Das Bistum und der Satanismus | Unbezahlte Werbung: Ein Buch über Brustkrebs | 3 Monate RUMS zum halben Preis lesen

Porträt von Sebastian Fobbe
von Sebastian Fobbe

Münster, 17. Oktober 2023

zu meinem Beruf als Journalist gehört es, den Dingen auf den Grund zu gehen. Oft stößt man dabei auf Geschichten, die einen stutzig und manchmal sogar sprachlos machen.

So ist es mir auch bei der Recherche für den heutigen RUMS-Beitrag gegangen. Denn es geht um ein Thema, um das eine hitzige und emotionale Debatte geführt wird.

Anlass für meine Recherche war ein Artikel, den ich im März im Nachrichtenmagazin „der Spiegel“ gelesen habe. Die Überschrift lautet: „Im Wahn der Therapeuten“. Die Kurzfassung lautet: Einige Psychotherapeut:innen sollen ihren Patient:innen so lange Missbrauch durch satanistische Geheimkulte einreden, bis sie schließlich selbst daran glauben.

Das zentrale Schlagwort ist dabei der Begriff „rituelle Gewalt“, über dessen Auslegung kontrovers gestritten wird. Denn bisher fehlen Beweise wie Strafprozesse oder Verurteilungen, die ein solches Täternetzwerk ans Tageslicht gebracht hätte.

In dem Bericht des „Spiegels“ spielt auch das Bistum Münster eine Rolle. Über Jahre hinweg stand eine Beratungsstelle des Bistums in der Kritik, die sich auf die Arbeit mit Betroffenen von rituellem Missbrauch spezialisiert hatte. Die Beschwerden kamen dabei nicht nur aus der Fachwelt, sondern wurden auch von den Klient:innen der Stelle selbst geäußert.

Ich gebe zu: Die gesamte Geschichte hört sich zunächst ziemlich absurd an. Aber sie hat meine Neugier geweckt. Ich habe in den vergangenen Monaten mit mehreren Fachleuten über Satanismus in der Psychotherapie gesprochen und auch das Bistum mit meinen Rechercheergebnissen konfrontiert.

Wenn Sie sich für diese Recherche interessieren, dann abonnieren Sie doch RUMS. In den ersten drei Monaten bekommen Sie alle unsere Analysen, Hintergrundberichte und Kolumnen zum halben Preis. (sfo)

Ein-Satz-Zentrale

+++ Die Dyckburgstraße in Sudmühle wird wegen Kanalarbeiten ab dem 23. Oktober für Autos und Fahrräder gesperrt. (Stadt Münster)

+++ Bei einer Untersuchung im Polizeipräsidium am Friesenring ist ans Licht gekommen, dass eine dreistellige Zahl an Verfahren, bei denen es darum geht, Menschen den Waffenschein wieder wegzunehmen, unbearbeitet herumliegt, teilweise seit Jahren. (Westfälische Nachrichten)

+++ Ein 75-köpfiges Team der Abfallwirtschaftsbetriebe wird im Herbst etwa tausend Tonnen Laub von der Straße fegen, aber nicht überall – zum Beispiel da nicht, wo Menschen selbst vor dem Haus fegen müssen. (Stadt Münster)

+++ Am ersten Schultag musste zwar niemand an Haltestellen warten, weil Buspersonal fehlte, aber doch in einigen Fällen, weil Busse Haltestellen oder Routen verpassten. (Westfälische Nachrichten)

+++ Die Bürgerhalle im Historischen Rathaus wird im nächsten Jahr umgebaut, damit es drinnen nicht mehr so zieht. (Westfälische Nachrichten)

+++ Das Pelikanhaus am Clemenshospital, das zukünftig Angehörigen von schwerkranken Kindern während der Behandlung als Unterkunft dienen wird, hat Richtfest gefeiert. (Westfälische Nachrichten)

+++ Die Bibliothek der Wirtschaftsfakultät ist nach einem Umbau größer als vorher. (Uni Münster)

+++ Eine neue Veranstaltungsreihe will weltweite Ansichten zu Frieden und Gerechtigkeit erkunden und darstellen. (Westfälische Nachrichten)

+++ Nachtbürgermeister:innen aus mehreren Städten in Nordrhein-Westfalen haben sich zu einer Interessengemeinschaft zusammengeschlossen. (Stadt Münster)

Unbezahlte Werbung

Wie sich der Alltag nach der Krebs-Diagnose anfühlt, das haben mehr als 30 Betroffene im Buch „Du musst den Drachen reiten“ aufgeschrieben: Erkrankte, ihre Eltern, Partner:innen und Kinder. Ehrlich und schonungslos berichten sie auf 300 Seiten von Schmerz, Unsicherheit und Todesangst. Aber auch von Zuversicht, Überlebenswillen und vielfältigen Bewältigungsstrategien in Zeiten der Krise. Herausgegeben wurde das von Charlotte Goetze illustrierte Buch von Ute Engelmann und Annette Waschbüsch, beide Betroffene von Brustkrebs. Annette Waschbüsch hat lange in Münster gelebt und hier als Journalistin gearbeitet, bevor sie nach Irland auswanderte. Eine weitere Betroffene aus Münster, die in dem Buch über ihre Diagnose schreibt, ist Kathrin Hartz, ebenfalls Journalistin. „Du musst den Drachen reiten“ ist letzte Woche im Hamburger Maximilian Verlag erschienen, der Preis liegt bei 24,95 Euro. Ein Euro davon gehen jeweils an die Aktion „Wünschewagen“ des Arbeiter-Samariter-Bundes. (dte)

Hier finden Sie alle unsere Empfehlungen. Sollte Ihnen ein Tipp besonders gut gefallen, teilen Sie ihn gerne einfach über den Link.

