Osnabrück ist doch nicht neidisch? | Waffeninvestoren kaufen Preußen-Anteile | 3 Monate RUMS zum halben Preis

Porträt von Ralf Heimann
von Ralf Heimann

Münster, 8. November 2022

nachdem das G7-Treffen in Münster mit einer kleinteiligen Provinzposse um ein Kreuz zu Ende gegangen ist, möchte man in Osnabrück anscheinend unter keinen Umständen in Verdacht geraten, in etwas größeren Einheiten zu denken. Die Neue Osnabrücker Zeitung hat im Osnabrücker Lokalteil schon am Freitag einen Artikel veröffentlicht, der sich mit der Frage beschäftigt: Was hat Münster, was wir nicht haben?

Konkret ist die Frage so formuliert: „Warum hat Osnabrück es nicht geschafft, die Weltpolitik hierher zu holen?“

Wenn wir jetzt auf dem Niveau der Geschichte mit dem Kreuz bleiben, muss die Antwort natürlich lauten: „Weil ihr doof seid.“ Und Osnabrück müsste einwenden: „Selber popelber.“ Allerdings hat Osnabrück als weltgewandte Geburtsstadt eines ehemaligen Bundespräsidenten und eines Bundeskanzlers noch das Auswärtige Amt in die Sache hineingezogen, und von dort heißt es: „Der Veranstaltungsort wird auf Grundlage verschiedener Kriterien ausgewählt.“ Aha.

Um es ganz kurz zu machen: Das Historische Rathaus in Münster mit den ganzen Räumen und Sälen biete einen „idealen Rahmen“ für so eine Veranstaltung, schreibt das Auswärtige Amt. Und was richtig gemein ist: „Osnabrück wurde schlichtweg nicht gefragt.“

Dabei ist man dort der Ansicht, die Kriterien des Auswärtigen Amts seien „durchaus auch in Osnabrück erfüllt“. Es habe dort „bereits bedeutende Zusammenkünfte mit großer politischer und gesellschaftlicher Tragweite und Strahlkraft gegeben“, sagt ein nicht gerade bescheiden klingender Stadtsprecher. Er erinnert zum Beispiel an das 35-jährige Betriebsjubiliäum der Firma Wolkenmann & Söhne im Jahr 1992, als auch der stellvertretende Ministerpräsident von Niedersachsen eine Rede hielt.

Nein, Entschuldigung, in der Zeile verrutscht, er erinnert unter anderem an den 350. Jahrestag des Westfälischen Friedens und an die Tagung der europäischen Bildungsminister vor zwei Jahren. Da kann man natürlich verstehen, wenn Osnabrück sich ungerecht behandelt fühlt. Aber so ist das eben manchmal.

Der Zirkus der Weltpolitik ist längst weitergezogen. Vielleicht macht er beim nächsten Mal in Osnabrück Station. Als Nächstes steht jetzt erst mal das G7-Innenministertreffen im Kloster Eberbach im hessischen Eltville auf dem Programm. Da hört man schon am Namen, das ist eine ganz andere Nummer. Die Agenturen meldeten heute Mittag bereits: „G7-Ministertreffen im Kloster Eberbach ohne Kreuz-Abnahme“.

Und was steht sonst noch im RUMS-Brief?

Nils Dietrich ist etwas aufgefallen. Zwei Gesellschaften haben Geld in Preußen Münster investiert. Sie gehören Investoren aus der Waffenbranche. Wie kommt das? Und was sagt der Verein dazu? Nils Dietrich hat nachgefragt. 

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Herzliche Grüße
Ralf Heimann

PS

Am Idenbrockplatz in Kinderhaus ist am Montagnachmittag eine ältere Dame von einer jungen Frau angesprochen worden. Die junge Frau sah ihr in die Augen, setzte eine geheimnisvolle Miene auf und sagte der älteren Frau, sie habe eine schwere Krankheit, so steht es in der Polizeimeldung, und Sie merken schon, in welche Richtung die Geschichte geht. Die junge Frau sagte: Kein Problem, sie könne helfen. Nur dafür brauche sie leider Bargeld, viel Bargeld. Hier ahnt man schon, wie es weitergehen wird. Nur die ältere Frau ahnte es nicht. Sie holte Bargeld, einen fünfstelligen Betrag. Der sollte nun mit Magie versehen und wieder ausgehändigt werden. Das hatte die Frau mit dem geheimnisvollen Blick versprochen. Das Geld verschwand dann aber auf magische Weise, übrig blieben Papierschnipsel in einem Geschirrtuch. Das Ganze ist kein Zaubertrick, sondern eine Masche, die offenbar nicht ganz neu ist. Falls Sie also eine Magierin sehen, die alten Menschen geheimnisvoll in die Augen schaut, etwa 35 Jahre alt und etwa 1,50 Meter groß, rufen Sie einfach die Polizei. Die beenden dann diesen faulen Zauber. (rhe)

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