G7-Treffen: Was diese Woche passiert | Reportage: Der Send im Energiesparmodus | 3 Monate RUMS zum halben Preis

Porträt von Ralf Heimann
von Ralf Heimann

Münster, 1. November 2022

morgen kommen die G7-Außenministerinnen und Außenminister nach Münster; erst mal kommen zwei: Annalena Baerbock und ihr amerikanischer Kollege Antony Blinken. Der Rest trudelt am Donnerstag ein. Und dann geht es los. Aber was eigentlich?

Na klar, Gespräche. Die Agenturen haben schon am Freitag gemeldet: Auf der Tagesordnung stehen „unter anderem der russische Krieg sowie die Themen China, Iran, Zentralasien und Afrika“. Eine Frage liegt da natürlich nahe: Was machen sie in der übrigen Zeit?

Annalena Baerbock hat das im Interview mit den Westfälischen Nachrichten beantwortet: „Ob wir uns dann um den Kamin setzen oder uns gemeinsam die Stadt ansehen, wird am Ende vor allem vom Münsteraner Novemberwetter abhängen.“

In dem Gespräch, das eine ganze Zeitungsseite füllt, geht es auch noch um andere Fragen. Hier ein schneller Überblick, in Klammern die minimal gekürzten Antworten.

Was kann das G7-Treffen bewirken? (man kann deutlich machen, wo und wofür man steht). Braucht die Menschheit einen Westfälischen Frieden für das 21. Jahrhundert? (nein, es gibt ja Regeln – die müssen einfach eingehalten werden). Nehmen in Münster auch Gäste teil? (ja, aus Afrika). Schaden die Sanktionen gegen Russland nicht vor allem uns selbst? (nein, sie schaden Russland). Bringen nicht vor allem Zweier-Gespräche etwas? (ja, machen wir ja). Warum der Friedenssaal? (wegen der Atmosphäre). Ist überhaupt Zeit, um über etwas anderes als die Ukraine zu sprechen? (ja, muss ja). Bremst das nicht die ganze Runde aus, wenn aus neuen Regierungen ständig neue Leute dazukommen? (wär natürlich besser, wenn keine Faschisten aus Italien anreisen würden, aber das ist halt Demokratie). Was, wenn die Republikaner in den USA die Zwischenwahlen gewinnen? (das wär schon doof, aber da müssten wir durch).

Wie das aber immer so ist in der Politik: Wichtig sind vor allem Gesten, Symbole und Zwischentöne. Unser Kolumnist Ruprecht Polenz, den wir unter der Woche den Westfälischen Nachrichten geliehen haben, schreibt dort, wenn man sich Bilder von G7-Treffen ansehe, falle auf, dass die Außenministerinnen und Außenminister nicht formell und dunkel gekleidet seien, sondern eher leger. Auch das vermittle eine Botschaft: „Wir fassen hier keine Beschlüsse, aber wir tauschen uns vertrauensvoll über alle wichtigen Themen aus.“

Um das Ganze etwas einzuordnen. Im WN-Interview sagt Annalena Baerbock: „Während es früher im Jahr meist nur ein oder zwei Treffen der Außenminister gab, wird Münster in diesem Jahr schon Treffen Nummer zehn sein.“

Oder wie Oberbürgermeister und Tiefstaplerfahrer Markus Lewe es in einer Pressemitteilung formuliert, es handle sich um eines der „größten diplomatischen Ereignisse in Münster seit 1648, als hier die Friedensverträge für den Dreißigjährigen Krieg unterzeichnet wurden“.

Bleibt die Frage, was die Delegationen in Münster denn überhaupt erwartet.

„In der Prinzipalsuite und in den zehn Juniorsuiten des Atlantic werden die Gäste unter anderem frische Blumen vorfinden“, hat Hoteldirektor Sascha von Zabern den Westfälischen Nachrichten verraten, allerdings mit dem Hinweis, das sei eh Standard. Nicht, dass die Staatsgäste am Ende noch denken, sie wären etwas Besonderes.

Wir werden das alles verfolgen in dieser Woche. Am Freitag schicken wir einen RUMS-Brief, in dem alles steht, was Sie über das Treffen wissen müssen.

Und da hätten wir eine Bitte: Schicken Sie uns Ihre Eindrücke und Erlebnisse vom G7-Treffen, gern auch Fotos oder Whatsapp-Sprachnachrichten (0178 35 210 97). Per Mail geht natürlich auch: redaktion@rums.ms. Unseren anonymen Briefkasten für Hinweise rund um das G7-Hotel und die frischen Blumen im Atlantic-Hotel finden Sie hier. 

Und was steht sonst noch im RUMS-Brief?

Noch nie waren im Herbst so viele Menschen auf dem Send wie in diesem Jahr. Gefühlt 300.000 Gäste meldeten die Westfälischen Nachrichten am Montag. Und das trotz Inflation und Energiekrise. Aber ist das richtig, wenn Menschen einerseits mit Winterjacken in ihren Büros sitzen, um Energie zu sparen, und sich auf dem Schlossplatz stundenlang das Riesenrad dreht? Anna Scheld von der Reportageschule Reutlingen hat für uns mit den Menschen gesprochen, die auf dem Send ihr Geld verdienen – und mit denen, die es auf dem Send ausgeben. Die Kirmesleute selbst haben sogar eine Erklärung dafür, dass Jahrmärkte im Prinzip Energie sparen. Aber ist sie überzeugend? Anna Scheld erklärt es im RUMS-Brief. 

Und vor einer Woche hatten wir über Gastarif der Stadtwerke geschrieben, den das Unternehmen als klimaneutral verkauft. Die Frage war: Stimmt das wirklich? Nach der Veröffentlichung hat sich der Kurator für Artenschutz des Zoos sich bei uns gemeldet. Was er gesagt hat, lesen Sie im RUMS-Brief.

Möchten Sie mehr erfahren? Dann testen Sie RUMS 3 Monate lang zum halben Preis. 

Herzliche Grüße
Ralf Heimann

PS

Und noch etwas in eigener Sache: Am übernächsten Montag, dem 14. November, darf ich beim Filmclub im Schloßtheater ein kleines Plädoyer für den südkoreanischen Film „Burning“ von Lee Chang-dong halten, den ich ganz fantastisch finde. Danach wird der Film gezeigt. Im Anschluss können Sie mir sagen, was Sie von meiner Empfehlung halten. Dann muss ich mich verteidigen, beziehungsweise den Film. Aber vertrauen Sie mir, das wird kein großes Problem sein. Karten bekommen Sie hier.

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