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Flyoverleaks | RUMS für 30 Tage kostenlos


Münster, 4. Mai 2021
am Montagmorgen verschickte das Presseamt der Stadt Münster seine tägliche E-Mail mit den Themen des Tages. In diesen Nachrichten steht, mit welchem Material die Redaktionen später noch rechnen können. Am Montag war es nur ein Text. „Studie empfiehlt neue Radverkehrsbrücke“, so lautete die Zusammenfassung. Es würde also um die geplante Fahrradbrücke am Aasee gehen, den sogenannten „Flyover Aegidiitor“. Sie steht am übernächsten Mittwoch im Rat auf der Tagesordnung. Die Verwaltung hatte ihre Empfehlung dazu schon veröffentlicht. Die Brücke soll in einer Variante gebaut werden, die von der Promenade in die Bismarckallee führt. Das ist der Vorschlag. In dem Papier war auch von einer Studie die Rede, von einer Machbarkeitsstudie, die offenbar existierte, aber nicht veröffentlicht worden war. Mittlerweile ist die Studie verfügbar, es ist eine weitere Fassung aufgetaucht, die zu einem ganz anderen Ergebnis kommt. Wir hatten heute die Gelegenheit, uns beide Versionen anzusehen. Und wir haben versucht, Antworten auf einige offene Fragen zu finden.
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Herzliche Grüße
Ralf Heimann
PS
Haben Sie am Wochenende den Münster-Tatort gesehen? Und wenn ja, warum? Weil sie sich schon den ganzen Sonntag drauf gefreut hatten? Weil sie Krimis mögen? Weil sie sich gut unterhalten fühlen? Oder einfach, weil zufällig die ARD lief? Jan Josef Liefers hat eine andere Vermutung. Er ist überzeugt davon, dass die 14,22 Millionen Zuschauer:innen, die am Sonntag eingeschaltet haben, ein Statement abgeben wollten, für ihn und die Videos zur #allesdichtmachen-Aktion, mit der er und andere die Politik der Bundesregierung kritisieren wollten, was aber nach hinten losgegangen war – auch weil sich herausgestellt hatte, dass einige der Menschen, die geplant und mitgewirkt haben, ganz gut in der Querdenkerszene vernetzt sind, oder sich gerade bemühen, es zu werden. Ich selbst schaue den Tatort eigentlich eher wegen Boerne und Thiel, weniger wegen Liefers und Prahl. Aber nach dem Tweet von Liefers hatte ich den Eindruck, dass er selbst da vielleicht gar keinen so großen Unterschied mehr erkennen kann. Ich schrieb bei Twitter, irgendwer müsse Jan Josef Liefers mal sagen, dass Karl Friedrich Boerne nur eine Rolle ist. Der SPD-Politiker Kevin Kühnert kommentierte das, und dabei gelang ihm das wunderbare Kunststück, einen Tweet zu schreiben, der witziger war als am Sonntag der gesamte Tatort. Jan Josef Liefers hatte sich über das Statement gefreut. 14,22 Millionen Menschen hatten eingeschaltet. Kühnert schrieb: „Ulkigerweise wären es ohne Ausgangsbeschränkung vermutlich weniger gewesen.“