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Tag gegen Queerfeindlichkeit | Aus Sparkasse wird Bar | RUMS 6 Monate für 1 Euro lesen

Guten Tag,
kennen Sie Anne Henscheid, Rainer Plein und Martin Dannecker? Das sollten sie. Obwohl diese drei Namen in den historischen Standardwerken nicht vorkommen, schrieben sie in Münster bundesdeutsche Geschichte.
Anne Henscheid, Rainer Plein und Martin Dannecker beteiligten sich nämlich an der ersten Homosexuellendemonstration in der Bundesrepublik Deutschland. Zwischen 150 und 200 Menschen zogen am 27. April 1972 durch die Innenstadt von Münster, um für die Rechte queerer Menschen zu demonstrieren.
Anmelder der Demo war Rainer Plein. In seinem kurzen Leben – Plein starb mit 28 Jahren – bekämpfte er die Diskriminierung in der Bundeswehr, die er als schwuler Reservist erfuhr. Außerdem gründete Rainer Plein die Gruppe „Homophile Studenten Münster“ mit, in der sich auch Anne Henscheid kurzzeitig engagierte. Sie war vermutlich die erste Frau Deutschlands, die sich mit einem Artikel in der Frauenzeitschrift „Brigitte“ öffentlich outete. Henscheid starb 2009 in Osnabrück. Heute erinnern zwei Wege in Rumphorst an Rainer Plein und Anne Henscheid.

Skaten mit echten Profis, Titus-Equipment und einer Mini-Rampe? Eine Otterfütterung live erleben? Oder lieber eine kostenlose Führung durch 50 Jahre Zoogeschichte? Das alles gibt es am 19. Mai in und an der Meranti-Halle im Allwetterzoo Münster. Kommt vorbei und schaut, welcher der Programmpunkte euch am besten gefällt!
Martin Dannecker wurde kurz vor der Demo in Münster durch den Film „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt“ bekannt, dessen Drehbuch er zusammen mit Rosa von Praunheim schrieb. Später wurde er Professor für Sexualwissenschaft in Frankfurt am Main und engagierte sich unter anderem bei der deutschen Aidshilfe. Noch heute kommentiert Dannecker queere Themen in Deutschland.
Seit der ersten Homosexuellendemonstration hat sich in Deutschland vieles getan. Aber immer noch nicht genug. Queere Menschen erleben nach wie vor Anfeindungen, schlimmstenfalls sogar Gewalt. Auf diesen Missstand will der heutige Tag gegen Queerfeindlichkeit aufmerksam machen.
Damit sich in Münster etwas daran ändert, erstellt die Stadt gerade einen Aktionsplan mit Maßnahmen gegen Queerfeindlichkeit. Dazu hat die Stadt in den vergangenen Wochen eine Umfrage unter queeren Münsteraner:innen durchgeführt. 708-mal wurde der Fragebogen ausgefüllt. Die Zwischenergebnisse zum Aktionsplan erwartet die Stadt voraussichtlich Anfang Juni. (sfo)
+++ Die Kegelbrüder aus Münster, die nach einem Brand auf Mallorca festgenommen wurden, werden inzwischen in Deutschland vernommen, denn es ist immer noch nicht klar, ob es zu einer Anklage kommt. (Westfälische Nachrichten)
+++ Münsters FDP-Fraktion schlägt vor, sechs Mal in diesem Jahr einen Feierabendmarkt zu veranstalten, wie er auch schon in anderen Städten stattfindet, zum Beispiel in Dortmund. (FDP Münster, Feierabendmarkt Dortmund)
+++ Studierende der Uni Münster veranstalten bis Samstag vor dem Schloss ein Protestcamp, um auf die schwierige Wohnungssituation aufmerksam zu machen. (Antenne Münster)
+++ Eine Umfrage der Handwerkskammer hat ergeben, dass der europäische Binnenmarkt für das heimische Handwerk sehr wichtig ist. (Handwerkskammer Münster)
+++ Die Gruppierungen „Students for Palestine“ und „Palästina Antikolonial“ haben am Dienstag einen Aktionstag auf dem Uni-Gelände am Juridicum veranstaltet und die Uni Münster ließ sie gewähren, obwohl sie die Veranstaltung bei der Polizei und nicht bei der Uni angemeldet hatten. (Westfälische Nachrichten)
+++ Wie die Polizei erst jetzt mitteilt, hat eine 24-jährige Frau zwei fünfjährige Mädchen Mitte April aus dem Dortmund-Ems-Kanal gerettet. (WDR)
+++ Der Soziologe Andreas Kemper aus Münster hat im Interview mit dem WDR gesagt, es wäre seiner Meinung nach verwerflich, den AfD-Politiker Björn Höcke nicht als Faschisten zu bezeichnen. (WDR)
+++ Das Hauptzollamt Münster hat im vergangenen Jahr aus Steuern 2,3 Milliarden Euro eingenommen – acht Prozent mehr als im Vorjahr. (Antenne Münster)
+++ Zwischen Stadthaus 3 und Kanal soll ein neues Quartier namens „Drei Schwestern“ mit einem Hotel, Büros, Einzelhandel und Gastronomie entstehen, für das allerdings noch ein Bebauungsplan fehlt. (Westfälische Nachrichten)
+++ Nachdem ein 48-jähriger Mann in dieser Woche in seiner Wohnung an der Hafenstraße durch Messerstiche lebensgefährlich verletzt worden war, hat die Polizei den 20-jährigen mutmaßlichen Täter inzwischen festgenommen. (Polizei Münster hier und hier)
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Wer in Münster zwischendurch Großstadtflair genießen möchte, hat dazu seit einigen Monaten am Hansaring Gelegenheit. In der ehemaligen Sparkassenfiliale befindet sich jetzt die „Siwa – Day and Night Bar“. In gediegener Kneipenatmosphäre gibt es Kaffeegetränke, Kuchen, Drinks mit und ohne Alkohol sowie wochentags von zwölf bis 14 Uhr einen Mittagstisch. Geöffnet ist das Siwa wochentags von zwölf bis ein Uhr und am Wochenende von 19 bis drei Uhr. Impressionen gibt es auch bei Instagram.
