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Sisyphos und die Laternen | Unbezahlte Werbung: „KletterBar“


Münster, 31. Oktober 2023
am Freitag, kurz vor dem Wochenende, kam Post. Ein Leser schrieb in einer E-Mail, im Kreuzviertel seien in mehreren Straßenzügen nun schon seit zwei Tagen durchgehend die Laternen an. Ein Nachbar habe die Stadtwerke benachrichtigt, später dann auch noch die Stadtverwaltung, also das Tiefbauamt.
Es hörte sich an wie der Anfang eines Witzes: Wie viele Menschen braucht man, um eine Laterne auszuschalten?
In der Vorstellung braucht man einen. Und der schaltet einfach das Licht aus. Aber oft stellt man sich die Dinge ja viel einfacher vor, als sie sind.
Am Freitagnachmittag erlosch die Straßenbeleuchtung im Kreuzviertel. So schwer war es dann ja wohl doch nicht. So sah es jedenfalls aus. Kurz darauf waren die Laternen wieder an.
Eine Antwort hatten Stadt und Stadtverwaltung noch nicht geschickt. Die würde dann ja wohl Montag kommen, wenn das Problem gelöst war. Am Sonntag schrieb der Leser in einer weiteren E-Mail: „Auch heute sind wir noch im 24h-Dauerbetrieb.“ Was war da los?
Am Montagmorgen fragten wir die Pressestelle der Stadtwerke. Antwort: „Grund für die Störung am Wochenende war ein defektes Bauteil in einem Steuerschrank für die Beleuchtung.“ Das Bauteil werde im Laufe des Tages ausgetauscht. Dann werde alles wieder funktionieren wie gehabt.
Am Montagabend, kurz bevor es dunkel wurde, brannten im Kreuzviertel die Laternen – noch immer. Neues Spiel, neues Glück. Dienstagmorgen. Wie sieht es aus?
Antwort: „Es handelt sich um dieselbe Störung wie am Wochenende.“ Die Kollegen seien schon dabei, ein weiteres Bauteil einzubauen. Dann sei, hoffentlich, alles behoben.
Am Dienstagnachmittag kam eine letzte E-Mail. Ich hatte gebeten, eine kurze Nachricht zu schicken, wenn das Problem gelöst sei. Die Kollegen wüssten Bescheid, schrieb die Stadtwerke-Sprecherin. Sie könne aber nichts versprechen.
Gelöst war das Problem da noch immer nicht. Und wenn das bis heute Abend nicht gelingen sollte, versuchen die Stadtwerke nach den Berechnungen unseres Lesers morgen seit einer Woche erfolglos, im Kreuzviertel das Licht auszuschalten.
Enden kann so ein Text eigentlich nur mit einem Witz. Und Witze macht man ja am besten auf eigene Kosten. Also: Wie viele Journalisten braucht man, um eine Laterne auszuschalten?
