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Verwirrung um die Gaspreise | Ein neues Konzept für den Kinderschutz | 3 Monate RUMS zum halben Preis


Münster, 16. September 2022
am Dienstag haben wir im RUMS-Brief die Frage gestellt: Wer soll die Energiekosten für die Krankenhäuser zahlen? Viele Menschen fragen sich das auch mit Blick auf ihre eigenen Strom- und Gasrechnungen: Wer soll das alles bezahlen? Und wie teuer wird es denn nun eigentlich?
Am Mittwoch landete dann eine Pressemitteilung in unserem Postfach. Die Naturfreund:innen Münster schrieben, die Stadtwerke hätten ihren Kund:innen die neuen Gaspreise mitgeteilt. Und diese würden zum 1. November „um das Fünffache bei einer 30-Quadratmeter-Wohnung (von 329 auf 1.601 Euro) und fast um das Siebenfache für ein Einfamilienhaus (von 1.218 auf 7.896 Euro)“ erhöht. Moment mal, um wie viel?
Ich habe bei den Stadtwerken nachgefragt, wo man sich die Zahlen gestern erst einmal nicht so richtig erklären konnte. Heute stellte sich dann heraus: Die Preise aus der Pressemitteilung stammen offenbar aus einem Brief an die Geschäftskunden, „die in der Grundversorgung deutlich andere Konditionen haben als Haushalte“, schreibt mir Stadtwerke-Sprecher Florian Adler. Allerdings haben die Sachbearbeiter:innen offenbar ein Schreiben an die Privatkundschaft als Vorlage genutzt und nur ein paar Zahlen ausgetauscht. Das würde jedenfalls erklären, warum die Einheiten „Reihenhaus“ und „Einfamilienhaus“ in der Tabelle mit den alten und neuen Preisen auftauchen, die für Geschäftsräume ja eher nicht gängig sind.
Und was zahlen nun die Privatkund:innen? Deutlich weniger als die Geschäftsleute, aber deutlich mehr als im letzten Jahr. Für 30 Quadratmeter wird ab 1. November 2022 ein Jahresabschlag von 775,26 Euro angegeben. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus ist mit 3.448,26 Euro zu rechnen (alle Kalkulationen beziehen sich auf den Tarif „Grundversorgung“).
Falls Sie noch keine Post von den Stadtwerken bekommen haben und nachschauen möchten, was Sie in etwa erwartet: Hier finden Sie die Tabelle mit den Beispielrechnungen für Privatkund:innen, die die Stadtwerke uns geschickt haben. Und noch eine Lesehilfe dazu: Die Einsparung von 6 Prozent, die in drei Spalten auftaucht, können Sie erreichen, wenn Sie die Raumtemperatur um ein Grad absenken. So steht es jedenfalls in dem Schreiben an die Geschäftsleute.
Mehr Personal und ein neues Konzept für den Kinderschutz
Es ist gut zwei Jahre her, dass der sogenannte Missbrauchskomplex von Münster bekannt wurde. Anfang Juni 2020 meldete die Polizei, dass sie sieben Beschuldigte festgenommen habe, die Kinder missbraucht oder Beihilfe zum Missbrauch geleistet haben sollten.
Ende 2020 begann am Landgericht Münster der Prozess gegen den Hauptangeklagten Adrian V., der letzten Sommer zu 14 Jahren Haft verurteilt wurde. Seine Lebensgefährtin muss für fast acht Jahre ins Gefängnis, weil sie spätestens seit 2018 wusste, dass Adrian V. ihren Sohn missbrauchte, und nichts unternahm. Auch weitere Täter wurden schon verurteilt, gegen andere Tatverdächtige laufen noch Verfahren, und die Polizei ermittelt, ob es noch mehr mögliche Täter gibt.
Das ist die eine Seite der Aufarbeitung, die juristische.
Die andere Seite ist die Frage: Was kann man tun, um solche Taten in Zukunft zu verhindern – oder zumindest früher zu entdecken und die Kinder zu schützen, so gut und so früh es irgend möglich ist?
Antworten auf diese Frage soll ein neues Kinderschutzkonzept geben, das die Stadt seit einigen Monaten ausprobiert. Im RUMS-Brief für unsere Abonnent:innen stellen wir das Konzept vor.
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Herzliche Grüße
Constanze Busch