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Lewe hört auf. Wer kommt jetzt? | Unbezahlte Werbung: Erdbeeren zum Selbstpflücken

Guten Tag,
seit gestern Nachmittag ist bekannt, dass Markus Lewe sich im nächsten Jahr nicht mehr zur Wahl stellen wird. Gegen Abend fuhr er nach Berg Fidel, um seine Entscheidung der CDU-Fraktion mitzuteilen, die beim Eisenbahner Sportverein in der Robert-Bosch-Straße tagte. Dort gab es viel Lob und Applaus. CDU-Fraktionschef Stefan Weber würdigte Lewe als „herausragenden Oberbürgermeister“, so steht es in einer Pressemitteilung der Fraktion unter der Überschrift: „Für Lob, Preis und Dank ist es noch zu früh“.
Das Interessanteste stand mal wieder zwischen den Zeilen. Die FDP dankte Lewe ebenfalls in einer Pressemitteilung „für 16 Jahre Dienst für unsere Stadt“. Wer es schaffe, drei Mal in dieses Amt gewählt zu werden, verdiene „Anerkennung und Respekt“, sagte Fraktionschef Jörg Berens. Dann folgte der Satz: „Markus Lewes Stärke war vor allem die des Repräsentanten unserer Stadt.“ Darin kann man auch eine Kritik sehen, denn die Repräsentanz ist nur der eine Teil der Aufgabe eines Oberbürgermeisters. Der andere ist: Er ist Chef der Verwaltung.
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In den vergangenen 16 Jahren ist allerdings oft der Eindruck entstanden, dass er sich eher Stadtverwaltungspräsident versteht. Dirk Anger formulierte es in den Westfälischen Nachrichten freundlich. Er schreibt, Lewe gehe mehr „in der Rolle des Moderators der weiter wachsenden Großstadt“ auf als „in der eines detailverliebten Aktenfressers“. Menschen, die Lewe eher kritisch sehen, sagen, er interessiere sich zu wenig für Sachthemen; sein politisches Programm sei er selbst.
Zwischen den Zeilen steht auch, dass Lewe hier eigentlich keinen Rückzug ankündigte, sondern eher den nächsten Karriereschritt. Er stehe für andere Aufgaben zur Verfügung, sagte er den Westfälischen Nachrichten. Nur, was könnte das sein? Ein Ministeramt? Ein Posten an der Spitze eines Verbands? Wahrscheinlich dann wohl irgendwas Präsidiales.
Zunächst wird allerdings eine andere Frage zu klären sein: Wen stellt die CDU im nächsten Jahr bei den Wahlen auf?
Münsters CDU-Chef Stefan Nacke kündigte an, mit der Suche gleich zu beginnen und im September einen Vorschlag zu machen. Die Westfälischen Nachrichten nennen als möglichen Kandidaten den Ratsherrn Mathias Kersting, der erst vor drei Jahren von der SPD zur CDU gewechselt ist und inzwischen im Vorstand der Partei sitzt – oder Polizeipräsidentin Alexandra Dorndorf.
Auch Grüne und SPD werden sich in den nächsten Monaten mit der Frage beschäftigen, wen sie ins Rennen schicken. Die Grünen treffen ihre Entscheidung bei der Kreismitgliederversammlung Ende Oktober. Hier hört man vor allem zwei Namen. Co-Fraktionssprecher Christoph Kattentidt könnte Interesse haben, die Verkehrsausschuss-Vorsitzende Andrea Blome wird ebenfalls genannt.
Bei der SPD sagt man Bezirksbürgermeister Stephan Brinktrine Ambitionen nach. Wann hier die Entscheidung fällt, steht bislang noch nicht fest. Aus der Geschäftsstelle hieß es, nach den Sommerferien werde man einen Termin suchen. (rhe)
+++ Das Hallenbad Ost wird am Samstag wieder eröffnet, das Hallenbad Hiltrup wegen auffälliger Legionellenwerte bis auf Weiteres geschlossen. (Stadt Münster)
+++ Die Stadt analysiert wissenschaftlich, wie die Grüne-Welle-Assistenz „Leezenflow” sich auf den Verkehrsfluss und die Sicherheit auswirkt. (Stadt Münster)
+++ Die neue Telenotarzt-Zentrale hat ihren Probebetrieb mit zwölf Rettungswagen gestartet. (Stadt Münster)
+++ Nach einer zweijährigen Bauphase hat der Fröbel-Kindergarten im ehemaligen Hauptzollamt in der Sonnenstraße eröffnet. (Westfälische Nachrichten)
+++ Im Mai waren in Münster knapp 9.000 Menschen arbeitslos. (Arbeitsagentur Ahlen-Münster)
+++ Im Jahr 2019 lebten in Münster 157 Einkommens-Millionär:innen, im Jahr darauf 153. (Landesbetrieb Information und Technik NRW) Korrekturhinweis: Wir hatten hier ursprünglich irrtümlich einfach Millionär:innen geschrieben.