80. Einer macht die Laterne aus. Und 79 wollen auf die Gästeliste. (rhe)
Ein-Satz-Zentrale
+++ Wegen Allerheiligen verschiebt sich die Tonnenabfuhr um einen Tag nach hinten. (Stadt Münster)
+++ Die Fahrbahnen und Kreuzung zwischen Gremmendorfer Weg und Erbdrostenweg werden wieder freigegeben. (Stadtnetze Münster)
+++ An der Radstation Hansator gibt es jetzt öffentliches Wlan. (Stadt Münster)
+++ In einem Forum zur aktuellen Lärmkartierung am 8. November können Menschen Hinweise geben, wo sie in Münster von Lärm betroffen sind und welche Orte sie für Ruhe und Erholung aufsuchen. (Stadt Münster)
+++ Am 9. November stellt die Stadt den Entwurf des Integrierten Flächenkonzepts für Münster vor. (Stadt Münster)
+++ Die Stadt plant auf dem ehemaligen „Landfahrerplatz“ an der Steinfurter Straße/Ecke Vorbergweg ein Areal mit Dirtpark und Pumptrack. (Stadt Münster)
+++ Der Zentralfriedhof soll zum Lern- und Begegnungsort für Menschen verschiedener Religionen werden und über die Artenvielfalt informieren. (Westfälische Nachrichten)
+++ Der münsterische CDU-Bundestagsabgeordnete Stefan Nacke ist nicht wieder in den Landesvorstand der NRW-CDU gewählt worden. (Westfälische Nachrichten)
+++ Das Landgericht Münster hat den Mann, der einen anderen Mann auf dem Send getötet hatte, zu lebenslanger Haft verurteilt. (Antenne Münster)
+++ Am vergangenen Samstagnachmittag haben 250 Menschen für die Rechte Geflüchteter demonstriert. (Münstersche Volkszeitung)
+++ Ein Deutscher, ein Syrer und eine Ukrainerin aus Münster suchen in einem neuen Kinderbuch, das Münsters Türmerin Martje Thalmann unter dem Pseudonym Marta Latour illustriert hat, gemeinsam nach Frieden. (Westfälische Nachrichten)
+++ Münsters CDU war zu einem Solidaritätsbesuch in der jüdischen Gemeinde und hatte ein Olivenbäumchen als Zeichen für dauerhaften Frieden dabei. (CDU Münster)
+++ Die Abgeordneten des LWL haben in einer Erklärung „allen jüdischen Menschen uneingeschränkte Solidarität und volle Unterstützung“ zugesagt, bei einer Gegenstimme (Linke) und einer Enthaltung (AfD). (Landschaftsverband Westfalen-Lippe)
Unbezahlte Werbung
Sie wollen hoch hinaus? Kein Problem in der neuen Kletterhalle an der Grevener Straße. Auf dem Rasenplatz hinter dem ehemaligen DJK Bildungs- und Sportzentrum ist im Auftrag des Deutschen Alpenvereins die 3.500 Quadratmeter große und 16 Meter hohe „KletterBar“ entstanden. Dazu gibt es einen Boulderbereich und ein überdachtes Außenareal, in denen sich Kletterfans auf verschiedenen Routen austoben können. Ausrüstung kann geliehen werden. Wer noch was dazulernen will, kann auch Kurse buchen. In der Pause gibt’s Flammkuchen, Pizza und Getränke. Die KletterBar hat montags bis freitags zwischen 10 und 22 Uhr geöffnet, samstags, sonntags und an Feiertagen bereits ab 9. Alle Preise finden Sie hier.
Hier finden Sie alle unsere Empfehlungen. Sollte Ihnen ein Tipp besonders gut gefallen, teilen Sie ihn gerne einfach über den Link.
Drinnen und Draußen
Heute hat Deike Terhorst für Sie ein paar Veranstaltungen herausgesucht. Das sind ihre Empfehlungen:
+++ Oben haben wir es schon gemeldet: Der Westfalentag fällt streikbedingt morgen in Osnabrück aus. Zum Glück ist aber auf die Handelsmentalität der Niederländer:innen Verlass, denn die Stadt Enschede springt freundlicherweise mit einer Feiertagsshoppingaktion ein. Die Geschäfte in der Innenstadt haben bis 18 Uhr geöffnet; für Leute, die mit dem Auto kommen, gibt es einen Park-and-Ride-Shuttleservice und auf dem Van Heekplein findet ein Extra-Wochenmarkt statt. Alle weiteren Infos dazu finden Sie auf der Website des Stadtmarketings von Enschede.
+++ Von Donnerstag bis Sonntag findet im Cinema das „Queerstreifen“-Festival statt. Zu seiner 25. Ausgabe werden wieder jede Menge queere Filme aus aller Welt präsentiert. Außerdem blickt im Rahmen der Veranstaltung die münstersche Lesbenbewegung auf ihr 50-jähriges Bestehen zurück. Das Programm und weitere Infos finden Sie auf der Website des Festivals.
