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Münster, 9. März 2021
vor knapp einer Woche haben die Bundeskanzlerin und die Landesregierungen beschlossen: Ab dem 8. März haben die Menschen das Recht, einmal pro Woche einen kostenlosen Corona-Test zu machen. Seit gestern wäre das also nun der Fall. Aber um es vorwegzunehmen: Bis das wirklich für alle gilt, wird es noch etwas dauern.
Wir haben uns am Montagmorgen gefragt, wie das denn eigentlich funktionieren soll – ein Schnelltest pro Woche. Man geht zur Apotheke, lässt sich testen, und wenn man am nächsten Tag zur nächsten Apotheke geht, woher wissen sie dort dann, dass man in der laufenden Woche schon einen Test gemacht hat? Das ist nur eine von vielen Fragen, die wir hatten. Und es ist eine der Fragen, auf die wir die Antwort bekamen: „Das wissen wir auch noch nicht.“
Wir haben versucht, trotzdem die wichtigsten Fragen zu den kostenlosen Schnelltests zu beantworten. Und wir haben uns zu morgen die Kriminalitätsstatistik für Münster angesehen, die ebenfalls Fragen offen lässt – vor allem aber Fragen aufwirft.
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Herzliche Grüße
Ralf Heimann
PS
Vor einer Woche, als die Sache mit den schmutzigen Masken-Deals schon bekannt geworden war, einigten CDU und SPD sich endlich auf ein Lobby-Register, das Politik etwas transparenter machen soll. Die CDU hatte sich lange dagegen ausgesprochen, und auch jetzt versuchte sie noch, das für sie Schlimmste zu verhindern. Regeln, die zu einer wirklich transparenten Politik geführt hätten, wie sie Fachleute fordern, wollten sie nicht. Einen der mutmaßlichen Gründe dafür zeigte unser Kolumnist Ruprecht Polenz bei Twitter in einer ganz eindrucksvollen Statista-Grafik. Die Bundestagsabgeordneten von CDU, CSU und FDP haben zusammen meldepflichtige Nebeneinkünfte in Höhe von knapp 20 Millionen Euro. Die Grünen kommen zusammen auf 122.000 Euro. Wie solche Zahlen zustande kommen, zeigt eine andere Grafik, und jetzt kommen wir nach Münster. Wenn man sich diese Übersicht ansieht, könnte man den Eindruck bekommen, dass Bundestagsabgeordnete zwar deutlich mehr Geld verdienen als Menschen ohne Arbeit, aber nicht unbedingt mehr zu tun haben. Der CDU-Bundestagsabgeordnete und Agrar-Lobbyist Johannes Röring zum Beispiel kann nebenbei noch über 20 weitere dotierte Nebenjobs erledigen, die meisten davon in Münster. Möglicherweise kommen noch weitere hinzu, die nicht meldepflichtig sind. Und mittlerweile scheint auch CDU und CSU zu dämmern, dass es nach den aktuellen Korruptionsvorwürfen so nicht weitergeht. Sie wollen bei den Lobby-Regeln jetzt doch noch mal nachbessern. Jedenfalls ein bisschen.