+++ Für den als „Kran-Kletterer“ bekannten Mann stehen weitere Gerichtsverfahren an – unter anderem, um zu klären, wer die Kosten für die Rattenjagd auf seinem Grundstück übernimmt. (Westfälische Nachrichten)
+++ Das Projekt „Erzähl‘ mal“ in der Villa ten Hompel hilft Menschen, ihre Familiengeschichte während der NS-Zeit zu recherchieren. (Westfälische Nachrichten)
+++ Außenministerin Annalena Baerbock hat bei ihrem Wahlkampfauftritt in Münster wütenden pro-palästinensischen Gegendemonstranten mit einer leidenschaftlichen Rede getrotzt, in der sie für Frieden und Freiheit eintrat, das Existenzrecht Israels verteidigte und zugleich jedes Menschenleben als gleich wertvoll bezeichnete. (Westfälische Nachrichten)
+++ Die Notfallbegleiter Münster suchen ehrenamtliche Helfer, die Menschen in akuten Krisensituationen wie Unfällen, Suiziden oder dem Tod eines Kindes seelischen Beistand leisten. (Westfälische Nachrichten)
Seit einigen Wochen kann man sie zwar überall kaufen, aber Erdbeeren schmecken selbstgepflückt einfach am besten. In Münster gibt es viele Felder, auf denen Sie die Früchte selbst ernten können. Auf dem Hof Rottmann an der Gasselstiege 235 geht das donnerstags bis sonntags ab 12 Uhr. Alternativ können Sie täglich ab acht Uhr in Gievenbeck an der Ecke Gievenbecker Weg/Busso-Preus-Straße ernten sowie in Mecklenbeck am Dingbänger Weg 190 (mehr Infos zu diesen beiden Selbstpflück-Feldern an dieser Stelle).
Hier finden Sie alle unsere Empfehlungen. Sollte Ihnen ein Tipp besonders gut gefallen, teilen Sie ihn gerne!
Heute hat Katja Angenent geschaut, was in den nächsten Tagen so los ist.
+++ Morgen ist zum Beispiel in ganz Deutschland Hitzeaktionstag. Die Stadt lädt dazu zu einem Klimaspaziergang durchs Südviertel ein. Los geht es um 15 Uhr am neuen Haus der Nachhaltigkeit an der Hammer Straße 1 (vorne am Kreisverkehr). Zwischen 14 und 18 Uhr gibt es dort auch Infoangebote. Weitere Informationen hier.
+++ Ebenfalls am Mittwoch ist der Berliner Historiker Johannes Spohr zu Gast in der Villa ten Hompel. Ab 19 Uhr referiert er dort über Menschen, die sich fälschlich als Verfolgte des Nationalsozialismus oder deren Nachkommen ausgeben – ein Phänomen, das er regelmäßig beobachtet. Warum das so ist, erklärt er in Präsenz und via Zoom. Mehr Infos finden Sie hier.

Über 600 IT-Kolleginnen und Kollegen machen die LVM Versicherung fit für die digitale Zukunft. Bring Dein Know-how ein und arbeite mit modernen Technologien an System- und Anwendungslandschaften eines Top-Arbeitgebers. Unser Anspruch: Ein spannendes Arbeitsumfeld und Zukunftsideen statt Software von der Stange. Kaffee? Haben wir auch.
+++ Die aktuelle Droste-Hülshoff-Preisträgerin Anne Weber liest am Donnerstag um 20 Uhr im Theatertreff. Ihr Roman heißt „Bannmeilen“ und widmet sich dem Unvertrauten und Anderen mitten unter uns. Der Literaturwissenschaftler Moritz Baßler moderiert. Karten für neun Euro erhalten Sie hier.
+++ Noch ein Tipp für alle, die gerne Tiere in der Natur beobachten: Am Freitag um 17.30 Uhr beginnt am Haus Heidhorn ein kostenfreier Spaziergang zum Dortmund-Ems-Kanal. Ziel: der Nistplatz eines Wanderfalken. Hubert Große-Lengerich und Udo Wellerdieck erzählen dort ein bisschen was über den Greifvogel. Weitere Infos finden Sie in dieser Tabelle (bis Juni scrollen). Und: Fernglas nicht vergessen!
Erst wollte in Münsters Westen niemand Glasfaserkabel verlegen. Dann fand sich doch jemand. Und jetzt wollen gleich mehrere. Es geht um undurchsichtige Geschäfte auf einem schwer umkämpften Markt. Außerdem: Wie es mit den Schulstraßen weiterging.
Herzliche Grüße
Ralf Heimann
Mitarbeit: Katja Angenent (kan), Jan Große Nobis (jgn), Svenja Stühmeier (sst) – das bedeutet: Die einzelnen Texte im RUMS-Brief sind von der Person geschrieben, deren Kürzel am Ende steht.
Lektorat: Susanne Bauer
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PS
Die Germanistin Joy Steigler-Herms hat in ihrer Doktorarbeit untersucht, wie es sich auf die Glaubwürdigkeit auswirkt, wenn Menschen sich bei Zeugenaussagen gewählt ausdrücken. Im Interview mit dem „Spiegel“ erzählt sie zum Beispiel, dass Aussagen als signifikant glaubwürdiger eingeschätzt wurden, wenn jemand „Fahrzeug“ schrieb, statt „Auto“. Ich hoffe, Ihnen ist das Wort „signifikant“ im letzten Satz aufgefallen. Ich tue hier mein Bestes, um Ihnen die Geschichte so gut es geht zu verkaufen. Zu viel Bildungssprache ist allerdings auch wieder schwierig. Jemand habe in einer Zeugenaussage das Wort „onomatopoetisch“ verwendet, auf Deutsch: lautmalerisch. Und so jemand kann vor Gericht gleich einpacken. Interessant ist: Frauen dürfen bei Zeugenaussagen lächeln, ohne dass ihre Glaubwürdigkeit leidet, für Männer ist das gefährlich. Männer sprechen am besten tief und sonor, dann können sie im Prinzip alles erzählen. Und damit verabschiede ich Sie in den Dienstagabend. Alles Gute! Ihr Jürgen Klopp. (rhe)
