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Hiltrup: Die Skulptur ist zurück | Das Poha House: Vom Streben nach Umsatz | 3 Monate RUMS zum halben Preis


Münster, 20. September 2022
in der Kita ist Notbetrieb. Alle krank. Das war übers Wochenende hier zu Hause nicht anders. Fieber, Schüttelfrost, passt ja eigentlich gut zur politischen Lage. Man möchte sich am liebsten die Decke über den Kopf ziehen. Und bald wird einem ja auch nichts anderes mehr übrig bleiben: Allzu viel heizen soll man ja nicht mehr. Und draußen wird’s auch immer grauer.
Gibt’s denn überhaupt keine gute Nachrichten mehr? Ach, da ist doch eine. Ein „aufmerksamer Zeuge“ hat auf einem Schrottplatz irgendwo im Kreis Coesfeld Bronzefiguren gefunden, spielende Kinder, und sich gedacht: Die gehören hier doch wohl nicht hin. Er ging zur Polizei, und es stellte sich heraus: Er hatte recht. Das war am 4. August.
Vier Tage später, am 8. August, meldete die Zeitung, dass am Brunnen an der Marktallee in Hiltrup eine Bronzeskulptur verschwunden sei. Spielende Kinder. Eine Spur gab es nicht.
Im letzten Absatz des Artikels steht: Eines sei sicher, in Deutschland werde man die Figuren nicht so leicht los. „Selbst Schrotthändler verlangen in solchen Fällen immer die Personalien. Sonst nehmen sie gar nichts an.“ So ist das mit den Gewissheiten in diesen Zeiten, sie schwinden dahin. Nicht einmal mehr auf die Schrotthändler ist Verlass.
Aber auf wen dann noch? Auf die Polizei? Die fing schon im August unmittelbar an zu ermitteln und meldet nun, sechseinhalb Wochen später, Vollzug: Die Skulptur ist zurück in Münster, bald dann wohl hoffentlich auch an der Marktallee. Und wenn schon alle Gewissheiten schwinden, bleibt immerhin doch eine: Sicher ist sie da offenbar nicht.
Und was haben wir sonst noch?
Heute beschäftigen wir uns im RUMS-Brief mit dem „Poha House“, einem Wohnkomplex hinter dem Bahnhof. Poha ist die Kurzform von „Pursuit oft Happiness“ – Streben nach Glück. Beim Poha House geht aber es nicht nur darum, sondern vor allem auch darum, wie man aus wenig Wohnraum möglichst viel Geld macht.
Möchten Sie mehr erfahren? Dann abonnieren Sie RUMS 3 Monate zum halben Preis.
Herzliche Grüße
Ralf Heimann
PS
Der 22-jährige Lukas Baumeister aus Münster hat eine Radtour gemacht, und das klingt noch nicht so spektakulär, aber warten Sie: Er ist von Münster nach Portugal gefahren. Das klingt schon anders, oder? Die Strecke ist schnell beschrieben: über die Hammer Straße nach Hiltrup raus und dann immer Richtung Südwesten. Lukas Baumeister hat für den Hin- und Rückweg, insgesamt 9.000 Kilometer, fünf Monate gebraucht. Auf dem Weg wäre er fast von einer Kuh zertrampelt worden, und der Satz, den er am häufigsten hörte, war: „So eine Reise hätte ich auch gern gemacht, aber jetzt ist es zu spät.“ Ungefähr so ist es auch bei mir, wobei ich vielleicht sagen würde: „Aber jetzt ist es zum Glück zu spät.“ Man ist ja schon hier in der „Fahrradstadt” überfordert. Was man aber gefahrlos machen kann: die Reiseberichte in Lukas Baumeisters sehr schön bebildertem Blog lesen – nur eben am besten nicht beim Fahrradfahren. (rhe)