weil keine Männer auf dem Rasen kicken. Wir haben bei den Sportkneipen in Münster nachgefragt, ob sie die Spiele der diesjährigen Fußball-WM dennoch zeigen werden. Die einhellige Antwort: nicht unbedingt. Das zeigt erneut, dass der sogenannte Frauenfußball immer noch ein Schattendasein fristet, obwohl Frauen seit 53 Jahren Fußball spielen dürfen. Davor drohte den Vereinen harte Strafen, falls sie Frauen auf dem heiligen Rasen spielen ließen. Aber auch nach der gönnerhaften Legalisierung durch den DFB war die Situation auf dem Fußballplatz noch alles andere als angenehm, wie die ehemalige Profispielerin Monika Koch-Emsermann vor drei Jahren der Wochenzeitung „Die Zeit“ erzählte. Und falls Sie jetzt denken: Naja, so interessant ist Frauenfußball auch wirklich nicht, lesen Sie einmal hier nach. Die Frankfurter Rundschau berichtete jüngst über eine Studie, die das Unvorstellbare bewiesen hat: Frauen spielen genauso guten und spannenden Fußball wie Männer.