Vor der Stichwahl: eine Analyse | Bündnis-Fantasien | OB-Stichwahlcheck

Porträt von Ralf Heimann
von Ralf Heimann

Guten Tag,

in dieser Woche ist nach der Kommunalwahl („Paukenschlag in Münster“) noch einiges passiert. Ein kurzer Rückblick: SPD-Oberbürgermeister-Kandidat und Fraktionschef Michael Jung ist zurückgetreten („Paukenschlag am späten Montagabend“) und hat sich aus der Politik zurückgezogen. Stefan Weber ist am Montag als CDU-Fraktionschef wiedergewählt worden. Alle Parteien denken im Moment noch darüber nach, wer sich wie zusammentun könnte, um gemeinsam eine Mehrheit zu bekommen. Und da scheint im Moment noch so gut wie alles möglich zu sein.
Schaut man auf die grafische Darstellung des Wahlergebnisses (grüner Stadtkern, drumherum ein schwarzer Ring) würde ein schwarz-grünes Bündnis das Wahlergebnis am besten abbilden. Aber möglich wäre weiter auch – wir hatten das am Montag kurz angerissen – ein linkes Bündnis aus Grünen, SPD und wahlweise Volt oder den Linken. Auch eine Ampel ginge (Grün, SPD und FDP). Und eine gar nicht so unwahrscheinliche Variante wäre, dass die Parteien in wechselnden Mehrheiten erst einmal die Dinge klären, bei denen man sich nicht so leicht einig wird, um sich dann später vielleicht doch zu einem Bündnis zusammenzuschließen.

Entscheiden wird sich das alles erst nach der Oberbürgermeister-Stichwahl am 27. September, in etwas mehr als einer Woche. Und bis dahin ist schon wieder Wahlkampf. Beide Kandidaten, Amtsinhaber Markus Lewe (CDU) und Peter Todeskino (Grüne), verfolgen dabei sehr unterschiedliche Strategien. Und so entsteht eine paradoxe Situation, in der es für Markus Lewe von Vorteil sein kann, wenn er Diskussionsrunden seinem Konkurrenten absagt. Warum das so ist, das lesen Sie mit einem Abo im aktuellen RUMS-Brief.

Wenn Sie übrigens Ihre eigenen Meinungen mit denen der Kandidaten noch einmal abgleichen möchten: Norbert Kersting, Professor für Politikwissenschaft, hat gestern eine neue Version des Kommunalwahlchecks veröffentlicht, die speziell auf die bevorstehende Stichwahl zugeschnitten ist. Er hat sieben neue Fragen hinzugefügt. Sie sollen die Unterschiede zwischen den Kandidaten deutlich machen. Zu drei Fragen hat Kersting provisorisch die Positionen der CDU eingesetzt. Markus Lewes Antwort auf die sieben neuen Fragen stehen weiter aus.

Haben Sie ein schönes Wochenende. Am Sonntag meldet sich Ruprecht Polenz mit seiner Kolumne.

Herzliche Grüße
Ralf Heimann

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