Update: Die Siwa Bar ist seit dem 9. Februar 2026 geschlossen.
Hier finden Sie alle unsere Empfehlungen. Sollte Ihnen ein Tipp besonders gut gefallen, teilen Sie ihn gerne!
Heute hat Katja Angenent in den Veranstaltungskalender geschaut. Das sind ihre Empfehlungen:
+++ Morgen ist auf der Promenade was los: Von 8 bis 16 Uhr findet der erste Trödelmarkt des Jahres statt, und von 15 bis 18 Uhr laden während der „Grünflächenunterhaltung“ die unterschiedlichsten Chöre, Bands und Solist:innen aus Münster und Umgebung zum kostenlosen Freiluft-Konzert im Grünen ein. Obligatorischer Service-Hinweis: mit dem Fahrrad lieber woanders langfahren.
+++ Ebenfalls am Samstag findet im Westfälischen Kunstverein zum Ende der aktuellen Gruppenausstellung „But you, yourself, with your own hand must open this door“ ein kostenloses Symposium statt. Von 16 bis 19 Uhr sind dort Menschen zu Gast, die einen Einblick in die zeitgenössische Kunstszene des Kosovos geben. Es gibt Beiträge in englischer und deutscher Sprache von Co-Kuratorin Cathrin Mayer, den Künstlerinnen Edona Ademi, Blerta Haziraj und Anita Muçolli sowie der Kuratorin Hana Halilaj.
+++ Am Sonntag können Sie das Pfingstkonzert des Kammerensembles Münster unter der Leitung von Marlon Daniel besuchen. Los geht es um 15 Uhr im Konzertsaal der Musikhochschule. Auf dem Programm stehen Antonín Dvořáks Serenaden für Streicher in E-Dur, op. 22 und für Bläser in d-Moll, op. 44. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.
+++ In der Meerwiese findet fast zur gleichen Zeit eine Theaterpremiere statt: „Die Tochter des Ganovenkönigs“ ist ein preisgekröntes Stück für alle ab zehn Jahren. Um 15:30 Uhr trifft das Publikum dort auf Erzählende, die sich nicht entscheiden können, ob sie ein schönes Märchen oder eine bittere Geschichte über das Böse in der Welt präsentieren wollen. So entsteht eine genauso lustige wie schwarze Komödie um ein Mädchen namens Julchen. Mehr Informationen und Karten gibt es an dieser Stelle.
+++ Wie erzählt man vom Trauma der Shoah, das die Familie auch in der dritten Generation noch beherrscht? Offer Avnon, israelischer Regisseur, nimmt sich dieser Frage in seinem Dokumentarfilm „Der Rhein fließt ins Mittelmeer“ an, den „Die Linse“ am Pfingstmontag ab 17 Uhr im Cinema zeigt. Der Regisseur wird anwesend sein, das Gespräch findet in deutscher Sprache statt. Karten bekommen Sie hier.
+++ In eigener Sache: RUMS-Mitgründer Marc Stefan Andres (Gitarre) und Michael Göring (Gitarre) spielen am Dienstagabend „andres – goering“ (zu Weihnachten legen wir für einen neuen Bandnamen zusammen) ab 20 Uhr in der Blackbox an der Achtermannstraße – und zwar zusammen mit Tobias Brügge (Saxofon) und Philipp Buck (Schlagzeug), die als Bruūck (geht doch). Alles weitere hier.
Und was steht noch im RUMS-Brief?
Der Sommer beginnt, die Heim-EM im Männerfußball steht bevor – ideale Voraussetzungen für eine umsatzstarke Saison in der Gastronomie. Wäre da nicht der Personalmangel: Vielen Cafés, Kneipen und Restaurants in Münster fehlen Leute. Ich habe mich umgehört und die Stimmung in den Gaststätten der Stadt eingefangen.
Außerdem habe ich noch ein Interview mit Sören Werlemann geführt. Der 16-Jährige sitzt im Jugendrat, der am 9. Juni neu gewählt wird. Alles, was Sie zu der Wahl wissen müssen, erklärt Sören Werlemann in drei Fragen.
Wenn Sie sich für die Recherchen interessieren, würde ich mich freuen, wenn Sie ein Abo bei RUMS abschließen. Das ganze Programm mit allen Analysen und Kolumnen bekommen Sie in den ersten drei Monaten zum halben Preis.
Am Dienstag schreibt Ihnen Ralf Heimann. Ich wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende und schöne Pfingsten.
Herzliche Grüße
Sebastian Fobbe
Mitarbeit: Jan Große Nobis (jgn), Katja Angenent (kan), Ralf Heimann (rhe) – das bedeutet: Die einzelnen Texte im RUMS-Brief sind von der Person geschrieben, deren Kürzel am Ende steht.
Lektorat: Maria Schubarth
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PS
Vergangene Woche haben Sturzfluten und Überschwemmungen im Norden Afghanistans eine verheerende Zerstörung angerichtet. Die Vereinten Nationen sprechen von mehr als 300 Todesopfern. Die Flutkatastrophe betrifft vor allem Frauen und Kinder. Tausende Familien haben ihr Dach überm Kopf verloren. Der Afghanische Frauenverein sammelt deshalb gerade Spenden. Es sei dringend, heißt es auf der Website. Denn seit der erneuten Machtübernahme der Taliban haben viele Hilfsorganisationen Afghanistan verlassen.
