Mieterhöhung abgewendet | Unbezahlte Werbung: Ami & Aki | Jetzt Angebot sichern: 6 Monate RUMS für 1 Euro

Porträt von Sebastian Fobbe
von Sebastian Fobbe

Guten Tag,

heute steigen wir wieder mit dem Mietenwahnsinn in den RUMS-Brief ein. Aber keine Sorge, liebe Leser:innen, diesmal darf ich einen Erfolg vermelden.

Gestern habe ich mit RUMS-Leser Karsten Braun telefoniert. Er lebt in einer LEG-Wohnung im Grünen Grund. Anfang des Jahres lag in Brauns Briefkasten Post von der LEG, eine Mieterhöhung. Ab April sollte Braun rund 20 Euro mehr im Monat zahlen, also etwa 240 Euro aufs Jahr hochgerechnet.

Das sei nichts Unübliches, sagte Braun am Telefon. Die LEG versuche, die Miete zu erhöhen, wann immer es gesetzlich möglich ist. Aber diesmal sei er besonders stutzig geworden.

In dem Schreiben listet die LEG allerlei Vorzüge auf, die Brauns Wohnung am Grünen Grund angeblich zu bieten habe. Die sehr gute Verkehrsanbindung und das reichhaltige Angebot an Parkplätzen zum Beispiel, den Spielplatz in der Nähe oder auch die geringe Entfernung zum Flughafen in Greven und die E-Scooter vor der Haustür.

Dank all dieser Extras könne die LEG die Miete um 7,5 Prozent erhöhen, heißt es in dem Schreiben. „Freiwillig begrenzen wir die Spanne besonderer Wohnwertmerkmale auf 3,00 %“, schreibt die LEG gönnerhaft, vielen Dank auch.

Karsten Braun widersprach der Mieterhöhung. Am Ende landete der Fall vor Gericht. Das erklärte die Mieterhöhung für unzulässig. Denn einerseits könne die LEG nicht Merkmale wie die Nähe zum Flughafen oder einen Spielplatz als Begründung für die höhere Miete angeben. Diese Vorteile seien schon im Mietspiegel erfasst, der die Grenzen für die Mieterhöhung festlegt.

Andererseits, urteilte das Gericht, sei der LEG ein Lapsus unterlaufen. Sie hat nämlich den alten Mietspiegel von 2023 für ihre Berechnung herangezogen – nicht den neuen, der seit April 2025 gilt. Der wäre aber entscheidend gewesen für eine höhere Miete ab April.

Wenn auch Sie demnächst Post von der Hausverwaltung bekommen, seien Sie also kritisch. Es kann sich lohnen, Rat in Anspruch zu nehmen. In Münster helfen der Mieterschutzverein sowie der deutsche Mieterbund weiter. (sfo)

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Ein-Satz-Zentrale

+++ Die für Heiligabend geplante Neonazi-Demo in Münster ist abgesagt geworden. (Alles Münster)

+++ Aus Münster und Nottuln sind Hunderte gespendete Schulmöbel in der ukrainischen Partnerstadt Winnyzja angekommen. (Stadt Münster)

+++ In Gremmendorf entsteht im neuen York-Landschaftspark ein Rodelhügel, der beim ersten Schnee in diesem Winter eventuell schon eingeweiht werden könnte. (Westfälische Nachrichten)

+++ Sechs Projekte in Münster bekommen von der Landesinitiative Europa-Schecks Geld – darunter das „Planspiel europäisches Jugendparlament“ der Bezirksregierung Münster und das Theaterstück „In 28 Tagen durch Europa“ der Kinder- und Jugendhilfe St. Mauritz. (Dorothea Deppermann und Robin Korte)

+++ Am Dienstag und Mittwoch wird im Aasee der Fischbestand untersucht, deshalb dürfen die Boote nicht überall fahren. (Stadt Münster)

+++ An der Clemenskirche haben Obdachlose jetzt ein kleines Alarmgerät bekommen, das ihre Sachen vor Diebstahl schützen soll. (Alles Münster)

+++ Die Volksbank hat ein 3D-Modell ihres gerade entstehenden Neubaus an der Neubrückenstraße erstellt, das man sich, wenn man einen QR-Code einscannt, virtuell zu Hause ins Zimmer stellen und auf dem Handy von allen Seiten betrachten kann. (wirklich ganz witzig: Website)

+++ Im Prozess um große Cannabisplantagen hat das Landgericht Münster sechs Angeklagte zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. (Westfälische Nachrichten)

+++ Die Polizei hat am Mittwoch in Mauritz einen 34-Jährigen festgenommen, der wegen Vergewaltigungen gesucht wurde. (Polizei Münster)

Unbezahlte Werbung

So richtig auffällig ist „Ami and Aki“ tatsächlich nicht. Das Café ist sehr klein und meistens stehen eine ganze Reihe Fahrräder davor. Was auf der Karte steht, fällt dann allerdings schon ins Auge: Zum Beispiel zwei Varianten des leckeren vietnamesischen Kaffees und Yuzu-Tee. Zwischen 10 und 16:45 Uhr kann man im (oder vorm) Lädchen außerdem koreanisches Ei-Sandwich essen. Achtung: Eine Toilette gehört nicht zum Café – die Leckereien gibt’s allerdings auch to go.