Drinnen und Draußen

Heute hat Deike Terhorst in die Veranstaltungskalender geschaut. Das sind ihre Empfehlungen:

+++ Im Haus Rüschhaus beginnt morgen um 19 Uhr eine Gesprächsrunde zum Thema „Sprachliche Gerechtigkeit? Das N-Wort, das Z-Wort und die Wörterbücher“. Eingeladen sind Laura Neuhaus, stellvertretende Leiterin der Duden-Redaktion, sowie Thomas Niehr, Sprachwissenschaftler an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen. Tickets gibt es für fünf Euro auf der Website der Burg Hülshoff.

+++ Ebenfalls morgen um 19 Uhr lädt der Verein Debatte zur digitalen Veranstaltung „Vertrauen ist gut!?“. In der Podiumsdiskussion soll der Blick auf unabhängige externe Ermittlungen zur Polizei, ihre Fehlerkultur und ihre Rolle in der Gesellschaft gerichtet werden. Die Teilnahme ist kostenlos. Die Zugangsdaten für das Online-Event bekommen Sie, nachdem Sie sich per Mail angemeldet haben.

+++ Am Donnerstag um 19 Uhr liest Alexander Heflik, Sportchef der Westfälischen Nachrichten, aus seinem Buch „Erwin Kostedde. Deutschlands erster schwarzer Nationalspieler“ über eben jenen Ausnahmefußballer der 1970er, der seine Profikarriere beim SC Preußen Münster begann. Die Veranstaltung findet im Preußenstadion statt, der Eintritt ist frei.

+++ Am Freitag findet in der Halle Münsterland der „Sinn-Kongress“ für Soziale Innovationen statt. Es geht um Lösungen für eine nachhaltige Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung. Beginn ist um 10:30 Uhr, kostenlose Tickets und das Programm gibt es auf der Website der Veranstaltung.

+++ Die iranische Gruppe Hambastegi und der Verein für politische Flüchtlinge laden am Freitag um 18 Uhr zu einer Lesung ins Haus der Familie am Krummen Timpen. In „Iran – Die Freiheit ist weiblich“ porträtiert die deutsche Fernsehjournalistin Golineh Atai ihr Geburtsland aus dem Blickwinkel von neun Frauen. Die Schauspielerin Claudia Amm wird aus dem Buch vortragen, die Cellistin Donja Djember begleitet sie. Eintritt 10 Euro, ermäßigt 6 Euro.

+++ Franziska Gänsler liest am Freitag um 19 Uhr aus ihrem Debütroman „Ewig Sommer“. Das Besondere: Die Lesung findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe „zwischen/miete“ in einer Wohngemeinschaft in Münster statt. Tickets sind für 5 Euro über die Website der Burg Hülshoff erhältlich. Wer sich anmeldet, erfährt dann auch gleich die Adresse der WG.

+++ Und zum Schluss noch einmal der Hinweis: Am Samstag und Sonntag findet im Localhost, also bei RUMS in der Redaktion, das „Runde Ecken“-Festival für improvisierte Musik statt. Sieben Bands und Musiker:innen spielen Songs aus verschiedenen Genres und lassen so etwas Neues entstehen. Einer der Organisatoren ist RUMS-Mitgründer Marc-Stefan Andres. Karten und weitere Infos zum Programm gibt es hier. 

Am Freitag schreibt Ihnen Svenja Stühmeier. Genießen Sie das schöne Herbstwetter in dieser Woche.

Herzliche Grüße
Sebastian Fobbe

Mitarbeit: Ralf Heimann (rhe), Jan Große Nobis (jgn), Imke Noetzel (ino), Svenja Stühmeier (sst), Deike Terhorst (dte)
Lektorat: Maria Schubarth


PS

Als ich gestern Abend von der Arbeit nach Hause gelaufen bin, musste ich an einem Straßenschild kurz stehen bleiben. An dem Pfahl hingen Plakate, auf denen junge Menschen zu sehen waren, darunter auch ein Baby. Es sind Fotos von Menschen aus Israel, die bei den Terroranschlägen der Hamas verschleppt oder getötet worden sind. Wie viele Menschen seit dem Beginn des Kriegs am 7. Oktober ums Leben gekommen sind, lässt sich nur schwer sagen. Statista meldet heute 1.300 israelische Todesopfer und 2.800 Getötete im Gazastreifen. Die Folgen des Angriffs auf Israel sind für beide Seiten verheerend. Wenn Sie die Menschen mit Spenden unterstützen wollen, können Sie sich an die Deutsch-Israelische Gesellschaft, an Ärzte ohne Grenzen oder Caritas International wenden. Die Organisationen sammeln Geld, um den Menschen im Kriegsgebiet zu helfen. Und wenn Sie sich über die Lage im Nahen Osten informieren möchten, kann ich Ihnen den Presseclub vom Sonntag und diesen Artikel von David Ehl empfehlen, der bei Perspective Daily erschienen ist. (sfo)

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