+++ Seit Mitte der 1990er-Jahre entwickelt sich in der Türkei ein unabhängiges Qualitätskino, in dem junge Regisseur:innen das politische und religiöse Klima im Land reflektieren. Bis zum 28. November zeigt das LWL-Museum für Kunst und Kultur insgesamt fünf dieser Filme. Den Auftakt macht Donnerstag um 19:30 Uhr „My Only Sunshine“ über das Leben der 14-jährigen Hayat. Der Film wird im Original mit englischem Untertitel gezeigt. Der Eintritt kostet 5 Euro, Tickets gibt es online und an der Abendkasse.
+++ Die Düsseldorfer Performancegruppe half past selber schuld präsentiert am Freitag und Samstag um 20 Uhr mit „What Robots Need to Learn“ den dritten Teil ihrer Trilogie „Wonderland Incorporated“ im Pumpenhaus. Die Erfinder:innen des Bühnencomics entführen in eine Zukunft, in der Evolution von Technik überholt wird. Tickets sind für 18 Euro, ermäßigt 10 Euro, auf der Website des Pumpenhauses erhältlich.
+++ Am Freitag startet in Münster das Woody Guthrie Festival, bei dem Musiker:innen an drei Abenden ihre gesellschaftskritischen Lieder im Geiste des US-amerikanischen Songwriters präsentieren. Guthrie war Antifaschist, gewerkschaftlich aktiv und der politischen Linken zugewandt. Das Festival wird vom Kulturverein Frauenstraße 24 mit Unterstützung der Rosa-Luxemburg-Stiftung Nordrhein-Westfalen veranstaltet. Karten für die Konzerte können per Mail oder über die Website vorbestellt werden.
+++ Am Samstagnachmittag richtet das Centrum für Rhetorik, Kommunikation und Theaterpraxis der Universität Münster auf der Studiobühne einen internationalen Rezitationswettbewerb aus. 20 Teilnehmende aus ganz Deutschland tragen dabei Gedichte von Ingeborg Bachmann vor. Beim anschließenden öffentlichen Rezitationsabend um 20 Uhr wird eine Auswahl der Texte präsentiert, moderiert von der Bachmann-Forscherin Andrea Kresimon. Die von der Jury ausgewählten Preisträger:innen werden gegen Ende der Abendveranstaltung gemeinsam mit dem Publikumspreis bekannt gegeben. Der Eintritt ist frei, Karten können per E-Mail reserviert werden.
Und sonst?
Der Klima-Aktivist Mathis Bönte ist in die FDP eingetreten. Aber warum? Frederik Mittendorff von der Reportageschule Reutlingen hat ihn getroffen.
Ahmed Abu Ergaila lebt seit 30 Jahren in Münster, aber jetzt sitzt er im Gazastreifen fest und würde gern zurück nach Hause. Svenja Stühmeier hat mit ihm gesprochen.
Bekommt das „Bündnis Sarah Wagenknecht“ auch einen Ableger in Münster? Sebastian Fobbe hat sich mit der Frage beschäftigt.
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Herzliche Grüße
Ralf Heimann
Mitarbeit: Svenja Stühmeier (sst), Sebastian Fobbe (sfo), Jan Große Nobis (jgn), Imke Noetzel (ino), Deike Terhorst (dte)
Lektorat: Melanie Kelter
PS
Allein in den vergangenen Wochen haben Unbekannte am Domplatz vor der Bezirksregierung zwei Mal die Israelflagge heruntergerissen. Im vergangenen Jahr zählte die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Nordrhein-Westfalen 14 antisemitische Vorfälle in Münster. Das sind nur die Ereignisse, die dokumentiert sind. Relativ sicher waren es sehr viel mehr. Das Präventionsprojekt „Zusammen1“ des jüdischen Sportverabands Makkabi Deutschland möchte Antisemitismus beim Sport ans Licht bringen. Dazu hat es eine Meldestelle eingerichtet. Dort können Sie berichten, was Sie erlebt haben. Die Informationsstelle setzt sich mit Ihnen dann in Verbindung. (rhe)