WM-Stimmung hat Verspätung | Preußen bekommen ganzes Stadion | RUMS drei Monate lang zum halben Preis

Porträt von Ralf Heimann
von Ralf Heimann

Münster, 15. November 2022

am Sonntag beginnt irgendwo in der Wüste die Fußball-Weltmeisterschaft der Männer. Und bevor Fußball dann bei RUMS vier weitere Wochen keine große Rolle spielen wird, hier schon mal der offizielle Song zum Turnier, in diesem Jahr: Tango Korrupti von Reinhard Fendrich.

Wir behalten die Melodie im Kopf. In der ersten Strophe heißt es: „Die Herzen schlagen, der Handel ist perfekt / Durch eine großzügige Spende / Kriegt man am Ende fast jedes Großprojekt“.

Bevor wir mit dem Mikro in der Hand am westfälischen Spielfeldrand fragen „Wie groß ist die Vorfreude auf das Turnier in Münster?“ werfen wir einen schnellen Blick nach Berlin.

Robert Ide erinnert in einem Essay im Berliner Tagesspiegel an ein Interview vor zehn Jahren, in dem der jordanische Prinz Ali bin al-Hussein, damals Fifa-Vizepräsident für Asien, die folgende Frage beantwortete: „Entbehrt der Vorwurf denn völlig den Tatsachen, dass Katar die WM gekauft hat?“ Der Prinz antwortet in entwaffnender Verschlossenheit: „Um ehrlich zu sein: Das kann ich Ihnen nicht beantworten.“

Und wie wir wissen: Keine Antwort ist auch ’ne Antwort. Aber wie groß ist denn jetzt die Vorfreude?

Der Sportverein TUS Saxonia schreibt auf seiner Website: „(…) TuS Saxonia schließt sich vielen Kneipen, Cafés und Bars in Deutschland an und entscheidet sich bewusst, keines der Spiele im Vereinsheim zu zeigen!“

Der Gastronom Marcus Geßler hatte für seine Restaurants schon im August angekündigt: Im Enchilada, dem Besitos, dem Aposto und dem Lux wird’s keine WM geben. Wobei man natürlich sagen muss: Man wäre jetzt nicht zuallererst drauf gekommen, das Endspiel im Lux zu schauen. Aber immerhin, es ist ein Statement.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International ist natürlich auch nicht begeistert von diesem Turnier, das bislang schon über 15.000 Menschenleben gekostet hat. Die Organisation hat schon am vorletzten Samstag auf einem Spielplatz an der Promenade Unterschriften gesammelt. In der Ankündigung lasen wir, dort könne man „sich im Zielschießen ausprobieren“. Ungewöhnlich für Amnesty, aber gut: Wir verstehen die Wut.

Die Grünen haben sich für die fußballfreie Zeit bis Weihnachten ein Alternativprogramm überlegt. Das hat leider auch einen Haken: Immer wenn Deutschland spielt, muss man sich bewegen – zum ersten Mal am 23. November, dann beginnt um 14 Uhr am Grünen-Zentrum eine Radtour nach Telgte. Immer wenn Deutschland trifft, wird einen Gang hochgeschaltet (mutmaßlich).

Weiter unten geht’s mit der Weltmeisterschaft weiter. Aber jetzt erst mal zu den Meldungen.

Und was steht sonst noch im RUMS-Brief?

Der Haushalt steht. Und was bedeutet das? Preußen Münster soll ein ganzes Stadion bekommen, die Stadt ein Nahverkehrsticket für 29 Euro im Monat. Aber da sind noch einige Fragezeichen offen. Und das Bündnis hat noch ein paar weitere Pläne.

Möchten Sie mehr erfahren? Dann testen Sie RUMS drei Monate lang zum halben Preis. 

Herzliche Grüße
Ralf Heimann

PS

Wenn Sie gestern Morgen im Auto saßen, aber durch die Frontscheibe nichts sehen konnten, dann haben Sie sicher bemerkt: Das war Frost. Zum ersten Mal in diesem Jahr, das hat der in Münster lebende Meteorologe Lars Dahlstrom beobachtet. Und er weiß auch noch, wann die Scheiben morgens zuletzt vereist waren, nämlich am 11. April. Das schreibt er bei Twitter und liefert dazu historische Daten: Den frühesten Winterfrost hatten wir danach in Münster am 23. September 1943, den spätesten am 18. Dezember 2000. Jetzt müsste der Winter also eigentlich da sein, aber wenn man aus dem Fenster schaut, könnte es auch schon wieder Frühling sein. Vor zwei Tagen schrieb Dahlstrom: „Wow, neuer Dekadenrekord für #Muenster-Osnabrück mit 18,6 Grad.“ Sogar, wenn man die Daten der alten Messstation einbeziehe, die im Jahr 1938 im Schnitt 18,5 Grad anzeigte, „war es in der 2. Novemberdekade (zehn Tage, Anm. RUMS) noch nie wärmer als heute“, schreibt Dahlstrom. Einziges Problem: Eine gute Nachricht ist das sehr wahrscheinlich nicht. (rhe)

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