Hier finden Sie alle unsere Empfehlungen. Sollte Ihnen ein Tipp besonders gut gefallen, teilen Sie ihn gerne!

Drinnen und Draußen

Heute hat Svenja Stühmeier in unser Postfach und die Veranstaltungskalender geschaut. Das sind ihre Empfehlungen.

+++ Die Improtheatergruppe „Peng!“ lädt von Freitag bis Sonntag zu ihrem Impro-Festival ein. Die Workshops sind schon ziemlich ausgebucht. Es gibt aber noch einige Tickets für die vier Shows, die am Wochenende stattfinden. Am Samstag ist „Peng!“ auf der Studiobühne unterwegs, am Sonntag im Kreativhaus.

+++ Falls Sie davon lieber nichts mitbekommen wollen, fahren Sie doch nach Telgte. Da ist Hoffest auf dem Emshof. Im Mittelpunkt steht der Apfel. Sie können sich zum Beispiel durch unterschiedliche Sorten probieren und eigene Äpfel mitbringen, die zu Saft verarbeitet werden sollen (Anmeldung notwendig). Der Aktionstag findet von 11 bis 17 Uhr statt.

+++ Am Sonntag ist Familientag im LWL-Kunstmuseum. Von 11 bis 17 Uhr gibt es dort neben vielen Mitmachangeboten auch Zauberei- und Zirkusshows. Ach ja, die neue Ausstellung „Kirchner. Picasso“ kann man sich auch anschauen. Menschen bis 18 haben freien Eintritt, für Erwachsene gilt der reguläre Preis.

+++ Am Dienstag jährt sich der Terrorangriff der Hamas auf Israel zum zweiten Mal. Zu diesem Anlass zeigt der Filmverein Die Linse „Holding Liat“ im Cinema. Kurz nach dem 7. Oktober 2023 hat Regisseur Brandon Kramer begonnen, die Familie der Aktivistin Liat Beinin Atzili zu begleiten. Sie wurde von der Hamas als Geisel genommen. Der Film wird auf Englisch und Hebräisch mit deutschen Untertiteln gezeigt. Tickets gibt es hier.

Was gibt’s noch?

Die Stadt Münster wollte mit einer Kampagne Wohnungen für Wohnungslose finden. Die Flyer waren schon fertig. Passiert ist nichts. Aber warum?

Dieser Frage bin ich auf den Grund gegangen. Die Antwort können Sie im aktuellen RUMS-Beitrag nachlesen. Wenn Sie das interessiert, dann testen Sie RUMS 6 Monate lang für 1 Euro.

Am Dienstag schreibt Ihnen Ralf Heimann. Ich wünsche Ihnen eine gute Woche!

Herzliche Grüße
Sebastian Fobbe

Mitarbeit: Anna Niere (ani), Ralf Heimann (rhe), Svenja Stühmeier (sst), Jan Große Nobis (jgn) – das bedeutet: Die einzelnen Texte im RUMS-Brief sind von der Person geschrieben, deren Kürzel am Ende steht.
Lektorat: Susanne Bauer

PS

Wenn ich erklären muss, was ich in Münster studiert habe, weiß ich oft nicht genau, was ich antworten soll. Eine Mischung aus Politik, Geschichte und Kultur, auf jeden Fall viel mit den Niederlanden, irgend so eine Geisteswissenschaft halt. So in etwa stammel ich herum. Mittlerweile habe ich mir diesen Kurzbeitrag vom Deutschlandfunk abgespeichert, den ich zur Erklärung jetzt immer verschicken kann. Als König Willem-Alexander vergangene Woche zu Besuch in Münster war, hat Jonas Panning das Haus der Niederlande besucht und diese einzigartige Forschungseinrichtung der Uni porträtiert. Das Haus bildet unter anderem angehende Lehrer:innen aus, beheimatet die deutschlandweit größte Bibliothek mit Werken aus und über die Benelux-Staaten und betreibt seit dreißig Jahren „grenzenlose Wissenschaft“ zwischen Deutschland und den Niederlanden. Aber hören Sie selbst.

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