Jahrhundertregen? Schon wieder? | Bezirksvertretung: Kleine Ursache! | RUMS 3 Monate lang zum halben Preis

Porträt von Ralf Heimann
von Ralf Heimann

Münster, 5. September 2023

in Spanien haben die Behörden wegen des Starkregens vorgestern eine unbefristete Ausgangssperre verhängt, der Zugverkehr wurde eingestellt, mindestens vier Menschen starben. In Toledo wurde aus einer Straße ein reißender Fluss. In Madrid hielt eine U-Bahn dem Wasser nicht stand.

In Münster ist gerade ein Bericht erschienen, der sich mit den Folgen des Starkregens vom 6. August 2023 beschäftigt. Die waren nicht so schlimm wie in Spanien, aber ein Gutachten kommt zu dem Ergebnis, dass in Teilen des Stadtgebiets so viel Regen herunterkam, dass man von einem Jahrhundertereignis sprechen kann.

In Nienberge lief an der Fridericusstraße ein Regenrückhaltebecken voll, das man im Jahr 2009 gebaut hatte. Fünf Jahre darauf flutete und beschädigte ein Starkregen an dieser Stelle trotzdem mehrere Gebäude, weil eine Röhre verstopft war. Genau das sollte nicht passieren. Wenn nur das Becken überläuft und das Wasser auf andere Weise abfließen kann, hat das Regenrückhaltebecken seinen Zweck jedoch erfüllt. So war es laut dem städtischen Bericht im August. Das Wasser floss über eine Straße ab.

Fazit der Stadt: Wenn trotzdem Keller voll liefen, lag das nicht an der technischen Infrastruktur.

Ist dann jetzt erst mal wieder ein paar Jahre Ruhe? Bei einem Jahrhundertregen wäre das eigentlich wahrscheinlich. So richtig verlassen kann man sich darauf aber nicht.

Ein einzelner Starkregen muss nichts mit dem Klimawandel zu tun haben, aber wenn solche Ereignisse sich häufen, ist es schon möglich, dass es einen Zusammenhang gibt. Und in diesem Sommer gab es so einige Extreme, Hitzewellen, Überschwemmungen.

„Was früher eine Hitzewelle von zwei Wochen war, die einmal alle 50 Jahre aufgetreten ist, das passiert jetzt jedes zweite oder dritte Jahr“, sagt der Klimaforscher Karsten Haustein von der Universität Leipzig. Und das fällt ja tatsächlich auch in Münster auf. Wenn das Unwetter aus dem August ein Jahrhundertereignis war, dann ist der letzte Jahrhundertregen jetzt gerade mal neun Jahre her. (rhe)

Ein-Satz-Zentrale

+++ Nachdem ein Kind an der Wolbecker Straße mit Drogen in Kontakt gekommen ist, verstärkt die Stadt Kontrollen auf den Spielplätzen rund um den Bahnhof. (Stadt Münster)

+++ Münsters Clearingstelle hat seit 2016 über 1.000 Menschen beraten, die keine Krankenversicherung haben. (Stadt Münster)

+++ Das LWL-Inklusionsamt hat im vergangenen Jahr durch Fördermaßnahmen die Kündigung von etwa 550 Menschen mit Behinderungen verhindert. (Landschaftsverband Westfalen-Lippe)

+++ Die Stadt hat an der Marie-Curie-Straße in Hiltrup eine Einrichtung für Geflüchtete in eine Unterkunft für Menschen ohne Wohnung umgewandelt. (Westfälische Nachrichten)

+++ Das Bistum Münster befürchtet, dass der Bundesetat für Migrationsberatung um 24 Millionen Euro gekürzt und 80 Stellen in der Beratung in Nordrhein-Westfalen bedroht sind. (Kirche und Leben)

+++ Der einwöchige Erörterungstermin, bei dem Menschen ihre Einwände zur Reaktivierung der Bahnstrecke nach Sendenhorst vorbringen konnten, ist abgeschlossen. (Bezirksregierung Münster)

+++ Am Wochenende gab es eine Gedenkveranstaltung für Malte C., der vor einem Jahr nach dem Christopher-Street-Day getötet wurde. (Westfälische Nachrichten)

+++ Die Kulturinitiative Coerde hat am Samstag ihr Kulturfest gefeiert. (Alles Münster)

+++ Die Gruppe „Letzte Generation“ hat, ohne Anmeldung, am Schlossplatz demonstriert. (Westfälische Nachrichten)

+++ Am 9. und 10. September findet in der Friedensschule der Katholikentag für Afrikaner:innen statt. (Bistum Münster)

+++ Obwohl es in dieser Woche noch einmal richtig heiß wird, bleiben die Freibäder Hiltrup und Stapelskotten geschlossen, denn nachts ist es sehr kalt. (Stadt Münster auf X/Twitter)

+++ Unsere frühere Kolumnistin Marina Weisband ärgert sich darüber, dass es im Fall Aiwanger keine Konsequenzen gibt. (3sat-Kulturzeit, Deutschlandradio, Aktuelle Stunde auf X/Twitter)

Unbezahlte Werbung

Hamburger Kiez-Flair am Standesamt! Die Heile Welt in der Hörsterstraße besticht nicht nur mit ihrem stets gut gelaunten Personal unter der Leitung von „Mutti“ Nadine, sondern auch mit buntem Programm. Egal, ob man rockigen Live-Konzerten lauschen, quizzen oder Preußen Münster außerhalb des Stadions zujubeln möchte, in der kleinen Kneipe kommen Sie auf Ihre Kosten. Besonders die Auswahl an Shots überzeugt – für Preußen-Fans empfiehlt sich die Kombination aus den Geschmackssorten Lakritz, grüner Wackelpeter und Korn. Die Heile Welt ist mittwochs bis samstags ab 18 Uhr geöffnet. Bei Bedarf kann man hier auch privat feiern und die ganze Kneipe für Geburtstage, Hochzeiten oder andere Anlässe mieten.

