Geschlechterklischees im Jura-Studium | Einladung zur Redaktionskonferenz | RUMS kostenlos testen

Porträt von Constanze Busch
von Constanze Busch

Münster, 3. August 2021

was halten Sie von den folgenden vier Geschichtsanfängen?

„Die schusselige Sekretärin S vergisst, den Brief ihres Chefs und Unternehmers U abzuschicken.“

„Der 55-jährige Zahnarzt Groll streitet mit seiner ehemaligen Freundin, der 20-jährigen Laborassistentin Emsig, über die Herausgabe einiger Luxusgegenstände, die er ihr angeblich nur geliehen haben will.“

„Zur Aufhellung seines Lebensabends will Witwer Horst seine Dachgeschosswohnung umgestalten und an eine attraktive Studentin vermieten.“

„Student A schlägt Student B in einer Bar zu Boden. Die Freundin von B ist so beeindruckt von diesem ‚animalischen Akt‘, dass sie sich dem Angreifer an den Hals wirft.“

Finden Sie diese Sätze merkwürdig? Junge Menschen, die Jura studieren, lesen so etwas häufig. Solche Sätze stehen nämlich in den Beispielfällen, mit denen sie in Vorlesungen und Seminaren üben, Gesetze auszulegen und anzuwenden. Den letzten Übungsfall in meiner Liste habe ich einer Kolumne der Frankfurter Allgemeinen Zeitung entnommen, die anderen beiden aus dem Blog und Instagram-Account „Üble Nachlese“, wo noch mehr solcher Sachverhalte gesammelt wurden.

Ich hätte mich aber auch einfach in eine Jura-Vorlesung an der Uni Münster setzen können. Denn das nehme ich schon mal vorweg: Auch hier üben Studierende mit solchen kuriosen Beispielfällen.

Ist das ein Problem, außer dass die Texte ein wenig aus der Zeit gefallen wirken? Beeinflussen sie möglicherweise die Studierenden – und damit auch ihre spätere Arbeit als Anwälte und Richterinnen? Wie geht die Uni Münster mit dem Thema um? Um diese Fragen und die Antworten darauf geht es heute im Abonnent:innen-Brief. Wenn Sie mehr wissen möchten, können Sie hier unser kostenloses 30-Tage-Probeabo abschließen. Wenn Ihnen RUMS gefällt, können Sie nach dem Testzeitraum einfach weiterlesen. Sie können aber auch jederzeit kündigen.

Einladung zur Redaktionskonferenz

Am Freitag schreiben wir Ihnen natürlich wieder, nur ein bisschen früher als sonst. Um 19 Uhr beginnt nämlich schon unsere Redaktionskonferenz, zu der wir dieses Mal auch Sie gerne einladen möchten. Normalerweise setzt sich einmal pro Woche unser Redaktionsteam zusammen, um über die Ideen und Recherchen für die nächsten RUMS-Briefe zu diskutieren. Aber in dieser Woche möchten wir auch einmal mit Ihnen darüber sprechen, welche Themen Sie interessieren und was Sie wichtig finden. Deshalb haben wir die Konferenz auf Freitagabend verlegt und öffnen die Runde für Sie, unsere Leser:innen. Und für alle anderen, die es interessiert – geben Sie unsere Einladung also gerne weiter! Alle Infos zur Veranstaltung finden Sie hier, die Teilnahme ist kostenlos.

Herzliche Grüße,

Antonia Strotmann

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