Die freie Kulturszene und das Geld | RUMS 30 Tage kostenlos

Porträt von Sebastian Fobbe
von Sebastian Fobbe

Münster, 15. Februar 2022

wenn Sie schon einmal in Münsters Norden spazieren waren, dann kennen Sie vielleicht die Sibeliusstraße in Rumphorst. Sie ist benannt nach dem finnischen Komponisten Jean Sibelius, dem man seinerzeit nachsagte, dass er sich lieber mit Geschäftsleuten unterhielt als mit anderen Kulturschaffenden. Darauf angesprochen, soll Sibelius den folgenden Satz gesagt haben: „Über Musik kann man nur mit Bankdirektoren reden. Künstler reden ja nur über Geld.“

Ob Finnlands bekanntester Komponist diesen Satz wirklich so gesagt hat, darüber streiten sich die Zitatforscher:innen. Der wahre Kern dieser Anekdote lässt sich aber nicht von der Hand weisen; Sie alle kennen ja das Klischee von der brotlosen Kunst. „Um Geld einzutreiben, müssen wir andauernd etwas tun, was uns als Musiker:innen am fernsten liegt: Exceltabellen führen, Bilanzen ziehen, Anträge schreiben“, sagt Lisa Bröker. Sie leitet zusammen mit ihrem Mann, dem Dirigenten Joachim Harder, die Münsteraner Mikrophilharmonie Einklang.

Die Einklang-Philharmonie gehört zur freien Musikszene in Münster. Und die ist nun ins Visier der Debatte um den Musik-Campus geraten. Für die freie Szene ist der Musik-Campus ein ambivalentes Projekt. Für einige Probleme könnte das Projekt eine Lösung sein. Aber es könnte auch neue Probleme schaffen.

Möchten Sie mehr erfahren? Dann testen Sie RUMS mit unserem Probe-Abo 30 Tage lang kostenlos.

Herzliche Grüße

Sebastian Fobbe


PS

Viele Schüler:innen wissen, wenn sie gerade mal 13, 14 Jahre alt sind, nicht genau, was sie einmal beruflich werden wollen. In NRW sollen bei der Entscheidung die so genannten Berufserkundungstage helfen. Auch in Münster können die achten Klassen an verschiedenen Tagen in diesem Schuljahr ihre ersten Erfahrungen im Berufsleben sammeln. Weil wir bei RUMS schon mehrere Anfragen von Eltern oder Schüler:innen dazu hatten, wollen wir auch an zwei Tagen jeweils zehn Jugendliche zu uns einladen. Wir geben ihnen dabei Einblicke in die Redaktion, beschäftigen uns mit sozialen und journalistischen Medien und machen einen Fotoworkshop – also ein Rundumschlag in Sachen Journalismus.

Die Berufserkundungstage bei RUMS finden am 9. und 15. Juni statt, weil wir wissen, dass einige Schulen diese Termine für sich festgelegt haben.

Schreiben Sie uns, wenn es bei Ihnen zu Hause oder im Umfeld aufgeweckte und motivierte Achtklässerler:innen mit Interesse an Journalismus gibt. Und wenn Sie andere Terminwünsche haben, können wir zwar nichts versprechen – der Aufwand ist für ein kleines Unternehmen wie RUMS doch recht hoch –, aber vielleicht finden wir ja doch eine Möglichkeit.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.
Anmelden oder registrieren