Hier finden Sie alle unsere Empfehlungen. Sollte Ihnen ein Tipp besonders gut gefallen, teilen Sie ihn gerne einfach über den Link.

Drinnen und Draußen

Heute hat Deike Terhorst für Sie geschaut, was in der Stadt los ist. Das sind ihre Empfehlungen:

+++ Zum Jahrestag der Iranischen Revolution zeigt Die Linse am Mittwoch den Dokumentarfilm „White Torture“ über die Foltermethoden des iranischen Regimes. Zu Wort kommen Opfer, die sich für LGBTQ-, Frauen- und Menschenrechte einsetzen. Die Filmschaffenden, die aufgrund ihrer Arbeit nach Deutschland fliehen mussten, laden nach der Vorführung zum Gespräch ein. Die Veranstaltung startet um 18:30 Uhr im Cinema, Tickets gibt es für 5 Euro auf der Website des Cineplex.

+++ Besuch aus dem hohen Norden – der isländische Musiker Svavar Knútur bespielt am Mittwoch um 20 Uhr die Bühne im Hot Jazz Club. In seinen emotionalen Folk-Songs erzählt der selbsternannte „Public Health Troubadour“ auf Englisch und Isländisch vom Leben in den Westfjorden. Karten gibt es für 18 Euro im Vorverkauf, an der Abendkasse kostet der Eintritt 22 Euro.

+++ Das LWL-Museum für Kunst und Kultur lädt am Donnerstag um 19 Uhr zu einem Literaturgespräch mit Kübra Gümüşay ein. In ihrem Buch „Sprache und Sein“ untersucht die deutsch-türkische Journalistin und Politikwissenschaftlerin, wie Sprache das Denken beeinflusst und politische Entscheidungen bestimmt. Die Veranstaltung kostet 5 Euro, Tickets gibt es vorab über den Onlineshop des Museums oder an der Abendkasse.

+++ In dieser Woche veranstaltet das LWL-Museum außerdem den „Langen Freitag“, dieses Mal zusammen mit der städtischen Drogenhilfe. Von 18 bis 24 Uhr dreht sich alles um Kunst und Konsum. Abseits der Ausstellungsstücke hält der Archäologe Helge Nieswandt einen Vortrag über die Bedeutung des Alkohols in der Antike. Und es geht um die Auswirkungen von Drogen auf die Kreativität. Der Eintritt ist frei.

+++ Ebenfalls am Freitag tritt der Pianist Aeham Ahmad mit einer Mischung aus Konzert und Lesung in der St.-Anna-Kirche in Mecklenbeck auf. Ahmad wuchs als Palästinenser in einem syrischen Flüchtlingslager in Damaskus auf. Als dieses 2015 vom Islamischen Staat eingenommen wurde, verließ der Musiker seine Heimat. In seiner Musik verbindet er Einflüsse aus den Ländern des Nahen Ostens mit Jazz und klassischen Elementen. 2017 erschien seine Autobiografie „Und die Vögel werden singen”, aus der er am Freitag vorliest. Los geht es um 19:30 Uhr. Der Eintritt ist frei, im Anschluss gibt es die Möglichkeit zum Gespräch.

Und außerdem?

Auf der untersten Ebene der Kommunalpolitik geht es nicht so sehr um Macht und Geld. Der Streit in der Bezirksvertretung Mitte hat deutlich gemacht: Gerade deshalb kann es dort sehr persönlich werden. Im kompletten RUMS-Brief erkläre ich, warum.

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Herzliche Grüße
Ralf Heimann

Mitarbeit: Jan Große Nobis (jgn), Svenja Stühmeier (sst), Deike Terhorst (dte)
Lektorat: Melanie Kelter

PS

Vor fünf Tagen hatten wir Sie gefragt, ob Sie Fahrräder und Unterkünfte für unseren Besuch, die Reportageschule Reutlingen, zur Verfügung stellen können. Und es kommen immer noch E-Mails. Über 40 Menschen haben uns ein Bett oder ein Rad angeboten. Zwischendurch schrieb jemand, er würde gern jemanden aufnehmen, sei aber in der Zeit leider nicht da. Wir freuen uns nicht nur über die Angebote, sondern auch über Ihre Hilfsbereitschaft und Begeisterung. Ich hoffe, wir haben Ihnen allen inzwischen geantwortet. Sonst aber auch noch einmal von mir: ganz herzlichen Dank! Am nächsten Montag, in unserer Videokonferenz, überbringen wir der Reportageschule die gute Nachricht. (rhe)

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