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Impfvordrängler | Kleiner wohnen | RUMS 30 Tage kostenlos

Münster, 5. März 2021
haben Sie in den letzten Monaten auch eines dieser Bilder gesehen? Ein Politiker lässt sich vor laufender Kamera in den Arm pieksen und gegen Covid-19 impfen. Schaut her, tut gar nicht weh. Und ich lebe noch. Mir hat sich das Foto des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu eingebrannt, der sich mit einem verschmitzten Lächeln die heilbringende Spritze in den blanken Oberarm geben lässt. Netanjahu begründete die Aktion damit, dass er Vorbild sein wolle für seine Landsleute – und bei den Zahlen aus Israel könnte man, nun ja, mutmaßen, dass es funktioniert hat.
Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, fand kürzlich, dass die TV-Impfung zur Primetime doch auch eine Idee für Deutschland sein könnte. Um die (unberechtigten) Vorbehalte gegen den Impfstoff von AstraZeneca abzubauen, solle sich die Bundeskanzlerin öffentlichkeitswirksam eine Dosis verabreichen lassen. Die wiederum ließ über ihren Regierungssprecher Steffen Seibert ausrichten, dass sie mit ihrer Impfung warten werde, „bis sie an der Reihe sei“.
Einige Menschen wollen nicht so lange warten. In den vergangenen Wochen gab es immer wieder prominente Beispiele. Auch in Kliniken und Pflegeheimen haben sich Menschen vorgedrängelt. Wir haben zwei anonyme Briefe erhalten, in denen Menschen sich darüber beschwert haben, dass der Chef eines Krankenhauses in Münster sich beim Impfen vorgedrängelt habe. Wir haben den Fall recherchiert.
Und Johanne Burkhardt hat für uns mit Menschen gesprochen, die das Problem mit dem knappen Wohnraum auf ungewöhnliche Weise gelöst haben oder lösen wollen – mit einer Philosophie oder mit Häusern, die nur sehr wenig Platz brauchen.
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Herzliche Grüße
Nils Dietrich
PS
Wenn Ihnen in den nächsten Tagen auffällt, dass sich in der Innenstadt etwas verändert hat, dann hat das möglicherweise mit den gelockerten Corona-Regeln zu tun. Vielleicht liegt es aber auch am Krisen-Kulturprogramm, das heute schon begonnen hat und in der nächsten Woche weitergehen wird. In einer leerstehenden Bäckerei an der Salzstraße stellt der Fotograf Berthold Socha großformatige Bilder aus. Am kommenden Mittwoch visualisiert Brigitte Borchers 15-minütige Klang-Performances von Mirijam Streibl auf Schaufensterscheiben. Wie inzwischen üblich wird alles auch live übertragen. Ansehen können Sie es sich am Mittwoch, Donnerstag und Freitag sowie in der Woche drauf an den gleichen Tagen jeweils ab 20 Uhr, und zwar hier.