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#5 | 06.07.2025 (negativ) | Die Kolumne von Marion Lohoff-Börger | Admiral-Scheer-Straße? Warum nicht: An der Öle?

Guten Tag,
an der Art und Weise, wie eine Gesellschaft mit dem Gebrauch von Worten und Begriffen ihrer Sprache umgeht, kann man einiges über den Umgang mit ihrem geschichtlichen Erbe ablesen. Um diese These für die Stadtgesellschaft Münsters zu verifizieren, möchte ich zwei Dinge zusammenbringen: zum einen die Debatte um Umbenennung der Straßennamen in Münster Mauritz und zum anderen den Umgang mit der Masematte.
Ich wohne seit fast dreißig Jahren „auf Mauritz“, einem schicken Viertel in Münsters Osten. Ich bin aber nicht stolz darauf und betone immer, dass es dort tatsächlich auch bezahlbare Wohnungen gibt, zum Beispiel an der Skagerrakstraße, wo ich lebe. Die Straße wurde nach der größten Seeschlacht in der Weltgeschichte am Skagerrak, dem nördlichsten Zipfel von Dänemark, von den Nationalsozialisten so benannt. Bei dieser Schlacht …
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Marion Lohoff-Börger
… ist die Frau mit der Masematte und den alten Schreibmaschinen. Auf letzteren schreibt sie Gedichte und verkauft diese in ihrem Atelier an der Hansaring 12 als Postkarten. Die Masematte möchte die freie Autorin in Münster zu einem lebendigen Sprachdenkmal machen und versucht, dieses mit Kursen, Vorträgen, Lesungen, Büchern und Artikeln für Zeitungen und Onlinemagazine umzusetzen. 2021 stellte sie beim Land Nordrhein-Westfalen den Antrag „Masematte als Immaterielles Kulturerbe“, der abgelehnt wurde mit dem Hinweis, die Stadtgesellschaft Münster müsse sich noch mehr für dieses Kulturgut engagieren.
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